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RE: Germany Athletics - MikeStar - 10.12.2025

Letztendlich gelten für die Leichtathletik dieselben Prinzipien, wie für jede Sportart, wie auch für z.B. die Filmindustrie oder aber auch mehr oder weniger jeden Beruf. 

Professioneller Fußball und die Filmindustrie haben gezeigt worauf es ankommt wenn man "erfolgreich" sein will. 

Action (90min Spannung, Hin-und her), Zusammengehörigkeitsgefühl (Fanszene), Rivalität (Vereine/Fans/Städte etc), Markenpräsenz weltweit durch Werbung, Sportstars, Internet, Events etc.) usw...

Das alles fehlt der Leichtathletik, auch weil das Geld fehlt, auch weil der Wille fehlt die Schritte zu gehen, die Fußball schon seit langer Zeit geht. 

Ja, es ist unsinnig zu versuchen das Modell Fussball 1:1 auf die Leichtathletik zu übertragen, aber die marktwirtschaftlichen Prinzipien sind die gleichen. GA greift aus meiner Sicht aktuell lediglich in einem der Punkte an, der Markenpräsenz, für mehr taugt das Konzept nicht. Das ist aber nur meine Meinung, andere sehen das sicherlich anders. 
Das bringt Vorteile für die Marke Germany Athletics, sicherlich auch für (viele) einzelne Athleten, aber das Geld, das CD reinsteckt ist endlich. Werden die anderen Faktoren nicht auch optimiert - und ich bezweifle, dass eine Person alleine dies schaffen kann - gehen irgendwann bei GA die Lichter aus. 

Ich wage jetzt einfach mal die These aufzustellen, dass CD dies auch berücksichtigt hat, bevor er sein Privatvermögen dafür einsetzt ein solches Projekt zu starten, oder er ist nicht auf das Geld angewiesen und nimmt einen Fehlschlag in Kauf.

Wäre GA vom DLV ins Leben gerufen worden und der Verband und die Vereine würden (mehr oder minder geschlossen) dahinterstehen, auch mit Blick auf den Amateursport, wäre ich deutlich optimistischer.
Wie gesagt, nur meine Meinung. Ich bin gespannt wie es sich entwickelt.

______

Edit: Was ich noch in meinem Beitrag zuvor vergessen hatte:

Mit steigenden Gehältern und größerer Reichweite steigt auch der Marktwert der Athleten und damit wird vermutlich auch irgendwann die Forderung nach höheren Gehältern, besseren Prämien und Antrittsgeldern bei Veranstaltungen aufkommen und ich bezweifle, dass GA seine Zugpferde im Falle des Falles einfach kostenlos an andere Vereine abgeben wird. Vertragliche Ablösesummen könnten die Konsequenz sein.


RE: Germany Athletics - TranceNation 2k14 - 10.12.2025

Wie soll GA vom Verband geschaffen werden? Das gibt es schon und nennt sich Kader bzw. Sporthilfe...

Und erneut vergleichst du Fußball mit Leichtathletik, um dann zu sagen dass man es nicht 1:1 übertragen kann Huh vll langt es ja für den Anfang zu überlegen wieviele Fußballclubs ausgegliederte Kaptitalgesellschaften sind und wieviele Leichtathletik Teams das sind. Und dann noch in der wievielten Liga du in der LA den Cut zwischen Profi und Amateur ziehen würdest...


RE: Germany Athletics - gocgn - 11.12.2025

Wenn man den Vergleich zu Fußball Vereinen ziehen will: die Athleten, die für den Verein spielen „brennen“ zu diesem Zeitpunkt auch für den Verein. Zumindest wirkt es so denn die Mannschaft funktioniert zusammen und hat ein gemeinsames Ziel. 

Bei GA ist es aktuell in meinen Augen so: in deiner Region gibt es noch keinen GA Verein, deswegen geh zu XY- Athletics, 500km entfernt von dir and Take our Money. Und wenn es dann so weit ist, gibt es auch einen Verein in deiner Region. Aber die benötigte Infrastruktur für ein professionelles Hochleistungstraining können wir dir nicht bieten. Aber hey, hauptsache es steht XY—Athletics auf deinem Trikot. 

Ist das nicht eher das Vorgehen eines Sponsors anstatt eines Vereins?


RE: Germany Athletics - muffman - 11.12.2025

Fast kein Profifußballer „brennt“ für den Verein, für den er spielt. Es geht am Ende nur um Erfolg und Geld. Alles andere ist nebensächlich. Das nennt man dann Hochleistungs- oder Profisport. Viele Vereine, die AthletInnen unter Vertrag haben, können selbst oder zumindest alleine keine Infrastruktur für ein professionelles Training bieten. Dann sag mir bitte was Lückenkemper mit Berlin zu tun hat, Haase mit Wetzlar, Neugebauer mit dem VFB, etc. Die bekommen am Ende auch nur die Kohle und haben mit den Vereinen sonst quasi nichts zu tun. Das ist am Ende auch scheißegal. Wir sprechen von Profisport und keiner Kreisliga-Fußballromantik, die eh nur was für Realitätsverweigerer ist. Die Infrastruktur für Hochleistungstraining wird meistens eh von den OS gestellt. Diese ganze Diskussion ist an Scheinheiligkeit wirklich kaum zu überbieten.


RE: Germany Athletics - mariusfast - 11.12.2025

(11.12.2025, 01:02)muffman schrieb: Fast kein Profifußballer „brennt“ für den Verein, für den er spielt. Es geht am Ende nur um Erfolg und Geld. Alles andere ist nebensächlich. Das nennt man dann Hochleistungs- oder Profisport. Viele Vereine, die AthletInnen unter Vertrag haben, können selbst oder zumindest alleine keine Infrastruktur für ein professionelles Training bieten. Dann sag mir bitte was Lückenkemper mit Berlin zu tun hat, Haase mit Wetzlar, Neugebauer mit dem VFB, etc. Die bekommen am Ende auch nur die Kohle und haben mit den Vereinen sonst quasi nichts zu tun. Das ist am Ende auch scheißegal. Wir sprechen von Profisport und keiner Kreisliga-Fußballromantik, die eh nur was für Realitätsverweigerer ist. Die Infrastruktur für Hochleistungstraining wird meistens eh von den OS gestellt. Diese ganze Diskussion ist an Scheinheiligkeit wirklich kaum zu überbieten.

 Das stimmt allerdings, die Debatte mit "brennen" also Identifikation und Bla ist quatsch und lokalpatriotisch. 

  V.a. ist das, was du hier ansprichst, ja überhaupt kein neues Phänomen in der LA. Das sollte man immer im Hinterkopf haben. Beispiele wurden hier schon genügend genannt, bspw. von mir aus dem Laufbereich mit Regensburg und Flügel und Orth, die natürlich ihre eigenen HT in Hessen hatten.  Oder der berühmteste Athlet von dem hier Interview gebenden Trainer Müller, Timo Benitz, trainierte auch nie örtlich bei dem Trainer und mit den anderen Vereinsmitgliedern, sondern die meiste Zeit in einem OS in München oder Berlin. Und für Mannschaften holen und holten sie schon seit Jahren Athleten aus der Schweiz, die ganz normal in der Schweiz lebten unter einem komplett anderen Trainingssystem und Trainer, weil der Trainer eine Freundschaft zu dem dortigen Trainer führt. 

Aber wenn Athleten jetzt für einen Athleticsclub starten würden, dann würde er aufhören, obwohl sich eigentlich nichts ändern würde. Mergenthaler lebt und trainiert ja m.W. auch bereits in Stuttgart und lebte m.W.n. zu keiner Zeit an dem Standort des Vereins.


RE: Germany Athletics - aj_runner - 11.12.2025

(11.12.2025, 06:37)mariusfast schrieb: Aber wenn Athleten jetzt für einen Athleticsclub starten würden, dann würde er aufhören, obwohl sich eigentlich nichts ändern würde. Mergenthaler lebt und trainiert ja m.W. auch bereits in Stuttgart und lebte m.W.n. zu keiner Zeit an dem Standort des Vereins.

Das hat Müller nicht gesagt. Er befürwortet die Professionalisierung. Er sieht auch den Handlungsbedarf der Sponsorengewinnung, um die Athleten vor Ort zu halten. Aufhören würde er nur, wenn er nur noch Breitensportler in seinen Reihen hätte, weil sie die Top-Athleten nicht halten können.


RE: Germany Athletics - muffman - 11.12.2025

Ich hab’s schonmal gesagt: Die Vereine haben z.B. über die Mitgliedsbeiträge auch Möglichkeiten abseits vom Sponsoring mehr Geld zu generieren. Es wäre ganz einfach: Leistungssport: Beitrag 100€+/Monat Freizeitsport: 50€/Monat. Es ist doch lächerlich, dass sich Vereine beklagen, dass sie kein Geld hätten, aber gleichzeitig für 100€/Jahr 5-6x/Woche quasi professionelles Training, Wettkampfbetreuung etc. anbieten. 95% der Mitglieder ist das klassische „Vereinsleben“ komplett egal. Es ist eben nicht mehr 1985. Der Verein ist lediglich Mittel und Zweck um, in unserem Fall, Sport machen zu können. Alle wollen mehr Professionalität. Diese muss man aber auch bezahlen bzw. sich bezahlen lassen.


RE: Germany Athletics - Reichtathletik - 11.12.2025

(11.12.2025, 08:57)muffman schrieb: Ich hab’s schonmal gesagt: Die Vereine haben z.B. über die Mitgliedsbeiträge auch Möglichkeiten abseits vom Sponsoring mehr Geld zu generieren. Es wäre ganz einfach: Leistungssport: Beitrag 100€+/Monat Freizeitsport: 50€/Monat. Es ist doch lächerlich, dass sich Vereine beklagen, dass sie kein Geld hätten, aber gleichzeitig für 100€/Jahr 5-6x/Woche quasi professionelles Training, Wettkampfbetreuung etc. anbieten. 95% der Mitglieder ist das klassische „Vereinsleben“ komplett egal. Es ist eben nicht mehr 1985. Der Verein ist lediglich Mittel und Zweck um, in unserem Fall, Sport machen zu können. Alle wollen mehr Professionalität. Diese muss man aber auch bezahlen bzw. sich bezahlen lassen.

Das Problem ist doch, dass dann jeder Typ, der bei Landesmeisterschaften ohne Quali teilnimmt, das bereits erlassen haben will, weil er ja "Leistungssport" macht und angeblich "für den Verein" starte.
Das Ding ist ja gerade eben, dass die Sportler – nicht erst wenn es um WM/EM geht, sondern schon unterhalb der DM-Teilnahme – "nicht draufzahlen wollen". Sprich bei 100 Euro im Monat wollen sie dann mindestens Gegenleistung von 1500 Euro im Jahr – und da werden garantiert die Trainer nicht mitgerechnet. Da kommen dann die gleichen Argument wie aktuell von GA:
- die machen das ja aus Spaß/sowieso, ein Athlet mehr oder weniger macht es nicht aus
- haben ja selbst was von dem Prestige der Erfolge...


RE: Germany Athletics - Reichtathletik - 11.12.2025

(11.12.2025, 01:02)muffman schrieb: Fast kein Profifußballer „brennt“ für den Verein, für den er spielt. Es geht am Ende nur um Erfolg und Geld. Alles andere ist nebensächlich. Das nennt man dann Hochleistungs- oder Profisport. Viele Vereine, die AthletInnen unter Vertrag haben, können selbst oder zumindest alleine keine Infrastruktur für ein professionelles Training bieten. Dann sag mir bitte was Lückenkemper mit Berlin zu tun hat, Haase mit Wetzlar, Neugebauer mit dem VFB, etc. Die bekommen am Ende auch nur die Kohle und haben mit den Vereinen sonst quasi nichts zu tun. Das ist am Ende auch scheißegal. Wir sprechen von Profisport und keiner Kreisliga-Fußballromantik, die eh nur was für Realitätsverweigerer ist. Die Infrastruktur für Hochleistungstraining wird meistens eh von den OS gestellt. Diese ganze Diskussion ist an Scheinheiligkeit wirklich kaum zu überbieten.

Wenn man ehrlich ist sind aber bestimmt 75% der Athleten Kreisliga. Es beschwert sich keiner über die Lückenkempers der Welt, wenn sie zu GA gehen. Es geht um die Athleten, die es zT nicht einmal zu Deutschen Meisterschaften schaffen. Ernstgemeinte Frage: Sollte man jemanden ohne DM-Norm wirklich mehrere Hundert Euro im Monat überweisen? Ist das Profesionell? Oder ist es Profesionell ein entsprechendes Umfeld zu schaffen und die Athleten zu entwickeln. Und jemanden auf Platz 50-100 der Deutschen Bestenliste realistisch zu sagen, dass er oder sie einen Job wird brauchen?!

Übrigens ist es auch Scheinheilg zu sagen dass die Infrasturktur von OS bzw BSP gestellt wird, weil weite Teile Deutschlands über sowas nicht verfügen.


RE: Germany Athletics - CoachnEngineer - 11.12.2025

(11.12.2025, 08:57)muffman schrieb: Ich hab’s schonmal gesagt: Die Vereine haben z.B. über die Mitgliedsbeiträge auch Möglichkeiten abseits vom Sponsoring mehr Geld zu generieren. Es wäre ganz einfach: Leistungssport: Beitrag 100€+/Monat Freizeitsport: 50€/Monat. Es ist doch lächerlich, dass sich Vereine beklagen, dass sie kein Geld hätten, aber gleichzeitig für 100€/Jahr 5-6x/Woche quasi professionelles Training, Wettkampfbetreuung etc. anbieten. 95% der Mitglieder ist das klassische „Vereinsleben“ komplett egal. Es ist eben nicht mehr 1985. Der Verein ist lediglich Mittel und Zweck um, in unserem Fall, Sport machen zu können. Alle wollen mehr Professionalität. Diese muss man aber auch bezahlen bzw. sich bezahlen lassen.

Wenn wir heute nur die Topsportler zur Verfügung hätten, deren Eltern während ihrer Schülerzeit 1200 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr bezahlen konnten bzw wollten, dann sähe unser OK und PK aber mal noch viel düsterer aus, meine ich.
LA als Elitensport, das wird nicht zu einem besseren Stand der LA führen.