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RE: Germany Athletics - Reichtathletik - 30.12.2025

(30.12.2025, 11:09)Reichtathletik schrieb: Es gibt das ganze Spektrum in GA und auch wenn mir nachgesagt wird hier alles schlecht zu sehen habe ich bereits betont dass es Athleten gibt, für die GA genau das richtige ist. Aber die Pauschalisierung dass GA perse gut sei ist halt Lüge. Es gibt genau das andere Spektrum auch.


Zitat:muffman
Und die Pauschalisierung, dass GA per se schlecht sei (siehe deine Posts zu GA), genauso : )



RE: Germany Athletics - Sandmann - 30.12.2025

(30.12.2025, 11:36)muffman schrieb:
(30.12.2025, 09:54)Sandmann schrieb: Es gibt viele verschiedene Arbeitsbegriffe, aber eines lässt sich doch kaum bestreiten: Als die Menschen den Sport erfanden, war er tatsächlich das Gegenteil von Arbeit. Ich finde es schon nützlich, das immer wieder mal zu reflektieren, gerade wenn man die Professionalisierung des (Leistungs-)Sports vorantreiben möchte. Was nun gut oder schlecht ist, und ob irgendjemand in die Steinzeit zurück möchte - darüber ist damit noch gar nichts ausgesagt.

In der Antike waren die Olympioniken fast immer Berufssportler und meistens aus Wohlhabenden Familien. Leistungssport konnte man sich sonst nicht leisten. Auch damals schon.

War das als Einwand gemeint? Ich kann keinen Widerspruch zwischen unseren beiden Posts erkennen. Es sei denn, du meinst, Sport wäre erst mit den antiken Olympiern in die Welt gekommen. Dann hätten wir ein unterschiedliches Verständnis von dem, was "Sport" ist. Oder du meinst, echter Leistungssport kann niemals Amateursport sein. Das würde ich bestreiten, aber da käme es dann wieder darauf an, welche Definitionen von "Berufssport" und "Leistungssport" dahinterstehen bzw. erkenntnistheoretisch nützlicher sind. 

Bitte kein Missverständnis: Ich behaupte nicht, dass Professionalisierung nichts mit einer verbesserten Ausschöpfung von Leistungspotentialen zu tun hat. Das hat sie durchaus. Das steht aber auch nicht im Gegensatz zur Aussage vom Ur-Sport als Gegenteil von Arbeit.


RE: Germany Athletics - muffman - 30.12.2025

Sollte nur eine Ergänzung zu deinem Post sein.


RE: Germany Athletics - Atanvarno - 30.12.2025

(29.12.2025, 22:09)S_J schrieb: Wäre es umsetzbar, hätte ich auch nichts dagegen, den Amateurparagraphen für Olympia wiedereinzuführen...

Der Amateurparagraph war vom ersten Tag an das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben stand. Wollen wir wirklich wieder, dass Athleten den schönen Schein vom hehren Amateurdasein in der Öffentlichkeit spielen müssen und unter dem Tisch Geld annehmen, oder stehen wir doch eher dazu, dass Leistungssport auch entsprechend entlohnt werden muss.


RE: Germany Athletics - S_J - 30.12.2025

(30.12.2025, 14:42)Atanvarno schrieb:
(29.12.2025, 22:09)S_J schrieb: Wäre es umsetzbar, hätte ich auch nichts dagegen, den Amateurparagraphen für Olympia wiedereinzuführen...

Der Amateurparagraph war vom ersten Tag an das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben stand. Wollen wir wirklich wieder, dass Athleten den schönen Schein vom hehren Amateurdasein in der Öffentlichkeit spielen müssen und unter dem Tisch Geld annehmen, oder stehen wir doch eher dazu, dass Leistungssport auch entsprechend entlohnt werden muss.

Ich wollte nicht behaupten, dass es jemals umsetzbar gewesen sei  Smile

Aber wenn man wirklich Interesse daran hat, Talente nicht nur aus der (oberen) Mittelschicht zu rekrutieren, dann ist eine Entlohnung im Spitzensport ein Geldeinsatz an falscher Stelle; dann landet das Geld nämlich größtenteils bei denjenigen, die schon vorneherein ausreichend Mittel hatten, um es sich finanzieren zu können, überhaupt auf dem Niveau anzugelangen.

Natürlich hilft es auch dort und ihnen sei die Entlastung gegönnt. Aber ich denke, es gibt Stellen, wo eine Finanzspritze dem deutschen Leichtathletiksystem deutlich mehr und auch nachhaltiger helfen würde. Und der Weg geht eben darüber, allen unabhängig vom sozioökonomischen Hintergrund den Einstieg und die Durchführung des Leistungssports niedrigschwellig zu ermöglichen. Je weiter das System es erlaubt, Amateuren zu kommen, desto weniger müssen die Profis dann selbst überbrücken.


RE: Germany Athletics - muffman - 30.12.2025

(30.12.2025, 13:36)Reichtathletik schrieb:
(30.12.2025, 11:09)Reichtathletik schrieb: Es gibt das ganze Spektrum in GA und auch wenn mir nachgesagt wird hier alles schlecht zu sehen habe ich bereits betont dass es Athleten gibt, für die GA genau das richtige ist. Aber die Pauschalisierung dass GA perse gut sei ist halt Lüge. Es gibt genau das andere Spektrum auch.


Zitat:muffman
Und die Pauschalisierung, dass GA per se schlecht sei (siehe deine Posts zu GA), genauso : )

Jaja, ich wusste, dass das kommt. Du hast doch selbst hier diese wochenlange, unreflektierte Hetzjagd losgetreten und immer wieder angeheizt.


RE: Germany Athletics - trackwatchnds - 30.12.2025

(30.12.2025, 09:54)Sandmann schrieb:
(30.12.2025, 00:51)trackwatchnds schrieb: Ich bitte euch - das kann doch niemand ernsthaft wollen, höchstens die absoluten Puristen. Der Großteil unserer Bundeskader sind doch bedauernswerterweise Amateure. 

Zitat:Sport war mal das Gegenteil von Arbeit. 

Wenn irgendwo Leistung entstehen soll, ganz egal in welcher Branche oder Profession, steckt immer Arbeit drin. Die soll auch angemessen entlohnt werden. Bitte nicht zurück in die Steinzeit.

Es gibt viele verschiedene Arbeitsbegriffe, aber eines lässt sich doch kaum bestreiten: Als die Menschen den Sport erfanden, war er tatsächlich das Gegenteil von Arbeit. Ich finde es schon nützlich, das immer wieder mal zu reflektieren, gerade wenn man die Professionalisierung des (Leistungs-)Sports vorantreiben möchte. Was nun gut oder schlecht ist, und ob irgendjemand in die Steinzeit zurück möchte - darüber ist damit noch gar nichts ausgesagt.

Den Steinzeit-Begriff habe ich hier als Äquivalent einer Rückversetzung in - glücklicherweise - vergangene Zeiten verwendet, in denen Höchstleistungen von Amateuren vollbracht wurden bzw. werden sollten und nicht als philosophisch-historische Überlegung, warum Menschen angefangen haben, Sport zu treiben. Aus dem Latein-Unterricht erinnere ich mich dunkel an otium und negotium.

Wenn man die OS als Aussprägungsspitze von Sport betrachtet, dann muss man den dafür Infragekommenden bitte auch hochwertige, professionelle Strukturen schaffen und Sport als Beruf vollumfänglich anerkennen. Genauso wie es bei den anderen genannten Künsten muss für diese Leute dann auch Kohle fließen. 

Sport vs. Arbeit geht doch wieder in Richtung der Diskussion von vor ein paar Wochen zur intrinsischen und extrinsischen Motivation. Diese Gegenüberstellung sollte es aus meiner Sicht aber nur an der Schwelle zwischen Breitensport und Leistungssport geben.


RE: Germany Athletics - Diak - 30.12.2025

(30.12.2025, 16:09)muffman schrieb: Jaja, ich wusste, dass das kommt. Du hast doch selbst hier diese wochenlange, unreflektierte Hetzjagd losgetreten und immer wieder angeheizt.

Morgen wird es wieder Hetzjagden auf Hilfskräfte geben und landauf landab stellen sich queere und Migrantinnen gelesene Menschen wieder darauf ein, mit Baseballschlägern durchs Dorf getrieben zu werden, während alle anderen zuschauen oder applaudieren. 
Wir haben echte Diskursprobleme in diesem Land und dankenswerterweise kaum in diesem Forum. Reichtathletik wird wenig dagegen habe n, wenn wir ihm eine gewisse Penetranz nachsagen und er preist ein, das jene nervt. Hier waren wir doch längst geeinigt und der Dissens nicht der Rede wert. 
Also: "mäßigen Sie sich. ". Frohe Weihnachten gehabt zu haben...


RE: Germany Athletics - diskobolos - 30.12.2025

(30.12.2025, 09:59)TranceNation 2k14 schrieb: Naja, aber waren Musik und Schauspiel nicht auch ursprünglich Unterhaltung?

Ja, aber da steht noch die Kunst im Zentrum. Geld wird in vielen Sportarten hauptsächlich dadurch verdient, dass die Sportler wandelnde Litfassäulen sind oder in Werbepausen mal für irgendein überteuertes Zeug die Trommel rühren (lavita)


RE: Germany Athletics - Atanvarno - 30.12.2025

(30.12.2025, 19:31)diskobolos schrieb:
(30.12.2025, 09:59)TranceNation 2k14 schrieb: Naja, aber waren Musik und Schauspiel nicht auch ursprünglich Unterhaltung?

Ja, aber da steht noch die Kunst im Zentrum. Geld wird in vielen Sportarten hauptsächlich dadurch verdient, dass die Sportler wandelnde Litfassäulen sind oder in Werbepausen mal für irgendein überteuertes Zeug die Trommel rühren (lavita)

Musiker und Schauspieler machen keine Werbung?

Fast jeder einigermaßen bekannte Musiker (E und U-Musik) hat beispielsweise Endorsementverträge. Er hat den Vorteil, dass sich das Instrumentenendorsement etwas harmonischer in die künstlerische Performance einfügt als der Sponsorenaufdruck auf dem Sportlertrikot, aber Werbung bleibt es dennoch.