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Klosterhalfen in London - falsche Taktik oder fehlende Form? - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Klosterhalfen in London - falsche Taktik oder fehlende Form? (/showthread.php?tid=2633) |
RE: Klosterhalfen in London - falsche Taktik oder fehlende Form? - beity - 02.10.2017 Zu dem Thema wurde schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem? Vergleicht man die Konstanze von 2016 (ihr letzes Jugendjahr) mit der Konstanze von 2017, so war sie dieses Jahr bei fast allen Rennen nicht nur eine, sondern 2 Klassen besser. In London war sie eben minimal weniger gut als bei anderen Rennen dieses Jahr. Es fehlten ihr zur absoluten Topform in London in den beiden Rennen jeweils 1-2 Sekunden in der letzten Runde und das war nicht fehlendes Spurtvermögen, sondern fehlende Kraft. Sie konnte jeweils die letzten 200-250 Meter nicht den Druck erhöhen und andere konnten wieder ranlaufen. Ennaoui zum Beispiel im Vorlauf. Sie hing die ersten beiden Runden weit zurück. Konstanze erhöhte bei 700 deutlich das Tempo. Ennaoui mussste sehr viel Aufwand betreiben um zwischen 800 und 1100 nur so halbwegs ranzukommen. Bei 1050 verharrte sie mit einigen Metern Rückstand zur Gruppe vor ihr. Das hatte Körner gekostet. Konstanze merkte man bei etwa 1250 an, das sie das Tempo nur noch halbwegs halten konnte und nur dadurch kamen die fast schon abgehängten Ende der Zielkurve, auch Ennaoui, wieder ran. Aber so ein Rennen gesehen zu haben wie im Halbfinale, wie so eine 20jährige dem Weltklassefeld erstmal wegläuft und nur da sie nicht ganz bei 100 Prozent war, mehr als 2 Läuferinnen an sich vorbeiziehen lassen musste....das war großes Kino. Ein/zwei Jahre mehr Training und mehr Substanz dann kann sie so was durchziehen auch gegen die Medaillenkandidatinnen. Dann kommt nur noch eine an sie ran. Für Laufbegeisterte sind die Rennen von Konstanze jetzt schon ein Genuß und das Herz schlägt für die, die die Initative ergreift. Das Mädchen hat im Rennen viel Mut und macht vieles auch taktisch schon recht ordentlich. RE: Klosterhalfen in London - falsche Taktik oder fehlende Form? - Robb - 02.10.2017 (02.10.2017, 14:14)beity schrieb: Aber so ein Rennen gesehen zu haben wie im Halbfinale, wie so eine 20jährige dem Weltklassefeld erstmal wegläuft und nur da sie nicht ganz bei 100 Prozent war, mehr als 2 Läuferinnen an sich vorbeiziehen lassen musste....das war großes Kino. War Storl nicht ganz in bei 100%, als er im Finale 20.xx stieß, obwohl er beim Einstossen noch 22m schaffte? War Lückenkemper nicht in Form mit ihren 11.16 im Halbfinale einen Tag nach 10.95. Man kann auch in absoluter Topform nicht die beste Leistung bringen, Nerven, äußere Umstände, usw. Wenn sie bei dem Tempo so gut wäre, dass sie eine 2:02 hinten drauf laufen kann, wäre sie im Ziel ca. 20m vor Sifan Hassan gewesen. RE: Klosterhalfen in London - falsche Taktik oder fehlende Form? - beity - 02.10.2017 (02.10.2017, 15:00)Robb schrieb:(02.10.2017, 14:14)beity schrieb: Aber so ein Rennen gesehen zu haben wie im Halbfinale, wie so eine 20jährige dem Weltklassefeld erstmal wegläuft und nur da sie nicht ganz bei 100 Prozent war, mehr als 2 Läuferinnen an sich vorbeiziehen lassen musste....das war großes Kino. habe ich Dich mit irgendwas verärgert? Gibt es einen besonderen Grund warum Du der Ansicht bist auf Teufel komm raus eine Gegenposition einzunehmen zu müssen? storl war nicht bei 100%, ist er gesundheitlich seit Jahren nicht. Beim Einstossen steigt man gerne über den Balken oder hast Du ein Video, wo er 22 stößt und sich im Ring hält. Seine Technik war am Finaltag weit unter 100%, ob das mental ein Aussetzer war, keine Ahnung. Lückenkemper hat eine Schallmauer durchbrochen, da ist es sehr schwer das am Tag darauf zu wiederholen. Kann man bestimmt nachvollziehen. Deine Anmerkung zu dem 1500 Meter Halbfinale kann ich gar nicht verstehen. Ich schrieb doch eindeutig, das ich der Ansicht bin, das eine Konstanze in Topform bei der Renngestaltung nur 2 Läuferinnen erreicht hätten. Sifan ist eine davon, was das mit den 20 Metern soll? Wenn Du krankhaft versuchst, was finden zu müssen, dann mach weiter. Würde mir aber bei einem Moderator mehr Souveränität wünschen. Bei Deinen Verdiensten hier für das Forum sollte das doch möglich sein, oder? Gruss RE: Klosterhalfen in London - falsche Taktik oder fehlende Form? - Gertrud - 02.10.2017 (02.10.2017, 16:06)beity schrieb:Zitat:habe ich Dich mit irgendwas verärgert? Gibt es einen besonderen Grund warum Du der Ansicht bist auf Teufel komm raus eine Gegenposition einzunehmen zu müssen? Ich möchte die 22m von Storl etwas relativiern. Meistens werden solche Werte durch Übertreten erzielt. Man streut sich selbst Sand in die Augen, weil die Technik sich bei solchen Störßen ganz krass vom Wettkampfprocedere unterscheidet. Man betrügt sich im Grunde selbst, indem man etwas vorgibt, was unter den normalen Regeln nicht vorhanden ist. Er war dann im Wettkampf nicht auf dem technischen Niveau für 22m. Ob Klosterhalfen an der physischen oder psychischen Form oder an beiden Parametern gescheitert ist, können wir nicht beurteilen. Sie hat es da nicht auf den Punkt gebracht - ganz einfach! Hoffen wir auf 2018!!! Gertrud RE: Klosterhalfen in London - falsche Taktik oder fehlende Form? - Jo498 - 02.10.2017 (02.10.2017, 14:14)beity schrieb: Aber so ein Rennen gesehen zu haben wie im Halbfinale, wie so eine 20jährige dem Weltklassefeld erstmal wegläuft und nur da sie nicht ganz bei 100 Prozent war, mehr als 2 Läuferinnen an sich vorbeiziehen lassen musste....das war großes Kino. Ein/zwei Jahre mehr Training und mehr Substanz dann kann sie so was durchziehen auch gegen die Medaillenkandidatinnen. Dann kommt nur noch eine an sie ran.Das ist für mich auch das Wichtigste. So schade ich das Ausscheiden fand, für mich zählt ein spannender Rennverlauf und eben auch Abwechslung und ich begrüße es, wenn mal ein Rennen schnell gemacht wird und nicht alle auf Bummelei und Spurt setzen (am besten noch mit ein paar blöden Stürzen, weil sich alle so drängeln). (Es gab doch in den 80ern/90ern? mehrere Hindernisläufer, die Ausreißen quasi zur Standardtaktik gemacht hatten, vielleicht auch wegen der verminderten Sturzgefahr. Das war immer superspannend, ob sie ihn noch kriegen und wenn ja, wie viele.) Und das mutige Auftreten ist zu diesem Zeitpunkt vielleicht sogar wichtiger als ein Finalplatz. Und der Mut wurde ja auch schon häufig belohnt, nur halt nicht in London, warum auch immer. Aufgrund dieser Kaltschnäuzigkeit in den meisten anderen Rennen (und vereinzelt auch schon 2015 und 16: Ostrava!) glaube ich eben eher nicht, dass das eine mentale Verkrampfung war, sondern eine leichte Formschwäche. RE: Klosterhalfen in London - falsche Taktik oder fehlende Form? - eierluke - 05.10.2017 Klosterhalfen in London - falsche Taktik oder fehlende Form? Oder vielleicht einfach falsche Strecke? Vermutlich wird sie die besten Plazierungen in Jahresbestenlisten weiterhin über 1500/ 3000 haben, aber kann mangels Spurtschnelle bei Meisterschaften dennoch mehr über die 5000 ausrichten? RE: Klosterhalfen in London - falsche Taktik oder fehlende Form? - Jo498 - 05.10.2017 Ich glaube, die meisten sind sich einig, dass Klosterhalfen mittelfristig mehr auf 5k gehen wird. (Und für den front running Stil ist diese Strecke auch besser geeignet.) Aber zum einen sind 1500 anscheinend ihre Lieblingstrecke, zum anderen hatte sie bis dato viel mehr Rennerfahrung auf dieser Strecke und bisher im internat. Vergleich auch die bessere Zeit als über 5k. Das liegt sicher teilweise auch daran, dass die Bestzeit von Karlsruhe unter Bedingungen gelaufen wurde, die kaum mit den 1500m-Rennen vergleichbar sind und daher nicht so aussagekräftig. (Mich würde überhaupt nicht wundern, wenn sie, Formstabilität vorausgesetzt, nächstes Jahr den 5000 DR um mehr als nur ein paar Zehntel verbessert.) Aber bei der zweiten großen internationalen Freiluftmeisterschaft auf eine Strecke zu gehen, mit der man noch nicht so vertraut ist, wäre erstmal als deutliches Risiko erschienen. EDIT: Glaube schon, dass sie über 5k ins Finale gekommen wäre. Das war aber über 1500 eigentlich vorher auch erwartbar. Und bei tatsächlicher Formschwäche über 5k eben auch nicht sicher. Bin aber gespannt, ob sie das für die EM zumindest überlegen. Von der Papierform/BL ist Klosterhalfen über 1500 nach Hassan und Muir die Nr.3 in Europa. Auf 5000 nur Nr. 5 oder 6. Aber die 5k-Bestzeit ist vermutlich noch leicht unter Wert und außer Hassan (und Muir, die schätze ich aber etwas schwächer über 5k) ist Klosterhalfen eben schneller "von unten" als die anderen guten 5k-Kandidaten (Bahta, Can, McColgan usw.) und würde m.E. sowohl nahezu jedes Tempo mitgehen können als auch in einer Endbeschleunigung auf einen letzten km deutlich unter 2:50 vermutlich alle von den letztgenannten abhängen. Während es über 1500 noch eine ganze Reihe im Bereich 4:00-02 gibt, die sie je nach Rennverlauf schlagen könnten. Also, Formkonstanz und Normerfüllung vorausgesetzt, in Berlin: Klein 1500, Klosterhalfen 5k, Reh 10k? Oder KK und Reh über 5? Mal sehen, was Reh in Berlin in ein paar Tagen über 10k Straße vorlegt... (Mir war übrigens nicht bewusst, dass es schon so eine lange Diskussion über das Thema im read-only-Bereich des WM-Subforums gibt. Damals war ich noch kein Mitglied hier. Verstehe, dass einigen das Thema inzwischen zum Halse heraushängt Aber in der Nachsaison immer noch besser als Instagram-Bikini-Bildchen...)
RE: Klosterhalfen in London - falsche Taktik oder fehlende Form? - dominikk85 - 06.10.2017 Sie könnte ja auch mal die Hindernisse probieren . Die Streckenlänge ist ideal für sie und läuferisch ist sie locker auf dem level der top Afrikanerinnen.Em Medaillen holt sie natürlich auf jeder strecke, aber auf weltniveau wäre es über die Hindernisse einfacher, da es dort keine dibaba oder ayana gibt. Keine Ahnung wie sie koordinativ drauf ist, aber wenn sie einigermaßen über die Hindernisse kommt wäre da imo der Weltrekord drin. Das würde ja nicht bedeuten, dass sie die 1500 aufgeben muss, der Franzose MB war ja auch EM in beiden Disziplinen, es ist also möglich beides zu machen. RE: Klosterhalfen in London - falsche Taktik oder fehlende Form? - Atanvarno - 06.10.2017 (06.10.2017, 05:49)dominikk85 schrieb: Keine Ahnung wie sie koordinativ drauf ist, aber wenn sie einigermaßen über die Hindernisse kommt wäre da imo der Weltrekord drin. Ich weiß, dass ich mit der Meinung relativ alleine stehe, erlaube mir aber doch nochmal anzumerken, dass Hindernisse laufen zu können ein Talent ist, das nicht jeder guten Flachläuferin gegeben ist, s. auch Diskussion hier Gesa Felicitas Kraus überbewertet? insbesondere dieser Beitrag http://leichtathletikforum.com/showthread.php?tid=1578&pid=41478#pid41478 RE: Klosterhalfen in London - falsche Taktik oder fehlende Form? - ingo - 06.10.2017 (06.10.2017, 06:12)Atanvarno schrieb:(06.10.2017, 05:49)dominikk85 schrieb: Keine Ahnung wie sie koordinativ drauf ist, aber wenn sie einigermaßen über die Hindernisse kommt wäre da imo der Weltrekord drin. Ich sehe das genauso wie Atanvarno. Ähnliches würde sonst auch auf Marcel Fehr zutreffen, auch für ihn wäre die Streckenlänge perfekt. Ich kenne mich nicht so gut aus, aber gibt es in Deutschland Fälle, bei denen ein Wechsel zu den Hindernissen im Erwachsenen Bereich geklappt hat? Ausgenommen mal die Anfangsphase bei den Frauen bis 2008. |