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Windmessung im Diskuswurf - Druckversion

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RE: Windmessung im Diskuswurf - diwa - 17.04.2026

In einer idealen Welt, könnte man sicher _irgendwo_ zwei Lichtschranken und ein Display hinstellen, um es Passanten zu ermöglichen, festzustellen, wie schnell sie eine bestimmte Strecke zurücklegen zu können.

Leider sind in unserer realen Welt ja noch nicht mal fest verbaute, hinter Zäunen montierte Gegenstände weit geringerer Empfindlichkeit, vor Vandalismus sicher.

Und:
Ein einfaches tragbares Lichtschrankensystem mit Display - wie z.B. das Witty Kit von Microgate liegt immer noch deutlich im mittleren vierstelligen Bereich.

Von den weiter unten genannten in der Bahn verbauten Systemen mal ganz zu schweigen.


RE: Windmessung im Diskuswurf - Atanvarno - 17.04.2026

Nicht fest verbaut, aber für mal eben so ziemlich genau, aber unkompliziert eine Zeit messen, gibt es ja https://leichtathletikforum.com/showthread.php?tid=3743


RE: Windmessung im Diskuswurf - Delta - 17.04.2026

(16.04.2026, 19:52)diwa schrieb:
(16.04.2026, 17:16)eierluke2 schrieb: Da bin ich mir nicht so sicher, viele Kinder und Jugendliche fänden es bestimmt spannend, wenn jeder der -/ jede die möchte mit ganz einfacher Technik quasi im Schulunterricht oder auch nur wenn man abends zufällig am Platz vorbeikommt eine elektronisch gestoppte 100 m Zeit laufen könnte, ohne unbedingt vorher dem Leichtathletikverein beigetreten zu sein müssen

Bist Du es Delta?

Merkst Du nicht, wie Du Dir widersprichst?
„Einfache Technik“ vs. „elektronisch gestoppte Zeit“?

Nein, das stammt nicht von mir.


RE: Windmessung im Diskuswurf - diwa - 17.04.2026

(17.04.2026, 10:17)Atanvarno schrieb: Nicht fest verbaut, aber für mal eben so ziemlich genau, aber unkompliziert eine Zeit messen, gibt es ja https://leichtathletikforum.com/showthread.php?tid=3743

Ja, das ist aber nicht das was Eierluke will, oder aber er hat sich sehr umständlich ausgedrückt...


RE: Windmessung im Diskuswurf - menarfin - 17.04.2026

Ich glaube schon dass Luke so etwas gemeint hat, ich sehe aber das Problem wo man die Grenze zieht für so eine "kleine Zeitmessung". Weil grundsätzlich vorgesehen ist ja sogar noch immer die Handzeitmessung im IWR, sie wird nur nicht für Bestenlisten usw anerkannt. Man könnte eventuell darüber reden einfache Zeitmesssysteme z.b. auf regionaler Ebene anzuerkennen, aber dann kommt automatisch die Frage wann man damit Schluss macht.

Und was es einem Veranstalter auch bringt. Den Aufwand betreiben und ein Sportfest veranstalten auf dem z.b. keine Qualis für Meisterschaften gelaufen werden können oder Zeiten für Bestenlisten gesammelt werden können? Was bringt das dann? Und was hindert den Veranstalter jetzt schon auf einen Sportplatz zu gehen und das zu tun? Wenn die Ergebnisse eh nicht gemeldet werden kann man doch messen wie man will, dann kann man auch fliegende Starts anbieten oder was auch immer.


RE: Windmessung im Diskuswurf - S_J - 17.04.2026

Ich denke, dass auch die von mir erwähnten Anlagen, wie z.b Polytan Smart Systeme, das erfüllen können, was er möchte. 

Aber ich sehe zwischen solchen Messanlagen für Training und Freizeit und bestenlistenfähigen Wettkämpfen keinen Zusammenhang. 

Gewisse Mindeststandards sind gut und wichtig. 

Das Problem bei Wurf ist Folgendes: die Weiten bei den Profis divergieren um ein Vielfaches von denen im Jugend- und Amateurbereich. Vorgaben in Bezug auf die Entfernung und Höhe der Windmesser im Wurf sind hier also ungleich komplexer als im Sprint oder Horizontalsprung. Dort kommen alle auf der Messhöhe am Messpunkt vorbei und auch die Messdauer passt grob für alle. 
Das wäre im Wurf aber eben nicht so. Ein Windmesser bei zB 50m ist witzlos, wenn alle nur 20-30m werfen. Umgekehrt genauso: stelle ich ihn nach vorne fliegt das Wurfgerät ja in einer Höhe mit ganz anderen Verhältnissen. Baue ich ihn nach oben, ist er wieder für die Jugend unnötig.
Also Windmesser beim Abwurf? Auch da gleich konzeptuell unnötig, da es nicht um die Windunterstützung beim Anlauf geht. 
Also ein komplexes System aus X Messpunkten? Da sehe ich die gleichen Probleme aber gut, vielleicht ist dann ja für jeden etwas dabei. Aber das richtet dann eben keiner mehr aus. 

Ist den meisten hier ja auch vollkommen klar. 

Deswegen zieht hier aus meiner Sicht die Analogie zum Sprint nicht... 

Es ist ja Momentan (noch?) Vergleichsweise einfach möglich, eine vollautomatische Zeitmessung regelkonform einzusetzen. Auch auf niedrigen Ebenen. Ja es ist mit Sicherheit das komplizierteste auf dem Platz. Aber mit der Zusatzausbildung und ein bisschen Engagement geht das gut.
Bei größeren Wettkämpfen muss es ja aber schon ein Dienstleister sein. Die Diskussion hatten wir ja auch hier im Forum schon. 

Wollen wir wirklich auch Dienstleister für die Windmessung im Wurf? Bei der erforderlichen Komplexität wäre das notwendig...


RE: Windmessung im Diskuswurf - Freaky - 17.04.2026

@S_J hats ja ein Stück weit erwähnt

grundsätzlich stellst sich mir auch die Frage auf den letzten 2 Seiten oder so: Wie sind wir von Windmessern beim Diskus bei Low-Budget Zeitmessungen für Leute, die mal eben nach Feierabend 100m laufen wollen gelandet?

Das eine hat doch mit dem anderen überhaupt nichts zu tun.


RE: Windmessung im Diskuswurf - menarfin - 17.04.2026

Der Dreh war/ist wohl dass es noch möglich sein muss eine Veranstaltung (auch beim Wurf) zu machen mit überschaubarem Budget und auch personellem Aufwand. Ein Beispiel war die Handyzeitmessung wie so etwas sehr kostengünstig umgesetzt werden könnte, als Übertrag auf den Wurf wurden Aufsteckwindmesser fürs Handy genannt.

Ich schliesse mich da aber S_J an: Lauf und Sprung sind da nur bedingt geeignet weil die nötige Art der Mehrpunkt einen unglaublich grossen technischen und auch personellen Aufwand bedeuten. Es reicht ja nicht genug Windmesser zu haben, die müssten ja auch dann auf z.B. 30m Höhe kommen. Ein Mast mit 30m ist keine einfache Sache, und wenn man das mit irgendetwas Fliegendem macht braucht man allermindestens Leute mit Drohnenführerschein und entsprechender Versicherung. Und dann: Für jeden Messpunkt? Da geht dann ziemlich schnell das Personal aus.

Beim Laufen würde ich mir zwar auch eine Backupzeitmessung mit dem Handy für die normale Uhr wünschen für kleine Sportfeste, aber auch wenn die fehlt kann man meist damit leben dass schlimmstenfalls ein Lauf halt fehlt. Bei KLEINEN Sportfesten. Beim Weitsprung, Hochsprung oder Kugelstossen ist der technische Aufwand ja wohl vernachlässigbar, da braucht man vor allen Dingen Personal das sich auch auskennt. Dort kann noch alles komplett "analog" laufen wenn man möchte.


RE: Windmessung im Diskuswurf - eierluke2 - 17.04.2026

Einmal wieder zum Diskuswurf.

Bevor ich Maßnahmen beschreibe, bleibe ich vielleicht erstmal bei der Beschreibung des Problems.

In der Fußballiga zählt am Ende des Jahres die Addition der Punkte (ggf. auch mal Tore) aus z.B. 34 Spielen (auf uns übertragen Wettkämpfen). Dabei ist auch egal, ob Spiele unter leistungsfördernden Bedingungen oder leistungshemmenden Bedingungen Temperatur, Wind, Niederschlag, schlechte Sicht unsw. stattfinden.

Bei Leichtathletik gibt es auch Wettkampfgewinner, aber es werden auch Leistungen absolut erfasst in Metern und Sekunden. Der Charme ist, die Vergleichbarkeit und dass so auch ein "Verlierer" ein Gewinner, z.B. gegenüber sich selbst sein kann.

Problem 1) schwindende Vergleichbarkeit 
Wenn dadurch, dass die äußeren Bedingungen so stark beeinflussbar sind und auch gezielt beeinflusst werden es quasi 2 verschiedene Sportarten werden (Weitenjagd vs. Meisterschaften) finde ich das sehr unbefriedigend.

Problem 2) Ungerechtigkeit
Wenn das dann auch noch dazu führt, dass wer an der Weitenjagd nicht teilnehmen kann, mangels Quali. an den Meisterschaften auch nicht teilnehmen kann finde ich dass darüberhinaus auch noch sehr ungerecht. Dann wird es wie im Bobsport, wo die meisten Länder quasi ausgeschlossen sind, weil dort keine Eiskanäle gebaut und aufwendig betrieben werden.

kleineres problem 3) Außenwahrnehmung
Zusätzlich wird sich der Laie, der nur die WM mitbekommt auch noch wundern, warum der "Versager" ausgerechnet zum Großereignis außer Form anreist und bei der WM statt 74 m "nur" 68 m wirft.

kleines problem 4) Innenwahrnehmung
Und dann noch den "Bob Beamon Effekt" beim Diskuswerfer selbst? 
Beamon zerbrach quasi an seinen 8,90. Im Folgejahr schaffte er noch mal 8,20, verzweifelte danach an 8 m und trat dann ob des immensen Erwartungsdrucks (von innen und außen) zurück.


RE: Windmessung im Diskuswurf - mark1967 - 17.04.2026

(17.04.2026, 16:16)eierluke2 schrieb: kleines problem 4) Innenwahrnehmung
Und dann noch den "Bob Beamon Effekt" beim Diskuswerfer selbst? 
Beamon zerbrach quasi an seinen 8,90. Im Folgejahr schaffte er noch mal 8,20, verzweifelte danach an 8 m und trat dann ob des immensen Erwartungsdrucks (von innen und außen) zurück.

Das ist allerdings disziplinunabhängig. Ich möchte da nur an die Folgen einer falschen, zu leichten Kugel und einen Juniorenweltrekord im Speerwurf Männer erinnern.