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Mats Hummels: Nur 10 Sekunden hinter Leo Neugebauer? - Druckversion

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RE: Mats Hummels: Nur 10 Sekunden hinter Leo Neugebauer? - menarfin - 24.01.2026

Vielleicht hat es ja auch einfach einen Grund dass Fussballer das trainieren was sie trainieren und Leichtathleten bzw Mittelstreckenläufer ebenfalls das trainieren was sie trainieren? Ich würde mal jetzt die Aussage wagen dass das irgendwie doch Äpfel und Birnen sind. Klar kann ein Fussballer auch irgendwie laufen, laufen kann schlussendlich jeder. Mehr oder weniger gut, aber wenn nicht irgendeine Beeinträchtigung vorliegt ist das kein Problem. Bei einem Fussballer würde ich jetzt aber ebenfalls erwarten dass die bei einem richtigen Lauf im Vergleich zu den Läufern besser werden je länger die Strecke wird.


RE: Mats Hummels: Nur 10 Sekunden hinter Leo Neugebauer? - alex72 - 24.01.2026

Ein Fußballer trainiert heutzutage 10x die Woche. Er läuft mit oder ohne Ball mdestens 5okm die Woche.

Das ist schon realistisch dass 4.40 über 1500,m läuft

Das konditionstrainiing hat in den letzten 20 Jahren einen sehr großen Sprung bei den Fussball-Profis gemacht


RE: Mats Hummels: Nur 10 Sekunden hinter Leo Neugebauer? - S_J - 24.01.2026

Spielsportarten wie Fußball benötigen wiederholte maximale Beschleunigungsfähigkeiten mit unvollständigen Regenerationsphasen, bei denen der Leistungsabfall innerhalb der Spieldauer möglichst gering ist. Es wird also grundsätzlich sowohl anaerobe als auch aerobe Kapazität benötigt.

Wie bereits einige hier gesagt haben und auch den Amis und anderen polysportiven Systemen bewusst ist, ist das durchaus eine solide Grundlage, um darauf eine Bahnsaison aufzubauen und die in den Spielsportarten erworbenen Fähigkeiten in leichtathletikspezifische Ausdauer umzuwandeln.

Schlaue Spielsportarttrainer kaufen übrigens auch gerne mal Leichtathletik bzw. Sprinttrainer für das Konditions- und Beschleunigungstraining ein.  Smile


RE: Mats Hummels: Nur 10 Sekunden hinter Leo Neugebauer? - trackwatchnds - 24.01.2026

Ich verfüge zwar über keine vertieften Kenntnisse im leichtathletischen Lauf, kann aber durch mehrjährige Einblicke und Erfahrungen in mehreren Bundesliga-Vereinen etwas beitragen. Die Vereine werde ich zwar nicht preisgeben, aber alle drei sind oder waren zu dem jeweiligen Zeitpunkt in der ersten Bundesliga vertreten, alle hatten mehrere Nationalspieler, einer spielt regelmäßig Champions League und einer hat sogar einen Hummels in der Vita. 

Getestet wurde u. a. jeweils ein Standard-Ausbelastungsprotokoll auf dem Laufband:
3 Minuten Stufenlänge bei 30s Standpause, 1% Steigung auf dem Laufband, inkrementaler Geschwindigkeitsanstieg um jeweils 0,5 m/s und gelaufen wurde bis zur vollständigen Ausbelastung. Startgeschwindigkeit waren meist 2,5 m/s (9 km/h bzw. 6:40 min/km) und das Gros der Spieler konnte 4,5 m/s durchlaufen (16,2 km/h bzw. 3:42 min/km), einige nicht, andere wiederum auch die 5 m/s (18 km/h bzw. 3:20 min/km). Die VO2max lag meist im Bereich 52-56 ml/min/kg, bei den wirklich laufstärksten Spielern >60, in der Spitze bis zu 65. 
Als Trainingsform wurde in einem dieser Vereine immer wieder das 4x4 HIIT ("Norwegian Method") angewandt, das hier allen bekannt sein dürfte. Die besten erreichten wiederholt eine Laufstrecke von 1.100 - 1.300 m, die allermeisten mindestens 1.000 m. Die läuferische Stärke korrelierte eher mit der Position (am besten meist AV und DM) als mit der Spielstärke. Die Leistungsfähigkeit der U21 war im Mittelwert nicht schwächer, allerdings in der Spitze nicht ganz so sehr ausgeprägt.

Meine Einschätzung ist, dass in jedem Profiverein der ersten zwei Bundesligen eine Handvoll Spieler im Kader stehen, die ohne (viel) spezifisches Lauftraining 4:40 min auf 1.500 m erzielen könnten, allerdings gehört Mats Hummels ziemlich sicher nicht dazu. 
Dazu eine Anekdote: Auf die Frage, warum ein Spieler - südamerikanischer Nationalspieler - jede Woche in der Startelf stand, obwohl seine gesamten Leistungsdaten (CMJ, DJ, Broad Jump, 10/20m Stand, Tapping-Test, IFT 30-15, T-Test & Balsom Agility Test) gegenüber den Mannschaftskollegen deutlich zurückfielen: "Der ist mein einziger Spieler, der mit links Flanken kann."


RE: Mats Hummels: Nur 10 Sekunden hinter Leo Neugebauer? - mariusfast - 24.01.2026

(Gestern, 17:22)S_J schrieb: Spielsportarten wie Fußball benötigen wiederholte maximale Beschleunigungsfähigkeiten mit unvollständigen Regenerationsphasen, bei denen der Leistungsabfall innerhalb der Spieldauer möglichst gering ist. Es wird also grundsätzlich sowohl anaerobe als auch aerobe Kapazität benötigt.

Wie bereits einige hier gesagt haben und auch den Amis und anderen polysportiven Systemen bewusst ist, ist das durchaus eine solide Grundlage, um darauf eine Bahnsaison aufzubauen und die in den Spielsportarten erworbenen Fähigkeiten in leichtathletikspezifische Ausdauer umzuwandeln.

Schlaue Spielsportarttrainer kaufen übrigens auch gerne mal Leichtathletik bzw. Sprinttrainer für das Konditions- und Beschleunigungstraining ein.  Smile
Übrigens sagt doch Hummels, dass er Leos Leistung nur mit einer Vobelastung nach 9 Disziplinen meint. Also er sagt ja selbst um die 4:30 rennt Leo als letzte 10 Kampf Disziplin und dass Laufen ja nicht die Stärke von Leo ist und er über andere Disziplinen keine Chance hätte! 

Mich regen die Kommentare unter dem Instavideo auf. Wie bspw., dass er selbst von Alica Schmidt abgestaubt wurde und wie er jetzt auf die Idee kommen würde gegen Neugebauer zu gewinnen. 
Das zeigt, dass die Leute Null Ahnung haben wie leistungsfähig Frauen sind. 
   4:40 min ist wirklich nicht gut. Der Trend, dass Mehrkämpfer entdeckt haben, wie wichtig es ist über 1500 Meter gut zu sein, ist auch wohl noch nicht so alt. Von daher glaube ich, dass man in Zukunft auch mal Läufer sieht, die 4:05 laufen können. Und, dass man immer weniger Medaillen holen kann mit einem 4:50 min Jogging. Die Zeiten sind vorbei und ob Neugebauer überhaupt diese 4:32 min wiederholen kann, steht ja auch in den Sternen. Ob Vorbelastung oder nicht. Er musste ja fast vom Platz getragen werden. Er konnte aufgrund der Platzierung Kräfte mobilisieren, wie man es sonst nur in einer Extremsituation kann. 

56 Sekunden über 400 Meter ist, wenn man mal annimmt, dass man daraus grds. eine 2:03 min über 800 Meter machen könnte, über 800 Meter immer noch deutlich deutlich näher an Kreisklasse als 4:40. Selbst mit einer 4:07 (2:45 min Pace) qualifizierte man sich in der Vergangenheit nicht mal  für einige Landesmeisterschaften. 

Zu Laktattoleranz und aerobe Fähigkeiten. Letztlich bringt dir Laktattoleranz über 1500 M ohne aerobe Fähigkeiten wenig, was ja die Mehrkämpfer gezeigt haben mit ihrer guten 400 M- und schlechten 1500 M. Leistung. Bis 1000 M kommt man noch einigermaßen ordentlich durch. Von daher würde ich Fußballer, die täglich laufen und auch in der "Regenerationszeit" laufen und "schieben" müssen, im Vorteil ggü. einem typischen Mehrkämpfer wie Leo sehen, je länger die Strecke ist. Es ging ja nicht um die Frage, die Diak ins Spiel gebracht hat, nach Potential, sondern um die Gegenwart.

Edit: Hummels lief ja auch die 56 Sekunden in Turnschuhen und es war sein erster 400 Meter Lauf!


RE: Mats Hummels: Nur 10 Sekunden hinter Leo Neugebauer? - mariusfast - 24.01.2026

(Gestern, 18:11)trackwatchnds schrieb: Ich verfüge zwar über keine vertieften Kenntnisse im leichtathletischen Lauf, kann aber durch mehrjährige Einblicke und Erfahrungen in mehreren Bundesliga-Vereinen etwas beitragen. Die Vereine werde ich zwar nicht preisgeben, aber alle drei sind oder waren zu dem jeweiligen Zeitpunkt in der ersten Bundesliga vertreten, alle hatten mehrere Nationalspieler, einer spielt regelmäßig Champions League und einer hat sogar einen Hummels in der Vita. 

Getestet wurde u. a. jeweils ein Standard-Ausbelastungsprotokoll auf dem Laufband:
3 Minuten Stufenlänge bei 30s Standpause, 1% Steigung auf dem Laufband, inkrementaler Geschwindigkeitsanstieg um jeweils 0,5 m/s und gelaufen wurde bis zur vollständigen Ausbelastung. Startgeschwindigkeit waren meist 2,5 m/s (9 km/h bzw. 6:40 min/km) und das Gros der Spieler konnte 4,5 m/s durchlaufen (16,2 km/h bzw. 3:42 min/km), einige nicht, andere wiederum auch die 5 m/s (18 km/h bzw. 3:20 min/km). Die VO2max lag meist im Bereich 52-56 ml/min/kg, bei den wirklich laufstärksten Spielern >60, in der Spitze bis zu 65. 
Als Trainingsform wurde in einem dieser Vereine immer wieder das 4x4 HIIT ("Norwegian Method") angewandt, das hier allen bekannt sein dürfte. Die besten erreichten wiederholt eine Laufstrecke von 1.100 - 1.300 m, die allermeisten mindestens 1.000 m. Die läuferische Stärke korrelierte eher mit der Position (am besten meist AV und DM) als mit der Spielstärke. Die Leistungsfähigkeit der U21 war im Mittelwert nicht schwächer, allerdings in der Spitze nicht ganz so sehr ausgeprägt.

Meine Einschätzung ist, dass in jedem Profiverein der ersten zwei Bundesligen eine Handvoll Spieler im Kader stehen, die ohne (viel) spezifisches Lauftraining 4:40 min auf 1.500 m erzielen könnten, allerdings gehört Mats Hummels ziemlich sicher nicht dazu. 
Dazu eine Anekdote: Auf die Frage, warum ein Spieler - südamerikanischer Nationalspieler - jede Woche in der Startelf stand, obwohl seine gesamten Leistungsdaten (CMJ, DJ, Broad Jump, 10/20m Stand, Tapping-Test, IFT 30-15, T-Test & Balsom Agility Test) gegenüber den Mannschaftskollegen deutlich zurückfielen: "Der ist mein einziger Spieler, der mit links Flanken kann."
Hummels wurde übrigens bei Bayern in der Jugend als 6 er, also deffensives Mittelfeld,  ausgebildet!


RE: Mats Hummels: Nur 10 Sekunden hinter Leo Neugebauer? - S_J - 24.01.2026

(Gestern, 18:11)trackwatchnds schrieb: Ich verfüge zwar über keine vertieften Kenntnisse im leichtathletischen Lauf, kann aber durch mehrjährige Einblicke und Erfahrungen in mehreren Bundesliga-Vereinen etwas beitragen. Die Vereine werde ich zwar nicht preisgeben, aber alle drei sind oder waren zu dem jeweiligen Zeitpunkt in der ersten Bundesliga vertreten, alle hatten mehrere Nationalspieler, einer spielt regelmäßig Champions League und einer hat sogar einen Hummels in der Vita. 

Getestet wurde u. a. jeweils ein Standard-Ausbelastungsprotokoll auf dem Laufband:
3 Minuten Stufenlänge bei 30s Standpause, 1% Steigung auf dem Laufband, inkrementaler Geschwindigkeitsanstieg um jeweils 0,5 m/s und gelaufen wurde bis zur vollständigen Ausbelastung. Startgeschwindigkeit waren meist 2,5 m/s (9 km/h bzw. 6:40 min/km) und das Gros der Spieler konnte 4,5 m/s durchlaufen (16,2 km/h bzw. 3:42 min/km), einige nicht, andere wiederum auch die 5 m/s (18 km/h bzw. 3:20 min/km). Die VO2max lag meist im Bereich 52-56 ml/min/kg, bei den wirklich laufstärksten Spielern >60, in der Spitze bis zu 65. 
Als Trainingsform wurde in einem dieser Vereine immer wieder das 4x4 HIIT ("Norwegian Method") angewandt, das hier allen bekannt sein dürfte. Die besten erreichten wiederholt eine Laufstrecke von 1.100 - 1.300 m, die allermeisten mindestens 1.000 m. Die läuferische Stärke korrelierte eher mit der Position (am besten meist AV und DM) als mit der Spielstärke. Die Leistungsfähigkeit der U21 war im Mittelwert nicht schwächer, allerdings in der Spitze nicht ganz so sehr ausgeprägt.

Meine Einschätzung ist, dass in jedem Profiverein der ersten zwei Bundesligen eine Handvoll Spieler im Kader stehen, die ohne (viel) spezifisches Lauftraining 4:40 min auf 1.500 m erzielen könnten, allerdings gehört Mats Hummels ziemlich sicher nicht dazu. 
Dazu eine Anekdote: Auf die Frage, warum ein Spieler - südamerikanischer Nationalspieler - jede Woche in der Startelf stand, obwohl seine gesamten Leistungsdaten (CMJ, DJ, Broad Jump, 10/20m Stand, Tapping-Test, IFT 30-15, T-Test & Balsom Agility Test) gegenüber den Mannschaftskollegen deutlich zurückfielen: "Der ist mein einziger Spieler, der mit links Flanken kann."

Danke für die Einsichten!

Ich denke, man muss gar nicht so hoch wie die Bundesliga greifen, wenn es auf die Ausdauer ankommt. Die ist ja auf dem Niveau auch vergleichsweise einfach zu trainieren. Wenn ich an die Schulzeit zurückdenke, waren es auch oft gerade die (guten) Fußballer, die beim Cooper-Test, 3000m-Lauf etc. vorne dabei waren. Die liefen jetzt zwar auch keine 9er-Zeiten auf 3000 aber konnten immerhin ihre 15-Punkte abhaken, was ja einem Tempo von ca. 3:40 entspricht / entsprach.

Das ist aber natürlich trotzdem nochmal deutlich davon entfernt, eine 4:40 oder gar 4:30 zu laufen. Wobei ich, wie gesagt, davon ausgehe, dass Bundesligaspieler das durchaus mit etwas gezieltem Training schaffen können sollten. Ich hatte auch schon jugendliche Quereinsteiger aus dem Fußball bei uns im Training, die im ersten Jahr gleich unter 4 geblieben sind.  Smile
Ohne despektierlich sein zu wollen, ist eine Zeit von 4:40 ja auch eher etwas, was man bei einer Landesmeisterschaft der WJ sieht und keine Elitezeit.

Spielsportler müssen ja aber auch in ganz anderen Sachen fit sein, was ja auch durch die erwähnte Testbatterie hier gut abgebildet wird. Beschleunigungen bzw. Shuttle Run (auf dem Rasen) und Richtungswechsel / Agility etc. sind hier ja deutlich näher an der Praxis als ein linearer Lauf, egal ob über 1500m, 12 Minuten, oder als Stufentest auf dem Laufband.

Ob Hummel es schaffen kann oder nicht – ich lasse mich überraschen.  Smile Leo Neugebauer ist auf jeden Fall ein realistischerer Gegner als Nele Weßel  Teufel


RE: Mats Hummels: Nur 10 Sekunden hinter Leo Neugebauer? - Piroschka - 24.01.2026

(Gestern, 18:12)mariusfast schrieb:
(Gestern, 17:22)S_J schrieb: Spielsportarten wie Fußball benötigen wiederholte maximale Beschleunigungsfähigkeiten mit unvollständigen Regenerationsphasen, bei denen der Leistungsabfall innerhalb der Spieldauer möglichst gering ist. Es wird also grundsätzlich sowohl anaerobe als auch aerobe Kapazität benötigt.

Wie bereits einige hier gesagt haben und auch den Amis und anderen polysportiven Systemen bewusst ist, ist das durchaus eine solide Grundlage, um darauf eine Bahnsaison aufzubauen und die in den Spielsportarten erworbenen Fähigkeiten in leichtathletikspezifische Ausdauer umzuwandeln.

Schlaue Spielsportarttrainer kaufen übrigens auch gerne mal Leichtathletik bzw. Sprinttrainer für das Konditions- und Beschleunigungstraining ein.  Smile
Übrigens sagt doch Hummels, dass er Leos Leistung nur mit einer Vobelastung nach 9 Disziplinen meint. Also er sagt ja selbst um die 4:30 rennt Leo als letzte 10 Kampf Disziplin und dass Laufen ja nicht die Stärke von Leo ist und er über andere Disziplinen keine Chance hätte! 

Mich regen die Kommentare unter dem Instavideo auf. Wie bspw., dass er selbst von Alica Schmidt abgestaubt wurde und wie er jetzt auf die Idee kommen würde gegen Neugebauer zu gewinnen. 
Das zeigt, dass die Leute Null Ahnung haben wie leistungsfähig Frauen sind. 
   4:40 min ist wirklich nicht gut. Der Trend, dass Mehrkämpfer entdeckt haben, wie wichtig es ist über 1500 Meter gut zu sein, ist auch wohl noch nicht so alt. Von daher glaube ich, dass man in Zukunft auch mal Läufer sieht, die 4:05 laufen können. Und, dass man immer weniger Medaillen holen kann mit einem 4:50 min Jogging. Die Zeiten sind vorbei und ob Neugebauer überhaupt diese 4:32 min wiederholen kann, steht ja auch in den Sternen. Ob Vorbelastung oder nicht. Er musste ja fast vom Platz getragen werden. Er konnte aufgrund der Platzierung Kräfte mobilisieren, wie man es sonst nur in einer Extremsituation kann. 

56 Sekunden über 400 Meter ist, wenn man mal annimmt, dass man daraus grds. eine 2:03 min über 800 Meter machen könnte, über 800 Meter immer noch deutlich deutlich näher an Kreisklasse als 4:40. Selbst mit einer 4:07 (2:45 min Pace) qualifizierte man sich in der Vergangenheit nicht mal  für einige Landesmeisterschaften. 

Zu Laktattoleranz und aerobe Fähigkeiten. Letztlich bringt dir Laktattoleranz über 1500 M ohne aerobe Fähigkeiten wenig, was ja die Mehrkämpfer gezeigt haben mit ihrer guten 400 M- und schlechten 1500 M. Leistung. Bis 1000 M kommt man noch einigermaßen ordentlich durch. Von daher würde ich Fußballer, die täglich laufen und auch in der "Regenerationszeit" laufen und "schieben" müssen, im Vorteil ggü. einem typischen Mehrkämpfer wie Leo sehen, je länger die Strecke ist. Es ging ja nicht um die Frage, die Diak ins Spiel gebracht hat, nach Potential, sondern um die Gegenwart.

Edit: Hummels lief ja auch die 56 Sekunden in Turnschuhen und es war sein erster 400 Meter Lauf!

Man merkt, dass du in deiner sportlichen Laufbahn bisher keinen näheren Kontakt zum Zehnkampf hattest. Bitte erkläre doch einmal wie du darauf kommst, dass es im Zehnkampf ein neuer Trend sei, dass 1500 m wichtig sind. An welcher konkreten Daten machst du dies fest. Wo siehst du einen Unterschied der Laufzeiten in den letzten 45 Jahren? Welche konkreten Trainingsinhalte haben sich bei vielen Zehnnkämpfern im Bezug auf die Priorisierung des 1500 m Laufs wie geändert. 

Es gibt viele Sportler, die sicher viel mehr Kilometer pro Woche laufen als Zehnkämpfer. Das sagt aber erstmal  gar nichts über die Fähigkeit aus eine relativ kurze Strecke, die nur wenige Minuten dauert maximal schnell zu laufen. 
Und woher weißt du, wie schnell Hummels über 400m gelaufen ist? In dem Video sieht man lediglich, dass er deutlich gegen A. Schmidt verliert. Mehr als die Bestzeit von ihr zu dem Zeitpunkt kennen wir nicht. Und es war von ihr ein Lauf in Turnschuhen. Kein wirklicher Wettkampf. Also sehr wahrscheinlich deutlich entfernt von ihrer damaligen Bestzeit!


RE: Mats Hummels: Nur 10 Sekunden hinter Leo Neugebauer? - Piroschka - 24.01.2026

Worum es mir eigentlich geht, ist, dass es mir immer wieder sauer aufstößt wie abwertend solche Aussagen von Fußballern sind. Das ganze einfach rausposaunt bei großer Reichweite ohne nur den geringsten Nachweis zu bringen. Das dumme Volk glaubt das dann auch noch. Das passt in eine Reihe mit der Behauptung von Aubameyang vor einigen Jahren, dass er auf 30 Metern schneller als Usain Bolt sei.


RE: Mats Hummels: Nur 10 Sekunden hinter Leo Neugebauer? - mariusfast - 24.01.2026

(Gestern, 19:17)Piroschka schrieb:
(Gestern, 18:12)mariusfast schrieb:
(Gestern, 17:22)S_J schrieb: Spielsportarten wie Fußball benötigen wiederholte maximale Beschleunigungsfähigkeiten mit unvollständigen Regenerationsphasen, bei denen der Leistungsabfall innerhalb der Spieldauer möglichst gering ist. Es wird also grundsätzlich sowohl anaerobe als auch aerobe Kapazität benötigt.

Wie bereits einige hier gesagt haben und auch den Amis und anderen polysportiven Systemen bewusst ist, ist das durchaus eine solide Grundlage, um darauf eine Bahnsaison aufzubauen und die in den Spielsportarten erworbenen Fähigkeiten in leichtathletikspezifische Ausdauer umzuwandeln.

Schlaue Spielsportarttrainer kaufen übrigens auch gerne mal Leichtathletik bzw. Sprinttrainer für das Konditions- und Beschleunigungstraining ein.  Smile
Übrigens sagt doch Hummels, dass er Leos Leistung nur mit einer Vobelastung nach 9 Disziplinen meint. Also er sagt ja selbst um die 4:30 rennt Leo als letzte 10 Kampf Disziplin und dass Laufen ja nicht die Stärke von Leo ist und er über andere Disziplinen keine Chance hätte! 

Mich regen die Kommentare unter dem Instavideo auf. Wie bspw., dass er selbst von Alica Schmidt abgestaubt wurde und wie er jetzt auf die Idee kommen würde gegen Neugebauer zu gewinnen. 
Das zeigt, dass die Leute Null Ahnung haben wie leistungsfähig Frauen sind. 
   4:40 min ist wirklich nicht gut. Der Trend, dass Mehrkämpfer entdeckt haben, wie wichtig es ist über 1500 Meter gut zu sein, ist auch wohl noch nicht so alt. Von daher glaube ich, dass man in Zukunft auch mal Läufer sieht, die 4:05 laufen können. Und, dass man immer weniger Medaillen holen kann mit einem 4:50 min Jogging. Die Zeiten sind vorbei und ob Neugebauer überhaupt diese 4:32 min wiederholen kann, steht ja auch in den Sternen. Ob Vorbelastung oder nicht. Er musste ja fast vom Platz getragen werden. Er konnte aufgrund der Platzierung Kräfte mobilisieren, wie man es sonst nur in einer Extremsituation kann. 

56 Sekunden über 400 Meter ist, wenn man mal annimmt, dass man daraus grds. eine 2:03 min über 800 Meter machen könnte, über 800 Meter immer noch deutlich deutlich näher an Kreisklasse als 4:40. Selbst mit einer 4:07 (2:45 min Pace) qualifizierte man sich in der Vergangenheit nicht mal  für einige Landesmeisterschaften. 

Zu Laktattoleranz und aerobe Fähigkeiten. Letztlich bringt dir Laktattoleranz über 1500 M ohne aerobe Fähigkeiten wenig, was ja die Mehrkämpfer gezeigt haben mit ihrer guten 400 M- und schlechten 1500 M. Leistung. Bis 1000 M kommt man noch einigermaßen ordentlich durch. Von daher würde ich Fußballer, die täglich laufen und auch in der "Regenerationszeit" laufen und "schieben" müssen, im Vorteil ggü. einem typischen Mehrkämpfer wie Leo sehen, je länger die Strecke ist. Es ging ja nicht um die Frage, die Diak ins Spiel gebracht hat, nach Potential, sondern um die Gegenwart.

Edit: Hummels lief ja auch die 56 Sekunden in Turnschuhen und es war sein erster 400 Meter Lauf!
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Man merkt, dass du in deiner sportlichen Laufbahn bisher keinen näheren Kontakt zum Zehnkampf hattest. Bitte erkläre doch einmal wie du darauf kommst, dass es im Zehnkampf ein neuer Trend sei, dass 1500 m wichtig sind. An welcher konkreten Daten machst du dies fest. Wo siehst du einen Unterschied der Laufzeiten in den letzten 45 Jahren? Welche konkreten Trainingsinhalte haben sich bei vielen Zehnnkämpfern im Bezug auf die Priorisierung des 1500 m Laufs wie geändert. 

Es gibt viele Sportler, die sicher viel mehr Kilometer pro Woche laufen als Zehnkämpfer. Das sagt aber erstmal  gar nichts über die Fähigkeit aus eine relativ kurze Strecke, die nur wenige Minuten dauert maximal schnell zu laufen. 
Und woher weißt du, wie schnell Hummels über 400m gelaufen ist? In dem Video sieht man lediglich, dass er deutlich gegen A. Schmidt verliert. Mehr als die Bestzeit von ihr zu dem Zeitpunkt kennen wir nicht.

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Er konnte ja den 400 Meter Lauf überhaupt nicht einschätzen, sagte er damals. Deshalb hat er ja auch keine Prognosen gemacht vor dem Lauf. Dass das mit den 10 Sekunden nicht einfach aus der Luft gegriffen ist, denke ich u.a. deshalb schon. Es kam schon überzeugt rüber. Von daher gehe ich schwer davon aus, dass er mit einer 1000 Meter Zeit etwas anfangen kann und das dann auf 1500 prognostiziert hat. 

  Und jetzt unabhängig von Hummels. Fußballer, die 1300 Meter in dem 4x4 min Vo2 Max Programm hinlegen können (ich nehme mal an mit der 3 min langen Trabpause, wie es die Ingebrigtsen machen) haben einen KM Schnitt von 3:04 min! Also ich würde sagen 9:15 min über 3000 Meter sollte man damit mind. laufen können. Für Fußballer: "kann".. Weil das natürlich auch bei solchen Strecken auch auf weitere Faktoren wie den Laufstil ankommt, ob dieser bspw. rollend ist. 

Zu dem 1500 M Training von den Zehnkämpfer müsste es ein Thread geben. Ich meine dort wurde von den Zehnkampfexperten geschrieben, dass da mehr Fokus auf Laufen gelegt wird im Training. Aber kann mich auch irren. @Mods Ist es möglich diesen Thread zu verlinken? Danke!

-Kilometer und 1500 Meter Zeit. Siehe auch Energiebereitstellung bei einem 1500 Meter Lauf (größtenteils aerob).  Da gibt es schon einen nachgewiesenen Zusammenhang durch aktuelle Studien. Es hat schon seinen Grund wieso aktuelle 1500 Meter Weltklasseläufer bis zu 200 Kilometer pro Woche und das Meiste davon in einem unglaublich langsamen Tempo machen.   Dass auch noch andere Faktoren mitspielen, hat ja hier niemand negiert (sonst würde ein Neugebauer kaum einen 3 min Schnitt laufen können). Wir reden hier ja nicht von Marathonläufer, die nur 6 Minuten Schnitt traben. Und wie gesagt, allein durch das regelmäßige Fahrtspiel in Trainingsspielen oder in Fußballspielen mit kurzen Laufpausen, hat man ja einen halbwegs spezifischen Reiz für solche Streckenlängen wie 1500 Meter.