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Mehrkampf-Meeting 2022 - Ratingen, 07./08.05.2022 - Druckversion

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RE: Mehrkampf-Meeting 2022 - Ratingen, 07./08.05.2022 - Gertrud - 12.05.2022

(12.05.2022, 06:57)dominikk85 schrieb:
(11.05.2022, 20:10)TranceNation 2k14 schrieb:
(11.05.2022, 15:50)krebsan schrieb: ]

Schon gut, ich nehme das entgegen.
Ändert aber nichts an meiner Einschätzung, dass da keine Reserve war, warum auch immer. Ehammer hat auch schon nach der Hallen-WM erklärt, dass er eigentlich nach den Trainingserfahrungen auf eine bessere 1000m-Zeit gehofft hatte. Mag sein, dass da eine mentale Blockade ist, oder schlicht noch nicht mehr im Tank war. Aber ich glaube definitiv nicht, dass da noch 15-20s schneller möglich gewesen wären, auch wenn es um den Olympiasieg gegangen wäre. Was keineswegs heisst, dass es bis im Sommer oder nur schon in Götzis nicht schneller gehen kann.

Habe das Rennen ja auch nicht gesehen. Aber es eigener Erfahrung, ds wird gerne sehr unrhythmisch gelaufen (zu schneller Beginn, dann panisch auf die Bremse). So verschenkt man gerne ein paar sec...die letzten 500 sind dann immer passabel und am Limit, sodass du völlig fertig bist, aber locker 5 sec verschenkt hast.

eigentlich könnte Ratingen doch diese wavelight lichter installieren um die mehrkämpfer beim pacing zu unterstützen, oder?

​​​​​​Man könnte ja zum Beispiel drei verschiedene lichter laufen lassen, zum Beispiel 4:15, 4:30 und 4:45.

Vielleicht würde so der eine oder andere athlet 5 sekunden schneller sein  und doch die norm schaffen.

Ich würde eher zunächst in methodisch verbesserte Aus- und Fortildungen und das Prophylaxewissen investieren, dazu die Talentsichtungen bundesweit regional übersichtlich den Landesverbänden unterordnen und vernünftige Zuweisungen der Talente zu den besten Trainerinnen und Trainern vornehmen und nicht zu den situationgeschmeidigsten. WinkThumb_up ‌Mit sehr geordneten und fundierten Gedanken auf diesen Gebieten stehe ich sehr gerne zu Diskussionen mit meinem geballten Wissen zur Verfügung, allerdings nie mehr zum Nulltarif!!! 

Ratingen hat gravierende Lücken im Bereich Sprint, Weit- und Hochsprung und im technischen Speerwurf-Know-How offenbart. Das war aus meiner Sicht teilweise beängstigend. Ich würde ganz andere Prioritäten setzen.

Die Bezahlung sollte insgesamt nach Leistung bei Funktionären und TuT erfolgen, wobei ich die Leistung in den Fortschritten bei Trainern vorrangig zunächst nicht in den Punkten, sondern in den Verbesserungen im technischen und Prophylaxebereich sehe. "Holzhacker" brauchen wir nicht, wir brauchen filigrane Arbeiter.

Wir brauchen natürlich auch arbeitsbereite AuA hinsichtlich vernünftiger Ansteuerungen. Es sollte sich um verständnisvolle, sportintelligente AuA handeln, die gesunde, wirkungsvolle Übungen anzusteuern lernen und verletzungsträchtige Übungen eliminieren wollen. Ohne diese Bereitschaft gibt´s keine langfristigen Weltklasse-AuA, sondern nur "Mogelpackungen" und "Mängelware" und temporäre Leistungen zur Überbrückung von Defiziten. Es muss eine "angstfreie Arbeitskultur" geschaffen werden.

Warum sind ehrenamtliche TuT oft so erfolgreich? Sie können neue Wege ohne irgendeine Anlehnung gehen? Ich habe damals bei Sabine mit meinem Team Pfade z.B. im Krafttraining installiert, die durchdacht, aber sehr unüblich waren. Wie sagte Sabine neulich zu mir: "Es wird oft ein Scheiß trainiert, das kannst du gar nicht glauben!" Thumb_down ‌Ehrenamtliche TuT sollten dem Verband kein "Dorn im Auge" sein, sondern diese Zellen sollten stark gefördert werden. Der Kenntnisstand ist nicht immer bei den BT am höchsten.

Gertrud

Hart, aber herzlich wie immer!


RE: Mehrkampf-Meeting 2022 - Ratingen, 07./08.05.2022 - Gertrud - 12.05.2022

(12.05.2022, 06:57)dominikk85 schrieb:
(11.05.2022, 20:10)TranceNation 2k14 schrieb:
(11.05.2022, 15:50)krebsan schrieb: ]

Schon gut, ich nehme das entgegen.
Ändert aber nichts an meiner Einschätzung, dass da keine Reserve war, warum auch immer. Ehammer hat auch schon nach der Hallen-WM erklärt, dass er eigentlich nach den Trainingserfahrungen auf eine bessere 1000m-Zeit gehofft hatte. Mag sein, dass da eine mentale Blockade ist, oder schlicht noch nicht mehr im Tank war. Aber ich glaube definitiv nicht, dass da noch 15-20s schneller möglich gewesen wären, auch wenn es um den Olympiasieg gegangen wäre. Was keineswegs heisst, dass es bis im Sommer oder nur schon in Götzis nicht schneller gehen kann.

Habe das Rennen ja auch nicht gesehen. Aber es eigener Erfahrung, ds wird gerne sehr unrhythmisch gelaufen (zu schneller Beginn, dann panisch auf die Bremse). So verschenkt man gerne ein paar sec...die letzten 500 sind dann immer passabel und am Limit, sodass du völlig fertig bist, aber locker 5 sec verschenkt hast.

eigentlich könnte Ratingen doch diese wavelight lichter installieren um die mehrkämpfer beim pacing zu unterstützen, oder?

​​​​​​Man könnte ja zum Beispiel drei verschiedene lichter laufen lassen, zum Beispiel 4:15, 4:30 und 4:45.

Vielleicht würde so der eine oder andere athlet 5 sekunden schneller sein  und doch die norm schaffen.

Ich würde eher in die methodisch verbesserten Aus- und Fortildungen und das Prophylaxewissen investieren. WinkThumb_up

Gertrud


[geteilt] Leichtathletik-AG Marl - TranceNation 2k14 - 12.05.2022

Den Bogen von Ehammers 1500 zur Generalkritik am deutschen Mehrkampfsystem (unabhängig deren Berechtigung) schafft auch nicht jeder


RE: Mehrkampf-Meeting 2022 - Ratingen, 07./08.05.2022 - Atanvarno - 12.05.2022

Threadtrennung
Leichtathletik-AG Marl


RE: Mehrkampf-Meeting 2022 - Ratingen, 07./08.05.2022 - TranceNation 2k14 - 12.05.2022

Aber mein Post gehörte hierher Big Grin


RE: Mehrkampf-Meeting 2022 - Ratingen, 07./08.05.2022 - Atanvarno - 12.05.2022

Jetzt isser wieder hier Wink


RE: [geteilt] Leichtathletik-AG Marl - Gertrud - 12.05.2022

(12.05.2022, 12:03)TranceNation 2k14 schrieb: Den Bogen von Ehammers 1500 zur Generalkritik am deutschen Mehrkampfsystem (unabhängig deren Berechtigung) schafft auch nicht jeder

Schauen Sie bitte mal ganz genau hin! Ich habe auf den Post von dominik geantwortet. Es ist also kein Verfehlen des Themas. 

Sicherlich steht mit Lucie Kienast ein enorm gutes Talent in den Startlöchern. Da braucht man Geduld und keine Verletzungsträchtigkeit. Im letzten Punkt bin ich fast täglich in der Recherche unterwegs und im kontinuierlichen Lernprozess. In den letzten drei bis vier Dekaden hat sich enorm viel wissenschaftlich verändert. Die Studienlage gibt das eindeutig her. Bei Anwendungen dieser fortgeschrittenen Erkenntnisse gibt es auch Leistungssteigerungen. Die 9000 Punkte plus bei den vier Athleten (Šebrle, Eaton, Meyer und Warner) kommen nicht von ungefähr. 

Ich habe bis jetzt an Ausarbeitungen gesessen und u.a. Übungen herausgefiltert, die eine bestimmte orthopädische Anomalie begradigen. Sie kommt schon mal bei AuA vor. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine Lernwilligkeit auf bestimmten Gebieten unseren Trainern weiterhilft und dann als Folge auch den AuA. Daher sehe ich meine Äußerungen nicht als Negativum, sondern als Tatsache an, die man ändern sollte. 

Gertrud


RE: Mehrkampf-Meeting 2022 - Ratingen, 07./08.05.2022 - Küstenkrebs - 12.05.2022

Verspätet aber immerhin - wer die Übertragung verpasst hat, hier gibt es jetzt die Aufzeichnungen:

1. Tag:
https://www.sportschau.de/leichtathletik/video-das-mehrkampf-meeting-in-ratingen---die-uebertragung-am-ersten-tag-100.html
2. Tag:
https://www.sportschau.de/leichtathletik/video-das-mehrkampf-meeting-in-ratingen---die-uebertragung-am-zweiten-tag-100.html


RE: Mehrkampf-Meeting 2022 - Ratingen, 07./08.05.2022 - Gertrud - 13.05.2022

Wenn z.B. ein N. Kaul das Hochsprungbein wechselt, finde ich es in Ordnung, dass man sich hier Gedanken darüber macht. Ist es in jedem Falle angebracht, das Sprungbein zu wechseln? Nein! Wann sollte man es wechseln? Wenn keine Aussicht auf erfolgreiche Genesung am Sprungfuß besteht. Ansonsten sollte man auskurieren und den Sprungfuß beibehalten. War es ein vornehmlich technisches Problem? Kann ich nicht beurteilen. Der Sprung ist nicht in meinem Gedächtnis gespeichert. Ich meine, gelesen zu haben, dass er zu nah an der Latte war und den Fuß unsachgemäß aufgesetzt hat. Ich "seziere" Bewegungen in ihrem gesunden ROM und präpariere entsprechend.

Die Gefahr ist aus meiner Sicht nicht gebannt, wenn man nur das Sprungbein wechselt. Man muss auch die Herangehensweise bei großen Höhen technisch meistern. Sonst verletzt er sich den anderen Fuß in ähnlichen Situationen auch noch. Es sollten folglich Automatismen für große Höhen entwickelt werden. In solchen Situationen mache ich mir permanent Gedanken über die methodische Hinführung mit jeweils angepassten Einflussnahmen. Ich schule mein Gehirn durch permanente Analysen und Meinungen hervorragender Fachleute auf den unterschiedlichen Gebieten. Kein Trainer erreicht in jedem Fall Unfehlbarkeit. Danach handele ich, der Wahrheit immer ein Stück näherzukommen und individuell anwenden zu können. 

Letztens sagte ein Trainer etwas Punktgenaues zu mir: "Wer sich auf dich als Trainerin einlässt, muss dich verdient haben! (wortwörtlich) Wer immer wieder in alten Gewässern fischt, wird nie deinem Wissenstand gerecht." (sinngemäß) Du bist eine herzensgute Frau, wenn AuA sich auf dich einlassen.(wortwörtlich) Wink

Ich erwarte vor allem im Mehrkampf Trainer/innen, die ihre Gehirnplastizität nutzen und in einem ständigen Aufnahmemodus schulen. Was machen die anderen besser, wo müssen wir nachlegen? Uns kann doch nicht diese enorme momentane Leistungsdifferenz zur Weltspitze entgehen!!! Ich bin sicherlich der letzte Mensch, der den deutschen Mehrkampf in den Boden stampfen möchte. Mich macht nur dieses Gefangensein im "eigenen Saft" und diese "Beweglichkeit wie eine Eisenbahnschiene" sehr traurig und nachdenklich. Wir sollten die Fähigkeiten der Antizipation bei TuT schulen.

Ich schreibe das hier nur, um euch eine Dimension meiner Arbeit zu zeigen. Ich habe letztens in meinen Unterlagen über Sabines damalige durchgeführte Hochsprungübungen handschriftlich alles damals aufgelistet. Ich habe über 30 Seiten (!!!) an unterschiedlichen Zubringerübungen des damaligen HJ-Trainers akribisch erstellt und sukzessive in eine methodische Form schriftlich gebracht. Ähnlich akribisch habe ich die Übungen im Weitsprung, Sprint und Hürdenlauf von HjH schriftlich fixiert.

Manche AuA sind bei der Aufnahme einer Übung schon mental überfordert. Sabine hat sehr filigran in jeder technischen Disziplin gearbeitet. Ähnlich verhält es sich bei meinen Wurfunterlagen. Es wird jede Phase zunächst bewusst erlebt und ausgeführt, um dann zu übergreifenden Bewegungsautomatismen zu kommen. Ich verfüge z.B. im Speerwurf über ein wahnsinniges Übungspotential an eigenen und Fremdübungen und entsprechenden zielführenden Kraftübungen. In meinen Speerwurfübungen sucht man vergeblich nach Überzügen in der üblichen Form und Bankdrücken, weil die Übungen gefährlich und/ oder nicht punktgenau sind und durch bessere alternative Übungen ausgetauscht werden können. Bankdrücken und Überzüge werden einfach übernommen, weil sie in der Weltspitze vorkommen. Man blendet aber die Verletzungen aus - ich nicht! Zudem verfügt man nicht über alternative Übungen und Eingrenzungsmechanismen.

Gertrud