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Cross WM 2019 - Aarhus, 30.03.2019 - Druckversion

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RE: Cross WM 2019 - Aarhus, 30.03.2019 - Atanvarno - 30.03.2019

Keine Überraschungen bei den Frauen, Helen Obiri setzt sich vor Dere Dida und Letesenbet Gidey durch.

Aus dem IAAF-Liveticker: Obiri ist damit die erste Athletin, die in der Hauptklasse Weltmeisterin in der Halle, auf der Bahn und im Cross ist.

Burkard auf 23, viertbeste Europäerin - starke Vorstellung.


RE: Cross WM 2019 - Aarhus, 30.03.2019 - Jo498 - 30.03.2019

Obiri sah schon nach zwei Runden so platt aus, dass ich dachte, sie fällt zurück (wie Chepkoech), aber das täuschte, sie hat von Beginn an das Rennen bestimmt. Sehe gerade, dass bei IAAF liveKommentar ein ähnlicher Eindruck enstanden war.

Burkard hat sich gut geschlagen, lag zwischendurch sogar in den top 20. Immerhin deutlich besser als die US-Amerikanerinnen

Ich glaube für echte Überraschungen braucht man so eine Strecke und 5°C und Regen. Das ist Kryptonit für > 50% der Afrikaner, dann kann es so etwas geben wie beim Boston Marathon letztes Jahr.


RE: Cross WM 2019 - Aarhus, 30.03.2019 - Atanvarno - 30.03.2019

Tim Hutchings hat im Kommentar auch gemeint, dass das eigentlich ein gut zu laufender Kurs ist, wenn man von dem ständigen auf und ab absieht - nichts im Vergleich mit bspw. Stavanger 1989 (wobei auch da mit Ngugi ein Ostafrikaner gewonnen hat)

Immerhin mit Ayeko ist ein ehemaliger Berglauf-Weltmeister --edit- kurz in der Spitzengruppe gewesen.

Jetzt sind auch hier die üblichen Verdächtigen vorne. Kiplimo sieht unglaublich locker aus.


RE: Cross WM 2019 - Aarhus, 30.03.2019 - Atanvarno - 30.03.2019

Joshua Cheptegei siegt vor Jacob Kiplimo, Titelverteidiger Geoffrey Kamworor wird Dritter.

Schöner Erfolg für Cheptegei, nachdem er 2017 in Führung liegend einen Einbruch hatte und auf Platz 30 zurückfiel.

Uganda dürfte auch die Teamwertung gewonnen haben Thumb_up

Zitat:The last time a nation from outside KEN or ETH won the senior men's team title was back in 1980 when England won it!
Quelle


RE: Cross WM 2019 - Aarhus, 30.03.2019 - Jo498 - 30.03.2019

Sie konnten ja vorher auch nicht wissen, dass es trocken und warm wird. Mit zwei Wochen Regen vorher wäre der Kurs noch herausfordernder gewesen (bergab gefährlicher und die so sehr harmlosen Matsch- und Wasserabschnitte tiefer).
Es stimmt aber definitiv nicht, was im Vorfeld einige auch sagten, dass es zu sehr in Richtung "obstacle race" etc. gegangen wäre. Das bestätigt sich auch dadurch, dass letztlich (Mit)favoriten vorne gelandet sind und die generelle Dominanz der Ostafrikaner kaum gebrochen wurde.

Die Steigungen waren schon brutal. Einige kamen damit wohl nicht gut zurecht. Das Team der US-Frauen wurde ja obwohl einige der besten fehlen, hoch gehandelt und war relativ schwach (Frerichs als 75. und schwächste nicht in der Teamwertung...). Die US-Männer (obwohl viele gebürtige Afrikaner) auch nicht so toll.

Sehr ausgeglichen die Teams der GB (30-36) und AUS Frauen. Aber im Bereich des 4. und 5. Mannschaftsrangs hätte ein deutsches (oder niederländisches auch ohne Hassan) auch landen können: Reh auf 15-20, Burkard 23 und dann noch Gehring, Dattke oder Schöneborn oder die Bergläuferinnen Oed und Kistner mit 30er-40er Plätzen wäre evtl. schon besser gewesen als die Britinnen. Klar, dadurch, dass Uganda hier inzwischen auch so stark ist, wird ein Podiumsplatz fürs Team sehr schwer.


RE: Cross WM 2019 - Aarhus, 30.03.2019 - Atanvarno - 30.03.2019

Bei Team GB ist Pippa Woolven, die vom Verband nicht nominiert wurde, auf eigene Faust in der offenen Wertung gestartet und war drittbeste britische Läuferin (hätte aber an der Teamplatzierung nichts geändert).


RE: Cross WM 2019 - Aarhus, 30.03.2019 - Jo498 - 30.03.2019

Woolven war anscheinend krank vor/bei den britischen Ausscheidungsrennen für die Cross-WM. Sie war neunte und damit drittbeste Britin bei der Cross EM (und die beiden dort vor ihr plazierten sind in Aarhus nicht gestartet).

Selbst wenn die Länge für Burkard, die sonst eher kürzere Strecken läuft, hart war, hat sie ja zahlreiche gute/bessere 10000m-Bahnläuferinnen hinter sich gelassen. Wenn sie mal ernsthaft 10000m liefe, wäre bestimmt auch eine niedrige 32er Zeit drin. Gerade auf so einer Cross-Strecke gelten aber eh eigene Gesetze.
Bei Anna Emilie Moller bin ich gespannt, ob sie der Ausnahmeperformance entsprechende Bahnleistungen folgen lassen kann. Sie ist ein Riesentalent, wohl erst 2013/14 eher zufällig entdeckt worden, aber 2014 schon 6. bei der U20 Cross-EM, 2016 5. bei der u20 WM im Hindernis und in Rio Krauses europ. Hindernisjugendrekord knapp verbessert. Aber seitdem hat sie auf der Bahn eher stagniert, bei ca. 9:31 im Hindernis, bei der EM in Berlin war sie knapp hinter Burkard, ggü. 9:32 von 2016.


RE: Cross WM 2019 - Aarhus, 30.03.2019 - Küstenkrebs - 31.03.2019

Was die Ignoranz des DLV gegenüber der Cross-WM argumentativ unterstützt, ist die ganz entsprechende Ignoranz seitens potentieller Kandidaten und Vereine. Zumindest habe ich an keiner Stelle irgendetwas von Interesse an der WM gelesen, was vom DLV eventuell nicht hinreichend berücksichtigt worden wäre.

Und dabei gibt es Läufer, die keine andere internationale Startmöglichkeit in diesem Jahr haben. Aber es gibt natürlich auch andere Interessen. Allgemein sind die Langstreckler stark auf die wirtschaftlich interessantere Straße ausgerichtet und hier gibt es auch für die Vereine nächstes WE mit der Halbmarathon-DM einen wichtigen Termin. So verhält sich in diesem Fall auch ein Kurt Ring, der sonst gerne den DLV kritisiert, still.
Hinzu kommt ebenfalls nächstes WE der HM in Berlin.

Was den Nachwuchs angeht, so bin ich verwundert, wie viele im HT in Flagstaff sind. Ist das neu für den Nachwuchs? Für den sind ein paar Wochen in Flagstaff vielleicht schöner als ein Cross-WE in Dänemark.
 
Leider ist die Überlegenheit von Ost-Afrika wieder erdrückend gewesen. Nur Marokko konnte in der Mixed-Staffel diese Dominanz brechen - wieder ein Plus für ein Laufstaffel! Spannend waren die Läufe aber - einschließlich der Staffel.

Beim DLV ist Marokko allerdings noch disqualifiziert:

https://www.dlv-xml.de/Storage/EventFiles/19IXXXXXXXXX10203/2060638.pdf


RE: Cross WM 2019 - Aarhus, 30.03.2019 - Jo498 - 31.03.2019

Bzgl. TL musst Du ggf. la.de vor ca. einem Jahr durchsehen. Da sind oft Gruppenbilder der TL. Der Nachwuchs war oft nur in Monte Gordo. Außerdem denke ich, dass da Leute dabei sind, die das selbst zahlen. Es sind sind nämlich meinem Eindruck nach auch Athleten dabei, die in keinem Kader sind.
Es geht aber natürlich nicht darum, was jemand lieber macht. Sondern ob die nationalen Verbände sich hinter eine Cross-WM in einem Nachbarland (also nicht in Australien oder Uganda) stellen, indem sie dort Präsenz zeigen oder ob sie sie weitgehend ignorieren. Letzteres wirkt auf mich einfach schwach. Diese Termine liegen Jahre vorher fest. Die HM-DM ist eh ein Witz, wenn die besten lieber in Berlin laufen. Die hätte eh an einen anderen Termin liegen sollen.
D.h. die leitenden Trainer und Funktionäre des DLV hatten anscheinend kein Interesse an der Cross-WM in Dänemark. (Und die lokalen Trainer anscheinend auch nicht, um entsprechend Einfluss zu nehmen, aber es ist natürlich erstmal die Aufgabe der DLV-Offiziellen.)
Finde ich, ganz unabhängig davon, wer aus D dort wie erfolgreich hätte laufen können, sportpolitisch falsch.


RE: Cross WM 2019 - Aarhus, 30.03.2019 - OldSchoolRunner - 01.04.2019

In der Tat liegt hier das Problem eher beim DLV. Er hat sich offenbar vor Jahren entschieden, grundsätzlich nicht mehr bei der Cross-WM teilzunehmen und sich nur noch bei der Cross-EM zu messen (immerhin).
Es hätte aber durchaus Interesse seitens der Athleten gegeben, an der Cross-WM teilzunehmen. Als Beispiel möchte ich Dominik Müller nennen, der bei der Cross-DM in Ingolstadt die U20 deutlich gewonnen hat. Hier wurde dem Bundestrainer vom Verein sogar angeboten, dass die Anreise und Unterkunft auf eigene Kosten stattfindet. Dominik ist übrigens nicht im DLV-Kader (und auch nicht in Flagstaff).

Aber ein Problem ist auch bei vielen Beteiligten (auch manchen Heimtrainern) die mangelde Wertschätzung des Crosslaufs. Viele sind ja der Meinung, dass sich der Termin der Cross-WM nicht mit der Bahnsaison verträgt. Dazu kann ich nur 2 Dinge sagen: (1) viele Wege führen nach Rom. (2) Trainingslager (am besten natürlich als Höhenkette) und Laktatwerte sind bei vielen DLV-Trainern heilig. Wettkampfhärte holt man sich dort aber nicht.