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Schafft es Röhler nach Paris? - Druckversion

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RE: Schafft es Röhler nach Paris? - Notalp - 18.02.2024

Keiner verfügt über ein Wissen, das es erlauben würde, sich festzulegen. Also sollte man sich nicht festlegen!  

Diesen Grundsatz beherzigen mit ihren Antworten nahezu alle Teilnehmer. Wenn sie Gründe anführen, die dafür sprechen, dass R. es schaffen KANN, wäre das dennoch keine Spekulation. Denn eines ist klar: die gegenteilige Antwort müsste die Unmöglichkeit untermauern - was im vorliegenden Fall nicht möglich ist. Ein besseres Orakeln wäre das WISSEN über diesen Umstand übrigens nur dann, wenn man die Ausgangsfrage beim Wort nimmt.

  PS: Wenn das im Grunde nicht alles schon vermeint worden wäre, hätte ich jetzt Grund für ein gutes Wurfgefühl….  Wink


RE: Schafft es Röhler nach Paris? - Gertrud - 18.02.2024

(17.02.2024, 19:11)muffman schrieb:
(17.02.2024, 09:48)frbcrane2 schrieb: Was soll er sonst auch sagen? Offiziell glaubt Vetter auch noch an die 100m.

Genau, wenn Röhler selbst nicht mehr daran glauben würde, könnte er es doch auch einfach direkt lassen. Ich denke wir alle wünschen uns, dass er es schafft. Genauso wünschen wir uns, dass Vetter die 100m schafft oder eben wieder konstant über 90m wirft. Genauso dass Hofmann wieder 90+ wirft. Wir haben in DE 4 Speerwerfer, die vom Potential her alle Gold in Paris holen können. Ob sie es ausschöpfen können bzw. noch können, ist halt reine Spekulation. Von außen kann sich natürlich jeder seine eigene Meinung bilden. Alles Spekulation. Warten wirs ab.

Es müsste bei der Verletzungs- und Operationsdichte bei den Speerwerfern doch jedem hier klar sein, dass in dem Bereich akuter Handlungsbedarf besteht. Es bringt nichts, wenn man solche Tatsachen toleriert und als Alibifunktion an einigen wenigen Schrauben dreht. Es muss das gesamte Procedere unter die Lupe, das meines Erachtens intern mit den "Verursachern" nicht gelöst wird und werden kann. Es sei denn, dass die TuT einen Paradigmenwechsel erster Güte hinlegen, woran ich bei den "eingefleischten Lösungen" nicht glaube, weil sich der DLV im Vertrauen auf die Multiplikatoren nur sehr gering bewegt. Es muss massiv von außen an der Steuerung gearbeitet werden. Sonst wird auch die nächste Generation orthopädischen Schaden nehmen. Hier hilft nur massive Selbstkritik mit dem Willen zur Verbesserung. Man kann nicht alle orthopädischen Strukturen austauschen.  Wink

Röhler zeigt das klassische Phänomen, dass nach Verletzungen die eigentlichen Bewegungsmaxima verloren gegangen sind. Es ist sehr schwierig, entsprechend in der Feinabstufung erfolgreich zu reparieren. Man muss von vorneherein die richtigen Muster bedienen. Das bedarf eines unheimlichen Wissens, einer ewigen Forschung an die Fortschritte sehr eng angepasst. Wenn der DLV den Weg der Reparateure in fachlich sehr präzise geschulte TuT nicht ändert oder sehr gute TuT außen vorlässt, haben wir das bekannte Bild mit vielen Verletzungen und OP im Speerwurf und übrigens auch massiv im Langstreckenbereich. Die Verletzungsprophylaxe darf nicht nur ein lästiger Zeitfaktor und "Appendix" sein. 

Es gibt nur zwei Wege: entweder verletzungsträchtig so weiter wie bisher trainieren oder ein massives Umkrempeln des gesamten Bereiches einleiten!!! Wir sehen an den sehr unterschiedlichen Speerwurftypen in Deutschland, dass es massiver individueller Lösungen bedarf. Nehmen wir mal Röhler, der hervorragende Übungen im Programm hat; aber es machte sich relativ früh (habe ich alles katalogisiert) eine Rücken-Dysbalance bemerkbar. Auf Vetters desolate Fußeinsätze habe ich hier massiv hingewiesen. Es ist klar, dass solche Dysbalancen sich sehr oft weiter upstairs irgendwann bemerkbar machen.

Ich bin keine "Nestbeschmutzerin". Ich lege die Karten nur ganz offen auf den Tisch und in die Wunden, damit sich etwas ändert. Man kann die Youngster feiern, sollte aber auch den Blick nicht vor der Zukunft dieser Talente verschließen und sehr genau hinschauen, was in der Zwischenzeit mit ihnen und aus ihnen geworden ist. Wink ‌ Das Sad ‌oder das Smile ‌? Der Schwelbrand sollte im Keim erstickt werden.

Gertrud

Hart, aber herzlich wie immer!!! WinkThumb_up


RE: Schafft es Röhler nach Paris? - dominikk85 - 18.02.2024

Ich würde es ihm gönnen, glaube aber nicht daran, denke da ist Strukturell einfach zu viel kaputt.

Er war ja eh nicht so der Kraft Typ, sondern kam eher über die beweglichkeit, schnelligkeit und timing und wenn dann wegen den verletzungen etwas range of motion verloren geht funktioniert das system nicht mehr.

Die kinetische kette beim speerwurf hat einfach mehr Glieder als jede andere leichtathletik Disziplin und wenn nur bei einem Glied die Übertragung nicht effizient ist fehlen direkt 15 Meter.

Dazu kommt das die belastungen im Speerwurf ernorm sind, zusammen mit dem dreisprung ist es die härteste Disziplin für den körper, denn zum einen ist der überkopfwurf eine unnatürliche Belastung für den Körper die oft zu Verletzungen führt, siehe die ganzen baseball pitcher die sich verletzen, dazu hat jemand mal gesagt, dass vor allem der Ellbogen unnatürlich benutzt wird, weil es ein scharniergelenk ist, die Belastung allerdings durch die außenrrotation im Oberarm seitlich als Schwerkraft auf das Gelenk wird.

Und zum anderen ist mit 25 kmh innerhalb von 2 schritten auf null km h bremsen und dabei eine aggressive körperrotation ausführen auch nicht gerade gesund, das ist jedes Mal so als würde man von einer 2 Meter hohen Mauer springen und mit gestreckten Beinen landen.

Das bedeutet natürlich nicht dass der dlv hier alles richtig macht und man die vielen verletzungen der dlv springer einfach akzeptieren sollte, es gab ja auch schon athleten die mit fast 40 noch 85 meter geworfen haben (auch beim dlv), die müssen also was richtig gemacht haben um so lange durchzuhalten, oder sie hatten Glück in der Gen Lotterie.


RE: Schafft es Röhler nach Paris? - Atanvarno - 20.04.2024

(17.02.2024, 08:06)Atanvarno schrieb: Wirklich beurteilen können wird man das nach den ersten Wettkampfergebnissen. März 2023 klang er im True Athletes Podcast genauso optimistisch, das Ergebnis hat man gesehen. Müsste ich mich jetzt festlegen würde ich Mark1967 zustimmen.

Das heutige Wettkampfergebnis von 80,62m hat mich positiv überrascht. Ich hatte ihm keinen 80m-Wurf mehr zugetraut. Hoffentlich kann er darauf in den nächsten Wettkämpfen aufbauen.