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Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? (/showthread.php?tid=416) |
RE: Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? - Atanvarno - 01.07.2016 Rehm begräbt seine Olympischen Ambitionen, hat aber noch leise Hoffnung, dass er nächstes Jahr bei der WM antreten darf. IAAF and Rehm to work on rule change to allow athletes with prostheses to compete in World Championships as German abandons Olympic hopes RE: Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? - Oliver - 30.08.2016 Ein großerer deutscher Versicherungskonzern hat ein Sonderheft zu den Paralympischen Spielen von Rio, unter anderem mit einen Bericht über Markus Rehm, veröffentlicht: https://www.allianzdeutschland.de/so-seh-n-sieger-aus/id_78763756/index RE: Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? - gera - 10.09.2016 habe gerade den 100m-Lauf der Prothesenträger in Rio gesehen. Ein Neuseeländer hat mit unwahrscheinlichem Endspurt den 2.Platz belegt. Würde mich mal interessieren, was der für eine Endgeschwindigkeit hatte, bestimmt mehr als Reus morgen am Brandenburger Tor. Was das wohl für 200m-Zeiten ermöglicht ? RE: Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? - Gertrud - 27.09.2016 Man kann die beiden Absprungarten zwar vergleichen; aber sie sind absolut unterschiedlich. Der Fuß- und Prothesenaufsatz differieren aufgrund des fehlenden Fußes völlig. Die Amortisation im "Kniegelenk" wird anders sein. Die Leistung von Rehm ist sicherlich ein Bombenergebnis, aber in der Energiespeicherung und vor allem im Release doch aufgrund unterschiedlicher "anatomischer" Parameter nicht vergleichbar. Es gibt einfach aufgrund des unterschiedlichen "Materials" unterschiedliche Ergebnisse. Somit müssen es unterschiedliche Wettbewerbe sein. Dem Verband kann es aufgrund einer fast sicheren Medaille egal sein. Man müsste dann den Nicht-Behinderten auch diese Hilfsmittel erlauben, um Chancengleichheit herzustellen. Es ist völlig gleichgültig, ob ein Professor, ein Biomechaniker oder ein sehr guter Trainer die richtigen Hinweise bei diesem Aufarbeiten gibt. Der Titel vor dem Namen macht in der Hinsicht nicht die Qualität. Man müsste auch mal die Geschwindigkeitsverhältnisse (Max-Vo) und deren genaue Zeitpunkte miteinander vergleichen und publizieren. Früher war die Biomechanik Frankfurt im Weitsprung immer die erste Adresse. Man sollte deren Ergebnisse stark in die Bewertung einbeziehen. (Mendoza/ Nixdorf) Gertrud RE: Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? - said88 - 29.09.2016 Also ich denke, die Frage ist schon falsch gestellt. Was bedeutet das überhaupt: "Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten?". Wenn man mit Technik-Einsatz die gleichen Vorausetzungen hat wie andere (die besten) ohne Technik-Einsatz, dann ist das OK? Darf ein kleinwüchsiger Mensch zum Hochsprung mit Stelzen antreten um "Chancengleichheit" zu schaffen? Die Frage muss doch lauten: Bringt die Prothese ihm selbst Vorteile? Und das ist natürlich mit Ja zu beantworten. Und selbst das trifft doch noch nicht ganz den Kern. Ganz streng genommen ist doch die Verwendung jeglicher technischer Hilfsmitel verboten, oder? Oder wie sind da die genauen Regeln? OK, Armbanduhren z.B. sind ja nicht verboten (lassen einen aber definitiv auch nicht schneller laufen). Zugegeben, das ganze ist ziemlich komplex, aber nach meinem Verständnis ist es klar, dass der Markus Rehm mit seiner Prothese nicht bei den Olympischen Spielen oder vergleichbaren Wettkämpfen teilnehmen darf. Und dazu braucht es überhaupt keine wissenschaftlichen Untersuchungen. RE: Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? - Road to Tokio - 02.10.2016 (27.09.2016, 06:00)Gertrud schrieb: Man müsste auch mal die Geschwindigkeitsverhältnisse (Max-Vo) und deren genaue Zeitpunkte miteinander vergleichen und publizieren. Früher war die Biomechanik Frankfurt im Weitsprung immer die erste Adresse. Man sollte deren Ergebnisse stark in die Bewertung einbeziehen. (Mendoza/ Nixdorf) Diese Untersuchung gab es schon nach der DM 2014 mit entsprechenden Daten von Menddoza und Nixdorf. Damals wurde das in Frankfurt bei einer Pressekonferenz durch Gonschinska vorgestellt. Quelle u.a. hier: http://www.sueddeutsche.de/sport/prothesen-weitspringer-markus-rehm-meter-und-nicht-weiter-1.2070013 Ich kann mich noch an die Diskussion erinnern, dass man dort bereits VOR der DM, in Absprache mit Herrn Rehm, diesen zum Meeting nach Bad Langensalza eingeladen hatte, um diese Untersuchungen dort durchzuführen. Rehm hatte sein Kommen zugesagt und dies mit dem DLV auch so besprochen. Wer war an dem Tag in Bad Langensalza? Die gesamte Biomechanik. Wer ist nicht gekommen ohne Absage? Herr Rehm. Hatte er schon eine Vorahnung was als Ergebnis herauskommt? Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Nach der Vorstellung der Ergebnisse bekam dies jedoch schnell den Stempel aufgedrückt als nicht genug fachlich fundiert und für Unsummen von Geld sollte das Ganze noch einmal an der SpoHo getestet werden. Für mich ist das ein unseriöses PR-Gepoltere von Herrn Rehm, nichts anderes. Springt und lauft doch zusammen. Ja, dass sollte Normalität sein. Aber zusammen werten geht nicht. Oder nur dann, wenn der behinderte Sportler vorne ist? Es käme keiner auf die Idee so zwei 100m Sprinter miteinader zu werten. RE: Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? - Atanvarno - 24.11.2017 Studie: Rückschlag für Para-Weitspringer Markus Rehm Zitat:Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Athleten mit und ohne BKA (Amputation unterhalb des Knies) aufgrund unterschiedlicher Bewegungsmuster wahrscheinlich in getrennten Kategorien im Weitsprung konkurrieren sollten RE: Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? - Atanvarno - 30.10.2020 “nd.DerTag”: Para-Weitspringer Markus Rehm nach Cas-Urteil gestärkt im Kampf um einem Olympiastart Mit dem Urteil des CAS im Fall Blake Leeper (https://www.tas-cas.org/fileadmin/user_upload/CAS_Media_Release_6807.pdf) wurde die Beweispflicht vom Athleten auf den Verband verschoben, d.h. World Athletics muss jetzt gerichtsfest nachweisen, dass Rehm durch seine Prothesen einen Vorteil hat. Bisher lag die Pflicht bei Rehm, nachzuweisen, dass er keinen Vorteil hat. RE: Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? - Gertrud - 01.11.2020 http://www.rundschau-online.de/koeln/beinprothesen--vermutungen-werden-rehm-nicht-gerecht-,15185496,27971100.html Vergleicht man Äpfel mit Birnen Argumente gegen einen Einsatz von Rehm bei den Nicht-Behinderten: 1. Er ist um das Gewicht des fehlenden Unterschenkels leichter. 2. Um im Bereich 8,20m-8,50m Leistungen zu erzielen, muss man eine Anlaufgeschwindigkeit von rund 10,50m/sec entwickeln. Lewis lag bei seinem Ergebnis in Tokio 1991 bei etwa 11m/sec. 3. Fakt: Es sind unterschiedliche Absprungmaterialien. (Beim Hochsprung hat man damals die dickere Sohle - auch Absprungverlängerung - verboten.) Man weiß, wenn Nichtamputierte nach oben abspringen, gibt es einen Energieverlust. Es gibt bisher keine Untersuchungen, wie sich das mit einer Prothese auswirkt. Wenn der Energieverlust geringer wäre, wäre das ein Vorteil für den Sportler mit Prothese. Man weiß, wenn Nichtamputierte nach oben abspringen, gibt es einen Energieverlust. Es gibt bisher keine Untersuchungen, wie sich das mit einer Prothese auswirkt. Wenn der Energieverlust geringer wäre, wäre das ein Vorteil für den Sportler mit Prothese. 4. Physik contra Biologie=Was also wäre nötig, um zu einem aussagekräftigen Ergebnis zu kommen? "Es geht um Energiespeicherung und Energierückgabe", sagt Brüggemann. Man müsse zumindest die Bodenreaktionskräfte messen und sehr hochfrequent die Verformung der Karbonfeder. "Dann muss man rechnen, wie viel Energie das System speichern kann und wie viel es wieder freigibt. Und das muss man dann in Relation zum biologischen System setzen."Brüggemann ist es dabei wichtig, noch zu sagen: "Die Leistung generiert der Athlet, nicht die Prothese. Das Hilfsmittel kann helfen, Energieverluste zu verringern. Aber es kann die Leistung nicht verbessern." 5. Steffen Willwacher:... und ob es einen Vorteil von Prothesenträgern gibt.Das kann man im Moment nur ins Blaue hinein vermuten, damit tut man aber dem Sportler keinen Gefallen. Es birgt die Gefahr, die Leistung abzutun, weil die Karbonfeder länger ist und andere Eigenschaften hat als ein natürliches Bein. Damit wird man den tatsächlichen Spitzenleistungen nicht gerecht. Argumente für einen Einsatz von Rehm bei den Nicht-Behinderten: Artikel: Weitsprung mit Prothese: Wie schnell muss man anlaufen und wie effektiv den Anlauf im Absprung umsetzen, um 8,24m weit zu springen? Stefan Letzelter Sollte Rehm mit v6-1 = 9,75m/s angelaufen sein, wird die Wahrscheinlichkeit mit 1% geschätzt. Hat er seinen Anlauf im Absprung um 1,00m/s oder 0,9m/s abgebremst, sinkt sie auf 0,1%. Auch wenn bisher noch kein Weitspringermit einem so langsamen Anlauf 8,24m weit gesprungen ist, sind ähnliche extreme Ausnahmen schon beobachtet worden. Bei den OS 1988 ist für Joyner-Kersees OR ebenfalls nur eine Wahrscheinlichkeit von 0,1% festgestellt worden. Es ist also möglich, wenn auch unwahrscheinlich. Gertrud RE: Markus Rehm: Bringt die Prothese Vorteile gegenüber nicht behinderten Athleten? - dominikk85 - 01.11.2020 Der Nike schuh ist doch quasi Markus Rehm light ![]() |