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RE: Germany athletics - muffman - 18.11.2025 Man sollte endlich mal begreifen, dass nicht GA das Problem ist, sondern das System. Ein System, das fast komplett auf Ehrenamt basiert. Da arbeiten tausende TrainerInnen mit Kindern und Jugendlichen, meistens nur aus Leidenschaft für den Sport und, wenn man Glück hat, ein bisschen Anerkennung in der Vereinsbubble, ein Schulterklopfen und ein bisschen Ehrenamtspauschale. Gleichzeitig sollen diese TrainerInnen dann Talente möglichst professionell auf eine mögliche Karriere im Hochleistungssport vorbereiten. Will man Profisport, muss auch durch Profis gefördert werden. Auch an der Basis. RE: Germany athletics - Reichtathletik - 18.11.2025 (18.11.2025, 11:45)muffman schrieb: Man sollte endlich mal begreifen, dass nicht GA das Problem ist, sondern das System. Ein System, das fast komplett auf Ehrenamt basiert. Da arbeiten tausende TrainerInnen mit Kindern und Jugendlichen, meistens nur aus Leidenschaft für den Sport und, wenn man Glück hat, ein bisschen Anerkennung in der Vereinsbubble, ein Schulterklopfen und ein bisschen Ehrenamtspauschale. Gleichzeitig sollen diese TrainerInnen dann Talente möglichst professionell auf eine mögliche Karriere im Hochleistungssport vorbereiten. Will man Profisport, muss auch durch Profis gefördert werden. Auch an der Basis. Dann frage ich erneut, warum dann GA nicht hingeht und an jedem Standort 2 Trainerstellen ausschreibt und ggf diese Coaches entsprechend Aus- und weiterbildet. Stattdessen werden vorrangig Athleten mit kleinen Geldsummen angelockt, die bereits anderweitig betreut sind oder gar keine Anbindung an eine Trainingsgruppe wünschen. Und wo ganze Trainingsgruppen wechseln: Wer hat denn die Trainer und Athleten vorher ausgebildet? Andere Vereine. Ich würde mir wünschen dass man viel mehr in Coaches investiert. Dann geht man im Zweifel an einem Standort hin uns sagt, okay hier gibt es noch keine Sprinter/Läufer/Werfer/Springer, aber wir sorgen jetzt dafür, dass hier ein guter Trainer ist der sich vollzeit um den Sport kümmern kann und dann wird da schon was entstehen. Das ist eben haargenau das gleiche, was ich auch "dem System" bzw. Verbänden vorwerfe. Man sagt an einem Standort gebe es nicht alles, was es braucht. Statt aber dann das Potential zu sehen und entsprechend in diesen Standort zu investieren nimmt man das, was dort ist und sagt: Die Athleten müssen umziehen (bzw. jetzt den Verein wechseln) und wir fördern die. Aber im System ändert sich nichts. RE: Germany athletics - mariusfast - 18.11.2025 (18.11.2025, 11:45)muffman schrieb: Man sollte endlich mal begreifen, dass nicht GA das Problem ist, sondern das System. Ein System, das fast komplett auf Ehrenamt basiert. Da arbeiten tausende TrainerInnen mit Kindern und Jugendlichen, meistens nur aus Leidenschaft für den Sport und, wenn man Glück hat, ein bisschen Anerkennung in der Vereinsbubble, ein Schulterklopfen und ein bisschen Ehrenamtspauschale. Gleichzeitig sollen diese TrainerInnen dann Talente möglichst professionell auf eine mögliche Karriere im Hochleistungssport vorbereiten. Will man Profisport, muss auch durch Profis gefördert werden. Auch an der Basis. +1 RE: Germany athletics - S_J - 18.11.2025 (18.11.2025, 11:45)muffman schrieb: Man sollte endlich mal begreifen, dass nicht GA das Problem ist, sondern das System. Ein System, das fast komplett auf Ehrenamt basiert. Da arbeiten tausende TrainerInnen mit Kindern und Jugendlichen, meistens nur aus Leidenschaft für den Sport und, wenn man Glück hat, ein bisschen Anerkennung in der Vereinsbubble, ein Schulterklopfen und ein bisschen Ehrenamtspauschale. Gleichzeitig sollen diese TrainerInnen dann Talente möglichst professionell auf eine mögliche Karriere im Hochleistungssport vorbereiten. Will man Profisport, muss auch durch Profis gefördert werden. Auch an der Basis. Ich kann da nur für mich sprechen, aber ich rechne jedes Jahr bewusst immer so ab, dass ich im Ehrenamt bleibe und nicht ins Nebenamt rutsche ![]() Ich bezweifle auch, dass es genügend qualifizierte Leute für hauptamtliche Stellen gäbe, wenn man das System darauf auf Vereinsebene umstellen würde. Ich denke tatsächlich, dass das deutsche Konzept der Stützpunkt- und Disziplintrainer sehr gut funktionieren könnte, wenn man hier mehr investiert. Durch Hauptamt oder eben Infrastruktur. Das größte Problem sind allerdings meiner Erfahrung nach an den meisten Orten die verkalkten Strukturen, in denen Positionen und Stellen, die sehr effektiv und gewinnbringend genutzt werden könnten, nicht ideal besetzt sind. Sei es der Rentner der nicht loslassen kann oder der Egoist, der sich beim Gruppenbild vor die Kinder stellt, um sich wichtig fühlen zu können. In der Vergabe solcher Funktionsstellen muss man einen guten Mittelweg finden: zu viel Bürokratie ist nicht sinnvoll, aber wenn alles nur über Vitamin B im Nepotismus versinkt, weil es keine klaren transparenten Richtlinien gibt, ist das eben auch nicht sinnvoll. Wer mich mit einem neuen Konzept beeindrucken möchte, sollte sich vielleicht daher auch um Transparenz bemühen. In other news... Es gibt mittlerweile doch einige interessante Wechsel zur Franchise, auch unter dem Gesichtspunkt für welchen der Standorte sich entschieden wird... RE: Germany athletics - Citius - 18.11.2025 (18.11.2025, 11:58)Reichtathletik schrieb:(18.11.2025, 11:45)muffman schrieb: Man sollte endlich mal begreifen, dass nicht GA das Problem ist, sondern das System. Ein System, das fast komplett auf Ehrenamt basiert. Da arbeiten tausende TrainerInnen mit Kindern und Jugendlichen, meistens nur aus Leidenschaft für den Sport und, wenn man Glück hat, ein bisschen Anerkennung in der Vereinsbubble, ein Schulterklopfen und ein bisschen Ehrenamtspauschale. Gleichzeitig sollen diese TrainerInnen dann Talente möglichst professionell auf eine mögliche Karriere im Hochleistungssport vorbereiten. Will man Profisport, muss auch durch Profis gefördert werden. Auch an der Basis. Wo bekommen denn die Großvereine ihre Trainer her? Das sind doch häufig ebenso engagierte und qualifizierte Leute, welche sich in den kleinen Nachbarvereinen verdient gemacht haben und nun dort eben fehlen, da diese nicht so einfach mit Landesmitteln nachbesetzen können. Die Dinge, welche hier ins Feld geführt werden ist doch bereits durch die Grossvereine praktiziert. Jetzt bahnt sich ein neuer Platzhirsch an und der Status quo zeigt mit den Finger auf „den Neuen“. RE: Germany athletics - Reichtathletik - 18.11.2025 (18.11.2025, 18:02)Citius schrieb:(18.11.2025, 11:58)Reichtathletik schrieb:(18.11.2025, 11:45)muffman schrieb: Man sollte endlich mal begreifen, dass nicht GA das Problem ist, sondern das System. Ein System, das fast komplett auf Ehrenamt basiert. Da arbeiten tausende TrainerInnen mit Kindern und Jugendlichen, meistens nur aus Leidenschaft für den Sport und, wenn man Glück hat, ein bisschen Anerkennung in der Vereinsbubble, ein Schulterklopfen und ein bisschen Ehrenamtspauschale. Gleichzeitig sollen diese TrainerInnen dann Talente möglichst professionell auf eine mögliche Karriere im Hochleistungssport vorbereiten. Will man Profisport, muss auch durch Profis gefördert werden. Auch an der Basis. Zum Teil ist das korrekt. Zum Teil kommt hier aber schon eine neue Dimension rein. Wenn ein Trainer abgeworben wird ist das ein durchaus normaler Verlauf. Auch da gibt es die von dir beschriebenen Probleme. Was wir aber hier nun erleben (und in den vergangenen jahren auch zunehmend schon bei anderen Vereinen) ist dass man sich darauf beschränkt, Athleten direkt finanziell zu unterstützen, aber eben gerade nicht neue Athleten ausbildet, Trainer und Trainingsgruppen aufbaut. Und das vergiftet das Klima. Dann hast du im Extremfall den ehrenamtlichen Verein, der Trainer ausbildet, Wettkämpfe organisiert, Kampfrichter hat aber eben dann nicht mehr das Geld, jemanden monatlich 100 Euro zu geben (weil er das Geld z.B. in Trainerausbildung, Übungsleiterpauschale und Co investiert) – und auf der anderen Seite den Verein der all das nicht hat und dafür kein Geld ausgibt, aber den Sportler bezahlt. Und das ist dann "Leistungssport"? Und vor allem: Es wird den Sportlern eingeredet, der andere Verein wertschätze sie nicht, weil er ihnen kein Geld gibt und die Wertschätzung für die Coaches und Vereinsfunktionäre und KaRis geht verloren weil das ja "Selbstverständlich" ist RE: Germany athletics - gocgn - 18.11.2025 Mein Punkt ist nicht, dass GA unbedingt der böse Gigant ist (wird), sondern dass man nicht weiß welche Konsequenzen dass alles mit sich bringen wird in Zukunft. Aus meiner außenstehenden Sicht passiert folgendes: GA zieht einzelne, fertige Athleten von Vereinen ab und setzt sie in eine neue Struktur, die noch keine eigene Laufbahn hat und kein eigenes Fundament. Hauptsächlich passieren Transfers, weil jemand mit dem Geldschein winkt. Die Vereine, die diese Athleten teils Ehrenamtlich ausgebildet haben, verlieren damit Sichtbarkeit, Sponsoren, wahrscheinlich auch Trainer und in letzter Konsequenz den Nachwuchs. Wenn Vereine zusammenbrechen, verliert nicht nur der Breitensport, sondern GA auch seine (aktuelle) Grundlage. Theoretisch müsste GA zum aktuellen Zeitpunkt viel mehr Grundlagenaufbau leisten anstatt in Athleten zu investieren. Und zugegebener Maßen, ich verstehe noch nicht so ganz was dieses Konzept so revolutionär macht, das die Leichtathletik groß verändern/verbessern wird. Wie oben erwähnt: Es gibt noch keine eigenen Trainingsstätten, aber trotzdem schon viele Standorte. Keine bereits erprobte und bewiesene Jugendarbeit, sondern hauptsächlich Transfers von Spitzenathletinnen. Ich bin nicht gegen Veränderung, nur etwas in Sorge dass beim Versuch die Spitze zu stärken, die Basis zerstört wird. Und am Ende auch der Franchise-Club ohne Nachwuchs da steht. RE: Germany athletics - Delta - 18.11.2025 Nimmt man die Ergebnisse der DM sind die Athleten von German Athletics überwiegend nirgends. Dass Potye den Hochsprung gewinnt hätte er auch mit den Trikots aus Mainz oder Berlin geschafft. Da wedelt einer mit Euroscheinen aber der Club hat noch nicht mal eigene Anlagen. Im Dreisprung ist das Mass LAC Erdgas Chemnitz 3 der Top 5 sind von dort. Für Athleten ist der Verein vor Ort die bessere Wahl. Ich kann ja nicht warten bis der Jaros Zeit hat um mich zu Coachen wenn ich in Sindelfingen wohne. RE: Germany athletics - Citius - 18.11.2025 (18.11.2025, 18:33)Reichtathletik schrieb:(18.11.2025, 18:02)Citius schrieb:(18.11.2025, 11:58)Reichtathletik schrieb:(18.11.2025, 11:45)muffman schrieb: Man sollte endlich mal begreifen, dass nicht GA das Problem ist, sondern das System. Ein System, das fast komplett auf Ehrenamt basiert. Da arbeiten tausende TrainerInnen mit Kindern und Jugendlichen, meistens nur aus Leidenschaft für den Sport und, wenn man Glück hat, ein bisschen Anerkennung in der Vereinsbubble, ein Schulterklopfen und ein bisschen Ehrenamtspauschale. Gleichzeitig sollen diese TrainerInnen dann Talente möglichst professionell auf eine mögliche Karriere im Hochleistungssport vorbereiten. Will man Profisport, muss auch durch Profis gefördert werden. Auch an der Basis. Deinen Punkt sehe ich auch. Allerdings muss diese Kritik ebenfalls an den „Platzhirschen“ angebracht werden. Mir wäre auch lieber, das Geld würde in ein riesengroßes „Talentevent“ fließen, bei dem die talentierten Athleten (welche bisher noch nicht Mitglied in einem LA Verein waren) aus den jeweiligen Franchises den neuen Super - Sprinter, Springer oder Werfer suchen. Allerdings bringen die Top-Athleten erstmal die größere Aufmerksamkeit. RE: Germany athletics - Poliquin - 21.11.2025 Das Konzept ist dahingehend revolutionär, dass hier der FC Bayern München kopiert wird. Es werden die guten Athleten von anderen Vereinen "aufgekauft", die gute Nachwuchsarbeit machen. Die Bayern sind mit eigener Nachwuchsarbeit ja auch erst spät um die Ecke gekommen. Dann stellt man sich hin und lässt bei jedem zweiten Post heraushängen, wie viele Titel man den errungen hat und was für ein toller und Leistungsstarker Verein man ist! Eine grandiose Leistung..... Wenn die "kleinen Vereine" keine Aushängeschilder mehr haben, wird es für sie auch schwierig Werbepartner zu finden. Insbesondere, weil GA, CA oder wie auch immer die Sponsoren schon gezogen hat. Was ist das denn bitte auch für eine Verfahrensweise, an U16 Athletinnen heranzutreten, denen ein Training zu ihrem eigenen Vereinstraining anzubieten und nach der vierten Einheit damit herauszukommen, dass jetzt ein Vereinswechsel erforderlich wird, wenn man weiter in diesen Genuss kommen möchte.... Nur eins von vielen Beispielen.... Manchmal hat es den Eindruck, dass mittlerweile ein Machtkampf zwischen Dethloff gegen die Verbände das revolutionäre ist... Ich weiß nicht, ob der Drive - der mittlerweile in der ganzen Sache drin ist - der LA noch behilflich ist, sich neu aufzustellen und die Kinder wieder in die Vereine zu bekommen und Trainer zu finden. Ich lasse mich aber auch gerne eines besseren belehren. |