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Ausdauertraining im Mehrkampf - Druckversion

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RE: Ausdauertraining für Mehrkämpfer - Delta - 06.07.2020

Dass Zehnkämpfer grossen Aufwand für den 1500 m Lauf betreiben ist bestenfalls ein Gerücht. Normalerweise so in den ersten 5 Zehnkämpfen geht das so. Man fragt den Athleten welche Zeit er anstrebt und die Antwort ist ziemlich regelmässig 5 Minuten. Der Aufwand die anderen 9 Disziplinen zu trainieren ist schon Aufwand genug.

Dann gibt es ein paar Tests üblicherweise ein 1 km Test. Wirkliche Durchschnittsathleten mit so 7500 Punkten schaffen das ohne Training in 3 Minuten. Athleten mit Talent schaffen eine 2.40. Geben wir konservativ 2 Minuten hinzu kommt man auf Zeiten von 5 Min. und 4.40 viel mehr geht nicht ohne grosses Training aber soviel halt schon. Der 1500 im Zehnkampf besteht zu 90% aus Willen und Durchhalten und nur aus 10% Laufen.

Die 400 m Zeiten wissen wir schon, denn dort muss intensiv trainiert werden. Am Abend mit schweren Beinen ist alles unter 53 Sekunden ein guter Wert.


RE: Ausdauertraining für Mehrkämpfer - Gertrud - 06.07.2020

Es ging bei Carolin Schäfer um 10000m, wenn ich mich richtig erinnere. 

Gertrud


RE: Ausdauertraining für Mehrkämpfer - Atanvarno - 06.07.2020

Zitat:I recently ran 10K for the first time – something I never thought I’d do.
Quelle


RE: Ausdauertraining für Mehrkämpfer - Delta - 06.07.2020

(06.07.2020, 18:37)Atanvarno schrieb:
Zitat:I recently ran 10K for the first time – something I never thought I’d do.
Quelle

Ueberdistanzen sollte man Herbst und Winter rennen. Manchmal bringt das einen besseren Laufstil und Lockerheit. Bei Caroline Schäfers Trainingsmethoden geht es immer von extrem Links nach ganz Rechts. Kugelstossen etc.
Der Nutzen dieser längern Läufe wird nur bedingt wirksam sein und eher nicht für die Zeit. Sie verliert Ihre Wettkämpfe gegen Thiam ja nicht im Laufen sondern in den Sprüngen und Würfen.


RE: Ausdauertraining für Mehrkämpfer - RalfM - 06.07.2020

(06.07.2020, 18:30)Gertrud schrieb: Es ging bei Carolin Schäfer um 10000m, wenn ich mich richtig erinnere. 

Gertrud

10000 m ist die Chiffre für einen Bahnwettkampf über 25 Runden. Ich glaube nicht, dass es bei Carolin Schäfer jemals darum ging.


RE: Ausdauertraining für Mehrkämpfer - Gertrud - 07.07.2020

(06.07.2020, 19:43)RalfM schrieb:
(06.07.2020, 18:30)Gertrud schrieb: Es ging bei Carolin Schäfer um 10000m, wenn ich mich richtig erinnere. 

Gertrud

10000 m ist die Chiffre für einen Bahnwettkampf über 25 Runden. Ich glaube nicht, dass es bei Carolin Schäfer jemals darum ging.

Also - ehrlich gesagt - interessieren mich die Programme eigentlich herzlich wenig. Entscheidend sind im Endeffekt Leistungen und Gesundheit. Wie Mehrkampf gesund und erfolgreich trainiert werden, habe ich wohl verinnerlicht. 

Der DLV legt sehr großen Wert auf TuT, die mit den Bundestrainern vor allem öffentlich kooperieren, ganz gleichgültig, wie die eigentliche Statistik aussieht - Hauptsache "kooperativ" und freundlich.  Wink ‌So ist es nun einmal - und daran wird sich auch nichts ändern!!! Der Rest wird nicht mit AuA "beliefert". So sägt der Verband sich auf Dauer den Ast ab, weil die Decke immer dünner wird. Es können nur AuA ihre eigenen erfolgreichen Wege gehen, die unabhängig sind. Ich hatte diese Abhängigkeitsmuster nie auf dem Schirm. Es ging mir nur um die Optimierung der Athletinnenleistung und nicht um meine eigenen Vorteile verbandsseitig.

Ich kann mir bei der Disziplinangabe im Vorfeld und der eigentlichen Teilnahme nicht vorstellen, dass bei Carolin und Niklas ernsthaft eine Laufstrecke im Wettkampf erwogen wurde. Es war wohl eher eine Vorgabe für Spekulationen. Wink ‌Ich selbst hätte bei Carolin schon auf eine Laufstrecke getippt; aber in der internen Planung steckt man nicht drin, was temporär sinnvoll ist. Sabine hat die Saison immer mit Läufen eröffnet. Das waren für sie wichtige Parameter. Sie hat aus Prinzip nie z.B. den Hochsprung getestet. Das macht aber jede Siebenkämpferin anders.

Gertrud


RE: Ausdauertraining für Mehrkämpfer - Gertrud - 07.07.2020

(06.07.2020, 19:38)Delta schrieb:
(06.07.2020, 18:37)Atanvarno schrieb:
Zitat:I recently ran 10K for the first time – something I never thought I’d do.
Quelle

Ueberdistanzen sollte man Herbst und Winter rennen. Manchmal bringt das einen besseren Laufstil und Lockerheit. Bei Caroline Schäfers Trainingsmethoden geht es immer von extrem Links nach ganz Rechts. Kugelstossen etc.
Der Nutzen dieser längern Läufe wird nur bedingt wirksam sein und eher nicht für die Zeit. Sie verliert Ihre Wettkämpfe gegen Thiam ja nicht im Laufen sondern in den Sprüngen und Würfen.

Ich sehe nicht Thiam als die größte Gegnerin, sondern eher Katarina Jonhson-Thompson. Der Trainer hat nach dem Weggang von Kevin Mayer mehr Zeit für sie. Sie scheint lernfähig im Kugelstoßen und Speerwurf zu sein und hat sich im letzten Jahr unter dem neuen Trainer stabilisiert.

Ich sehe die Speerwurfleistung bei Thiam nicht als sehr starke Bank an, weil sie technisch unsicher ist. Solche Würfe verzeiht der Ellbogen auf Dauer nicht. Verletzungen an Gelenken sind meistens auch das Ergebnis von Inkonsequenz. Carolin ist im Ellbogenbereich nicht so gefährdet. Sie hat andere Schwachstellen im Wurfbereich.

Gertrud


RE: Ausdauertraining für Mehrkämpfer - Gertrud - 07.07.2020

(06.07.2020, 19:38)Delta schrieb:
(06.07.2020, 18:37)Atanvarno schrieb:
Zitat:I recently ran 10K for the first time – something I never thought I’d do.
Quelle

Ueberdistanzen sollte man Herbst und Winter rennen. Manchmal bringt das einen besseren Laufstil und Lockerheit. Bei Caroline Schäfers Trainingsmethoden geht es immer von extrem Links nach ganz Rechts. Kugelstossen etc.
Der Nutzen dieser längern Läufe wird nur bedingt wirksam sein und eher nicht für die Zeit. Sie verliert Ihre Wettkämpfe gegen Thiam ja nicht im Laufen sondern in den Sprüngen und Würfen.

Der Ausdauerlauf verbessert die Technik auf den kurzen Distanzen nicht. Die Kontaktzeiten sind nicht identisch, der Fußaufsatz verändert sich, so dass kaum Gemeinsamkeiten bestehen.

Das ist die große Frage, ob man im Herbst immer mit Überdistanzen beginnen sollte. Die Frage haben wir uns auch gestellt und haben davon Abstand genommen. Wir hatten einen ganz anderen Aufbau, der mit dem deutschen Procedere nichts zu tun hatte. Vom Langsamen zum Schnellen, vom Schweren zum Leichten ist hier üblich. Wir haben diese Muster völlig durchbrochen. Wir sind damit bewusst nicht "hausieren" gegangen, weil man es aus Gründen des Energiesystems und der Herangehensweise an Strukturen und Strukturveränderungen nicht verstanden hätte. HjH hat mich immer wieder gebremst: "Lass es! Du verschwendest nur deine Energie!" Das Ansinnen habe ich auch bereits bei Fortbildungen aufgegeben. Es gibt bei uns einige TuT, zu denen ich regen Kontakt habe, deren "Schätze" in den Schränken lagern. Es ist eine "Parallelgesellschaft". Die "Gehirn-Festplatten" und damit die unglaublich kreativen "Ideenschmieden" par excellence dieser TuT gehen leider in geraumer Zeit teilweise für immer verloren, weil sie nicht ins festgefahrene System passen: "Nur Team von oben diktiert, AuA müssen langfristig bei den Bundestrainern landen..." Ich werde bis zu meinem Tod Visionen im Sport haben. Auch mein Krankheits-Schicksal fordert meine voll Kreativität. Ein Professor war letztens total begeisert, wie ich mit Ernährung und der Verbesserung von Parametern umgehe.

Ich kann mich gut erinnern, dass parallel trainierende Sprinter immer wieder unser Schmunzeln hervorgerufen haben. 

Gertrud
Franz von Assisi: "Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche und plötzlich schaffst du das Unmögliche."


RE: Ausdauertraining für Mehrkämpfer - DerC - 07.07.2020

(06.07.2020, 18:37)Atanvarno schrieb:
Zitat:I recently ran 10K for the first time – something I never thought I’d do.
Quelle
Man sollte den psychologischen Effekt solcher Einheiten nicht außer Acht lassen. So einen Lauf würde ich für eine Carolin Schäfer so vorbereiten und pacen, dass das ganz sicher ein positives Erlebnis wird und sie am Ende noch das Tempo steigern kann. Im Idealfall kommen ihr die 800m im Wettkampf dann mal deutlich kürzer vor. Wenn das gut gemacht wird, werden die positiven Effekte klar überwiegen. Erst wenn die Angst vor den harten 800m auf ein erträgliches Maß reduziert wurde, kann mensch diese Strecke gut laufen.

Die Angst vor dem Schnelligkeitsverlust durch zu viel Ausdauertraining ist hier leider weit verbreitet, erst langsam setzt ein Umdenken ein - kein Wunder, dass gute Mittelstreckenlkeistungen in D lange sehr selten waren und immer noch zu selten sind. Die irreführenden Aussagen von Peter Coe haben weltweit lange nachgewirkt ... und die Coes haben sich vermutlich heimlich kaputtgelacht und an die langen Läufe bis 30km und die 100 Meilen pro Woche in der Vorbereitung gedacht. Teufel ‌Coe ist aber fast schon 1500/5000 Typ gewesen bzw. hätte es sein können, wenn er gewollt hätte. Für 400/800 Leute sieht es anders aus, aber auch da sind die kleinsten kolportierten Umfänge vermutlich eher Legenden. Rudishas Leistung von 2012 ist da immer noch die Meßlatte und da würde ich nicht mit 30-40k/Woche rechnen.

Es kommt auf die Balance an, die Mehrkämpfer machen so viele Schnelligkeitsarbeit, die müssten schon sehr viel mehr als ab und zu mal 10km DL machen bis sie dadurch im Sprint langsamer würden.
 Das ist ja auch weit enfernt vom 1500m Training der Spezialisten, die eher 15 und 20km lange Läufe drin haben.

Und Schnelligkeit im Grundlagentraining hat schon Lydiard drin gehabt mit seinen Strides ... Die Coes waren der Meinung, dass Peter in jeder Trainingsphase die 400 in 47 laufen können musste ...

Das nötige Wissen für das balancierte Ausdauertraining ist da, liegt auch nicht im Verborgenen und steckt nicht unbedingt in den neuesten sportwissenschaftl. Veröffentlichungen ...

Gruß

C


RE: Ausdauertraining für Mehrkämpfer - dominikk85 - 07.07.2020

Sind die 800m denn überhaupt eine Schwäche von ihr? Sie ist da nicht überragend, aber ihre pb von 2:14 ist doch ok, nafi thiam hat z.b eine PB von 2:15.

klar geht es auch besser wie bei einer KJT, aber ich weiß nicht wieviel Aufwand sich da bei Schäfer in dem Bereich lohnt.