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Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah (/showthread.php?tid=6595) |
RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - muffman - 21.08.2026 Wenn ein Verfahren läuft, nicht mitnehmen. Das wäre das einzig richtige und faire, auch den anderen Sportlern gegenüber und das sollte beim DLV generell so geregelt sein. Ob er dann freigesprochen wird oder nicht, spielt dann keine Rolle. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - aj_runner - 21.08.2026 (21.08.2026, 10:55)muffman schrieb: Wenn ein Verfahren läuft, nicht mitnehmen. Das wäre das einzig richtige und faire, auch den anderen Sportlern gegenüber und das sollte beim DLV generell so geregelt sein. Ob er dann freigesprochen wird oder nicht, spielt dann keine Rolle. Richtig dann, wenn er gesperrt wird. Fair dann, wenn so ein Verfahren zügig durchgeszogen wird. Vor 7 Wochen war der Vorfall, mehr als die Forderung der Nada hat sich bisher nichts getan. Und der Rechtsgrundsatz in dubio pro reo wäre dann ausgeschalten. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Reichtathletik - 21.08.2026 Juristisch gesehen ist er nur angeklagt, nicht verurteilt und somit gilt weiter die Unschuldsvermutung. Selbstverständlich darf er deshalb starten. Ich glaube national gesehen hat der DLV damit auch "alles" richtig gemacht, denn die überwiegend positive Presse und Werbewirkung gab es sehr wohl – auch wenn einige immer noch mehr "Werbung" für den Sport erwarten, was ich nicht als Aufgabe der Medien sehe (mit Ausnahme dass mediale Darstellung aller olympischen Sportarten zu erwarten ist). International ist das freilich etwas anderes. In Birminigham im Publikum hat Owen Ansah – sicher auch weil er gegen einen Briten gewann – keine Begeisterung ausgelöst. Ob andere Verbände deshalb kritischer auf den DLV schauen... Ich schätze das Image ist eher gleichbleibend mittel. Bleibt die moralische Frage, ob man sich distanzieren sollte. Und da muss ich sagen fand ich es auch befremdlich, dass sich alle Athleten (zumindest die von denen man was gehört hat), sein Trainer und der Verband so deutlich hinter in gestellt haben. Das mag man menschlich verstehen, vielleicht ist man auch befreundet, etwas mehr professionelle Distanz wäre aber durchaus eine Erwägung. Sowas wie: Er darf starten, aber solange das Verfahren läuft, nutzt er keine DLV-Infrastruktur und Trainer. Das Problem das ich sehe ist nämlich, wo zieht man die Grenze. Würde man bei mehreren missed tests genauso reagieren? Würde man bei einer (vermeintlich) positiven Probe mit seltsamer Erklärung genauso reagieren? Hier lohnt der Vergleich zum Fall Benfares wo alle deutschen Trainer und Funktionäre schnellstmöglich versucht haben ihre eigene Rolle klein zu reden, die Athleten als "Franzosen" darzustellen und selbst sich außer Stande zu sehen, davon Ahnung gehabt zu haben, obwohl man kurz zuvor sich noch als Teil des Teams dargestellt hat (Übrigens auch so eine Fall wo man sich wirklich nicht darüber beklagen kann dass wir eine überaus kritisch nachfragende Presse hätten). RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - aj_runner - 21.08.2026 (21.08.2026, 11:21)Reichtathletik schrieb: Hier lohnt der Vergleich zum Fall Benfares wo alle deutschen Trainer und Funktionäre schnellstmöglich versucht haben ihre eigene Rolle klein zu reden, die Athleten als "Franzosen" darzustellen und selbst sich außer Stande zu sehen, davon Ahnung gehabt zu haben, obwohl man kurz zuvor sich noch als Teil des Teams dargestellt hat (Übrigens auch so eine Fall wo man sich wirklich nicht darüber beklagen kann dass wir eine überaus kritisch nachfragende Presse hätten). Jein. Die Benfares haben sich wirklich diletantisch in ihren Ausreden dargestellt. Ich kann mich noch an das falsche MRT-Bild erinnern, das alles anzeigte, nur nicht die von ihr postulierte Diagnose. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - muffman - 21.08.2026 Wenn du z.B. als Polizeibeamter eine Anzeige am Hals hast, egal wegen was, wirst du nicht befördert. Dann musst du teilweise mindestens 1 oder 2 Jahre warten, bis du wieder dran bist. Da interessiert es auch keinen, ob du schuldig oder unschuldig bist. Ob das jetzt richtig oder falsch ist, sei mal dahingestellt. Ich meine damit nur, das die Unschuldsvermutung eben nicht immer gilt und dass es diese im Dopingkontext eigentlich sowieso nicht gibt. Da bist du schuldig und musst deine Unschuld beweisen. Auch Ansah muss seine Unschuld erstmal beweisen. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - runner5000 - 21.08.2026 (21.08.2026, 11:16)aj_runner schrieb: Und der Rechtsgrundsatz in dubio pro reo wäre dann ausgeschalten. (21.08.2026, 11:21)Reichtathletik schrieb: Juristisch gesehen ist er nur angeklagt, nicht verurteilt und somit gilt weiter die Unschuldsvermutung. Selbstverständlich darf er deshalb starten. Warum sind im Zusammenhang mit diesem Verfahren immer wieder solche Äußerungen zu lesen? Es gibt im Sportrecht keine Unschuldsvermutung, sondern Beweislastumkehr, d.h. Ansah ist jetzt in der Pflicht zweifelsfrei nachzuweisen, dass der Fehler bei der NADA und nicht bei ihm liegt. Gelingt ihm das nicht, wird er gesperrt, auch wenn Zweifel an der Version der NADA bestehen bleiben sollten. In dubio pro reo gilt hier nicht. Und, dass Ansah bisher nicht suspendiert wurde, ist durch einige Leute auch nicht nachvollziehbar, da es in vergleichbaren Fällen passiert ist. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Atanvarno - 21.08.2026 (21.08.2026, 10:55)muffman schrieb: Wenn ein Verfahren läuft, nicht mitnehmen. Das wäre das einzig richtige und faire, auch den anderen Sportlern gegenüber und das sollte beim DLV generell so geregelt sein. Ob er dann freigesprochen wird oder nicht, spielt dann keine Rolle. Wenn der DLV das getan hätte, hätte Ansah vermutlich eine einstweilige Verfügung beantragt mit (meiner Einschätzung nach) guten Chancen. Wenn er startberechtigt ist, ist er startberechtigt, da kann sich der DLV nur im Fall der Staffel, wo es einen größeren Ermessensspielraum gibt, drüber hinwegsetzen. runner5000 schrieb:Und, dass Ansah bisher nicht suspendiert wurde, ist durch einige Leute auch nicht nachvollziehbar, da es in vergleichbaren Fällen passiert ist. Beispiele? RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - runner5000 - 21.08.2026 (21.08.2026, 11:58)Atanvarno schrieb:runner5000 schrieb:Und, dass Ansah bisher nicht suspendiert wurde, ist durch einige Leute auch nicht nachvollziehbar, da es in vergleichbaren Fällen passiert ist. Kibiwot Kandie. Er hat auch eine Dopingprobe verweigert und wurde umgehend suspendiert. Das Urteil kam erst über ein Jahr später und ist mit 7 Jahren sehr hoch ausgefallen, weil er zusätzlich noch versucht hat, das Verfahren zu manipulieren. Doping-Skandal: Ehemaliger Halbmarathon-Weltrekordler suspendiert Doping-Schock: Ex-Halbmarathon-Weltrekordler bis 2032 gesperrt RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Atanvarno - 21.08.2026 Danke, hatte den letsrun-Thread noch nicht komplett durchgelesen
RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Reichtathletik - 21.08.2026 (21.08.2026, 11:39)aj_runner schrieb:(21.08.2026, 11:21)Reichtathletik schrieb: Hier lohnt der Vergleich zum Fall Benfares wo alle deutschen Trainer und Funktionäre schnellstmöglich versucht haben ihre eigene Rolle klein zu reden, die Athleten als "Franzosen" darzustellen und selbst sich außer Stande zu sehen, davon Ahnung gehabt zu haben, obwohl man kurz zuvor sich noch als Teil des Teams dargestellt hat (Übrigens auch so eine Fall wo man sich wirklich nicht darüber beklagen kann dass wir eine überaus kritisch nachfragende Presse hätten). Das Ding ist doch dennoch, dass die Begründung weshalb man Ansah traut ja ist "Ist ein feiner Kerl". Ergo hätte man bei Benfares damals sagen müssen: "Haben wir nie über den Weg getraut" -> was die Frage aufwirft warum sie dann ausgerechnet im verein des LT BT ist; oder "Haben wir bis dahin völlig anders eingeschätzt", was die Frage über die Menschenkenntnis der damals als Trainer/Funktionär beteiligten aufwirft. Wichtig: Ich will nicht sagen, dass sie darin verstrickt waren. Aber damals hat man sehr schnell Abstand gehalten während aktuell die Situation ist, dass Owens Trainer z.B. sehr aktiv die Erfolge teilt. Auch das kann man nachvollziehen, sind ja auch seine. Aber die Frage muss erlaubt sein, ob im Fall einer Verturteilung dann die Frage lautet: Trainer nicht mehr tragbar?! Und wenn nein: Warum? Oder zusammengefasst: Muss es nicht eine einheitliche Linie geben, wie der DLV mit Verdachtsfällen und deren Umfeld umgeht? |