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Gundersen-Methode im Mehrkampf - Druckversion

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RE: Busemann will " Gundersen" - Sebastian - 05.10.2019

(05.10.2019, 11:46)Jo498 schrieb: Das wäre m.E. eine zu offensichtliche Zerstörung. Der ganze Witz beim Zehnkampf sind die "schwierigen Disziplinen" und gerade ihre Kombination am zweiten Tag. Deswegen ist ja Siebenkampf vergleichsweise flau und kann von einem Typ, der gut Hürdensprinten und Springen kann, nahezu dominiert werden (und eine schlechte Werferin wie Salman-Rath hat noch solide Chancen, einigermaßen mitzuhalten). Normalerweise wäre Frauen-Zehnkampf die logische Entwicklung, nicht Männer-Achtkampf.
Thumb_up ‌Meine Rede! Genau deshalb finde ich Siebenkampf im Normalfall relativ "öde", zumindest kein Vergleich zum Zehnkampf. Man schaue sich nur mal KJT an, die hat zwar ihre Wurfleistungen jetzt in Doha deutlich verbessert, aber die sind ja immer noch ziemlich überschaubar. Diskus, Stab und 400 Meter würden den Siebenkampf auf jeden Fall aufpeppen, weil man nicht mehr als "Sprintertyp" so extrem bevorteilt wäre. Bei 400 Metern könnte ich mir z.B. vorstellen, dass eine Thiam die recht gut beherrschen würde (In Relation zu Größe und Gewicht), oder früher Sabine Braun Cool

Stab wäre ein ganz neue Komponente und natürlich für die aktuellen Siebenkämpferinnen nicht mehr lern-, bzw. beherrschbar, brächte aber, bei ähnlicher Gewichtung wie im Zehnkampf richtig Schmackes rein.


RE: Busemann will " Gundersen" - dominikk85 - 06.10.2019

Warum nicht 3k statt 1500 laufen? Klar es ist tradition, aber warum nicht? Dann würde auch gundersen besser funktionieren  (und kauli wäre unschlagbarSmile)


RE: Busemann will " Gundersen" - Atanvarno - 06.10.2019

(06.10.2019, 16:39)dominikk85 schrieb: Warum nicht 3k statt 1500 laufen?

Wieder so eine sch... Idee, die nie von einem aktiv Zehnkampf betreibenden Athleten kommen würde


RE: Doha 2019 - keine Werbung für die Leichtathletik - JoelH - 07.10.2019

(04.10.2019, 12:39)Atanvarno schrieb: Dass der Thread nicht von dir dir ist, ändert aber nichts daran, dass du, statt auf Gegenargumente einzugehen, die Diskussion beendet hast, als sie dir nicht mehr genehm war.

Die Diskussion ist doch Jahre alt, alle Argumente sind ausgetauscht und kein Konsens ist in Sicht.

z.B. https://leichtathletikforum.com/showthread.php?tid=793&pid=83680#pid83680 Ein Teil der Antworten.

Zur Zeittabelle
- Zeittabelle linear machen, gut ist. (Den Schwerpunkt des Speers hat man auch einfach so geändert und die LA ist nicht daran zugrunde gegangen. Und WRs werden noch immer gejagt, eben andere)

Zum Rückstand
- Nichts spricht gegen zwei Läufe, gab es bei den Frauen ja auch. Also einfach die Leute in einen Endlauf gepackt die in einem Bestimmten Abstand zum Führenden sind und die anderen kommen in einen konventionelle Lauf. Es geht ja nur darum die Reihenfolge an der Spitze zu ermitteln (wer 4. wird interessiert in D ja bekanntlich eh keinen mehr Teufel )

-Zum WR
Siehe Speer

-Zum Start
Auch bei konventionellen Läufen ist der Starter selbst verantwortlich wie exakt er startet. Bestes Beispiel Fr. Lückenkemper. Da käme auch keiner auf die Idee zu sagen, die Reaktionszeit ziehen wir am Ende wieder ab, weil da geht es ja um den WR, da zählt jede Hundertstel. Oder im Weitsprung rechnet man auch nicht das drauf was der Athlet vor dem Balken verschenkt. Also sehe ich kein Argument gegen das eigenverantwortliche Starten, analog zur Biathlonverfolgung. Wer zu früh los geht wird bestraft, wer verschenkt ist selbst schuld.

Des Weiteren geht es weder um die Rettung des Abendlandes noch dem Niedergang desselben. Es geht einfach darum Interesse zu wecken.


RE: Busemann will " Gundersen" - longbottom - 07.10.2019

Das Interesse am Zehnkampf von Doha schien mir auch ohne Gundersen ziemlich groß zu sein.  Wink

Was den Rest angeht: Der Vergleich mit dem Start bei herkömmlichen Läufen passt meiner Meinung nach nicht wirklich, denn bei solchen wird bei einem Fehlstart zurückgeschossen. Das ist bei einer Gundersen unmöglich. Um mal Doha als Beispiel zu nehmen: Sagen wir, Tim Nowak wäre zu früh gestartet, hätten ja nicht alle davor zurückgeschossen werden können.

Also geht es bei einer Gundersen nur mit Zeitstrafen bzw. Disqualifikation für zu früh gestartete. So wird es im Wintersport gehandhabt. Da gibt es aber Sekundenabstände und keine Abstände auf die Hundertstel, die die Sportler beachten müssen. Das ist viel einfacher zu kontrollieren. Und für Sekundenabstände am Start sind andererseits die 1500 Meter und erst recht die 800 Meter im Siebenkampf zu kurz. Im Wintersport sind sie halt auch länger unterwegs.

Und ich bin keiner, der komplett gegen die Gundersen ist. Ich kann die möglichen Vorteile sehen. Aber noch keiner hat es geschafft, diesen Einwand wegzuerklären. Es sei denn, man lässt die Sportler bald wirklich mindestens 3000 Meter laufen, und das wäre am Ende eines Zehnkampfs schon ganz übel.


RE: Busemann will " Gundersen" - JoelH - 07.10.2019

(07.10.2019, 07:30)longbottom schrieb:  Und für Sekundenabstände am Start sind andererseits die 1500 Meter und erst recht die 800 Meter im Siebenkampf zu kurz. 

Interessanterweise ist doch genau das Argument vieler hier, dass die Abstände zu groß wären, als dass Gundersen Sinn ergibt. Ja was denn jetzt? Ist Mayer zu weit weg als dass es spannend werden könnte? Oder liegt es daran, dass Mayer eingeholt werden könnte weil der hinter ihm startendes Läufer plötzlich nur 23 anstatt 23,3 Sek. Rückstand hat? 

Und was die Strafen angeht. Was spricht gegen Zeitstafen? Wo ist das Problem? Es wird doch immer auf die Mündigkeit des Athleten hingewiesen, hier könnte er Verantwortung übernehmen! Und wie gesagt, ob ein Läufer auf einen Startschuss wartet, der völlig willkürlich kommt, oder auf eine Digitaluhr schaut und seine Startzeit genau kennt ist m.E. ziemlich vergleichbar. Letzteres sogar einfacher. Übrigens, sowas kann man sogar trainieren.


RE: Busemann will " Gundersen" - longbottom - 07.10.2019

(07.10.2019, 07:45)JoelH schrieb: 
Interessanterweise ist doch genau das Argument vieler hier, dass die Abstände zu groß wären, als dass Gundersen Sinn ergibt.

Meins nicht. Große Abstände sind das Zeichen eines am dem Tag besseren Sportlers und kann es auch in der Nordischen Kombination geben.

@Zeitstrafen: Es sollen also sowohl die Athleten selbst beim Start als auch die Kampfrichter nachher kontrollieren, ob die Sportler nicht eine Hundertstel zu früh raus sind. Na viel Spaß.


RE: Busemann will " Gundersen" - Sebastian - 07.10.2019

Natürlich würden die Abstände im Normalfall zu groß, das jetzt wegzudiskutieren setzt ja schon fast Mutwilligkeit voraus.

Doha wäre jetzt rein zufällig der "perfect Storm" für Gundersen gewesen, fast noch mehr, wenn Kaul bei den 75 Metern im Speer stecken geblieben wäre, da wir dann eine Hatz mit rund 12(?) Sekunden Rückstand erlebt hätten.

Aber das ist doch sicher nicht der bisherige Stand. Mit Mayer (selbst in angeschlagenem Zustand) hätte das schon wieder völlig anders ausgesehen und man muss ja auch die Realitäten anerkennen: Die allerallermeisten Top-Zehnkämpfer bewegen sich über 1500 Meter in dem Bereich zwischen 4:30 und 4:40, sprich über 1500 passiert normalerweise nicht mehr so viel. Den fall hat man ja nur, wenn ein Topathlet deutlich schneller (Kaul) oder eben deutlich langsamer (Welcher Weltmeister gurkte immer um die 5 Minuten rum? Hardee oder Clay, Clay glaub ich) laufen kann. Passiert aber nicht allzu oft, das liegt wohl auch an der Punktestruktur für 1500 Meter: Läufst du 4:30 bist du auf der "sicheren Seite" und du verlierst nicht signifiaknt auf die Konkurrenz (wie schon gesagt, im Normalfall!). Das ist ähnlich wie im Diskus: Kauls 49 Meter sind wirklich großartig, aber im Diskus brauchst du halt "nur" 45 um auf der sicheren Seite zu sein, dann verlierst du nicht entscheidend.

Da aber die Qualität der Topleute über 1500 mehr oder weniger ähnlich ist, MUSS man eben zwingend dafür sorgen, dass dann die Abstände VOR dem 1500-Meter-Lauf nicht allzu groß sind, wenn man diesen Lauf als "spannenden Höhepunkt" verkaufen will. 30 Sekunden holt keiner auf einen Mayer auf, also werden die Punktetabellen so geändert, dass Mayer, trotz überragender Leistungen, halt maximal 15 Sekunden Vorsprung haben kann und damit werden 9 Disziplinen einfach mal zur Makulatur und genau DAS ist mein Problem.


RE: Busemann will " Gundersen" - longbottom - 07.10.2019

Das Argument ignoriert meiner Meinung nach etwas, dass es auch spannende Duelle um die anderen Plätze, darunter die Medaillenränge, geben kann. Mal davon abgesehen, dass eine derart extreme Anpassung der Abstände ja glücklicherweise wohl noch nicht geplant ist.


RE: Busemann will " Gundersen" - lor-olli - 07.10.2019

Etwas was hin der Diskussion völlig fehlt, ist der substantielle Beitrag der Betroffenen / Athleten und Trainer!

Man sieht also recht klar woher der Wind weht: es geht mitnichten um den Sport selbst, es geht NUR UND AUSSCHLIEßLICH um die Vermarktung! Als ehemaliger Aktiver in der Diziplin argumentiere ich diesbezüglich trotzdem nur aus der "Insidersight", ich habe mit einigen Kollegen und Aktiven gesprochen und ALLE waren abgeneigt bis hochskeptisch, dass Gundersen dem Sport irgend etwas bringt.

Es wird Zeit, dass die Betroffenen mal aufschreien, auch vom 10-Kampf-Team kommt nichts bis in die Öffentlichkeit (gemeint ist die Öffentlichkeit außerhalb des 10-Kampf!)