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RE: Laufsaison 2026 - mariusfast - 07.05.2026

Reichtathletik
Zitat:Weiß noch immer nicht, was ich davon halten soll, wenn eine 16-Jährige bereits trainiert wie erwachsene Spitzensportler...
Brzoska ist vom Entwicklungsstand auch nicht zu vergleichen mit anderen in ihrer Altersklasse. Sie war ja schon früh in diesem professionellen Umfeld in Frankfurt mit Sportinternat etc.. Bereits 2023 lief sie gute Zeiten. 

Und man darf auch nicht vergessen, in anderen Ländern sind 16 Jährige quasi "erwachsene" Spitzensportler auf Weltniveau.


Edit: Wobei Sam Ruthe bspw. wirklich noch wenig Umfang macht im Vergleich zu anderen, die auf seinem Niveau sind.


RE: Laufsaison 2026 - OldSchoolRunner - 07.05.2026

(07.05.2026, 08:01)mariusfast schrieb: Danke für die Infos. 

Die Zeit von Lilly Förster (Jg. 2011, U-16) fand ich noch gut. 2:10,90 (PB stand davor bei 2:13,51, ebenfalls aus Pfungstadt Ende August 2025). 

Zum Vergleich die Frühentwickler Kallabis (2:08,92) und Becker (2:07,45) waren in dieser Altersklasse nicht soo weit entfernt.  W15-BL2021.pdf

Bei Lilly Förster ist ja interessant, dass sie (nebenbei?) noch Triathlon macht und dort letztes Jahr Deutsche Vizemeisterin in ihrer Altersklasse wurde. Ähnlich also wie Felix Veith (ebenfalls Jg. 2011), der hier auch schon erwähnt wurde. Felix ist gestern aber nur eine 2:08 gelaufen, scheint also deutlich mehr über die Ausdauer zu kommen.
Lilly startet seit Jahren auch im Mehrkampf, scheint also eine gewisse Vielseitigkeit zu trainieren. Die Grundschnelligkeit einer Jana Becker hat sie sicher nicht, aber eine 2:10 ist schon ein Wort. Bin gespannt, wie es weitergeht und wie sie sich z.B. im Vergleich zu Luise Brzoska weiterentwickelt.

Hier noch ein link zu ihren ladv-Daten:

Lilly Förster - Post-Sportverein Trier


RE: Laufsaison 2026 - Reichtathletik - 07.05.2026

(07.05.2026, 08:19)mariusfast schrieb: Reichtathletik
Zitat:Weiß noch immer nicht, was ich davon halten soll, wenn eine 16-Jährige bereits trainiert wie erwachsene Spitzensportler...
Brzoska ist vom Entwicklungsstand auch nicht zu vergleichen mit anderen in ihrer Altersklasse. Sie war ja schon früh in diesem professionellen Umfeld in Frankfurt mit Sportinternat etc.. Bereits 2023 lief sie gute Zeiten. 

Und man darf auch nicht vergessen, in anderen Ländern sind 16 Jährige quasi "erwachsene" Spitzensportler auf Weltniveau.


Edit: Wobei Sam Ruthe bspw. wirklich noch wenig Umfang macht im Vergleich zu anderen, die auf seinem Niveau sind.

Ich weiß. Ich meine auch was ich schreibe, wenn ich sage "ich weiß nicht, was ich davon halten soll". Ich glaube einerseits dass absolute Spitzenathlen nicht in Watte gepackt werden müssen/dürfen. Andererseits frage ich mich, welche Entwicklungspotentiale man sich so noch offen lässt oder anders gesagt: Ob es aktuell überhaupt bereits nötig ist, um gut zu sein bzw ob sie mit 16 bereits Frauen-DM-Norm laufen muss oder ob das gar nicht die entscheidenden Messgrößen sind. Ich denke mir einfach, man würde sie nach dem Abi übernehmen als Trainer. Was mach ich dann noch mit ihr, was nicht bereits dem Körper bekannt ist und somit überhaupt noch zusätzlichen Adaptionsdruck erzeugt?!

Und systemisch ist es schwierig, wenn sie und Schumann die aktuellen Nachwuchshoffnungen sind, weil beide in Strukturen sind, die eben nicht typisch sind. Das hat bereits bei Kaderlehrgängen für empfundenen Druck bei anderen Athlet:innen und Trainern gesorgt ("Müssen wir auch über 100km machen?").


RE: Laufsaison 2026 - ingo - 07.05.2026

(07.05.2026, 10:15)Reichtathletik schrieb: Ich weiß. Ich meine auch was ich schreibe, wenn ich sage "ich weiß nicht, was ich davon halten soll". Ich glaube einerseits dass absolute Spitzenathlen nicht in Watte gepackt werden müssen/dürfen. Andererseits frage ich mich, welche Entwicklungspotentiale man sich so noch offen lässt oder anders gesagt: Ob es aktuell überhaupt bereits nötig ist, um gut zu sein bzw ob sie mit 16 bereits Frauen-DM-Norm laufen muss oder ob das gar nicht die entscheidenden Messgrößen sind. Ich denke mir einfach, man würde sie nach dem Abi übernehmen als Trainer. Was mach ich dann noch mit ihr, was nicht bereits dem Körper bekannt ist und somit überhaupt noch zusätzlichen Adaptionsdruck erzeugt?!

Und systemisch ist es schwierig, wenn sie und Schumann die aktuellen Nachwuchshoffnungen sind, weil beide in Strukturen sind, die eben nicht typisch sind. Das hat bereits bei Kaderlehrgängen für empfundenen Druck bei anderen Athlet:innen und Trainern gesorgt ("Müssen wir auch über 100km machen?").


Ist ja nicht schlimm mit 16 schnell zu laufen. Die Frage ist, was man dafür gemacht hat. Das geht ja in die Richtung, wie du schreibst, was es noch für Potentiale gibt. Ingebrigtsen hat sicherlich ähnlich viel trainiert. Aber ob das bei jedem klappt... Sie hatte meines Wissens zumindest noch keine größere Verletzung, also scheint es gesundheitlich zumindest gut zu funktionieren.

Apropos DM-Norm, ich glaube Deutschland ist das einzige Land, was die U18 von den nationalen Meisterschaften ausschließt (weiß das zufällig jemand?). Bei uns hätten also die größten Toptalente nie eine Chance mit 17 mal EM, WM oder Olympia zu sehen, da der Start bei der DM für eine Nominierung verpflichtend ist.


RE: Laufsaison 2026 - mariusfast - 07.05.2026

(07.05.2026, 11:27)ingo schrieb:
(07.05.2026, 10:15)Reichtathletik schrieb: Ich weiß. Ich meine auch was ich schreibe, wenn ich sage "ich weiß nicht, was ich davon halten soll". Ich glaube einerseits dass absolute Spitzenathlen nicht in Watte gepackt werden müssen/dürfen. Andererseits frage ich mich, welche Entwicklungspotentiale man sich so noch offen lässt oder anders gesagt: Ob es aktuell überhaupt bereits nötig ist, um gut zu sein bzw ob sie mit 16 bereits Frauen-DM-Norm laufen muss oder ob das gar nicht die entscheidenden Messgrößen sind. Ich denke mir einfach, man würde sie nach dem Abi übernehmen als Trainer. Was mach ich dann noch mit ihr, was nicht bereits dem Körper bekannt ist und somit überhaupt noch zusätzlichen Adaptionsdruck erzeugt?!

Und systemisch ist es schwierig, wenn sie und Schumann die aktuellen Nachwuchshoffnungen sind, weil beide in Strukturen sind, die eben nicht typisch sind. Das hat bereits bei Kaderlehrgängen für empfundenen Druck bei anderen Athlet:innen und Trainern gesorgt ("Müssen wir auch über 100km machen?").


Ist ja nicht schlimm mit 16 schnell zu laufen. Die Frage ist, was man dafür gemacht hat. Das geht ja in die Richtung, wie du schreibst, was es noch für Potentiale gibt. Ingebrigtsen hat sicherlich ähnlich viel trainiert. Aber ob das bei jedem klappt... Sie hatte meines Wissens zumindest noch keine größere Verletzung, also scheint es gesundheitlich zumindest gut zu funktionieren.

Apropos DM-Norm, ich glaube Deutschland ist das einzige Land, was die U18 von den nationalen Meisterschaften ausschließt (weiß das zufällig jemand?). Bei uns hätten also die größten Toptalente nie eine Chance mit 17 mal EM, WM oder Olympia zu sehen, da der Start bei der DM für eine Nominierung verpflichtend ist.

Gut, dass du dieses Mal dieses Beispiel gebracht hast. Ich wurde hier ja schon einige Male kritisiert dafür, weil Ingebrigtsens Fall nicht repräsentativ sei. Auf alle Fälle hat er schon früh gedoppelt (ich meine  es war in der Vorbereitung auf 2015, es wurde ja in der Fernsehserie gezeigt als er morgens vor der Schule aufs Laufband ist) und er war auch ganz sicher schon 2014 kurz vor seinem 14. Geburtstag im Höhentrainingslager. Schwellentraining war wohl auch schon immer Bestandteil. 

Habe keine Studie dazu. Ich denke aber, dass in einigen Bereichen, wie bspw. bei Höhentrainignslagern, der Punkt mit dem "bereits bekannt ist", sich auch manchmal positiv auswirken kann. Ich meine Ostafrikaner trainieren auch seit sie klein sind dort. Und europ. Läufer haben Probleme, wenigstens ein paar qualitative Einheiten einzubauen. Selbst Athleten, die bereits seit der U-23 in der Höhe waren (siehe Hendrik Pfeiffer). Das führt dazu, dass einige bewusst gar nicht mehr in die Höhe fahren.


RE: Laufsaison 2026 - aj_runner - 07.05.2026

(07.05.2026, 07:57)Reichtathletik schrieb:
(07.05.2026, 07:47)aj_runner schrieb: Luise Brzoska hatte keine richtige Gruppe und lief etwas im Niemandsland, insofern dürften die 4:29,29 okay sein. Anschl. konnte man sie noch auf der Straße bei einem Schwellenprogramm beobachten (für ein normales Auslaufen war das zu schnell).

Weiß noch immer nicht, was ich davon halten soll, wenn eine 16-Jährige bereits trainiert wie erwachsene Spitzensportler...

Ich habe jetzt sicherlich keinen allumfassenden Einblick, die Trainingsinhalte, die ich in den letzten Wochen gesehen habe, gehen aber von bis. 14-jährige mit Programmen wie 400 - 600 - 200 all out - 14 jährige, die 9 x die Woche trainieren und dann 2:30 die 800 m laufen und so jmd. wie Luise. Ihre Leistungen kommen sicherlich nicht von nichts und spannend wird, wie sie sich weiterentwickelt. Von den drei Varianten würde ich ein Schwellenprogramm zum Abschluss aber am ehesten befürworten.


RE: Laufsaison 2026 - Reichtathletik - 07.05.2026

(07.05.2026, 13:45)aj_runner schrieb:
(07.05.2026, 07:57)Reichtathletik schrieb:
(07.05.2026, 07:47)aj_runner schrieb: Luise Brzoska hatte keine richtige Gruppe und lief etwas im Niemandsland, insofern dürften die 4:29,29 okay sein. Anschl. konnte man sie noch auf der Straße bei einem Schwellenprogramm beobachten (für ein normales Auslaufen war das zu schnell).

Weiß noch immer nicht, was ich davon halten soll, wenn eine 16-Jährige bereits trainiert wie erwachsene Spitzensportler...

Ich habe jetzt sicherlich keinen allumfassenden Einblick, die Trainingsinhalte, die ich in den letzten Wochen gesehen habe, gehen aber von bis. 14-jährige mit Programmen wie 400 - 600 - 200 all out - 14 jährige, die 9 x die Woche trainieren und dann 2:30 die 800 m laufen und so jmd. wie Luise. Ihre Leistungen kommen sicherlich nicht von nichts und spannend wird, wie sie sich weiterentwickelt. Von den drei Varianten würde ich ein Schwellenprogramm zum Abschluss aber am ehesten befürworten.

Sie hat halt einen Trainer der Ahnung vom Lauf hat.
Von daher ist das Training sehr wahrscheinlich deutlich sinnvoller und deshalb auch allein deshalb schonmal weniger gefahrlaufend "schädlich" zu sein, als es bei manchen "ich-mach-alles-und-lauf-kann-jeder"-Trainern ist.
Die Frage ist halt: Braucht es das? Das ist auch eine pyschologische Sache. Diese frühe Professionalität hilft den einen, für die anderen bedeutet es, dass sie mit 19 keine Lust mehr haben, weil sie dann schon alles zum fünften Jahr in Folge machen. Gibt Leute, die schöpfen mit 20 Motivation aus dem ersten Auslandstrainingslager, andere sagen da schon: Ist nix besonderess.

Ich kenn den Effekt einige Jahre später bei aus den US-Heimkehrern, die aufhören, weil hier ja "alles unprofesionell" sei, während andere das gleiche Umfeld dazu ermutigt. Wir haben es innerhalb D auch mit vielen die aus einer Sportschule kommen.

Wie gesagt, gibt glaube ich kein richtig/falsch. Schön wäre es auch mehr Erfolgsfälle außerhalb der Stützpunkte mit Hauptamtlichen Trainern und Co zu haben, um zu zeigen, dass beide Wege zum Erfolg führen können.


RE: Laufsaison 2026 - Straßenläufer - 07.05.2026

My Cents zu Luise Brzoska:

Mit Blick auf Pfungstadt gestern sicherlich schade, dass die ursprünglich gemeldete Luxemburgerin (Jahrgang 2012) nicht da war. Sie wäre ein sehr guter Gradmesser gewesen.

Ich habe den Eindruck, dass Luise insb. im Vergleich zu den Läuferinnen ihrer AK (zB Klein, Benzmüller, Förster) aber natürlich auch allgemein umso besser ist, je länger die Distanz ist. Das zeigt sich immer wieder bei den R5Ks, die sie in ihrer AK aber sowas von wegdominiert.

Die LA-Trainer in ihrem Umfeld haben ihr vor Jahren sicherlich "empfohlen", in der Jugend "Geschwindigkeit vor Ausdauer" zu priorisieren und Wettkämpfe auf Langdistanzen b.a.w. wegzulassen. Das wird umgesetzt und es steht sicherlich nicht im Vordergund alle möglichen Jugendtitel dieses Landes einzusammeln, was eine sehr vernünftige Herangehensweise ist.

Im Gegensatz zu vielen anderen jungen Talenten ist bei ihr natürlich die seit Jahren gelebte strikte (Wettkampf-)Fokusierung auf Mittel-/Langstrecke flach in einem professionellen LA-Vereinsumfeld kennzeichnend. Viele der anderen Ausdauertalente in dem Alter probieren sich teilweise parallel wettkampfmäßig noch in anderen Ausdauersportarten aus... (Triathlon, Hürdenlauf, Eisschnelllauf, Biathlon)


RE: Laufsaison 2026 - Reichtathletik - 07.05.2026

(07.05.2026, 14:14)Straßenläufer schrieb: My Cents zu Luise Brzoska:

Mit Blick auf Pfungstadt gestern sicherlich schade, dass die ursprünglich gemeldete Luxemburgerin (Jahrgang 2012) nicht da war. Sie wäre ein sehr guter Gradmesser gewesen.

Ich habe den Eindruck, dass Luise insb. im Vergleich zu den Läuferinnen ihrer AK (zB Klein, Benzmüller, Förster) aber natürlich auch allgemein umso besser ist, je länger die Distanz ist. Das zeigt sich immer wieder bei den R5Ks, die sie in ihrer AK aber sowas von wegdominiert.

Die LA-Trainer in ihrem Umfeld haben ihr vor Jahren sicherlich "empfohlen", in der Jugend "Geschwindigkeit vor Ausdauer" zu priorisieren und Wettkämpfe auf Langdistanzen b.a.w. wegzulassen. Das wird umgesetzt und es steht sicherlich nicht im Vordergund alle möglichen Jugendtitel dieses Landes einzusammeln, was eine sehr vernünftige Herangehensweise ist.

Im Gegensatz zu vielen anderen jungen Talenten ist bei ihr natürlich die seit Jahren gelebte strikte (Wettkampf-)Fokusierung auf Mittel-/Langstrecke flach in einem professionellen LA-Vereinsumfeld kennzeichnend. Viele der anderen Ausdauertalente in dem Alter probieren sich teilweise parallel wettkampfmäßig noch in anderen Ausdauersportarten aus... (Triathlon, Hürdenlauf, Eisschnelllauf, Biathlon)

Kommt immer auf den Vergleich an. Sie ist NK2. Andere NK2-Athletinnen im Lauf haben maximal einen Bruchteil ihrer Wochenkilometer. Von daher würde ich da nicht zwingend von Geschwindigkeit vor Ausdauer reden und die 5km-Läufe im Rahmen des R5K sind ja dann auch immerhin 5km-Wettkämpfe. In der Altersklasse aus der sie kommt gibt es bis dahin National maximal 3.000 Meter. Auch in der U18 jetzt ist das die Meisterschaftsdistanz auf der "Langstrecke"


RE: Laufsaison 2026 - Straßenläufer - 07.05.2026

Ich behaupte mal ganz frech mit einem kräftigen Augenzwinkern und das soll nicht despektierlich ggü. den anderen U18-Starterinnen sein:

Den 10 km Straßentitel U18 vor ein paar Wochen in Uelzen hätte sie vermutlich auch noch gewonnen, wenn sie kurz vor dem Ziel einen Zwischenstop im Cafe für einen Cappuccino eingelegt hätte.

Man hat sie bislang auch von so was wie Bergläufen ferngehalten, die in ihrer AK zumindest bis zur Landesebene offen sind.

Natürlich kann man über Trainingsumfänge diskutieren und auch was das körperlich/psychisch mit Jugendlichen über Jahre hinweg macht. Von außen kann man nur sagen: "Bislang ist sie gut durchgekommen."
(P.S. Ich möchte gar nicht darüber nachdenken, welches Programm unsere Olympiasiegerin in der Rhythmischen Sportgymnastik in den letzten Jahren gefahren ist.)