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Krafttraining oder Schnellkraft - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Training in Praxis und Alltag (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=6) +--- Thema: Krafttraining oder Schnellkraft (/showthread.php?tid=1461) |
RE: Krafttraining oder Schnellkraft - icheinfachma - 01.11.2015 (01.11.2015, 19:26)Knueppler schrieb: Hallo icheinfachma, Danke für deinen Vorschlag. Ebendiese Einteilung ist es, die ich eben gerne hier ausdiskutieren würde unter dem Gesichtspunkt, ob ein spätes Einsetzen des Schnellkrafttrainings im Trainingsjahr dazu führt, dass keine optimale Schnellkraft mehr erreicht werden kann, wie wenn man das ganze Jahr hindurch Schnellkraftanteile hätte. Zitat:Geräteturnen würde ich auf jeden Fall herausnehmen. Meinst Du, dass Usain Bolt im Training an den Geräten turnt? Ich nicht. Gerätturnen muss ich überhaupt nicht streichen, die Übungen, die ich turne, beanspruchen in erster Linie Arme und Rumpf und bieten damit ein besseres Stabitraining, als es die üblichen reinen Kraftausdauerübungen tun. Geturnt wird übrigens auch bei Gina Lückenkemper sowie bei fast allen Merkämpfern, Werfern und Stabhochspringern. Warum sollte ich mir also die Vorteile des Turnens nicht für mich nutzen, gerade im Herbst und Winter, wo Grundlagen aufgebaut werden? Zitat:Es fehlt natürlich Zugwiderstandstraining. Da kann man einiges machen. In Jamaika hat das ja anscheinend einen sehr hohen Stellenwert (siehe die diversen Fotos und Videos). Ich weiß, leider gibt es in unserer Halle keine Zugschlitten, die sind dem Sportgymasium vorbehalten. Zugwiderstandstraining ist kein jamaikanisches Phänomen, sondern eine Lieblingstrainingsmethode von Stephen Francis, der u.a. Asafa Powell, Veronica Campbell-Brown, Sherone Simpson und Kaliese Spencer trainiert. Zitat:Wenn Du 400m laufen möchtest, dann müsstest Du mehr Wert auf Tempoläufe legen. Diese müssen nicht unbedingt über die 400m hinausgehen. Ich würde Tempoläufe machen, wenn ich neben den beiden Schnellkrafteinheiten stabilere Schienbeine hätte. Darum die Ausdauerzirkel. Es hat schon seinen Sinn. Dass Tempoläufe nicht über 400m hinausgehen müssen, würde ich nicht so sehen. Das läuft dann daraus hinaus, die Grundlagenausdauer im Langsprint zu vernachlässigen, was hier schonmal in einem anderen Thread besprochen wurde. Der aerobe Anteil der Energiebereitstellung ist beim 400m-Lauf beträchtlich. Stephen Francis setzt im Kurzsprintbereich 300m-Läufe und im Langsprintbereich 600m-Läufe ein, außerdem werden auf Intervalltrainings und Daueläufe bis 20min und Trainingswettkämpfe über 800, 1000 und 3000m ausgetragen. Zitat:Wenn ich das noch richtig im Kopf habe, dann wird die Maximalgeschwindigkeit im Sprint durch die GRF (Ground Reaction Forces) bestimmt. Nachdem man zunächst davon ausgegangen war, dass die vertikalen GRF der bestimmende Faktor sind, gibt es auch andere, die eher den horizontalen Anteil als entscheidend ansehen. An Deiner Stelle würde ich nach Übungen schauen, die genau das erhöhen können. Man kann die horizontalen Kräfte und die vertikalen Kräfte ebensowenig "trainieren" wie es Übungen gezielt für die Schrittfrequenz oder -länge gibt. Davon, dass allein vertikale Kräfte bestimmtend für de Sprint sind, ist noch nie ein Wissenschaftler ausgegangen. Horizontale und vertikale Kräfte stehen in einem bestimmten Verhältnis und ergeben sich aus der optimalen Technik. Das Verhältnis verschiebt sich im Lauf des Rennens. Wenn man kommt und sagt "Heute trainiere ich die vertikalen Kräfte" oder "die Übung ist für die Schrittfrequenz", dann nimmt man sehr mächtige Worte in den Mund, ohne deren biomechanische Bedeutung richtig zu verstehen. Man muss sich dafür durch die Literatur grasen. RE: Krafttraining oder Schnellkraft - icheinfachma - 01.11.2015 (01.11.2015, 20:25)MZPTLK schrieb: Meinst Du mit vertikal: senkrecht, bezogen auf den Boden oder bezogen auf den Bodenkontakt? https://de.wikipedia.org/wiki/Lotrichtung Schrittfrequenz und Schrittlänge Warum sagst du dann, die Aktionsschnelligkeit sei trainierbar, aber nicht die Schrittfrequenz? Gemeinsam mit der Schrittlänge (und nur gemeinsam mit dieser) bedingt letztere erstere. RE: Krafttraining oder Schnellkraft - MZPTLK - 01.11.2015 (01.11.2015, 20:45)icheinfachma schrieb:Ich verstehe nicht, wie man mittels lotrechter Kraftrichtung vorwärts laufen können soll.(01.11.2015, 20:25)undefined schrieb: https://de.wikipedia.org/wiki/Lotrichtung Die Schrittfrequenz kann natürlich erhöht werden auf Kosten der Schrittlänge, aber dies ist ein 'unerlaubter Trick'. Die Frequenz kann durch entsprechende Mittel geringfügig verbessert werden, aber der Effekt für die Sprintzeit ist im Vergleich zum Potential der Schrittverlängerung wesentlich kleiner. RE: Krafttraining oder Schnellkraft - icheinfachma - 01.11.2015 (01.11.2015, 20:55)MZPTLK schrieb: Ich verstehe nicht, wie man mittels lotrechter Kraftrichtung vorwärts laufen können soll.Meine Rede - du verstehst die simpelsten biomechanischen Zusammenhänge nicht (aber tönst groß herum, ich hätte kein Gesamtverständnis für die Sprinttechnik). Zitat:Die Frequenz kann durch entsprechende Mittel geringfügig verbessert werden, aber der Effekt für die Sprintzeit ist im Vergleich zum Potential der Schrittverlängerung wesentlich kleiner.Quelle? RE: Krafttraining oder Schnellkraft - Gertrud - 02.11.2015 (01.11.2015, 21:41)icheinfachma schrieb:(01.11.2015, 20:55)MZPTLK schrieb: Ich verstehe nicht, wie man mittels lotrechter Kraftrichtung vorwärts laufen können soll.Meine Rede - du verstehst die simpelsten biomechanischen Zusammenhänge nicht (aber tönst groß herum, ich hätte kein Gesamtverständnis für die Sprinttechnik). Bolt braucht 41 Schritte für die 100m, andere Sprinter liegen bei 44-45 Schritten. Bolts Schritt einer Seite liegt bei rund 2,95m im Maximum und auf der anderen Seite um 2,75m. Hier wird allgemein immer der Fehler gemacht, "Schnellkraft" nur unter dem Motto der Muskulatur und nicht der neuronalen Steuerung zu sehen. Das Denken sollte gesamtstrukturell angelegt sein. Das Training von Bolt scheint unter meinem Blickwinkel in dieser Hinsicht sehr durchdacht zu sein. In vielen Dingen pickt man sich hier immer Einzelheiten heraus, ohne Gesamtzusammenhänge zu sehen. Ich stelle mir ein sehr gutes Wissen so vor, dass bei Auftreten eines Phänomens immer sofort ein Gesamtkatalog zur Ortung aufgeschlagen wird. Erst dann sollte man eingrenzen. Dann entstehen weniger Fehler bei der praktischen Anwendung. Das nur mal nebenbei: Der Leistungssport verzeiht meistens auf Dauer keine Fehler. Auch bei Bolt hat man seine Fußfehler und seine enorme Skoliose aufgrund eines regelrechten "Muskelloches" auf der linken Seite am Übergang Th 11/Th 12/ L1 anscheinend übersehen. Ich habe einigen Leuten diese Bilder auf der Horizontalsprungfortbildung am Wochenende in Mainz vorgeführt. Gertrud RE: Krafttraining oder Schnellkraft - Gertrud - 02.11.2015 (01.11.2015, 20:55)MZPTLK schrieb:(01.11.2015, 20:45)icheinfachma schrieb:Ich verstehe nicht, wie man mittels lotrechter Kraftrichtung vorwärts laufen können soll.(01.11.2015, 20:25)undefined schrieb: https://de.wikipedia.org/wiki/Lotrichtung Der Fußaufsatz bei Bolt bewegt sich von etwa -6" bis 30°. Es entsteht ein scheinbares Bild der Dominanz der backside mechanics, wenn man die Impulsgebung vorne nicht sieht. Im so genannten mid stance ensteht der meiste Druck auf die Strukturen, wenn man die Bilder "seziert". Da geht der Arbeitswinkel nach unten (also auch in die harte Exzentrik!). Natürlich muss der Vortrieb irgendwoher kommen. Der Fuß bewegt sich genaugenommen etwas von vorne nach hinten in den Pushoff; aber die eigentliche Antriebskraft ist die Vertikale auch für die niedrige Kontaktzeit. Es ist doch auffällig, dass man in der Akzelerationsphase bei Neigung des Gesamtkörpers nach vorne am langsamsten ist. Die Maxgeschwindigkeit entsteht in der relativ aufrechten Phase. Wenn man genau hinschaut, gibt es auch dort einen situativen Neigungswechsel im System!!! Der Fuß ist sozusagen der letzte Teil der "Stufenrakete", aber die "Musik" spielt früher!!! Gertrud RE: Krafttraining oder Schnellkraft - dominikk85 - 02.11.2015 Man muss beim Thema schrittlänge auch beachten, dass Frequenz und Länge in einem inversen Verhältnis zueinander stehen. Man kann leicht auf die Idee kommen zu sagen das Bolt eine geringere Frequenz hat als gay ( selbst als die besten Frauen) und deshalb Frequenz egal ist, aber wenn ein anderer künstlich seine schrittlänge erhöht wird dessen Frequenz sinken, es sei denn er erhöht den Impuls auf den Boden. Schriittlänge erhöhen bringt nur was wenn dabei die Frequenz nicht sinkt und Frequenz erhöhen nur wenn die Länge nicht leidet. Bei Jugendlichen würde ich aber mehr an der Frequenz arbeiten als an der Länge da das ein koordinativer skill ist der später schwieriger zu trainieren ist. RE: Krafttraining oder Schnellkraft - Knueppler - 02.11.2015 (01.11.2015, 20:41)icheinfachma schrieb:Nichts gegen Geräteturnen: Es ging mir nur darum, dass Du nur vier Trainingseinheiten pro Woche zur Verfügung hast. Bei sagen wir mal sechs Trainingseinheiten würde ich Geräteturnen nicht streichen.Zitat:Geräteturnen würde ich auf jeden Fall herausnehmen. Meinst Du, dass Usain Bolt im Training an den Geräten turnt? Ich nicht. RE: Krafttraining oder Schnellkraft - MZPTLK - 02.11.2015 (01.11.2015, 21:41)icheinfachma schrieb:Entweder handelt es sich um ein Missverständnis und/oder den Unwillen, die Frage zu beantworten.(01.11.2015, 20:55)MZPTLK schrieb: Ich verstehe nicht, wie man mittels lotrechter Kraftrichtung vorwärts laufen können soll.Meine Rede - du verstehst die simpelsten biomechanischen Zusammenhänge nicht (aber tönst groß herum, ich hätte kein Gesamtverständnis für die Sprinttechnik). Die Frage nach Quellen wundert mich, die sind Legion, vor allem auch in den letzten Jahren. RE: Krafttraining oder Schnellkraft - MZPTLK - 02.11.2015 (02.11.2015, 08:44)Gertrud schrieb: Der Fußaufsatz bei Bolt bewegt sich von etwa -6" bis 30°. Es entsteht ein scheinbares Bild der Dominanz der backside mechanics, wenn man die Impulsgebung vorne nicht sieht. Im so genannten mid stance ensteht der meiste Druck auf die Strukturen, wenn man die Bilder "seziert". Da geht der Arbeitswinkel nach unten (also auch in die harte Exzentrik!). Natürlich muss der Vortrieb irgendwoher kommen. Der Fuß bewegt sich genaugenommen etwas von vorne nach hinten in den Pushoff; aber die eigentliche Antriebskraft ist die Vertikale auch für die niedrige Kontaktzeit. Es ist doch auffällig, dass man in der Akzelerationsphase bei Neigung des Gesamtkörpers nach vorne am langsamsten ist. Die Maxgeschwindigkeit entsteht in der relativ aufrechten Phase. Wenn man genau hinschaut, gibt es auch dort einen situativen Neigungswechsel im System!!! Der Fuß ist sozusagen der letzte Teil der "Stufenrakete", aber die "Musik" spielt früher!!!Das sind Ungefähr-Analysen kinematographischer Quellen. Gibt es exakte Druckverlaufsmessungen, die mit der Kinematographie synchron analysiert werden können? |