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Warum gibt es nicht mehr große Meetings in Deutschland? - Druckversion

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RE: Die Leichtathletik lebt? - CoachnEngineer - 19.08.2022

(19.08.2022, 14:04)Gertrud schrieb: Deutschland sollte sich um eine WM Leichtathletik bewerben. Dann könnten sich die deutschen AuA darauf vor der EM in einem anderen Land konzentrieren. Dann gäbe es keine Probleme mit der Trainingsausrichtung. Wink Thumb_up Als Stadion schlage ich Wattenscheid vor. Das wäre dann immer prall ausverkauft.

Gertrud

Das mit dem kleinen Stadion hat Charme, aber Wattenscheid hat  für eine WM vielleicht keine ausreichenden Nebenanlagen für Aufwärm- und Trainingseinheiten.
Der Schlauch in der OSP-Halle und der kleine Ballspielplatz ist da doch etwas wenig, denke ich


RE: Die Leichtathletik lebt? - Gertrud - 19.08.2022

(19.08.2022, 19:42)CoachnEngineer schrieb:
(19.08.2022, 14:04)Gertrud schrieb: Deutschland sollte sich um eine WM Leichtathletik bewerben. Dann könnten sich die deutschen AuA darauf vor der EM in einem anderen Land konzentrieren. Dann gäbe es keine Probleme mit der Trainingsausrichtung. Wink Thumb_up Als Stadion schlage ich Wattenscheid vor. Das wäre dann immer prall ausverkauft.

Gertrud
Das mit dem kleinen Stadion hat Charme, aber Wattenscheid hat  für eine WM vielleicht keine ausreichenden Nebenanlagen für Aufwärm- und Trainingseinheiten.
Der Schlauch in der OSP-Halle und der kleine Ballspielplatz ist da doch etwas wenig, denke ich

Ja, das stimmt. Was nicht ist, kann noch werden.  Wink ‌Das Stadion an sich ist passend, zumal die kleine Tribüne wohl ersetzt wird. Die Weit-/Dreisprunganlage ist wenig einsehbar von den Zuschauerrängen auf der Seite. Ich weiß nicht, inwieweit man die Anlage in ein Segment packen kann? Ich finde das Stadion einfach gemütlich mit dem Zuschauervolumen.

Es fehlen natürlich auch Parkplätze. Das Hotelvolumen im Ruhrgebiet ist ausreichend. Trainingsplätze im Vorfeld kann man auch extern finden (Vereine in der Umgebung und RUB-Anlagen). Es ist nur mal so eine Überlegung wert.

Gertrud


RE: Die Leichtathletik lebt? - Delta - 29.08.2022

Mit der Geiz ist geil Mentalität wurde alles gekillt. München Schwimmhalle von 1972. Es ist eher Zufall, dass das Olympiastadion noch steht. Köln hatte ein DL Meeting. Düsseldorf mal Weltcup vor etwa 70‘000 Leuten.
Für die DL braucht es Sponsoren die wenigstens 10 Jahre durchhalten. UBS macht es für Zürich seit 40 Jahren!!!.
Es gibt genug Universitäten mit Sportanlagen. Grundsätzlich sollte man sich von Berlin verabschieden zuwenig Kaufkraft. Die Stadt ist unfähig irgendwas termingerecht zu organisieren. Köln, Frankfurt oder etwas im Süden.
Es braucht zusätzlich einen qualitativ guten Leichtathletik Club. Qualifikation ist wichtiger als Grösse.
Die unterste Grösse für EM, WM sind 40‘000 wie in Heksinki.


RE: Die Leichtathletik lebt? - Oliver - 30.08.2022

(29.08.2022, 22:09)Delta schrieb: Mit der Geiz ist geil Mentalität wurde alles gekillt. München Schwimmhalle von 1972. Es ist eher Zufall, dass das Olympiastadion noch steht. Köln hatte ein DL Meeting. Düsseldorf mal Weltcup vor etwa 70‘000 Leuten.
Für die DL braucht es Sponsoren die wenigstens 10 Jahre durchhalten. UBS macht es für Zürich seit 40 Jahren!!!.
Es gibt genug Universitäten mit Sportanlagen. Grundsätzlich sollte man sich von Berlin verabschieden zuwenig Kaufkraft.
Die Schwimmhalle in München ist in einem sehr gutem Zustand. Leider ist sie nicht mehr für Meisterschaften zugelassen, da sie nur 8 anstelle der 10 geforderten Bahnen hat. München ist für mich ein Musterbeispiel für die Nachhaltigkeit von Verwendung von sportlichen Bauten. Fast alle werden heute noch genutzt.

In Köln gab es nie ein Golden oder Diamond League Meeting. Das ASV-Sportfest hatte damals schon einen Etat von über 2 Millionen DM. Dieser konnte nicht mehr finanziert werden, da sich Sponsoren zurückgezogen haben, weil sich die Medien- und Sponsorenaufmerksamkeit aufgrund der neue gegründerten Meetingserien (1993 Golden Four, 1998 Golden League) verlagert hatte. 1999 fand das Meeting zum 50. und letzten Mal statt.

Berlin hat über 3,5 Millionen Einwohner. In Berlin galten laut dem Sozialbericht 2019 des Amtes für Statistik 9,1 Prozent der Bevölkerung gemessen an ihrem Einkommen als relativ reich, in solchen Haushalten lebten insgesamt 331.679 .
Quelle: https://taz.de/Berlin-und-seine-Millionaerinnen/!5711202/


RE: Warum gibt es nicht mehr große Meetings in Deutschland? - Reichtathletik - 30.08.2022

Ich finde was in Berlin durch den BTC oder in Düsseldorf (Straße) durch Max Thorwirth nun veranstaltet wird zeigt, dass man mit Engagement und Connetions auch internationale Stars zu deutsche Events bekommen kann. Das ist wichtig, um Zuschauer und Nachwuchs anzulocken. Hier passiert an vielen Orten zu wenig, gerade in den größeren Städten scheint man (anders als im Ausland) gar kein Interesse zu haben, etwas auf die Beine zu stellen. Unsere attraktivsten Meetings finden in der Prärie statt, Städte wie Pliezhausen oder Weinheim.


RE: Warum gibt es nicht mehr große Meetings in Deutschland? - elzero - 30.08.2022

In dieser Diskussion wird bisher ausschließlich über große Stadien und teure Meetings geschrieben.

Vielmehr fehlt es aus meiner Sicht an den vielen kleineren Meetings, die seit der Jahrtausendwende verschwunden sind und die für die deutschen Athleten immer die Basis für ihre guten Leistungen darstellten.

Wo sind sie hin die Meetings in Cuxhafen, Hamburg, Königs Wusterhausen, Bad Segeberg, Zeulenroda, Bad Langensalza, Dortmund, Scheeßel usw...

Aus meiner Sicht braucht es keine großen Stadien, sondern engagierte Ehrenamtler, die mutig sind, Sponsoren ansprechen und in einem größeren Team solche Meetings organisieren. Das Hauptproblem ist hier, dass es diese Ehrenamtler einfach nicht mehr in der Quantität gibt. Und das finanzielle Risiko eine Veranstaltung zu organisieren und am Ende kommen zu wenig Zuschauer und das ganze ist ein Verlustgeschäft, ist vielen offenbar zu groß.

Gerade in Zeiten, wo die deutsche Meisterschaften zu Exklusivveranstaltungen für Kaderathleten werden sollen, wo die Staffelwettbewerbe ausgelagert werden und damit die zweite Reihe völlig vernachlässigt, wäre es umso wichtiger, dass diese Athleten sich im Rahmen kleinerer, regionaler Top-Meetings mit Athleten aus anderen Ländern und den Bundeskadern messen könnten. Dem DLV ist es auf jeden Fall nicht gelungen, das Meetingsterben zu stoppen, jedes Jahr sterben weitere Traditionsveranstaltungen und es wird zu wenig dagegen getan. 

Früher gab es doch mal die German-Meetings-Serie. Wenn ich es dem DLV gelänge, eine solche Serie finanziell, personell und marketingtechnisch gut zu unterstützten, könnte ich mir auch vorstellen, dass sich solche Meetings wieder ins Leben rufen lassen. Was hier in der Diskussion schon erwähnt wurde: Es sollte zeitgemäß sein. Ein knackiges Programm von 2-3h, ausgewählte Disziplinen statt volles Programm, eine schnelle und moderne Ergebnispräsentation, Topathleten zum Anfassen, Rahmenprogramm für und mit jungen Leichtathleten sind nur einige Punkte, die heutzutage erfüllt sein müssen, um auch Zuschauer und Partner zu gewinnen.


RE: Warum gibt es nicht mehr große Meetings in Deutschland? - ThomZach - 30.08.2022

Man sollte die LA ganz verbieten. Die schnappt doch nur dem Fußball die Talente weg. Und den Talenten entgehen die Millionen-Gagen als ProfiKicker. Unverantwortlich... Teufel


RE: Warum gibt es nicht mehr große Meetings in Deutschland? - Reichtathletik - 30.08.2022

(30.08.2022, 09:59)elzero schrieb: In dieser Diskussion wird bisher ausschließlich über große Stadien und teure Meetings geschrieben.

Vielmehr fehlt es aus meiner Sicht an den vielen kleineren Meetings, die seit der Jahrtausendwende verschwunden sind und die für die deutschen Athleten immer die Basis für ihre guten Leistungen darstellten.

Wo sind sie hin die Meetings in Cuxhafen, Hamburg, Königs Wusterhausen, Bad Segeberg, Zeulenroda, Bad Langensalza, Dortmund, Scheeßel usw...

Aus meiner Sicht braucht es keine großen Stadien, sondern engagierte Ehrenamtler, die mutig sind, Sponsoren ansprechen und in einem größeren Team solche Meetings organisieren. Das Hauptproblem ist hier, dass es diese Ehrenamtler einfach nicht mehr in der Quantität gibt. Und das finanzielle Risiko eine Veranstaltung zu organisieren und am Ende kommen zu wenig Zuschauer und das ganze ist ein Verlustgeschäft, ist vielen offenbar zu groß.

Gerade in Zeiten, wo die deutsche Meisterschaften zu Exklusivveranstaltungen für Kaderathleten werden sollen, wo die Staffelwettbewerbe ausgelagert werden und damit die zweite Reihe völlig vernachlässigt, wäre es umso wichtiger, dass diese Athleten sich im Rahmen kleinerer, regionaler Top-Meetings mit Athleten aus anderen Ländern und den Bundeskadern messen könnten. Dem DLV ist es auf jeden Fall nicht gelungen, das Meetingsterben zu stoppen, jedes Jahr sterben weitere Traditionsveranstaltungen und es wird zu wenig dagegen getan. 

Früher gab es doch mal die German-Meetings-Serie. Wenn ich es dem DLV gelänge, eine solche Serie finanziell, personell und marketingtechnisch gut zu unterstützten, könnte ich mir auch vorstellen, dass sich solche Meetings wieder ins Leben rufen lassen. Was hier in der Diskussion schon erwähnt wurde: Es sollte zeitgemäß sein. Ein knackiges Programm von 2-3h, ausgewählte Disziplinen statt volles Programm, eine schnelle und moderne Ergebnispräsentation, Topathleten zum Anfassen, Rahmenprogramm für und mit jungen Leichtathleten sind nur einige Punkte, die heutzutage erfüllt sein müssen, um auch Zuschauer und Partner zu gewinnen.

Das Problem bei den German Meetings etc. ist, dass man sie so ausführen müsste, damit sie Weltranglistenpunkte bringen, sonst sind sie für die Kaderathleten nicht relevant. Aber auch das sollte machbar sein.
Ansonsten sind Meetings für "die zweite Reihe" sicher sehr wichtig, aber auch nochmal eine andere Bauselle als die hier sonst diskutieren größeren, mit denen auch internationale Stars "anfassbar" werden um für den Sport zu werben.


RE: Warum gibt es nicht mehr große Meetings in Deutschland? - ThomZach - 30.08.2022

Ich würde die Antwort auf diese Frage hier nochmal woanders suchen, nämlich beim Fernsehen. Die Journalisten interessieren sich nicht wirklich für unseren Sport, also wissen sie ihn auch nicht zu schätzen noch zu präsentieren. Sie glauben sie tun uns einen Gefallen, wenn sie die Wettkämpfe zu poppigen Bühnenshows mit Götzenverehrung umgestalten. Entsprechend langatmig und langweilig sind die Übertragungen, entsprechend abstoßend die Nasen, die sie für uns seit gefühlten Jahrhunderten vor die Kameras lassen (Lufen, König etc.). Sie denken wohl, wenn der Dieter Thomas Heck eine Musiksendung moderieren kann (der nichts von Musike zu verstehen schien), dann kann das auch einer von ihnen zum Thema Leichtathletik. Aber weit gefehlt! Da braucht es mehr als doppelt soviele Kameras und einen Bildregisseur mit Starparade-Erfahrung. Und Kommentatoren, die die Mitte finden zwischen Fachkundigkeit und Populismus. Und Trainer die sich bei ihren Interviews auch mal trauen, inhaltlich was zu sagen anstatt faule Platitüden ins Mikro zu seuseln.
Die einzigen, die heute tatsächlich noch mehr zu bieten haben als ihre Vorgänger sind heute Athleten, die neben Leistung auch sypathische, erfrischende Auftritte am Mikro liefern - trotz der lahmarschigen Mikrohalter. Also:
Das Fernsehen muss dafür sorgen, dass das Publikum wieder besser informiert wird, damit es versteht und bewerten kann, was es zu sehen bekommt. Und es muss die LA so präsentieren wie sie im Stadion daherkommt, nämlich dergestalt dass jeder auf den Tribünen dahin schauen kann, wo er es spannend findet. Und es werden nicht alle am 10.000 in der 5 oder 15 Runde kleben bleiben, sondern natürlich jeden Versuch in den technischen Diszipinen verfolgen.
Und um das zu gewährleisten, müssen die Stümper im Hintergrnd lernen, vernünftig mit den Informations-Einblendungen (Inserts) umzugehen. Hier wütet eine weitere Katastrophe.
Um es kurz zu machen: Das Fernsehen hat die LA kaputtgemacht, indem es dem Fußball hinten und vorne reingekrochen ist und indem es die LA so präsentiert hat, dass man sich als Laie nur gähnend abwenden kann.
All das habe ich schon mitte der 80er Jahre an den DLV geschrieben, aber nicht einmal eine kleine Antwort erhalten. Probleme die man nicht erkennt, kann man auch nicht lösen. Und die Probleme die man am wenigsten erkennt, sind ja bekanntlich die eigenen.
Insgesamt war diese Mini-Olympiade gut gelungen und die LA kam beleibe nicht zu kurz bei all der Konkurrenz. Aber Lust auf mehr LA wurde offenbar auch nicht generiert.


RE: Warum gibt es nicht mehr große Meetings in Deutschland? - ThomZach - 30.08.2022

Wenn das Fensehen seine Schuldigkeit täte, würden die Leute doch sagen: "Ach, da gibt es eine Veranstaltung wo man sowas auch mal in Live sehen kann. Da gehn wa ma hin!" Und dass das Interesse da ist, sieht man ja an den nun auch aussterbenden Hochsprung-Meetings. dort sind die Macher abgetreten und haben keinen rechten Nachwuchs. Und das Fernsehen mussten sie seit Jahren auch auf Knien bitten, damit es berichte. Das volle Olympiastadion in München 22 war der Beweis: Das Interesse lebt. Die LA muss es nur bedienen! Vielleicht mit einem eigenen Sender? Ist doch heute in Zeiten von yt kein Problem mehr.