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Europas Läufer - durchweg schlecht oder nur in Deutschland? - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Europas Läufer - durchweg schlecht oder nur in Deutschland? (/showthread.php?tid=1115) |
RE: Europas Läufer - durchweg schlecht oder nur in Deutschland? - beity - 24.06.2015 (24.06.2015, 12:28)Atanvarno schrieb: Aber gerade du bist doch jemand, der immer wieder betont, dass das Laufniveau in den 70igern/80igern in Deutschland/Europa vor allem in der Breite wesentlich höher war als heute. Wenn man dann gleichzeitig unterstellt, dass das alles nur mit UM möglich war, wird sich nichts bessern, weil alle denken, dass man das sauber ja eh nicht schaffen kann.Das verstehe ich nun aber gar nicht. Hatte ich was über die europäische Breite in den 80ziger gesagt? Über die deutsche.....ja. was ist Breite? Wenn meinetwegen in einem Jahr in D(Ost und West zusammen) an die 30 Läufer um die 2:20 Marathon und schneller laufen, dann braucht es dafür keinerlei UM, wenn es bei Deutschen Vorläufe über 5000 Meter oder 3000 Hindernis gab..... Zum (Hoch)Leistungsbereich. Fuentes ist vielfach schon genannt worden, und wäre der nicht 2006 aufgeflogen, hätte einer seiner Landsleute die EM 2006 über 10.000 Meter gewonnen und nicht Jan Fittchen. War halt blöd, das der Blutbeutel mit Aufschrift "9. August" konfisziert wurde. ![]() Zu den italienischen Erfolgen vor gut 20-30 Jahren. Meine kurzfristige Buffetfreundschaft ließ auf meinen Hinweis, das sie früher ja großartige Langstreckler hatten, die Bemerkung fallen: "it is the blood, my friend, the blood" und grinste sich einen. Der war richtig stolz. Ich habe mich schon immer gefragt, welche Motivation Ärzte haben, sich an Doping zu beteiligen. Richtig Geld damit verdienen tun nur wenige (wie Fuentes). Es ist wohl eher Genugtuung und Stolz, "Ihr" Produkt zusehen, wie es sich entwickelt. Sehen sich je nach Ego als Schöpfer, Gestalter, Künstler....bisweilen verbrämt auch Beschützer (ärztliche Kontrolle, "gesundes" Dopen....) Oder auch wirklich sehr herzensgute Menschen wie damals Georg Huber, der ganz fest der Überzeugung war "schlimmeres" verhindert zu haben...
RE: Europas Läufer - durchweg schlecht oder nur in Deutschland? - Atanvarno - 24.06.2015 (24.06.2015, 13:21)beity schrieb: Das verstehe ich nun aber gar nicht.Dann ein Erklärungsversuch. Für viele von denen, die sich damals den Arsch aufgerissen haben und heute den Arsch aufreißen sollen, waren und sind die Leistungen der Spitze eine Motivation sich so zu schinden - eventuell, um auch dahin zu kommen, auf jeden Fall aber um das persönliche Optimum auszuschöpfen. Geht man her und stellt die Spitzenleistungen pauschal unter Dopingverdacht, ist die Motivation weg. Wofür noch quälen? Ohne Stoff kommt ja eh nichts Vernünftiges dabei raus und wenn ich zu gut werde, stellt man mich auch unter Verdacht. Deswegen nochmal: sicherlich gab und gibt es Doping, aber dennoch finde ich es falsch, einfach pauschal zu sagen, dass es gut ist, wenn solche Zeiten heute nicht mehr erreicht werden. RE: Europas Läufer - durchweg schlecht oder nur in Deutschland? - DerC - 25.06.2015 (24.06.2015, 11:09)beity schrieb: und das ist auch gut soPeinlicher Beitrag. Es gab Italiener, die mit Blutdoping experimentiert haben ja. Es gab welche, die das nicht taten, und dennoch sehr gut und vor den Deutschen waren. Es gibt auch Berichte, dass es sich einige verschlechtert haben, und es dann wieder gelassen haben. Dazu war das teilweise zu einer Zeit, in der Eigenblutdoping eher als Grauzone angesehen wurde. Also: Erstens ist nicht klar was welches Doping wem gebracht hat. Zweitens gibt es einige schnelle Leute aus der Zeit, die afaik nie mit irgendwas in Verbindung gebracht wurden. Bisher kenne ich kein Dopinggerüchte, was Leute wie Lopez, Bordin oder Pizzolato betroffen hätte. Und die waren nun mal besser als Steffny, Salzmann etc. Aber dazu muss man wohl seit neuestem gedopt sein. Dass ein Bordin ben mehr und besser trainiert hat, kommt wohl nicht in Frage? Wäre Steffny nicht so lange vom Leistungssport weggewesen oder hätte etwas besser trainiert, hätte er auch ne 2h08 laufen können. Ohne Doping. Bei einem Lopez denke wäre mit besserem Training eine 2h05 drin gewesen. Es gibt so wenig europäische Läufer die das versuchen ... es gibt auch sehr wenig afrikanische Weltklasseschwimmer. Wer nicht an seine Chance glaubt, wird es nicht probieren. Es ist eben leider so, dass in vielen Industrienationen der Pool von talentierten Jugendlichen, die sich von früh an viel bewegt haben, viel kleiner wurde. Steffny, Herle etc sind eine andere generation. Die in den 50ern und 60er geborenen haben sich viel mehr bewegt. Gab weniger autos, wurde mehr auf der Straße und im Feld gespielt, es wurden mehr Alltagswege zu Fuß zurückgelegt. Ähnliches gilt für andere Europäische Länder. |