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FAZ: Nadine Hildebrand über ihre Olympiaambitionen - Druckversion

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RE: FAZ: Nadine Hildebrand über ihre Olympiaambitionen - hoffnungsvoller Vater - 28.03.2016

Ehrgeizige Eltern und Trainer gibt es, ohne Zweifel. Trotzdessen, dass es ohne Ehrgeiz im Sport auch nicht geht, gibt es aber auch welche, die den Weitblick behalten haben und die Schule und das Sozialverhalten nicht aus den Augen verlieren.

Soziologisch bedenklich ist es doch aber eher, wenn man den Kindern nicht vermittelt, dass beim Betreiben von Leistungssport auch bereit sein muss, "Opfer" zu bringen.

Im Übrigen wissen dieses die Kinder bereits und trotzdem sind die Sportschulen voll, weil die Kinder es wollen.

Der Basis dieses aber verschweigen zu wollen, klingt für mich (sorry), aber zuviel nach "Politikergewäsch".

Und lieber h.krueger, mal die anderen Leserbriefe durcharbeiten, diese sind die Mehrheit!!


RE: FAZ: Nadine Hildebrand über ihre Olympiaambitionen - TranceNation 2k14 - 28.03.2016

(27.03.2016, 16:47)Astra schrieb: Es sei denn, sie war noch in der Probezeit als sie die Verletzung bekam oder sie hatte nur einen befristeten Vertrag.

Sehr richtig, allerdings liegt dann hier keine Kündigung vor und diese Situaton ist leider inziwschen Gang und Gäbe, ob mit oder ohne Sport. Wäre sie die Treppe runtergefallen, hätte ihr das Job-Ende dann genauso widerfahren können. In der Wissenschaft beipielsweise betrifft dies ca. 100% aller nicht-Profs (die 100% sind evtl. etwas überspitzt).


RE: FAZ: Nadine Hildebrand über ihre Olympiaambitionen - hkrueger - 28.03.2016

(28.03.2016, 09:50)Halloo schrieb: Selbst die, die nicht durchkommen, geben ihre Kindheit und Jugend sowie ihre Karriere ein Stück weit auf.......Das stimmt!!!

Ist das wirklich so, dass die Kinder ihre Kindheit und Jugend aufgeben?
Machen die das nicht, weil sie (warum auch immer) daran glauben und es ihnen Spaß machen

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Kinder mehr als 3-5 mal in der Woche trainineren. Bei dem Zeitaufwand kann man noch nicht davon sprechen, dass die Kindheit geopfert wurde. Da wird für das Erlernen eines Musikinstruments vermutlich mehr Zeit investiert. 
Jugendliche trainieren meinetwegen 6 mal in der Woche, aber dieser Zeit wird doch nicht als Opfer empfunden. 
Zudem wird immer (auch hier) immer wieder angemahnt, eben nicht zuviel zu trainieren, sondern stattdessen mehr Wert auf Qualität und auch Regeneration zu legen.  

Wenn ein Hobby einem Freude bereitet, kann man es mMn täglich ausüben, ohne dass es als Opfer aufgefasst wird.


RE: FAZ: Nadine Hildebrand über ihre Olympiaambitionen - Halloo - 28.03.2016

(28.03.2016, 12:02)hkrueger schrieb:
(28.03.2016, 09:50)Halloo schrieb: Selbst die, die nicht durchkommen, geben ihre Kindheit und Jugend sowie ihre Karriere ein Stück weit auf.......Das stimmt!!!


Ist das wirklich so, dass die Kinder ihre Kindheit und Jugend aufgeben?
Machen die das nicht, weil sie (warum auch immer) daran glauben und es ihnen Spaß machen

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Kinder mehr als 3-5 mal in der Woche trainineren. Bei dem Zeitaufwand kann man noch nicht davon sprechen, dass die Kindheit geopfert wurde......... 

Du kannst dir also nicht vorstellen, dass Kinder mehr als 3-5 mal in der Woche trainieren???
Die Realität sieht leider sehr häufig (bei den sog. Talenten) anders aus...


RE: FAZ: Nadine Hildebrand über ihre Olympiaambitionen - Halloo - 28.03.2016

(28.03.2016, 10:24)hoffnungsvoller Vater schrieb: Ehrgeizige Eltern und Trainer gibt es, ohne Zweifel. Trotzdessen, dass es ohne Ehrgeiz im Sport auch nicht geht, gibt es aber auch welche, die den Weitblick behalten haben und die Schule und das Sozialverhalten nicht aus den Augen verlieren.

Soziologisch bedenklich ist es doch aber eher, wenn man den Kindern nicht vermittelt, dass beim Betreiben von Leistungssport auch bereit sein muss, "Opfer" zu bringen.

Im Übrigen wissen dieses die Kinder bereits und trotzdem sind die Sportschulen voll, weil die Kinder es wollen.

Der Basis dieses aber verschweigen zu wollen, klingt für mich (sorry), aber zuviel nach "Politikergewäsch".

Und lieber h.krueger, mal die anderen Leserbriefe durcharbeiten, diese sind die Mehrheit!!

Lieber "hoffnungsvoller vater", sie haben doch gepostet, dass selbst die, die nicht durchkommen, ihre  Kindheit,  Jugend
und Karriere zum Teil aufgeben. Das ist auch meine Meinung. Wir wissen, dass Kinder leicht manipulierbar sind, und häufig Eltern die Kinder als kommende Meister sehen möchten und Druck machen. Natürlich gibt es auch Zöglinge, die man bremsen muss. Dafür sind dann Trainer und Erziehungsberechtigte da. In jedem Fall soll  Kindern und Jugendlichen  die sportliche Zukunft und das Drumherum nicht nur rosig dargestellt werden. Auch auf die Gefahren  müssen wir fürsorglich hinweisen. Das Leben geht nach der Karriere weiter, und häufig passiert das nach Krankheiten oder Verletzungen schneller als gedacht. Der Fall in ein soziales Loch ist dann nicht selten vorprogrammiert. Das  ist kein Politikergeschwäsch, sondern das Ergebnis von vielen Jahrzehnten Erfahrung und Beobachtungen als Aktiver und Trainer.


RE: FAZ: Nadine Hildebrand über ihre Olympiaambitionen - icheinfachma - 28.03.2016

Von einer vergeudeten Kindheit und Jugend würde ich nicht sprechen. Ich denke, dass den Sportgymnasiasten ihre Hobby sehr viel Freude bereitet und sie das nicht weniger genießen, als "normale" Kinder und Jugendliche, sie sind wahrscheinlich eher glücklich über ihre Lage, ein besonderes Hobby ausüben zu können und auch zu einem gewissen Maß privilegiert zu sein.

Bedenklich finde ich es eher, dass Hochleistungssport schwerwiegende Folgeschäden für den Bewegungsapparat, bei bestimmten Sportarten mit Kopftraumata auch Hirnerkrankungen und bei Doping noch viel weitreichendere organische Schäden nach sich ziehen kann. Man kann das auch nicht kleinreden, indem man ein orthopädisch verantwortungsvolles Training nennt: Das ist selten Realität, sondern mehr Ideal und in vielen Sportarten sind Folgeschäden sogar vollkommen unvermeidbar, wie z.B. die Knieschäden in den Ballsportarten.

Ich teile auch die Ansicht, dass ein Sportler es nicht per se verdient, besondere Anerkennung zu bekommen. Er leistet keinen Beitrag weder zur Wirtschaft, noch zur Gesellschaft, sondern nimmt Elitenförderung in Anspruch, um eine persönliche Medaille zu gewinnen. Ich würde es also eher gutheißen, dass einige finanziell aufgeblasene Sportarten wie der Fußball in ihren Gehältern etc. reduziert werden, aber nicht, dass man Randsportarten mehr fördern muss. Es stimmt schon - Leichtathletik nützt der Allgemeinheit nichts, es ist eher so, dass Liebhaber der Sportart es mögen, großartige Leistungen zu sehen oder selbst zu vollbringen und insofern Lobbyismus für ihren Sport betreiben. Ich selber bin mir z.B. auch im Klaren darüber, dass die Kenntnisse, die ich mir über LA-Training aneigne, an sich total nutzlos sind, verglichen mit produktiven Berufen. Es ist einfach Liebhaberei. Jeder Leichtathlet, der ehrlich zu sich selbst ist, würde zugeben, dass er aufschreit, wenn die Förderung der Leichtathletik wieder verringert wird, es ihn aber nicht im Geringsten interessieren würde, dass z.B. Karateka nicht einmal die Möglichkeit der Olympiateilnahme haben und ihre Sportförderung gleich null ist. Es ist eben wirklich nur ein kleiner Kreis, den die Leichtathletik etwas angeht und Freude bereitet und insofern ihre Stellung in Deutschland aus meiner Sich auch gerechtfertigt.


RE: FAZ: Nadine Hildebrand über ihre Olympiaambitionen - Mockauer - 08.04.2016

Ich fand den Artikel interessant, traurig und erstaunlich.

Interessant, den Wertegang nochmals aufgezeichnet zu bekommen ,wie es sicherlich jeden Spitzensportler mal geht, wenn man sich verletzt.
Traurig, dass man sich immer rechtfertigen muss, warum man etwas macht und sich dann immer mit Fußballern vergleichen lassen muss, obwohl das etwas komplett anderes ist.
Und erstaunlich, dass Sie sich nicht unterkriegen lässtSmile