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RE: Bayer Leverkusen überbewertet? - dominikk85 - 03.09.2025 Duplantis kann man nicht vergleichen. Der hat mit Abstand die beste Athletik und trainiert seit er ein kleines Kind ist auf der eigenen Anlage betreut von seinem Vater der selber erweiterte weltklasse war. Man sollte sich aber schon fragen warum man nicht an die Werte der top leute von vor 20 jahren rankommt und zum beispiel ein lita baere der mit 26 im besten alter ist stagniert bzw sogar eher etwas rückläufig ist. Karalis und Kanda sind der gleich jahrgang (karalis ein halbes Jahr jünger) 2019: karalis 5.75 Kanda 5.72 2020: karalis 5.50 (verletzt) kanda 5.81 2021: karalis 5.80 kanda 5.80 2022: karalis 5.81 kanda 5.90 2023: karalis 5.86 kanda 5.82 2024: karalis 6m kanda 5.82 2025 karalis 6.08 kanda 5.75 RE: Bayer Leverkusen überbewertet? - Befürworter - 03.09.2025 Karalis ist der viertbeste Stabhochspringer der Menschheitsgeschichte. Kann es vielleicht sein, dass nicht jeder Sportler eine analoge Entwicklung nehmen kann wie so ein absoluter Ausnahmesportler? Sonst müsste man auch fragen, warum nicht 30 andere Athleten ständig über 6 m springen und was die wohl alles falsch gemacht haben. Ein Beispiel ist KC Lightfoot, der eine PB von nur einem Zentimeter weniger hat, so alt ist wie Karalis und diese Saison unter 5,75 m herumkrebst. RE: Bayer Leverkusen überbewertet? - Delta - 03.09.2025 (03.09.2025, 16:47)Befürworter schrieb: Karalis ist der viertbeste Stabhochspringer der Menschheitsgeschichte. Kann es vielleicht sein, dass nicht jeder Sportler eine analoge Entwicklung nehmen kann wie so ein absoluter Ausnahmesportler? Sonst müsste man auch fragen, warum nicht 30 andere Athleten ständig über 6 m springen und was die wohl alles falsch gemacht haben. Ein Beispiel ist KC Lightfoot, der eine PB von nur einem Zentimeter weniger hat, so alt ist wie Karalis und diese Saison unter 5,75 m herumkrebst. Für mich ist Karalis viel zu weit weg von den DLV Athleten. Ich würde mich aber fragen warum man nicht in die Nähe von Broeders oder Vloom kommt. Auch einer der Jungen Volkov aus Belarus ist schon bei 5.85 angelangt (Jg 2004) RE: Bayer Leverkusen überbewertet? - S_J - 03.09.2025 (03.09.2025, 16:47)Befürworter schrieb: Karalis ist der viertbeste Stabhochspringer der Menschheitsgeschichte. Kann es vielleicht sein, dass nicht jeder Sportler eine analoge Entwicklung nehmen kann wie so ein absoluter Ausnahmesportler? Sonst müsste man auch fragen, warum nicht 30 andere Athleten ständig über 6 m springen und was die wohl alles falsch gemacht haben. Ein Beispiel ist KC Lightfoot, der eine PB von nur einem Zentimeter weniger hat, so alt ist wie Karalis und diese Saison unter 5,75 m herumkrebst. Die 6m sollte man vielleicht mehr erhoffen als erwarten, aber die aus meiner Sicht relevante Frage ist schon, warum KC Lightfoot, Bo, etc. diese Saison 15-20cm unter ihren Möglichkeiten bleiben. Bevor es an die 6m geht, wäre das Ziel ja zunächst, möglichst das Leistungsniveau auf den 5,90 von 2022 zu stabilisieren. Auch damit lassen sich ja durchaus globale Medaillen gewinnen. War 2022 einfach eine positive Ausnahme, weil alles geklappt hat? Dann ist die Frage, warum seither diese Faktoren nicht mehr zusammen kommen. Oder wurde die Leistung auf Kosten der späteren Leistungsfähigkeit erzeugt? Das wäre dann eines dieser systemischen Probleme, die Gertrud gerne anspricht. RE: Bayer Leverkusen überbewertet? - Gertrud - 04.09.2025 (03.09.2025, 18:06)S_J schrieb:(03.09.2025, 16:47)Befürworter schrieb: Karalis ist der viertbeste Stabhochspringer der Menschheitsgeschichte. Kann es vielleicht sein, dass nicht jeder Sportler eine analoge Entwicklung nehmen kann wie so ein absoluter Ausnahmesportler? Sonst müsste man auch fragen, warum nicht 30 andere Athleten ständig über 6 m springen und was die wohl alles falsch gemacht haben. Ein Beispiel ist KC Lightfoot, der eine PB von nur einem Zentimeter weniger hat, so alt ist wie Karalis und diese Saison unter 5,75 m herumkrebst. Es gehört in eine vernünftige Analyse, das Letzte in gesunder Form auszureizen. Oft hapert es an Kleinigkeiten. Der Standort Leverkusen ist mit seinen Spezialvorrichtungen für Stabhochsprung für Fortschritte in der Disiziplin prädestiniert. Folglich sollte man knallhart ausloten, woran es fehlt. Dazu gehört auch eine Analyse der TuT durch die jeweilige OSP-Leitung. ch würde Stellen nur besetzen, wenn sich geeignete TuT ante portas befinden. Beispiel aus einer anderen Rubrik: Ich beobachte seit langem die unterschiedlichen Eigenschaften der A-TuT bei Fortbildungen. Da gibt es sehr agile Teilnehmer:innen und solche, die die Verlängerung der Lizenz absitzen. Da würde ich eine allgemeine Niveauanhebung einfordern und zwar in aller Härte. Michael Siegel bietet gute Inhalte, bei denen sich eine Beschäftigung damit auszahlt. Das nennt man autodidaktisches Lernen. Gertrud RE: Bayer Leverkusen überbewertet? - Delta - 04.09.2025 Beim Deutschen Frauen Stab kann man Tag genau sagen wie der Einbruch begann. Der Abgang von Herbert Czingon in die Schweiz so um 2012/2013 führte zur Katastrophe im Deutschen Frauenstab. Ein paar wenige ordentliche Sprünge um 4.60 ändern das nicht. RE: Bayer Leverkusen überbewertet? - Reichtathletik - 04.09.2025 (04.09.2025, 09:23)Gertrud schrieb:(03.09.2025, 18:06)S_J schrieb:(03.09.2025, 16:47)Befürworter schrieb: Karalis ist der viertbeste Stabhochspringer der Menschheitsgeschichte. Kann es vielleicht sein, dass nicht jeder Sportler eine analoge Entwicklung nehmen kann wie so ein absoluter Ausnahmesportler? Sonst müsste man auch fragen, warum nicht 30 andere Athleten ständig über 6 m springen und was die wohl alles falsch gemacht haben. Ein Beispiel ist KC Lightfoot, der eine PB von nur einem Zentimeter weniger hat, so alt ist wie Karalis und diese Saison unter 5,75 m herumkrebst. "Nur stellen besetzen, wenn geeignete Trainer da sind" -> Das ist ja das Kernproblem in der aktuellen Stützpunkt-Logik. Ich verstehe zwar dass man theoretisch lieber einen mittelguten Kandidaten nimmt, als niemanden zu haben, aber aktuell nimmt man ja lieber einen Mittelguten an Standort X, weil der immer mit zig Hauptamt versorgt sein soll, statt gute Trainer an anderen Orten finanziell zu unterstützen (oder deren Vereine, Landesverbände). In der folge bezahlt das System Sport dann Trainer, die z.T. wenig bis keinen Mehrwert generieren, während andere verloren gehen oder keine Zeit neben 40+h/Lohnarbeit haben. Da gibt es aber auch einige an den bislang geförderten Standorten die lieber ihre Schäfchen im Trockenen sehen, als die leichtathletik insgesamt erfolgreich. "Wir brauchen TuT, die permanent lernen und nicht darauf warten, dass ihnen die gebratenen Tauben in den Mund fliegen" -> Auch hier haben wir ein ähnliches Problem. Es gibt von Verbänden und Vereinen bezahlte Trainer, die es nichtmals schaffen in ihrer Arbeitszeit(!) Fortbildungen zu besuchen, während andere dafür Urlaub nehmen und quer durch die Welt reisen, um sich fortzubilden. Der "Lohn" für dieses Engagement ist aber oft, dennoch nie gehört oder bedacht zu werden oder von Debatten, zu denen man etwas beitragen könnte, aktiv ausgeschlossen zu werden. RE: Bayer Leverkusen überbewertet? - dominikk85 - 04.09.2025 (03.09.2025, 16:47)Befürworter schrieb: Karalis ist der viertbeste Stabhochspringer der Menschheitsgeschichte. Kann es vielleicht sein, dass nicht jeder Sportler eine analoge Entwicklung nehmen kann wie so ein absoluter Ausnahmesportler? Sonst müsste man auch fragen, warum nicht 30 andere Athleten ständig über 6 m springen und was die wohl alles falsch gemacht haben. Ein Beispiel ist KC Lightfoot, der eine PB von nur einem Zentimeter weniger hat, so alt ist wie Karalis und diese Saison unter 5,75 m herumkrebst.6.08 hätte ich auch nicht erwartet. Aber schon das er sich um 5.85-5.90 stabilisieren kann (also nicht jeden Wettkampf, aber schon 2-3 mal pro saison) und ab und zu mal nen Ausrutscher richtung 5.95+. Das hätte man nach 2021/2022 schon erwarten können. RE: Bayer Leverkusen überbewertet? - S_J - 04.09.2025 (04.09.2025, 09:42)Reichtathletik schrieb: "Nur stellen besetzen, wenn geeignete Trainer da sind" -> Das ist ja das Kernproblem in der aktuellen Stützpunkt-Logik. Ich verstehe zwar dass man theoretisch lieber einen mittelguten Kandidaten nimmt, als niemanden zu haben, aber aktuell nimmt man ja lieber einen Mittelguten an Standort X, weil der immer mit zig Hauptamt versorgt sein soll, statt gute Trainer an anderen Orten finanziell zu unterstützen (oder deren Vereine, Landesverbände). In der folge bezahlt das System Sport dann Trainer, die z.T. wenig bis keinen Mehrwert generieren, während andere verloren gehen oder keine Zeit neben 40+h/Lohnarbeit haben. Da gibt es aber auch einige an den bislang geförderten Standorten die lieber ihre Schäfchen im Trockenen sehen, als die leichtathletik insgesamt erfolgreich. Ich würde als das Kernproblem ansehen, dass Trainerstellen, genau wie eben der Stützpunktstatus, dorthin verliehen wird, wo vor Ort bereits eine tragende Infrastruktur bereitsteht. Das ist einerseits natürlich total verständlich, denn es ergibt wenig Sinn einen Bundestrainer und OK-Athleten an einem Ort zu trainieren, wo die Trainingsbedingungen nicht gegeben sind und keine optimalen Ergebnisse erzielt werden können. Einrichtungen für Athletiktraining, Wetterunabhängigkeit, Spezialgeräte etc. sind eben teuer und es ergibt daher Sinn die Infrastruktur und das KnowHow in Person der Trainerin örtliche Nähe zueinander zu bringen. Andererseits sorgt das eben dafür, dass die anderen Regionen dann immer mehr vernachlässigt werden, weil nicht ausreichend darin investiert wird, dass es auch flächendeckend sowohl gute Trainingsbedingungen gibt, als auch Personen, die das Training entsprechend anleiten und gestalten können. Und für Flächenländer ist das meines Erachtens nach die einzig sinnvolle Möglichkeit. Wie man das ausgestaltet, ist wieder eine andere Frage. Man kann jetzt natürlich nicht in jedes Mittelzentrum einen Bundestrainer schicken. Aber zwischen Staat, Ländern, DOSB, DLV und LV sollte es doch möglich sein, dafür zu sorgen, dass es städtische Infrastruktur gibt, die für den Leistungssport geeignet ist und auch für diesen genutzt werden kann. Ich bin mir auch sicher, dass man eine Person in Vollzeit oder zumindest Teilzeit beschäftigen könnte, sowohl die sportlichen Interessen gegenüber der Politik durchzusetzen, als auch Sport in Ganztagesangeboten, Frühtraining, Leistungstraining etc anzubieten und / oder zu koordinieren. Und vor allem den Wissenstransfer zu gewährleisten. Fortbildungen, Hospitationen, Lernmöglichkeiten für jüngere Trainer, Lehrmöglichkeiten für erfahrene Trainer. RE: Bayer Leverkusen überbewertet? - Reichtathletik - 04.09.2025 Es gibt Standorte, da geht der Großteil des Budgest des Vereins bzw. des LVs für einen Trainer drauf, der PK-Athleten betreut. Da wäre schon eine Menge geholfen, wenn da DLV- bzw. Bundesmittel hinzufließen könnten. Warum soll ein Verein oder LV an einen Ort einen Trainer finanzieren, um Bundeskader zu betreuen, während gleichzeitig eine Trainerstelle ganz wo anders bezahlt wird, es dort aber keine Bundeskaderathleten gibt? Stattdessen ist die Praxis bisher, dass man Trainer und/oder Athleten sagt, sie sollen umziehen. Und dort wo alle dann hin müssen feiert man sich dafür ab, so großartige Arbeit zu leisten und zeigt am besten noch mit den Finger auf die anderen Orte, die ohne zentrale Mittel auskommen müssen und sagt ihnen, sie sollten mal in Hauptamt investieren... |