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Olympia-Normen - Druckversion

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RE: Olympia-Normen - Robb - 23.04.2015

Wie sollen dann die Mehrkämpfe aussehen? Falls "gleiches Recht für alle", müssten auch 80 Zehnkämpfer und Siebenkämpferinnen zugelassen werden, allein für den Stabhochsprung müßte man einen Zusatztag einplanen.


RE: Olympia-Normen - bingisser - 23.04.2015

Es ist klar (auch für Terry) dass man sich auch mit Weiten unter 83 Metern vielleicht qualifizieren kann. Aber dass ist auch nicht garantiert. Zürich 2014 war ein perfektes Beispiel davon. Es gab die EM-Norm von European Athletics und auch eine Warteliste, damit EM bekommt genau 24 Teilnehmer pro Disziplin. Das Problem war, dass viele Länder (z.B. Großbritannien, Deutschland, Russland, usw.) hatten höhere Normen als European Athletics und hat die Warteliste nicht benutzt weil diese Athleten haben die Normen nicht erreicht. Am Wettkampf gab es nur 16 Stosserin. Im Hammerwurf war es auch so und fast alle technische Disziplinen.

Wird es auch so in Rio? Für Peking 2015 hat DLV wieder oft eine höhere Normen als IAAF und benutzt die Warteliste nicht. Das ist das Problem. Die IAAF Normen ist nur die Startlinie und die Verbände kann die Situation nur schlimmer machen. Nur wann die Normen schon fair sind haben wir eine Chance.

Krebsan hat es sehr gut gesagt: "Innerhalb der Leichtathletik sollte es sinnvoll geregelt sein, von mir aus in Bezug auf Logistik, aber auch Leistungsdichte in der Disziplin. Aber transparent, nachvollziehbar und vor allem fair!"


RE: Olympia-Normen - Robb - 23.04.2015

(23.04.2015, 19:23)bingisser schrieb: Wird es auch so in Rio? Für Peking 2015 hat DLV wieder oft eine höhere Normen als IAAF und benutzt die Warteliste nicht. Das ist das Problem. Die IAAF Normen ist nur die Startlinie und die Verbände kann die Situation nur schlimmer machen. Nur wann die Normen schon fair sind haben wir eine Chance.
Der Unterschied ist, bislang lag es an den Verbänden, Athleten ohne A-Norm zu nominieren. Für Rio (und Peking) wird die IAAF Athleten ohne Norm nach einer Bestenliste einladen, welche am 12.07.2016 veröffentlicht wird. Die Verbände müssen der IAAF mitteilen, ob sie Athleten  nominieren wollen, die eingeladen werden, falls nicht, wird eben der nächste in der Bestenliste eingeladen, das geht solange, bis die Wunschzahl an Athleten erreicht ist.


RE: Olympia-Normen - krebsan - 23.04.2015

Wenn ich das richtig sehe, entspricht die Limite im Hammerwerfen etwa Rang 10 der letztjährigen Bestenliste, die über 100m etwa Rang 80, über 200m etwa 90. Dazu kommen die Chancen, als Teil einer Staffel teilzunehmen, selbst wenn man bei weitem nicht zu den besten 100 Einzelläufern der Welt gehört. Die 2:17, die im Marathon verlangt werden, die sind wohl von mehreren Hundert im vergangenen Jahr erreicht worden. Die Verzerrung bezüglich der Chance einer Teilnahme finde ich doch etwas extrem.
Wo finde ich denn Angaben dazu, auf wie viele Teilnehmer die Felder aufgefüllt werden? Logistisch sehe ich schon Chancen, mehr als z.B. die von martin Bingisser erwähnten 24 Teilnehmer in den technischen Disziplinen zuzulassen. Dafür gibt es ja dann eine Qualifikation, und von der werden zumindest die Fernsehzuschauer ja sowieso weitgehend verschont, da meist noch irgendein viel wichtiger Vorlauf auf der Bahn stattfindet...


RE: Olympia-Normen - Robb - 23.04.2015

(23.04.2015, 21:51)krebsan schrieb: Wo finde ich denn Angaben dazu, auf wie viele Teilnehmer die Felder aufgefüllt werden?
Für Rio weiß ich es nicht, hier als Anhaltspunkt die Zahlen für Peking: https://iaafmedia.s3.amazonaws.com/competitioninfo/544c7d0a-0807-4226-a85b-79928c58a097.pdf


RE: Olympia-Normen - krebsan - 24.04.2015

Danke Robb. Das wäre ja ziemlich vernünftig. Wenn die Startfelder dann wirklich so aussehen. Bleibt trotzdem die Frage, weshalb die Limiten so hoch sein müssen in gewissen Disziplinen, so dass eine Mehrheit/ein rechter Teil  der Athleten bis zuletzt um einen Start bangen muss.


RE: Olympia-Normen - Astra - 24.04.2015

Wie reagieren denn die "großen" Verbände, wenn ihre Athleten darüber eine Einladung bekommen? Wer muss denn Aufenthalt etc. bezahlen?
Könnte es sein, dass genau darüber dann kleinere Verbände ihre Athleten schicken?
Dann müssen z.B. Hammerwerfer, die 75m werfen (und nicht 3 bessere in ihrem Verband haben) zu Hause bleiben und dafür kommen welche hin, die keine 70m werfen können.


RE: Olympia-Normen - Atanvarno - 24.04.2015

Die interessante Frage wäre, ob dann bspw. ein DLV-Athlet den Klageweg beschreiten kann/will (nach dem Motto: der Weltverband hat mich eingeladen, dann m u s s mich mein Heimatverband auch nominieren, selbst wenn ich die DLV-Nominierungskriterien nicht erfüllt habe)


RE: Olympia-Normen - Astra - 24.04.2015

Gab es nicht sowas bei der letzten EM von einem schweizer Athlet?


RE: Olympia-Normen - longbottom - 24.04.2015

Das Wort "Einladung" passt hier nicht und steht auch nicht in den Nominierungskriterien. Die Athleten, die sich ohne Norm über die Bestenliste qualifizieren, werden nicht "eingeladen", sondern das Feld wird mit denen aufgefüllt. Ansonsten gelten für die die gleichen Kriterien wie bei den Normerfüllern.

Und die Entscheidung treffen die nationalen Verbände, das steht auch so in den IAAF-Kriterien.

Zitat:If an allocated Individual Quota Place is declined by an NOC, the Quota Place will be reallocated to the next best ranked Athlete in the same Event according to the Athletics IAAF World Ranking List as of 12 July 2016, respecting the maximum Quota by NOC per Event.

Es ersetzt halt die alte B-Norm. Nur, dass halt diesmal das Starterfeld eine bestimmte Größe nicht überschreiten soll. Dafür sind über die "B"-Regelung wohl ab jetzt mehr als ein Starter pro Nation zugelassen.