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Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah (/showthread.php?tid=6595) |
RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Freaky - 08.08.2026 (08.08.2026, 09:21)Roy Schmidt schrieb: Social Media Kommentare sollte man heutzutage eh nie für voll nehmen. Den Kommentar von Sosna kenn ich nicht aber allgemein wird da immer sehe viel Halbwissen in die Welt posaunt Sosna: "Was mit Owen Ansah passiert, macht mich wütend. Der schnellste deutsche Sprinter aller Zeiten, kurz vor der EM, droht eine Vier-Jahres-Sperre. Nicht wegen einer positiven Probe, sondern weil ein Kontrolleur außerhalb seines gemeldeten Zeitfensters vor der Tür stand, während er als Nachrücker aus Monaco Richtung Flughafen musste. Wir reden hier nicht über Doping. Wir reden über eine völlig nachvollziehbare Ausnahmesituation, die jetzt eine ganze Karriere kosten könnte. Und das reiht sich ein in etwas, das mich als Athlet schon lange stört. Deutsche Sportler gehören zu den am häufigsten kontrollierten weltweit, im Vergleich zu anderen Nationen ist das Verhältnis absurd. Und ausgerechnet die, die sich diesem System am meisten aussetzen, werden am Ende für Formfehler bestraft, die aus genau dieser Kontrolldichte entstehen. Gebt jedem Athleten einen GPS-Tracker aufs Handy, jederzeit nachvollziehbar. Dann gäbe es solche Situationen gar nicht erst." RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Roy Schmidt - 08.08.2026 (08.08.2026, 09:39)Freaky schrieb:(08.08.2026, 09:21)Roy Schmidt schrieb: Social Media Kommentare sollte man heutzutage eh nie für voll nehmen. Den Kommentar von Sosna kenn ich nicht aber allgemein wird da immer sehe viel Halbwissen in die Welt posaunt Ja ok grundsätzlich hat er auch recht. Die Kontrolle ist natürlich nicht illegal aber natürlich kann man sich schon darüber aufregen und das man Partei für Kollegen ergreift finde ich erstmal auch nicht verwerflich. Und wäre das Prozedere weltweit identisch, würde sich auch weniger beschwert werde. Also er spricht schon gute Punkte an . Natürlich mit einer gewissen Parteilichleit die sber irgendwo verständlich ist. Mich wundert nur ein wenig das die Situation so "eskaliert" ist. Solche Situationen mit Kontrollen in stressigen Lebenslagen passieren ständig. Wenn da alle Parteien lösungsoritiert handeln, würde da niemals so eine große Sache draus werden. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - aj_runner - 08.08.2026 @Roy: Max meinte in seinem Podcast, dass die Situation mit einem Dopingkontrolleur grundsätzlich eindeutig sei. Siehst Du das genauso bzw. wird man als Kaderathlet daraufhin im Umgang mit solchen Situationen sensibilisiert? Oder würdest Du das eher in die Kategorie von Janssen und Richter schieben, die vor der letzten WM Wetten abgeschlossen hatte und deshalb eine Strafe auf Bewährung bekamen? Die Reaktion war ja damals, wusste ich nicht, bei genauerem Nachdenken ist die Regel aber logisch und ich bin froh, dass es nur eine Bewährungsstrafe wurde. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - TranceNation 2k14 - 08.08.2026 (08.08.2026, 08:24)Roy Schmidt schrieb: Edit: Zu der vom Alex gefragten Prüfungssituation: dann kommt er mit in die Uni und wartet falls es nicht anders geht. Ich hatte innerhalb meiner Polizeiausbildung mehrere Kontrollen während des Unterrichts. Eine sogar während einer Klausur. Beim Praktikum auf dem Polizeirevier. Das Sicherheitspersonal an den Zugängen in Polizeigelände werden sogar darüber informiert das jederzeit ein Kobtrolleur kommen kann. Zu den Geländen haben ja normalerweise Zivilisten keinen Zugang. Jetzt frag ich mich aber umso mehr, warum die nicht zusammen zum Flughafen sind? RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Roy Schmidt - 08.08.2026 (08.08.2026, 10:09)aj_runner schrieb: @Roy: Max meinte in seinem Podcast, dass die Situation mit einem Dopingkontrolleur grundsätzlich eindeutig sei. Siehst Du das genauso bzw. wird man als Kaderathlet daraufhin im Umgang mit solchen Situationen sensibilisiert? Auf bestimmte Situationen wird man nicht sensibilisiert aber der Umgang ist eindeutig ja. Mittlerweile kann sich das aber gerade mit jungen Athleten auch noch geändert haben (das sie noch besser drauf vorbereitet sind) Ich kann mich jetzt nicht mehr erinnern wie das bei mir war als ich das erste mal in einen Testpool als jugendlicher Athlet gekommen bin aber man setzt sich mit dem Adams System auseinander und der Ablauf einer Kontrolle ist grundsätzlich auch immer gleich. Man kann auch jederzeit bei der Nada über bestimmte Hotlines anrufen, wenn man Fragen hat oder etwas unklar ist. Man wächst dann auch einfach rein. Am Anfang ist jede Kontrolle noch aufregend und unangenehm aber irgendwann normalisiert sich das und man reagiert auch gelassener auf unerwartete Situationen wie ungewohnte Orte oder eben stressige Situationen. Meiner Erfahrung nach sind manche Kontrolleure zwar manchmal etwas schwierig aber ich hatte nie das Gefühl, dass sie den Athleten in etwas reinmanövrieren wollen, eher im Gegenteil. Deshalb empfinde ich die Situation um Owen auch etwas merkwürdig, weil es nicht in mein Erfahrungsmuster passt. Ob du nun mehr Owen oder mehr der Kontrolleur schuld haben, wissen nur die Beiden. Von außen betrachtet wäre es kein Problem gewesen, dass der Kontrolleur mit zum Flughafen kommt und die Kontrolle zwischen Check in und Sicherheitskontrolle durchgeführt wird. Hat es auf jeden Fall schon gegeben. Wie erwähnt sind sich die Kontrolleure dafür auch nicht zu schade. Es gab schon Kontrollen auf Raststätten weil der Athlet schon unterwegs war und es vergessen hat einzutragen oder auf öffentlichen Toiletten in der Stadt. Es wird in der Regel schon versucht, dass die Kontrolle auch in ungewöhnlichen Situationen ordnungsgemäß stattfinden kann. Bei Jansen und Richter war es einfach eine naive Sache. Sie kannten den Passus in der Athletenvereinbarung nicht und haben einen Fehler gemacht, der keine wirklichen Auswirkungen hatte. Dafür halte ich die Bewährungsstrafe völlig angemessen. Beim Thema Doping ist man in der Regel viel umsichtiger, weil jeder Athlet weis, welche Konsequenzen das am Ende haben kann. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Reichtathletik - 08.08.2026 (08.08.2026, 10:26)TranceNation 2k14 schrieb:(08.08.2026, 08:24)Roy Schmidt schrieb: Edit: Zu der vom Alex gefragten Prüfungssituation: dann kommt er mit in die Uni und wartet falls es nicht anders geht. Ich hatte innerhalb meiner Polizeiausbildung mehrere Kontrollen während des Unterrichts. Eine sogar während einer Klausur. Beim Praktikum auf dem Polizeirevier. Das Sicherheitspersonal an den Zugängen in Polizeigelände werden sogar darüber informiert das jederzeit ein Kobtrolleur kommen kann. Zu den Geländen haben ja normalerweise Zivilisten keinen Zugang. Der Vorwurf lautet ja, weil OA verweigert habe und das in seinen Augen schneller ging?! Die Frage ist in jedem Fall die spannende und wer daran schuld trägt, wird gerichtlich geprüft werden. Gleichwohl liegt die Bringschuld für das Pipi beim Athleten. Im übrigen wäre ich für mehr Bluttests, da kann keiner sagen, er sei gerade auf Klo und könne daher nicht. Was mit Blick auf "die armen Athleten" auch ins Verhältnis gesetzt werden darf: Wir reden hier oft von Sportsoldaten. Wenn morgen nicht nur eine Drohne in Leipzig rumfliegt sondern etwas mehr, dann kannst du auch schnell "normalen" Dienst machen müssen – und das nicht nur eine Stunde am Tag. Soweit ich weiß musst du als Sportsoldat nicht nur der Nada sondern auch seinem Dienstherrn sehr gut darlegen, wo du bist und wie du im Zweifelsfall binnen X Minuten in einer Kaserne bist. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Sandmann - 08.08.2026 (08.08.2026, 11:00)Roy Schmidt schrieb: Von außen betrachtet wäre es kein Problem gewesen, dass der Kontrolleur mit zum Flughafen kommt und die Kontrolle zwischen Check in und Sicherheitskontrolle durchgeführt wird. Hat es auf jeden Fall schon gegeben. Wie erwähnt sind sich die Kontrolleure dafür auch nicht zu schade. Es gab schon Kontrollen auf Raststätten weil der Athlet schon unterwegs war und es vergessen hat einzutragen oder auf öffentlichen Toiletten in der Stadt. Ich wollte die Frage unterdrücken, habe es aber nicht geschafft - also: Man schließt sich dann zusammen in der Toilettenkabine ein, und wenn der Typ am Waschbecken komisch kuckt, ruft man ihm kurz zu: "Dopingkontrolle". Kann ich das in einem Filmdrehbuch verwenden? - Entschuldigung für die Albernheit, aber es ist schließlich Wochenende... RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Roy Schmidt - 08.08.2026 (08.08.2026, 11:46)Reichtathletik schrieb:(08.08.2026, 10:26)TranceNation 2k14 schrieb:(08.08.2026, 08:24)Roy Schmidt schrieb: Edit: Zu der vom Alex gefragten Prüfungssituation: dann kommt er mit in die Uni und wartet falls es nicht anders geht. Ich hatte innerhalb meiner Polizeiausbildung mehrere Kontrollen während des Unterrichts. Eine sogar während einer Klausur. Beim Praktikum auf dem Polizeirevier. Das Sicherheitspersonal an den Zugängen in Polizeigelände werden sogar darüber informiert das jederzeit ein Kobtrolleur kommen kann. Zu den Geländen haben ja normalerweise Zivilisten keinen Zugang. Es werden viele Bluttests gemacht. Am Ende meiner Karriere waren bei 80% der Kontrollen auch Bluttests dabei. Nur Urin wird halt trotzdem gemacht. Deshalb ändert sich an der Situation nicht viel. Das mit den Sportsoldaten ist mehr Gerücht als Realität. Ja am Ende hätte die Bundeswehr die Macht dazu aber bis Sportsoldaten einbezogen werden, müsste der Feind schon an der Grenze stehen. RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Roy Schmidt - 08.08.2026 (08.08.2026, 11:57)Sandmann schrieb:(08.08.2026, 11:00)Roy Schmidt schrieb: Von außen betrachtet wäre es kein Problem gewesen, dass der Kontrolleur mit zum Flughafen kommt und die Kontrolle zwischen Check in und Sicherheitskontrolle durchgeführt wird. Hat es auf jeden Fall schon gegeben. Wie erwähnt sind sich die Kontrolleure dafür auch nicht zu schade. Es gab schon Kontrollen auf Raststätten weil der Athlet schon unterwegs war und es vergessen hat einzutragen oder auf öffentlichen Toiletten in der Stadt. Ich könnte einen kleinen Roman schreiben mit lustigen, unangenehmen und skurrilen Situationen bei Dopingkontrollen. Highlight war im Sicherheitsbereich des Polizeireviers, wo man nur mit Dienstausweis Zugang hat, auf einer Toilette wo die Streifenpolizisten, die gerade Schicht haben und Mitarbeiter der Kriminalpolizei auf Toilette gehen
RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - runner5000 - 08.08.2026 Eine Kolumne von Frank Busemann: https://www.sportschau.de/leichtathletik/em/der-fall-ansah-das-kontrollsystem-stoesst-an-seine-grenzen,la-em-2026-birmingham-kolumne-ansah-100.html |