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Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? (Update: Ersteres) - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? (Update: Ersteres) (/showthread.php?tid=5599) |
RE: Doping- und Anti-Doping News (Neu: Sara Benfares) - Chirurg - 30.01.2024 Das Thema "Knochenkrebs" ist nun komplett in meinem eigentlichen Fachgebiet, damit meint man entweder Ewing-Sarkome oder Osteosarkome...das bedeutet grob in etwa 3-4 Monate neoadjuvante Chemotherapie (CTx), dann Operation (wenn operabel) ggf. plus Strahlentherapie beim Ewing-Sarkom, dann noch einmal 5-6 Monate adjuvante CTx...mit allen Begleit-Symptomen wie Haarausfall etc. - das sind inhaltlich "heftige" Therapie-Zyklen. Testosteron-Anwendung unter CTx bei Sarkomen: nein; EPO: sehr selten (dann selbstverständlich mit medizinischer Begründung): bekommt vielleicht 1 von 100 von meinen Patienten. Was kann noch "Knochenkrebs" sein: die Metastase eines anderweitigen Primärtumors oder weit und unsauber formuliert: generalisierte Knochenmarkserkrankungen wie durch den Befall im Rahmen einer Leukämie...sämtliche o.g. Diagnosen bedeuten im Gegensatz zum Beispiel zum Hodentumor bei den in der Presse bekannten einfachen Verläufen bei Fußballern (wenn nur der Hoden operativ entfernt werden muss, ist man schnell wieder fit - außer z.B. Haller, da ist es wegen der CTx anders gewesen) keinen Leistungssport auf dem Niveau "Qualifikation für Olympia" für mind. 18-24 Monate. In aller Regel wird das bei Ewing-Sarkomen und Osteosarkomen je nach Lokalisation des Tumors und der erforderlichen Operation fast immer das Ende der Karriere bedeuten. Spekulationen bringen aber, wie auch sonst in aller Regel, nichts: Benfares wird die Diagnose (z.B. Insuffizienzfraktur) sinnvollerweise noch mitteilen, um aus ihrer Sicht aufzuklären - und die B-Probe muss selbstverständlich sauber auf das Vorhandensein von rEPO analysiert werden...das ist analytisch möglich und kann man bei einer positiven A-Probe hoffentlich auch im Sinne aller Athleten erwarten...sie ist aktuell in Frankreich, werden diesen Proben dann eigentlich in Köln untersucht oder in welchem Labor?? Testosteron- (Mann) & EPO-Medikation gibt es selbstverständlich zurecht bei diversen medizinischen Indikationen, aber nicht bei einer "gesunden" weiblichen Leistungssportlerin in der Leichtathletik, die in Paris 2024 an den Start gehen wollte. Die möglichen Diagnosen passen dann nicht mehr zu einer aktuell gegebenen medizinischen Leistungssport-Fähigkeit - dazu kommen hoffentlich bald genauere offizielle Informationen. Sonst wäre das wie gesagt heftig: Studentin der Pharmazie und Anwendung beider Substanzen. RE: Doping- und Anti-Doping News (Neu: Sara Benfares) - OldSchoolRunner - 30.01.2024 (30.01.2024, 17:25)frbcrane2 schrieb:ich verstehe nicht, wieso in der DLV-Meldung mit keinem Wort auf die möglichen Besonderheiten eingegangen wird.(30.01.2024, 16:59)menarfin schrieb: Was ich vor allem seltsam finde: Wenn da wirklich Knochenkrebs im Spiel ist dann sollte man doch annehmen dass ihr Verein und der DLV davon wissen. Mal ehrlich: Wenn die betreffende Atheltin sowieso ihre Karriere auf unbestimmte Zeit unterbricht dann reagiert man doch anders, dann spricht man ihr doch eher Mut zu oder sowas in der Art. Alles schon etwas mysterioes.Der DLV und Kommunikation mit Athleten...ich erinnere mich an Zeiten, als der DLV nur aus der Zeitung erfuhr, was Klosterhalfen gerade machte. Wenn Thomas Klein vom LC Rehlingen vor 6 Tagen vom positivem Test erfahren hat, weiß es auch der DLV-Teamleiter Lauf, Werner Klein. Und was ist danach innerhalb des DLV passiert? Nichts? Das glaube ich nicht. Wenn man vom positivem Befund weiß und die Instagram-Meldung sich anschaut, weiß man doch, dass man reden muss. RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - runner5000 - 30.01.2024 Wie der Fall Felix Wittmann zeigt, wird von Seiten der Nada auch anders kommuniziert, wenn ein positiver Test einen anderen Grund als Doping hat. Dementsprechend kann meines Erachtens die Nada keine Kenntnis von einer möglichen Krankheit gehabt haben, da bei Wittmann seine positive Probe auch nicht als solcher veröffentlicht wurde. RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - Freaky - 30.01.2024 wenn ich das bisher richtig verstanden habe, passt das alles irgendwie nicht so richtig zusammen. Abgesehen von mehr oder weniger falsch/richtigen Spekulationen bleibt ja eigentlich nichts anderes übrig als abzuwarten, was da die nächsten Tage/Wochen an weiteren Informationen veröffentlicht wird. Was ich aber sagen muss: Wenn EPO und Testosteron bei ihr einen medizinischen Hintergrund haben, muss das doch beim DLV bekannt gewesen sein, oder nicht? Unter dem Gesichtspunkt finde ich den jetzt veröffentlichten Artikel ne ziemliche Frechheit. Doping ja oder nein - nico - 30.01.2024 Freaky: Du hast ja so Recht ![]() ![]() RE: Doping- und Anti-Doping News - Gertrud - 31.01.2024 (30.01.2024, 13:50)Chirurg schrieb:(30.01.2024, 13:32)Jonny schrieb:Korrekt, bei Testosteron kann es ggf. unter bestimmten Umständen gewisse Grauzonen geben - bei EPO nicht.(30.01.2024, 13:09)h.connor schrieb: Sehr traurig. Letztes Jahr war sie anscheinend gesundheitlich sehr eingeschränkt. Ob es da einen Zusammenhang geben könnte?Für EPO Doping gibt es keine Ausreden Ich kenne mich auf dem EPO-Gebiet nicht aus. Ich weiß von einem Mann einer ehemaligen Nationalmannschaftskameradin, dass er zusätzlich zur Blutwäsche alle 14 Tage wegen akuter Nierenprobleme EPO bekommt. Gibt es da bei irgendwelchen Krankheiten für EPO Ausnahmen; aber dann sollte man wahrscheinlich auch keinen Leistungssport betreiben?! Gertrud RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - vedo - 31.01.2024 https://www.spe15.fr/sara-benfares-une-triste-histoire-de-maladie-et-dopage/ Hier ein aktueller französischer Artikel mit Zitaten von ihrem Vater. Zusammengefasst sagt er: - die Krebsdiagnose kam im August - EPO sei ihr gegeben worden, weil ihr Hämatokritwert auf 27% gesunken war - Testosteron um die Knochen zu stärken - die positive Probe ist vom 30. September - seither versuchen sie eine Berücksichtigung des medizinischen Falls zu erreichen (inklusive drei Besuchen in Bonn), aber sie hatte keine TUE - er habe dem Arzt erzählt, dass seine Tochter als Leistungssportlerin eine TUE brauche, aber der Arzt sei der Auffassung gewesen, dass man keine Zeit zu verlieren habe Hinsichtlich der EPO-Vergabe ist sogar von einem deutschen Arzt die Rede, die Bilder auf Instagram sind derweil ja aus einem französischen Krankenhaus. RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - Atanvarno - 31.01.2024 Bei Verabreichung aufgrund einer medizinischen Notlage kann die TUE meines Wissens auch nachträglich beantragt werden. RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - runner5000 - 31.01.2024 (31.01.2024, 11:05)vedo schrieb: https://www.spe15.fr/sara-benfares-une-triste-histoire-de-maladie-et-dopage/Dann habe ich überhaupt kein Verständnis dafür, warum das gestern so veröffentlicht wurde, wie es veröffentlicht wurde. Was soll damit erreicht werden? Das ist absolute Rufschädigung! RE: Sara Benfares - Dopingfall oder Kommunikationsdesaster? - Gertrud - 31.01.2024 Generell finde ich diese Form in Frankreich sehr gut, Medikamente zu kennzeichnen: https://www.nada.de/medizin/im-krankheitsfall-medizinische-ausnahmegenehmigung-tue" In einigen Ländern (z.B. Frankreich) sind Medikamente mit Dopingrelevanz entsprechend gekennzeichnet. Sollte die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, die Ärztin oder der Arzt der Veranstaltung oder die Apothekerin oder der Apotheker im Reiseland nicht in der Lage sein, eine Aussage über die Dopingrelevanz zu treffen, sollte ein anderes Medikament eingesetzt werden." Gertrud |