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Neuer Europarekord durch Julien Wanders (HM: 59:13) - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Neuer Europarekord durch Julien Wanders (HM: 59:13) (/showthread.php?tid=3060) |
RE: Neuer Europarekord durch Julien Wanders (HM: 59:13) - Jo498 - 09.02.2019 Die große Zahl der hervorragenden afrikanischen Langstrecken (inkl. Marathon)läuferInnen um/Anfang 20 scheint die alte Weisheit, dass man bis Ende 20/Anfang 30 Kilometer fressen müsste, um dort richtig gut zu werden, zumindest zu relativieren. Und, wenn auch nur ein Datenpunkt, Jakob Ingebrigsten bei 1500/5000... RE: Neuer Europarekord durch Julien Wanders (HM: 59:13) - lor-olli - 09.02.2019 Das Risiko ist sehr hoch - zu hoch? Was ich nicht weiß und somit auch nicht einschätzen kann, wie sah / sieht die Gesamtbelastung seiner ganz jungen Jahre aus? Van Aaken progagierte mal Kinder als die idealen Laufmaschinen - allerdings kenne ich kein lange Ausdauer laufendes Kind (leistungsbezogen, nicht wie Haile Gebreselassie und andere jeden Tag 1,5 Stunden zur Schule) welches sich dann bis ins Erwachsenenalter (sportlich) rettete. Hat Julien so gelebt, oder nicht doch eher mitteleuropäisch? (Ernährung, Bewegung, Schule, Wege) Im letzteren Fall schätze ich das nämlich genau so ein wie Gertrud! Mir ist bis jetzt nicht zu Ohren gekommen das er größere Verletzungen hatte, er hat nach eigenen Aussagen in seiner Kindheit und Jugend so ziemlich alles an Sport ausprobiert und sich nicht geschont, war aber auch nie wirklich verletzt. Vielleicht hat er die gute genetische Voraussetzung die man braucht? Ich hoffe für ihn, dass er nicht mit Mitte 20 herausfindet, dass sein Körper diese Strapazen eben nicht ungestraft wegsteckt (200km die Woche seit ein paar Jahren sind schon heftig für einen 20jährigen) RE: Neuer Europarekord durch Julien Wanders (HM: 59:13) - Atanvarno - 09.02.2019 (09.02.2019, 15:55)lor-olli schrieb: (200km die Woche seit ein paar Jahren sind schon heftig für einen 20jährigen) Wo nimmst du die Zahl her? Hier spricht er im März 2018 davon, dass er jetzt in der Lage ist 160-180km/Woche zu verkraften (vorher also wohl weniger gelaufen ist). RE: Neuer Europarekord durch Julien Wanders (HM: 59:13) - Jo498 - 09.02.2019 (09.02.2019, 15:55)lor-olli schrieb: Das Risiko ist sehr hoch - zu hoch?Ich bin mir nicht ganz sicher und kenne natürlich auch nicht die Gesamtbelastung, aber ich meine, Lennartz wäre mit seinen Kindern schon ziemlich früh ziemlich lange Strecken gelaufen und Birgit Lennartz hält immerhin bis heute den dt. 100km-Rekord. Jedenfalls war Lennartz meiner Erinnerung nach auch ein Van Aakenianer, der keine Probleme mit sehr langen Strecken für Kinder sah. Ich vermute mal, dass in der amerikanischen High school und College LA mehr Leute "verheizt" werden, weil einfach schon im Teenageralter starke Leistungen überproportional "wertvoll" sind. Wanders hat dagegen "erst" mit 18-19 richtig aufgedreht. RE: Neuer Europarekord durch Julien Wanders (HM: 59:13) - vedo - 09.02.2019 (09.02.2019, 16:28)Atanvarno schrieb:200 werden bspw. hier oder hier genannt, allerdings ist es wohl auch nur ein absoluter Spitzenwert. Hier wird z.B. die zweitletzte Woche vor seinem Europarekord in Houilles beschrieben, da kamen 180-185 Wochenkilometer zusammen.(09.02.2019, 15:55)lor-olli schrieb: (200km die Woche seit ein paar Jahren sind schon heftig für einen 20jährigen) RE: Neuer Europarekord durch Julien Wanders (HM: 59:13) - lor-olli - 09.02.2019 @atanvarno, die Kilometerzahlen habe ich seinem blog entnommen, selbstverständlich läuft niemand 52 mal 200km zu Trainingszwecken. (Es gibt einen japanischen Mönch, der JEDEN Tag eine Reihe von Tempeln in Strohschuhen joggt, ca. 42 km… jeden Tag des Jahres, aber das ist eher meditaiv als echtes Training) Diese Trainingswerte sind der peak im zielgerichteten Training für einige Wochen, ABER man muss sich doch länger eine substantielle Basis schaffen um diese Kilometerleistungen heil zu überstehen und SINNVOLL für ein Training zu nutzen - es wäre ja kontraproduktiv, wenn man Ende der ersten oder zweiten Woche schon fix und fertig ist. Bei üblichen Steigerungsraten erscheinen mir 150-160km im Vorfeld aber realistisch und auch das Minimum, da kommen schon einige Kilometer im Jahr zusammen (wenn auch bei weitem keine 10 000km). Aber ich denke das brauch ich Dir nicht zu erzählen. RE: Neuer Europarekord durch Julien Wanders (HM: 59:13) - Atanvarno - 09.02.2019 Eben. Und 150-160 (oder auch 180) im Schnitt halte ich für verkraftbar, vor allem wenn man wie Wanders so viel Zeit für Regeneration investieren kann. Er muss eben nicht nebenher arbeiten oder studieren, er kann sich nach dem Training wieder ins Bett hauen und schlafen. --edit 160km sind ja nach Lydiard der Sweetspot, wo man meisten aus den Trainingskilometern rausholt. Mehr bringt zwar noch mehr, aber birgt auch ein erhöhtes Verletzungsrisiko, so dass man sehr genau abwägen muss, wenn man diese Grenze dauerhaft überschreitet. RE: Neuer Europarekord durch Julien Wanders (HM: 59:13) - Gertrud - 09.02.2019 (09.02.2019, 15:55)lor-olli schrieb: Hat Julien so gelebt, oder nicht doch eher mitteleuropäisch? (Ernährung, Bewegung, Schule, Wege) Im letzteren Fall schätze ich das nämlich genau so ein wie Gertrud! Mir ist bis jetzt nicht zu Ohren gekommen das er größere Verletzungen hatte, er hat nach eigenen Aussagen in seiner Kindheit und Jugend so ziemlich alles an Sport ausprobiert und sich nicht geschont, war aber auch nie wirklich verletzt. Vielleicht hat er die gute genetische Voraussetzung die man braucht? Ich hoffe für ihn, dass er nicht mit Mitte 20 herausfindet, dass sein Körper diese Strapazen eben nicht ungestraft wegsteckt (200km die Woche seit ein paar Jahren sind schon heftig für einen 20jährigen) Je mehr ich in die humanen strukturellen Tiefen eintauche, je mehr habe ich den Eindruck, dass man nur mit eigenem Kopf und einer Top-Vernetzung diese Hürden schafft. Das Thema ist einfach unglaublich komplex und wird mit Studien nur so übersät. Es erfordert unheimlich viel Arbeit und Querverbindungen. Es gibt einfach auch bei sehr guter Genetik generell bei jedem Menschen vulnerable orthopädische Stellen bis zu einem gewissen Alter, die es zu beachten gilt. Das sind einfach Fakten, die jedem Toptrainer bekannt sein müssten. Außerdem gibt es genetische Einschnitte, die z.B. nicht bei jedem medizinischen Check auf der Liste stehen. Ich selbst habe in der Hinsicht eine unheimliche Odyssee auf metabolischen Gebiet hinter mir. Es ist nur meiner Unnachgiebigkeit zu verdanken, einen klaren Durchblick bekommen zu haben und entsprechende Gegenmaßnahmen vorzunehmen. Dazu muss man noch eine starke Kontrolle der individuellen Unzulänglichkeiten ins Auge fassen. Es ist auch im Langstreckenbereich sicherlich schwierig, ein vernünftiges Gesamtpaket rund um den potentiellen Topathleten schon in den Anfängen (oder gerade in den Anfängen schon) zu schnüren. Gertrud RE: Neuer Europarekord durch Julien Wanders (HM: 59:13) - Atanvarno - 17.02.2019 Jetzt hat er auch einen "Weltrekord" - 5km Straßenlauf in 13:29 min. Wanders and Hassan set world 5km records in Monaco Da die IAAF die 5km erst seit 2018 als Weltrekordstrecke führt, werden Zeiten vor dem 1.1.2018 nicht anerkannt. Das ändert natürlich nichts daran, dass Sammy Kipketer bereits im März 2000 in Carlsbad (USA) die 5km in 12:59,5 gelaufen ist. RE: Neuer Europarekord durch Julien Wanders (HM: 59:13) - lor-olli - 17.02.2019 Wieder eine Strecke mehr, wo die Veranstalter mit neuen WR-Ankündigungen "punkten" können. Ich sehe eine gewisse Gefahr, dass man die Rekordjagden ein wenig ad absurdum führt, eine für Weltrekorde ideal geeignete Strecke auf einem 5km Rundkurs (mit einem höheren Kurventempo und einer Gruppe die sich nicht so weit auseinander zieht) wird sicher zu einigen Diskussionen führen… Wir werden sehen, aber nur noch ein WR scheint der LA geeignet Aufmerksamkeit zu generieren, dass scheint mir nicht unbedingt das Wesen der LA wider zu spiegeln. Für mich ist das eher der spannende Kampf zwischen gleich starken Athleten (Ex-Zehnkämpfer eben )
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