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Frank Busemann- ein verschwendetes Talent? - Druckversion

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RE: Junioren - Mehrkampf - Meeting Bernhausen (U18,U20, U23 Quali) 10-11.06.2017 - alex72 - 13.06.2017

Wenn ich mich richtig  erinnere , ist er mal quasi alleine in ein eigenes TL in die USA gefahren hat sich  nach kurzer Zeit verletzt und konnte sich wochenlang nicht behandeln lassen weil er keinerlei Vorkehrungen oder Beziehungen dafür dort organisiert hatte....

Er kam aus einer la-verrückten Familie die sich quasi selbst trainierte. Sein Vater hat etwa S.Schielke gross gemacht. Er war auch einfach ein unglaublich überragendes Talent das schon in jungen Jahren unglaubliche Leistungen gebracht hat. Er sprang schon mit 11 Jahren 5,50m weit etc,etc


RE: Junioren - Mehrkampf - Meeting Bernhausen (U18,U20, U23 Quali) 10-11.06.2017 - Manfred - 14.06.2017

Eierluke: Busemann! Da hatte ich zuerst die Vermutung und Hoffnung, Interessantes von einem Insider zu erfahren. Doch dann kamen mir einige Dinge komisch vor und so habe ich etwas recherchiert. Die von eierluke angegebenen Leistungen und Werte stimmen nicht mit den tatsächlich erbrachten überein. Das heißt dann für mich: Wenn auf der einen Seite oberflächlich argumentiert wird und falsche Fakten ins Spiel gebracht werden, wird die andere, kritische, Seite wohl auf Vermutungen und Wissen aus der "Stillen Post" aufbauen. Aber das müssten die betreffenden Personen dann wohl selber klären.

Ich kann mich an Frank Busemann im Schüleralter erinnern. Er fiel auf durch

1. Außergewöhnlich gute Leistungen in verschiedenen Disziplinen, v. a. Hoch, Weit und Hürden.
2. Außergewöhnlich gute Techniken.
3. Durchschnittliche körperliche Entwicklung, also keine Frühreife.

Bei seiner Leistungsentwicklung, nachzulesen auf seiner Website, fällt noch auf, dass in einigen Disziplinen einige Jahre lange keine Werte auftauchen. Warum und weshalb, das kann ich nicht sagen.

Ich habe Frank später bei Meisterschaften im regionalen und nationalen Bereich häufiger gesehen und natürlich seinen Werdegang insgesamt weiter verfolgt. Mir ist nichts aufgefallen, was auf Überforderung, Verbrennen u. dergl. hinweisen könnte.

Zu Not könnte ich mal meine alten Kontakte wieder aufleben lassen, um die offensichtlichen Fake news aus der Welt zu schaffen?!?


RE: Frank Busemann- ein verschwendetes Talent? - eierluke - 14.06.2017

Hallo Manfred, nanu?
Die von mir angeführtem 4:20,08 über 1500m zum Karriereende bedeuteten tatsächlich persönliche Bestleistung.
Zuvor ist er schon tatsächlich schon 4:23,04 (nicht 4:28) im Zehnkampf gelaufen.
Zu behaupten, dass die von mir angebenen Leistungen und Werte (also Plural) falsch seien ist dann aber wohl auch nicht korrekt!

Ich halte mich für zwar für einen Zehnkampfexperten, in diesem Falle aber nicht für einen Insider; Frank Busemann kenne ich nicht persönlich und das habe ich auch nie behauptet?

Zum Inhaltlichen: Mir erschien Busemanns Körper von oben nach unten etwas unausgewogen proportioniert, mit besonders stark ausgeprägter Oberschenkelmuskulatur. Wenn Du sein Erscheinungsbild einmal mit dem seines direkten Konkurenten Dan O'Brien vergleichst dürften weitere Unterschiede auffallen.
Das war den Worten seines Vaters nach auch ein Stück weit Veranlagung.
Dass einem Top Zehnkämpfer aber z.B. ein Brustwirbel herausspringt, wenn er mal nen Sack Kartoffeln tragen soll deutet für mich aber darauf hin, dass da etwas in Dysbalance war.
Und stramme Trainingseinheiten ohne Augenmerk auf präventive Stärkung des Körperbaus halte ich auch für eine Form des "Verheizens".
Ist dabei egal, ob etwas durch falsches Training erst entstanden ist - oder im Training einfach nicht korrigierend eingegriffen worden ist.


RE: Frank Busemann- ein verschwendetes Talent? - dominikk85 - 14.06.2017

Bei aller kritik hatte Busemann trotz seiner Verletzungen doch eine kurze aber sehr erfolgreiche Karriere.  Immerhin Olympia Silber (hat seit dem kein deutscher mehr geschafft) und WM bronze (haben seit dem auch nur 2 deutsche geschafft).

Vielleicht hat er auch einfach Pech gehabt oder sein Körper war genetisch nicht für den mehrkampf gemacht und er wäre besser bei einer einzeldisiplin geblieben. Mehrkampf ist nunmal nicht gerade die gesündeste Disziplin und viele große zehnkämpfer haben da Probleme. 

Übrigens sieht es bei den Amis nicht unbedingt besser aus. Wenn man sich die Stars der letzten 15 Jahre anschaut war Tom Papas oft verletzt,  trey Hardee sowieso und auch  eaton hatte ab Mitte 20 immer wieder Probleme wenn auch wie Gertrud angemerkt hat keine schweren orthopädischen schäden sondern "nur" Zerrungen und entzündete sehnen. 

der einzige Ami der wirklich lange "durable" war war eigentlich dan o brien der mit 30 Olympiasieger geworden ist.

als Vorbild in Sachen lange durchhalten taugen da imo eher die beiden Tschechen


RE: Frank Busemann- ein verschwendetes Talent? - Oliver - 14.06.2017

(14.06.2017, 12:32)Manfred schrieb: Zu Not könnte ich mal meine alten Kontakte wieder aufleben lassen, um die offensichtlichen Fake news aus der Welt zu schaffen?!?

Das Schöne an diesem Forum ist, dass hier die Aussagen hinterfragt und gegebenfalls richtig gestellt werden.
Wenn Du jemand kennst, der hier mit Fakten auftrumpfen kann, würden sich die Leser dieses Forum hierüber sicherlich sehr freuen.


RE: Frank Busemann- ein verschwendetes Talent? - aj_runner - 14.06.2017

(14.06.2017, 14:40)dominikk85 schrieb: Bei aller kritik hatte Busemann trotz seiner Verletzungen doch eine kurze aber sehr erfolgreiche Karriere.  Immerhin Olympia Silber (hat seit dem kein deutscher mehr geschafft) und WM bronze (haben seit dem auch nur 2 deutsche geschafft).

Vielleicht hat er auch einfach Pech gehabt oder sein Körper war genetisch nicht für den mehrkampf gemacht und er wäre besser bei einer einzeldisiplin geblieben. Mehrkampf ist nunmal nicht gerade die gesündeste Disziplin und viele große zehnkämpfer haben da Probleme. 


​Meine Ausführungen will ich nicht als Kritik verstanden haben, sondern als eine Beschreibung der Situation (er sieht das ja selbst durchaus auch kritisch). Ich war in Atlanta und Athen live dabei und habe mich als Zuschauer damals auch mitreisen lassen.
​Aber mit Pech würde ich die Verletzungen nicht umschreiben, er hatte vor dem 10-Kampf bzw. vor '96 auch schon mit langwierigen Verletzungen zu tun.
Doch was meinte Kierkegaard: Verstehen kann man das Leben rückwärts; leben muß man es aber vorwärts.


RE: Frank Busemann- ein verschwendetes Talent? - Franz.B. - 16.06.2017

Nachdem ich hier regelmäßig, aber nicht kontinuierlich mitgelesen habe und mir meine eigenen Gedanken mache, komme ich jetzt nicht umhin, etwas klarzustellen:

Angry  Ich.habe.Sina.Schielke.nicht.groß.gemacht!!!! Big Grin

Wenn nach zwei oder drei Hürdeneinheiten ein deutlicher Fortschritt im Flachsprint  erreicht worden wäre, könnte ich mich als echter Guru fühlen. Bin ich aber nicht und tu ich nicht.

Außerdem: Es entsteht manchmal der Eindruck, Frank Busemann sei von erfolgsgeilen egoistischen Idioten und Idiotinnen umgeben gewesen, die ohne Rücksicht auf Verluste draufgehauen hätten. Für alle beteiligten Trainer, Ärzte und Physios kann ich sagen: Das stimmt nicht! Ob ich so einer war, müssen andere beurteilen.

Von den im Forum aufgeführten Fakten sind die meisten richtig. Die daraus resultierenden Interpretationen und Ableitungen leider zu 97,5 % mehr oder weniger, meistens jedoch total unzutreffend. Es würde das Forum sprengen, hier für Aufklärung zu sorgen. Außerdem bin ich der Meinung, mich für jahrelange gewissenhafte  Trainerarbeit nicht rechtfertigen oder entschuldigen zu müssen.

Manfred! Schön, dass du dich schlau machen willst. Es wird nicht viel dabei herauskommen, denn die Zeitspanne ist für objekitve  Ergebnisse einfach zu lang. Und diese Zeitspanne hat die wahren Sachverhalte bis auf das Genehme skelettiert.

Ich halte es da mit Harald Welzer, der in seinem Buch "Selbst denken", Frankfurt 2014, sinngemäß sagt: "Die Wahrnehmung der Wirklichkeit wird der eigenen Überzeugung angepasst!"

Das gilt auch für mich.

Vielleicht versucht ihr es ganz einfach mal bei Frank selber. Seine Kontaktdaten findet ihr auf seiner Website.

Danke für´s Interesse und weiterhin gute und vor allem faire Diskussionen.


RE: Frank Busemann- ein verschwendetes Talent? - lor-olli - 16.06.2017

Vielen Dank Franz, Du sprichst mir aus der Seele. Es ist eine Sache Umstände allgemein gültig zu formulieren (worum ich mich bemühe) und eine andere sich detailiert interpretierend zu Athleten äußert die man nicht kennt / nicht trainiert hat.


RE: Frank Busemann- ein verschwendetes Talent? - Gertrud - 16.06.2017

(16.06.2017, 14:17)lor-olli schrieb: Vielen Dank Franz, Du sprichst mir aus der Seele. Es ist eine Sache Umstände allgemein gültig zu formulieren (worum ich mich bemühe) und eine andere sich detailiert interpretierend zu Athleten äußert die man nicht kennt / nicht trainiert hat.

Das sehe ich ganz anders. Ich habe eine Liste von Athleten mit Beeinträchtgungen und ihren mit Übungen angelegt, bei denen ich der Meinung bin, dass sie kontraproduktiv sind. Dazu muss ich den Athleten nicht kennen. Bestimmte Übungen sind bei bestimmten Körperdysbalancen einfach kontraproduktiv. Das brauchen natürlich nicht die einzigen Ursachen zu sein.

Wenn ein Athlet einen Befund hat, gibt es dafür Gründe. Natürlich kann man viele Dinge nicht aus der Ferne einschätzen. Da sind wir uns doch einig; aber es gibt eben Bewegungen und Übungen, die sicher Ausfälle produzieren. 

Schwierig wird es vor allem, wenn Athleten schon mit einem gravierenden "Rucksack" an Problemen ins Training einsteigen. Dann ist der absolute Kennerblick gefragt. Viele Verletzungen ergeben sich auch erst im Laufe der Zeit schleichend wie z. B. sehr oft Achillessehnenprobleme. 

Sicherlich wird es Ursachen für Franks schlingernden Unterarm im Ellbogengelenk geben. Es wäre vermessen, die Sache nun von außen bestimmen zu wollen, zumal wir nicht wissen, was da eventuell gerissen ist?!

Wenn ich einen Athleten im Spitzenbereich hätte, würde er mit hundertprozentiger Sicherheit nicht an allen biomechanischen Maschinen Tests absolvieren, weil ich einige für schädlich halte. Punkt - aus! Da gibt´s für mich keinen Kompromiss - auch nicht bei einem Professor oder einer Professorin!!! Auch hätten Bundestrainer/in keinen Eifluss auf mein Krafttrainings-Übungspotential, weil ich die Dinge ganz weit vorangetrieben habe. Diese Inhalte stimme ich logistisch mit den favorisierten Personen oder mir alleine ab! Wink

Gertrud


RE: Frank Busemann- ein verschwendetes Talent? - Drizzt - 16.06.2017

(16.06.2017, 14:17)lor-olli schrieb: Vielen Dank Franz, Du sprichst mir aus der Seele. Es ist eine Sache Umstände allgemein gültig zu formulieren (worum ich mich bemühe) und eine andere sich detailiert interpretierend zu Athleten äußert die man nicht kennt / nicht trainiert hat.


Das passiert meiner Meinung nach hier viel zu oft und mit einer Selbstverständlichkeit,da kann ich oft nur den Kopf schütteln. Sad