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Öffentlichkeitswirksamkeit des Mehrkampfs steigern - Druckversion

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RE: Öffentlichkeitswirksamkeit des Mehrkampfs steigern - gera - 01.09.2020

dominikk85 ,
ich glaube da hast Du einen sehr wichtigen Punkt angesprochen.
Gleichwohl , sinnvoll erscheint mir diese Vorgehensweise nicht,


RE: Öffentlichkeitswirksamkeit des Mehrkampfs steigern - nico - 01.09.2020

Meiner unmaßgeblicher Meinung, müssen die Wettkämpfe (egal ob Mehrkampf oder Einzelw.) zeitlich verkürzt werden. Unerheblich ob im Fersehen oder Stadion. Wer hst heute schon Lust 4 ,6 8, Std. im Stadion oder vor dem FS sich einen Wettkampf anzusehen. Fragt doch mal Jugendliche, junge Familien oder älter LA-Fans (die können garnicht mehr so lange sitzen) warum sie das wenig interessiert. Bei allen Ballsportarten wissen die Meisten, wann Schluß ist. In 10 Jahren wird es keine LA mehr geben auch weil kein junger Übungsleiter/Trainer diesen Zeitaufwand aufsich nimmt. Und dann müssen die BT auch wieder kleinere Brötchen
backen, wenn sie weiter die "Größten" sind.


RE: Mehrkampfsaison 2020 - said88 - 01.09.2020

(01.09.2020, 13:34)Jo498 schrieb: Die Ursachen dafür, dass irgendwann in den 90ern (trotz Dopingskandalen) anstelle des besten Zehnkämpfers der 100m-Sieger de facto zum "König der Athleten" gekürt wurde und die Mehrkämpfe anscheinend zunehmend als Nische gelten (was meiner Erinnerung nach vor 30 Jahren schlicht anders war), liegen wohl kaum in fehlenden Mini-Mehrkämpfen.

Dass das vor 30 Jahren anders war, wage ich mal zu bezweifeln. Klar, in den 80ern war in (West)-Deutschland Zehnkampf "in" (Hingsen, Wentz, Kratschmer gegen Thompson).  Z.T.  auch noch in den 90ern (Paul Meier) Aber in den meisten anderen Ländern? Lauf - Sprung - Wurf - - - Mehrkampf .
Erinnert sei nur  an die WM in Rom, als Siggie Wentz stinksauer war, weil keine S... (inklusive der Veranstalter) sich für den Zehnkampf interessiere...


RE: Öffentlichkeitswirksamkeit des Mehrkampfs steigern - Jo498 - 01.09.2020

Natürlich mag meine Erinnerung trügen, aber LA 1984 war das erste Großereignis, das ich relativ eng verfolgt habe. Hingsen vs. Thompson wurde medial ziemlich gepusht, während Lewis kaum ernste Konkurrenz in seinen Disziplinen hatte; klar, das war 1987 dann schon wieder anders wg. Johnson vs. Lewis. Aber ich habe, anders als Gehen oder vielleicht auch die Würfe oder Dreisprung, wo es immer sehr auf die konkreten Bewerbe ankam, Mehrkampf damals, als ich als Teenager ziemlich viel Sport geguckt habe, nie als Nischenwettbewerbe empfunden.
Gerade bei olympischen Spielen werden doch sogar weit weniger bekannte Kombinationswettbewerbe wie die Turnmehrkämpfe, Moderner Fünfkampf oder irgendwelche Plicht-Kür-Kombinationen gezeigt und auch so kommentiert, dass man das halbwegs verstanden hat, selbst wenn man es vorher noch nie gesehen hatte.


RE: Öffentlichkeitswirksamkeit des Mehrkampfs steigern - Delta - 01.09.2020

Zwischen 1975 - 1996 war der Höhepunkt der LA. Heute hat es selbst in Zürich bei der DL noch ein paar Tickets. Das wäre vor 1995 undenkbar gewesen. Auch die TV Zahlen sind im Keller. Keine Westsponsoren mehr für die IAAF. Das sagt schon alles. Hinzu kommt die Veränderung in der Altersstruktur >45 kein Interesse für Nike & Co.


Niemand will Zehnkämpfer im Dreikampf sehen. 1.95 oder 42 m im Diskus reichen bestenfalls für den Kanalwechsel zu Derrick oder NCIS.


RE: Öffentlichkeitswirksamkeit des Mehrkampfs steigern - said88 - 01.09.2020

(01.09.2020, 17:51)Jo498 schrieb: Natürlich mag meine Erinnerung trügen, aber LA 1984 war das erste Großereignis, das ich relativ eng verfolgt habe. Hingsen vs. Thompson wurde medial ziemlich gepusht, während Lewis kaum ernste Konkurrenz in seinen Disziplinen hatte; klar, das war 1987 dann schon wieder anders wg. Johnson vs. Lewis. Aber ich habe, anders als Gehen oder vielleicht auch die Würfe oder Dreisprung, wo es immer sehr auf die konkreten Bewerbe ankam, Mehrkampf damals, als ich als Teenager ziemlich viel Sport geguckt habe, nie als Nischenwettbewerbe empfunden.

In LA 84 war, zusammen mit Stuttgart 86, Zehnkampf  hier (Bundesrepublik) auch auf dem absoluten Höhepunkt. 

Aber in anderen Ländern? Selbst in Großbritannien war doch Zehnkampf trotz Thompson meilenweit hinter den Mittelstrecken.


RE: Öffentlichkeitswirksamkeit des Mehrkampfs steigern - Sebastian - 02.09.2020

(01.09.2020, 20:32)said88 schrieb:
Zitat:

In LA 84 war, zusammen mit Stuttgart 86, Zehnkampf  hier (Bundesrepublik) auch auf dem absoluten Höhepunkt. 

Aber in anderen Ländern? Selbst in Großbritannien war doch Zehnkampf trotz Thompson meilenweit hinter den Mittelstrecken.
Ist das denn so? In meinem Freundeskreis (im Prinzip alles Sportfans, eigentlich keiner sehr an LA interessiert) hatten wir vor nicht allzu langer Zeit mal eine Diskussion über den/die beste LeichtathletIn der 80er (natürlich in Deutschland). Einstimmige(!) Meinung: Hingsen, wobei objektiv ein Harald Schmidt ja sicherlich mindestens genau so erfolgreich war. Selbst für die 90er sagten tatsächlich einige Busemann, trotz Drechsler, Henkel, Baumann. Natürlich mag das am TV-Engagement danach liegen, aber es zeigt doch zumindest, dass Mehrkämfer "prominent" werden können. Natürlich muss der Erfolg da sein, aber das ist ja in jedem Sport so. Julian Reus lockt halt niemanden hinterm Ofen hervor, genau wie Skifahrer, die nur um die Top20 dümpeln, war schon immer so, ist so und wird wohl eher auch so bleiben.

Klar, das ist Deutschland, aber ich meine mich dunkel zu erinnern (Wikipedia und heute wegeditiert?), dass Ende der 80er Daley Thompson zum Jahrhundert-Leichtathleten in GB gewählt worden sei, eben trotz Coe, Ovett und co.

Und 2012 in London war es doch ähnlich. Obwohl die Briten sogar 3(? aber mindestens 2) goldene innerhalb von 2 oder 3 Stunden holten galt der ganze Rummel Jessica Ennis, der Weitspringer hätte wohl 9 Meter springen müssen um ähnlich viel Aufmerksamkeit zu generieren?


RE: Öffentlichkeitswirksamkeit des Mehrkampfs steigern - Oliver - 02.09.2020

(02.09.2020, 07:59)Sebastian schrieb: In meinem Freundeskreis (im Prinzip alles Sportfans, eigentlich keiner sehr an LA interessiert) hatten wir vor nicht allzu langer Zeit mal eine Diskussion über den/die beste LeichtathletIn der 80er (natürlich in Deutschland). Einstimmige(!) Meinung: Hingsen, wobei objektiv ein Harald Schmidt ja sicherlich mindestens genau so erfolgreich war.
Jürgen Hingsen, Carlo Thränhardt und Dietmar Mögenburg waren damals absolute Topstars. Der Zehnkampf war damals sehr populär. Dies lag auch daran, dass viele Geschichte erzählt wurden.
Da es in den 80er auch ein Computerspiel Daley Thompson's Decathlon gab, vermute ich, dass Thomson auch in UK kein unbekannter war.
Selbst über Sigi Wentz, den ewigen Dritten gab es mehrseitige Berichte in den Zeitschriften.

Wenn man den Leuten eine Geschichte verkauft, dann steigt auch wieder das Interesse. Kaul und Mihambo haben es vorgemacht. Sie haben sich in den Medien sehr gut verkauft und waren omnipräsent. Das hat unserer Sportart sehr gut getan. Hier haben sportliche Leistung und die medialen Auftritte gepasst.

Rolf Danneberg zum Beispiel war zwar sportlich erfolgreich, konnte aber keine Geschichte erzählen. Daher wird er auch kaum genannt, wenn es um erfolgreiche deutsche Sporlter geht. Lars Riedel und Christioh Harting haben dies wesentlich besser hinbekommen.


RE: Öffentlichkeitswirksamkeit des Mehrkampfs steigern - dominikk85 - 02.09.2020

Ja, neben dem Erfolg kommt es halt auch immer auf die Person an. Wenn jemand sehr gut aussieht (wie hingsen) oder sehr sympathisch ist hat er einen Vorteil. Die hartings waren durch das Bad Boy Image auch sehr bekannt (auch wenn der jüngere das dann zu sehr auf die Spitze getrieben hat).

die wirklich populären Athleten der letzten 30 Jahre wie lobinger, Busemann, harting, Riedel, hingsen oder jetzt auch Gina haben alle neben Medaillen auch noch was extra geboten. Nur Leistung reicht da nicht aus.


RE: Öffentlichkeitswirksamkeit des Mehrkampfs steigern - gera - 02.09.2020

das heisst doch aber , dass man neben guter Leistung sich auch öffentlich darbieten können muss.
Und dazu muss man präsent sein, sei es in Printmedien oder Fernsehen .Verstecken geht garnicht.