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Potas, Kaderbildung, Kanalisierung von Athleten - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Archiv (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=18) +--- Forum: Großereignisse (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=19) +---- Forum: WM 2022 in Eugene (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=39) +---- Thema: Potas, Kaderbildung, Kanalisierung von Athleten (/showthread.php?tid=4937) |
RE: WM Eugene, Tag 7 (21.07.) - Reichtathletik - 22.07.2022 (22.07.2022, 11:50)Gertrud schrieb:Das ist so pauschal einfach nicht korrekt, maximal vielleicht unter strengen Corona-Kriterien betrachtet.(22.07.2022, 11:35)Reichtathletik schrieb:(22.07.2022, 11:18)Gertrud schrieb: Ich denke sehr zeitsparend und verschleudere keine Zeit. Beispiel: Ich will etwas ganz Besonderes in der LA wissen, das mich seit einiger Zeit bewegt. Ich werde irgendwann in den Flieger steigen und diese Kenntnisse vor Ort diskutieren. Das kostet mich eine Menge Geld; aber so sparsam und genügsam ich ansonsten bin, so großzügig verhalte ich mich im Sport. Diesen Aufwand betreibt kaum ein anderer Trainer. Die Kooperation mit mir ist keine "Einbahnstraße". Ich lebe mich und meine Passion Leistungssport aus, weil es mir einfach ein Bedürfnis ist, gute Arbeit zu leisten.Ich denke es gibt viele (ehrenamtliche) Trainer, die sehr viel Passion und Zeit investieren, die keiner erwidert, selten die Verbände, noch seltener die Gesellschaft insgesamt ("für Ihr Hobby haben Sie Zeit, aber Überstunden sind eine Seltenheit"). Dennoch kann man daraus nicht ableiten, dass irgendwer einen "Athleten zuteilen" sollte. Und wie gesagt erlebe ich auch sehr selten, dass das in Richtung Bundestrainer passiert. Es sind vielmehr die "besseren Angebote" die Hauptamt mit potenten Verein und ggf kurzem Draht zu Polizei/Bundeswehr machen können. Für viele nach dem Abi ist derweil derzeit sogar das Angebot USA noch attraktiver. Deshalb denke ich, in der Breite muss es mehr gute Angebote geben. Hier müssen mehr Gelder eingesammelt werden um mehr Hauptamt (da sind wir wieder bei den Kaderkriterien, wo Hauptamt steht) zu ermöglichen und Rahmenbedingungen um das Training herum (Vereinsphysio, Urlaub für Trainingslager...). Wo ich voll mitgehe: Hier sollte der nationale Verband unterstützend drauf einwirken. RE: WM Eugene, Tag 7 (21.07.) - Gertrud - 22.07.2022 (22.07.2022, 11:33)Solos schrieb:Zitat:Spannender Ansatz. Nehmen wir das Beispiel Wurf im Nordwesten. Niedersachsen, Hamburg, Schleswig Holstein: ein weißer Fleck (Ausnahme Sosna). Hier würde sich der Aufbau eines BSP oder die Instalierung hauptamlicher Wurftrainer lohnen. So könnten heimische Talente in der Region gefördert und gehalten werden. Für andere Disziplinblöcke lassen sich vermutlich ähnliche weiße Flecke identifizieren. Ich habe bei meiner Forbildung in Malente hoch im Norden gesehen, dass man dort wirklich einige gute Trainer etablieren sollte. Die Region ist sonst immer nur Zulieferer. Ein Landesverband steuert schon mit "Wandertrainern" dagegen an. Gertrud [geteilt] WM Eugene, Tag 7 (21.07.) - krebsan - 22.07.2022 (22.07.2022, 11:46)Gertrud schrieb:Ich verfolge die Diskussion als Schweizer etwas ungläubig. Da gibt es kaum bezahlte Trainer, und nach ehrenamtlichen Leistungssporttrainern mit Leistungsausweis würde man sich alle Finger abschlecken. Und wenn die Person noch bereit wäre, an der Basis anzusetzen, und U16-Athleten an die Spitze zu führen umso mehr.(22.07.2022, 11:36)aj_runner schrieb:Zitat: Da habe ich mich unklar ausgedrück: Hoffnungträger sind für mich Athleten, die in noch keinem internationalen Finale waren und eine junge A-Nationalmannschaftskarriere haben. Das könnte z. B. Kolberg sein, Hering ist es aber nicht.Farken zähle ich zu den Etablierten, U 18 ist viel zu weit weg, dann wird die Liste schon sehr dünn. RE: [geteilt] WM Eugene, Tag 7 (21.07.) - Gertrud - 23.07.2022 (22.07.2022, 12:38)krebsan schrieb: Ich verfolge die Diskussion als Schweizer etwas ungläubig. Da gibt es kaum bezahlte Trainer, und nach ehrenamtlichen Leistungssporttrainern mit Leistungsausweis würde man sich alle Finger abschlecken. Und wenn die Person noch bereit wäre, an der Basis anzusetzen, und U16-Athleten an die Spitze zu führen umso mehr. Das ist doch mal ein Statement. Dabei hat der DLV gar nicht nötig, Topleute aus dem jetzigen ehrenamtlichen Bereich unentgeltlich zu führen. Er müsste nur die Gelder umverteilen. Bei Erfolg gibt´s Leistung und die Funktionärsebene sollte auch unter eine harte Kontrolle leistungsbezogen und betriebswirtschaftlich erfolgreich geführt werden. Wo ist das Problem? Man muss nur bereit sein, von Filz zu befreien. Gertrud RE: [geteilt] WM Eugene, Tag 7 (21.07.) - krebsan - 23.07.2022 (23.07.2022, 06:46)Gertrud schrieb:Wenn gute Trainer/innen sich zur Verfügung stellen, kommen die Athleten von allein. Aber halt nicht nur ungeschliffene Diamanten. Ab U16 braucht man eine ganze Gruppe und viel Glück, dass einer den Durchbruch schafft.(22.07.2022, 12:38)krebsan schrieb: Ich verfolge die Diskussion als Schweizer etwas ungläubig. Da gibt es kaum bezahlte Trainer, und nach ehrenamtlichen Leistungssporttrainern mit Leistungsausweis würde man sich alle Finger abschlecken. Und wenn die Person noch bereit wäre, an der Basis anzusetzen, und U16-Athleten an die Spitze zu führen umso mehr. RE: WM Eugene, Tag 7 (21.07.) - Nanobot - 24.07.2022 (22.07.2022, 11:36)aj_runner schrieb:Verstehe ehrlich gesagt nicht ganz was du willst? Wir dürfen nur Athleten nennen die noch nie die Top 8 bei einer WM/Olympia erreicht haben und schon zu alt für die U18 sind? Falls du es so meinst:(22.07.2022, 11:00)Reichtathletik schrieb:Da habe ich mich unklar ausgedrück: Hoffnungträger sind für mich Athleten, die in noch keinem internationalen Finale waren und eine junge A-Nationalmannschaftskarriere haben. Das könnte z. B. Kolberg sein, Hering ist es aber nicht.(22.07.2022, 10:53)aj_runner schrieb:Farken (sobald wieder fit), BKLB, Göhring, Lea Meyer könnte in Gesas Nachfolge treten (bis aus der U18 Kallabis und ggf Budde nachrücken), auch die Ansah-Sprinter könnten sich noch weiter entwickeln. Und gibt sicher noch mehr. So schlecht ist die Lage nicht. Es fehlt eher an BreiteZitat:Gleichzeitig werden Jahr für Jahr zig Stellen mit der Aufgabe: "Richtlinienkompetenz durchsetzen" geschaffen. Wenn nur die Hälfte der ganzen Bürokratiestellen in gute Trainer investiert worden wären, stünden wir anders da, schon jetzt, erst recht in ein paar Jahren, denn das echte Drama kommt ja noch, ich glaube nich, dass wir schon am Leistungstiefpunkt sind.Aus Industrieunternehmen kennt man, dass je schlechter es dem Unternehme geht, desto höher sind die Invests in das Conrolling. Anscheinend haben die neu geschaffenen Stellen genau gar nichts gebracht. Athleten die 2024 mMn die Top 8 erreichen könnten und diese Kriterien erfüllen: 4 x 100 m Männer Hartmann/Ansah/Adebola (200 m) Farken (1500 m) Mohumed (1500/5000/10000 m) Petros Minoue Abuaku/Preis Ruppert Koletzko Zernikel Sosna/Richter/Karges Dehning Hummel Neugebauer Schwab/Lückenkemper (200 m) Trost (1500 m) Reh (5000/10000 m) Jalloh Wender/Demes/Krafzik Kallabis/Meyer Assani/Müller Otchere/Buchner/Sistermann/Samanski Maduka/Wittmann Göring Maisch/Ndubuisi Borutta Fuchs/Wipper Kienast/Weißenberg/Sprengel Außerdem: Athleten die bereits die Top 8 bei einer WM/Olympia erreicht haben und es bei Olympia 2024 erneut schaffen könnten: Baehre Weber Kaul 4 x 100 m Frauen Klein (1500/5000 m) Klosterhalfen (5000/10000 m) Kejeta Mihambo Pudenz/Craft/Vita Hussong Verstehe ehrlich gesagt nicht warum ständig behauptet wird, dass Deutschland nicht die Talente hat um deutlich besser abzuschneiden. Die Ergebnisse im Juniorenbereich sind mMn absolut in Ordnung (auch wenn man auch dort in bestimmten Disziplinen nicht unbedingt konkurrenzfähig ist). Das Problem sind die vielen Verletzungen und die fehlende Weiterentwicklung (fehlender Fokus auf den Sport, mangelhafte Qualität der Trainer, mangelhafte "medizinische" Unterstützung). Die Niederlande und Italien gewinnen mit einem Bruchteil der Talente die doppelte Menge an Medaillen. Das Problem in Deutschland ist auch, dass man außer Mihambo überhaupt keine konstanten Größen mehr hat. Bis auf Mihambo hat doch kaum/kein Athlet in den letzten Jahren bei zwei aufeinanderfolgenden globalen Meisterschaften ein Medaille gewonnen. Letztendlich krankt das System (im gesamten deutschen Sport) mMn an vielen Stellen (man könnte mal damit anfangen, dass man definiert was man überhaupt erreichen will), aber selbst unter den gegeben Bedingungen könnte/müsste man mMn deutlich besser abschneiden. Ich messe Trainer nicht daran, wie viele Medaillen ihre Athleten holen, sondern an den folgenden Kriterien: - Sind die Athleten (weitestgehend) verletzungsfrei? - Verbessern sich die Athleten von Jahr zu Jahr (bis zu einem gewissen Alter) - Bringen die Athleten zum Saisonhöhepunkt ihre beste Leistung? -> Wie vielen Trainern könnte man eine gute Leistung bescheinigen wenn man diese Kriterien anwendet? RE: Potas, Kaderbildung, Kanalisierung von Athleten - matthias.prenzlau - 24.07.2022 ....... RE: WM Eugene, Tag 7 (21.07.) - aj_runner - 24.07.2022 Zitat:Verstehe ehrlich gesagt nicht ganz was du willst? Wir dürfen nur Athleten nennen die noch nie die Top 8 bei einer WM/Olympia erreicht haben und schon zu alt für die U18 sind? Falls du es so meinst:Uiuiui: Bis auf Mohumed und Zernikel halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass einer der genannten einen Finalplatz zw. 2023 und 2025 erreicht, bei < 10 %. Deine Kriterien zur Bewertung der Leistungen unterschreibe ich mit einer Ergänzung, dass grundsätzlich ein Leistungsniveau im Vorfeld unter den Top16 der bereinigten WBL da sein sollte. Wendet man diese Kriterien an, fallen mind. 80 % der Deutschen Leistungen durch. Dann ist nur noch die Frage, ob das ein guter oder schlechter Wert ist. Ich würde ihn als miserabel einstufen. RE: WM Eugene, Tag 7 (21.07.) - Nanobot - 24.07.2022 (24.07.2022, 20:32)aj_runner schrieb:Und ich würde deine Einschätzung als objektiv unsinnig bezeichnen. 4 x 100 m Männer, Farken, Sosna, Dehning, Neugebauer, Trost, Meyer, Maisch, Borutta und Kienast alleine haben mit Sicherheit eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit mindestens eine Top 8 Platzierung zu erreichen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass 2019 niemand getippt hat, dass Pudenz und/oder Hilbert in Tokio eine Medaille gewinnen. Daraus sollte man eigentlich den Schluss ziehen, dass man selbst bei etablierten Athleten 2 Jahre im Voraus nicht mit Sicherheit sagen kann wo die Reise hin geht.Zitat:Verstehe ehrlich gesagt nicht ganz was du willst? Wir dürfen nur Athleten nennen die noch nie die Top 8 bei einer WM/Olympia erreicht haben und schon zu alt für die U18 sind? Falls du es so meinst:Uiuiui: Bis auf Mohumed und Zernikel halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass einer der genannten einen Finalplatz zw. 2023 und 2025 erreicht, bei < 10 %. Die Position in der bereinigten WBL sollte eigentlich auch komplett irrelevant sein. Das Ziel sollte sein sich für das Großereignis zu qualifizieren und dann dort die bestmögliche Leistung zu bringen. Die Leistung im Vorfeld ist nur deswegen relevant, weil WA bzw. der DLV bestimmte Normen fordert. Der DLV sollte es den Athleten so leicht wie möglich machen beim Saisonhöhepunkt die bestmögliche Leistung zu bringen. |