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Vereinsidentifikation im Profisport - Druckversion

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RE: Netzfundstücke - Delta - 10.01.2026

Im Fussball zählt eben nicht nur die individuelle Trainingsleistung. Das sind Standardtests bei Saison Anfang, Trainingslager oder Eintritt des Athleten. Gewicht ist immer ein Thema. Aber nur mentale Amateure laufen mit Übergewicht auf wie Sühle.
Im Fussball zählt die Verbundleistung. Ob Modric einen Zehntel schneller ist oder 2 cm weniger hoch springt ist weniger zentral. Wenn 98 von 100 seine Passqualität egal ob 5, 15, 35 oder 50 m auch unter Druck nicht mal entfernt erreichen. So jemand ist bei Anchelotti gesetzt egal ob 32 oder 37 Jahre alt. Die Jungs bei Milan sind begeistert von Modric.


RE: Netzfundstücke - mariusfast - 10.01.2026

(10.01.2026, 10:25)Delta schrieb: Im Fussball zählt eben nicht nur die individuelle Trainingsleistung. Das sind Standardtests bei Saison Anfang, Trainingslager oder Eintritt des Athleten. Gewicht ist immer ein Thema. Aber nur mentale Amateure laufen mit Übergewicht auf wie Sühle.
Im Fussball zählt die Verbundleistung. Ob Modric einen Zehntel schneller ist oder 2 cm weniger hoch springt ist weniger zentral. Wenn 98 von 100 seine Passqualität egal ob 5, 15, 35 oder 50 m auch unter Druck nicht mal entfernt erreichen. So jemand ist bei Anchelotti gesetzt egal ob 32 oder 37 Jahre alt. Die Jungs bei Milan sind begeistert von Modric.

Gastspiel beim FC 08 Bad Säckingen: Ex-Sprinter Ruwen Faller gibt Einblicke in seine Arbeit bei RB Leipzig

Zitat:Täglich werden medizinische Parameter ermittelt und beim Training über die Weste der Spieler sogar in Echtzeit erfasst. Jeden Tag gibt es einen Piecks, mit dem der Creatinkinase-Wert im Blut ermittelt wird. Erst wenn möglichst viele dieser Puzzleteile, zu denen auch die Ergebnisse bisheriger Trainings, die Laufdistanz und der muskuläre Status gehören, zusammenpassen, entscheidet ein Trainerteam über Umfang und Dauer des möglichen Spieleinsatzes.

Zitat:Der Weg zur Akademie war hart, der Weg in der Akademie ist härter. (...)„Bis hier hin schaffen es die wenigsten“, sagt Faller deutlich. Natürlich gebe man den jungen Talenten Entwicklungszeit, mental wie körperlich. Am Ende aber ist es ein Wettbewerb. „Der Kampf um die Plätze ist hart und das gesamte Raster muss passen, sonst ist man raus“, so Faller nüchtern und direkt.

Die Frage ist also eher ob ein Fußballertyp, dem bspw. die Sprintfähigkeiten fehlen, überhaupt so weit kommt und das NLZ System überlebt.


Zitat:....
Heute wird weniger gelaufen. Der Fußball von heute ist anders als vor 20 Jahren. „Ein Drittel bis zur Hälfte weniger Sprints, dreieinhalb Kilometer weniger Laufdistanz“ bilanziert Faller. Vor diesem Hintergrund wird der Aufwand verständlich. Auch habe sich das Verletzungsspektrum breiter aufgefächert und mit der Modellierung der Daten wolle man zumindest das muskuläre Verletzungsrisiko minimieren.

Edit: Das macht doch gar keinen Sinn...Also wenn weniger Laufdistanz zurückgelegt wird und gleichzeitig aber weniger Sprints, dann wäre ja das Verletzungsrisiko nicht höher. Das ist voraussichtlich falsch geschrieben. Man hört ja auch sonst immer das Gegenteil, dass eben Spieler mehr KM mit mehr Sprints haben.


[geteilt] Netzfundstücke - Diak - 10.01.2026

Die Ausgangsfrage im Dissens zwischen reichtathletik und dir war zwar eine völlig andere, aber was soll's... natürlich ist der Fußball uns Materiell himmelweit überlegen und die datengestützte Belastungsdiagnostik ist um Längen valider als der Spaß, den man bei uns macht (Schlaf nach Gefühl monitoren, falls es noch so ist) Auch habe ich nicht sagen wollen, dass die alle doof sind und nichts können, im Gegenteil. Natürlich haben die massiv aufgeholt und viel von uns übernommen und es dürfte nicht schwer sein, aus ungefähr jeder A-Jgd. binnen 3 Monaten ne 3x800m Staffel zu formen, mit denen nicht viele von unseren mithalten können.
Zitat:mariusfast:
Außerdem spricht der Nachwuchsleiter sicher von denen, die es ja schon geschafft haben und zu den Allerbesten in den NLZs gehörten und sich gegen X andere durchgesetzt haben.

keineswegs. Er sagte, dass den Sprung in den Profikader oft nicht die Allerbesten schaffen, sondern die, die gerade ins Anforderungsprofil passen. Fußball ist ja gerade deswegen reizvoll, weil er von auch zufälligen Dynamiken lebt. Wird der eingewechselte Stürmer in der 88. so unglücklich getroffen, dass der Ball reingeht, spielt er vlt nächste Woche von Anfang an, hat nen guten Tag und nen schwachen Gegner, bums spielt er ab da erst einmal immer, der vielleicht talentiertere / bessere spielt erst einmal nicht. 
In dem Zusammenhang zur Frage, ob es Vereinsidentifikation gibt: guck "always Hamburg", wenn Du Zeit hast. Der HSV hatte letztes Jahr einen überhaupt nicht bundesligareifen Kader. Sie haben den Aufstieg geschafft, weil sie über Jahre ein wenig Demut entwickelt und vor allem Identifikation geschaffen haben. Die Einzelspieler waren so schlecht, dass von aufgestiegenen jetzt in der ersten Liga noch 2-3 regelmäßig spielen. Davon ein talentierter Stürmer, der in der Hinrunde viel gespielt und wenig getroffen hat, dafür aber zwei Mal blöd im Weg stand und dadurch Tore verhindert hat. Jetzt kommt ein anderer und mal sehen, was passiert...

Zitat:mariusfast:
Deshalb wundert mich das mit den angeblich schlechten Ausführungen bei Koordinationsübungen.
guck es Dir bei Gelegenheit mal an. Wir haben hier oben den Begriff "Fehlerausdauertraining" geprägt. Ich sehe auch Leichtathletiktalente in den Fußball wechseln, deren Lauftechnik dann monatlich schlechter wird. Das ist doch aber auch völlig normal, die müssen eben einen Haufen anderes Zeug herausragend können. 

Und bei aller Professionalisierung und Überlegenheit in gewissen Dingen passiert halt auch weiterhin viel Lustiges. Mein Favorit: NLZ-Spieler machen angeleitet Übungen, die sie für Fußkraft / Gleichgewicht halten. Ich: "warum macht ihr Fußkraft in Fußballschuhen und nicht barfuß?" gehypter Nachwuchsathletiktrainer: "Ich habe beim FC Bayern hospitiert, die machen auch alles in Fußballschuhen, schließlich spielen wir auch in denen. Wir machen nichts mehr barfuß." Die Welt ist bunt und soll es gern bleiben, aber das heißt nicht, dass jeder Quatsch auch ein Argument ist.


RE: [geteilt] Netzfundstücke - mariusfast - 10.01.2026

(10.01.2026, 13:43)Diak schrieb: Die Ausgangsfrage im Dissens zwischen reichtathletik und dir war zwar eine völlig andere, aber was soll's... natürlich ist der Fußball uns Materiell himmelweit überlegen und die datengestützte Belastungsdiagnostik ist um Längen valider als der Spaß, den man bei uns macht (Schlaf nach Gefühl monitoren, falls es noch so ist) Auch habe ich nicht sagen wollen, dass die alle doof sind und nichts können, im Gegenteil. Natürlich haben die massiv aufgeholt und viel von uns übernommen und es dürfte nicht schwer sein, aus ungefähr jeder A-Jgd. binnen 3 Monaten ne 3x800m Staffel zu formen, mit denen nicht viele von unseren mithalten können.
Zitat:mariusfast:
Außerdem spricht der Nachwuchsleiter sicher von denen, die es ja schon geschafft haben und zu den Allerbesten in den NLZs gehörten und sich gegen X andere durchgesetzt haben.

keineswegs. Er sagte, dass den Sprung in den Profikader oft nicht die Allerbesten schaffen, sondern die, die gerade ins Anforderungsprofil passen. Fußball ist ja gerade deswegen reizvoll, weil er von auch zufälligen Dynamiken lebt. Wird der eingewechselte Stürmer in der 88. so unglücklich getroffen, dass der Ball reingeht, spielt er vlt nächste Woche von Anfang an, hat nen guten Tag und nen schwachen Gegner, bums spielt er ab da erst einmal immer, der vielleicht talentiertere / bessere spielt erst einmal nicht. 
Dem habe ich ja nicht widersprochen. 
Der Unterschied ist jedoch auch nicht so groß zwischen den NLZ Spielern, insbesondere nicht in der Athletik. Von daher ist es auch bzgl. der Fragestellung hier letztlich irrelevant wer zu diesen 3,5 Prozent gehört, die den Sprung in den Profikader der ersten 3 Ligen schaffen.  Es spielen in den ersten 3 Ligen fast ausschließlich Topathleten und Leistungssportler, die eben in den NLZs groß wurden (oder aus einem ähnlichen nicht weniger professionellen System aus dem Ausland kommen).


RE: Vereinsidentifikation im Profisport - Notalp - 10.01.2026

@ Diak. 

Dein Verweis auf Hamburg ist interessant. Mich hat es an Darmstadt erinnert. Ohne Budget in die Bundesliga aufgestiegen, hatte der Coach ne Truppe von alten Kempen zusammengekauft, die auf dem Markt keiner mehr haben wollte. Das stellte sich in Sachen Identifikation als genialer Schachzug heraus. Eben auch in Bezug auf die Folgen - eine Saison voll mit positiven Überraschungen und Klassenerhalt. Davon abgesehen ist Identifikation etwas, das im Fußball auch von den Zuschauern vehement eingefordert wird - vermittelt durch Rituale. 

Was die Koordinationsfrage betrifft: Man macht auch im Fußball Leistungstest in Sachen (Kurz-) Sprint. Die Aussagekraft aber bleibt beschränkt. Die Koordination bei einem 20m Sprint mit Ball ist eine komplexere. Und wenn die Frage im Raum bleibt, ob danach noch so viel Hirn im Fuß bleibt, um einen finalen Pass zu spielen oder den Torwart zu düpieren, so zeigt dies, wie komplex die Koordinationsfrage ist. Und nicht nur hier. Wenn ein “lahmer” Abwehrmann sich taktisch bedingt öfters mal auf der Seite eines schnellen Angreifers befindet, kommt die Sache mit der Antizipation (kompensatorisch) ins Spiel. Das gehört dann zu dem jenem “anderen Zeugs”. 

Sieht man im Blick auf die Fans einmal ab von der proletenhaften ‘Saufnasigkeit’, von der Lust auf Kriegsersatz, einem Aufgehen in der Gemeinschaft bis hin zum Religionsersatz, so bleibt dennoch ein rationales Moment von Identifikation im Spiel. Genauso wie die Begeisterung an einem athletisch basierten Können. Aber das steht in deutlicher Verbindung zum Reiz am Unvorhersehbaren. Das Unvorhersehbare vermag alle Leistungsdaten (die heute im Spiel erhoben werden) zu düpieren. Es genügt manchmal ein genialer Moment. Dabei das Glück als leistungsfeindliche Kategorie geltend zu machen, wäre nicht ganz zutreffend. 

Die Unterschiede zur Leichtathletik kommen dadurch zustande, dass Identifikation in Mannschaftssportarten als entscheidendes Elixier angesehen werden muss. Auch diesbezüglich ist und bleibt die Leichtathletik viel abgeklärter. Eine Überheblichkeit rechtfertigt das m.E.n. nicht. Aber vielleicht ein paar weiterreichenden Überlegungen in Sachen Attraktivität.


RE: Vereinsidentifikation im Profisport - Reichtathletik - 10.01.2026

Vielleicht sollten wir uns beim Thema Identifikation nicht zu sehr am Fußball aufhängen, auch wenn ich glaube ich den Vergleich eingebracht habe. Mir geht es darum, dass ich es schade bzw. einen Verlust empfinde, wenn Spitzenathleten die Vereinszugehörigkeit überwiegend bis allein auf das finanzielle beschränken. Das gilt auch für Trainer. In der Regel ist die Identifikation in der Leichtathletik zunächst mit der Trainingsgruppe, die dann wenn es Ärger gibt auch mal geschlossen wechselt. Das ist nichts neues und spricht meist dafür, dass man lange vorher versäumt hat, gemeinsame Identität mit anderen Gruppen oder Vorstand zu schaffen. Auch finde ich es völlig legitim, wenn Athleten Gruppe und ggf damit zugleich Verein wechseln, um sich weiterzuentwickeln. Da fehlt mir oft eher die Bereitschaft, Leute auch zu ermutigen, weg zu gehen, statt an ihnen zu klammern.
Aber: Ich finde es falsch wenn Vereinszugehörigkeit beliebig wird. Wenn jemand in den USA ist und in Deutschland den Verein ständig wechselt oder beim Bundes- oder Landestrainer in einer Gruppe aber jedes Jahr (ausschließlich bei der DM) ein anderes Trikot anzieht. Dann ist der Verein nur Sponsor. Klar hilft das Athleten, aber mir wäre es lieber, jeder konzentriert sich auf sein Feld. Die Wirtschaft sponsort, von mir aus auch Ausrüster etc., Vereine investieren das Geld primär in Trainer und Infrastruktur nicht in direkte Zahlungen. Identifikation kommt dann durch lokale Verbindung oder durch gemeinsame Werte. Der Verein gibt dir halt, glaubt an dich. Dort bist du Vorbild. Da lernst du Freunde und ggf Partner kennen. Da schickst du später auch dein Kind hin, weil du weißt, da ist es in guten Händen.


RE: Vereinsidentifikation im Profisport - dominikk85 - 11.01.2026

Ich finde das auch im Fußball etwas verlogen. Kann verstehen wie fans das sehen, aber wie loyal ist denn ein Verein gegenüber einem schwächelnden Spieler auf kaderplatz 22? Der wird doch schneller ersetzt als er A sagen kann. Andererseits wird von einem star der nur wenige top jahre hat erwartet loyal gegenüber dem Verein zu sein.

Klar aus fan Sicht verstehe ich das auch, spieler wie Fritz Walter waren Identifikation einer ganzen Region, aber die Verhältnisse haben sich nun mal geändert.


RE: Vereinsidentifikation im Profisport - Reichtathletik - 11.01.2026

(11.01.2026, 20:19)dominikk85 schrieb: Ich finde das auch im Fußball etwas verlogen. Kann verstehen wie fans das sehen, aber wie loyal ist denn ein Verein gegenüber einem schwächelnden Spieler auf kaderplatz 22? Der wird doch schneller ersetzt als er A sagen kann. Andererseits wird von einem star der nur wenige top jahre hat erwartet loyal gegenüber dem Verein zu sein.

Klar aus fan Sicht verstehe ich das auch, spieler wie Fritz Walter waren Identifikation einer ganzen Region, aber die Verhältnisse haben sich nun mal geändert.

Jemand auf Kaderplätze 22 der nicht aufmuckt ist Gold wert und wird dann garantiert nicht schnell ersetzt.
Die Analogie ist im Verein die fünfte Person in der Staffel. Ganz ehrlich: Ohne sie wirst du in einer Saison fast immer feststellen, nicht laufen zu können, denn irgendwas ist immer. Wenn die demnach keine Wertschätzung bekommt bzw. es keine Identifikation mit dem Team bei allen gibt, ist Nummer fünf halt schnell weg weil es ihrer Karriere besser tut Nummer drei im Nachbarort zu sein...


RE: Vereinsidentifikation im Profisport - mariusfast - 11.01.2026

(10.01.2026, 16:36)Reichtathletik schrieb: Vielleicht sollten wir uns beim Thema Identifikation nicht zu sehr am Fußball aufhängen, auch wenn ich glaube ich den Vergleich eingebracht habe. Mir geht es darum, dass ich es schade bzw. einen Verlust empfinde, wenn Spitzenathleten die Vereinszugehörigkeit überwiegend bis allein auf das finanzielle beschränken. Das gilt auch für Trainer. In der Regel ist die Identifikation in der Leichtathletik zunächst mit der Trainingsgruppe, die dann wenn es Ärger gibt auch mal geschlossen wechselt. Das ist nichts neues und spricht meist dafür, dass man lange vorher versäumt hat, gemeinsame Identität mit anderen Gruppen oder Vorstand zu schaffen. Auch finde ich es völlig legitim, wenn Athleten Gruppe und ggf damit zugleich Verein wechseln, um sich weiterzuentwickeln. Da fehlt mir oft eher die Bereitschaft, Leute auch zu ermutigen, weg zu gehen, statt an ihnen zu klammern.
Aber: Ich finde es falsch wenn Vereinszugehörigkeit beliebig wird. Wenn jemand in den USA ist und in Deutschland den Verein ständig wechselt oder beim Bundes- oder Landestrainer in einer Gruppe aber jedes Jahr (ausschließlich bei der DM) ein anderes Trikot anzieht. Dann ist der Verein nur Sponsor. Klar hilft das Athleten, aber mir wäre es lieber, jeder konzentriert sich auf sein Feld. Die Wirtschaft sponsort, von mir aus auch Ausrüster etc., Vereine investieren das Geld primär in Trainer und Infrastruktur nicht in direkte Zahlungen. Identifikation kommt dann durch lokale Verbindung oder durch gemeinsame Werte. Der Verein gibt dir halt, glaubt an dich. Dort bist du Vorbild. Da lernst du Freunde und ggf Partner kennen. Da schickst du später auch dein Kind hin, weil du weißt, da ist es in guten Händen.

Und warum kannst du dein Kind nicht woanders hinschicken. Wir leben (eigentlich) nichtmehr in einer Zeit, wo es noch große Unterschiede gibt je nach Dorf.


RE: Vereinsidentifikation im Profisport - mariusfast - 11.01.2026

(11.01.2026, 20:43)Reichtathletik schrieb:
(11.01.2026, 20:19)dominikk85 schrieb: Ich finde das auch im Fußball etwas verlogen. Kann verstehen wie fans das sehen, aber wie loyal ist denn ein Verein gegenüber einem schwächelnden Spieler auf kaderplatz 22? Der wird doch schneller ersetzt als er A sagen kann. Andererseits wird von einem star der nur wenige top jahre hat erwartet loyal gegenüber dem Verein zu sein.

Klar aus fan Sicht verstehe ich das auch, spieler wie Fritz Walter waren Identifikation einer ganzen Region, aber die Verhältnisse haben sich nun mal geändert.

Jemand auf Kaderplätze 22 der nicht aufmuckt ist Gold wert und wird dann garantiert nicht schnell ersetzt.
Die Analogie ist im Verein die fünfte Person in der Staffel. Ganz ehrlich: Ohne sie wirst du in einer Saison fast immer feststellen, nicht laufen zu können, denn irgendwas ist immer. Wenn die demnach keine Wertschätzung bekommt bzw. es keine Identifikation mit dem Team bei allen gibt, ist Nummer fünf halt schnell weg weil es ihrer Karriere besser tut Nummer drei im Nachbarort zu sein...
 I.d.R. gibt es solche Spieler nicht. Das sind I.D.R. Nachwuchsspieler. Entweder du schaffst dann nächstes Jahr den Sprung und bekommst einen richtigen Vertrag, der dem Verein Geld kostet, oder bist weg. Das ist ja auch das Problem, dass der Verein diese Spieler komplett ausbeutet. Die Nachwuchsspieler, die dann 1 bis 2 J. I'm Profikader sind, haben alle keine richtigen Profivertr.und die machen dann ein paar Spielminuten. Der Verein merkt dann er schafft den Sprung nicht dauerhaft(idr wegen angesprochener Ideologie wie zu wenig Erfahrung), dann lassen wir ihn fallen. Die nächsten aus der Jugend warten. Da gibt es genügend wie Sand am Meer (nur ein kleiner Prozentsatz aus den NLZ schafft den Sprung ins Profigeschäft), die diese Postion ausfüllen können und wollen. Wenn du 2 Jahre nicht gespielt hast, bist du tot auf dem Markt und kannst deine Karriere an den Nagel hängen. 

In der LA geht es eher um Perspektiven, ob der Trainer dich weiterbringt. Werte und Identifikation gibt es nicht nur in einem Verein und hat sowieso eher etwas mit dem Trainer zu tun. Herr Heinig ist sicherlich ein anderer Typ als Benjamin Stalf.