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Verantwortungsvoller Umgang mit orthopädischen Problemfällen - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Verantwortungsvoller Umgang mit orthopädischen Problemfällen (/showthread.php?tid=685) |
RE: Verantwortungsvoller Umgang mit orthopädischen Problemfällen - Halloo - 29.11.2014 (27.11.2014, 16:38)Gertrud schrieb: Man macht oft den Fehler, nur die betroffene Region zu sehen und übersieht oft umliegende Strukturen. Könnten Sie nur die Sehne in die Hand nehmen und dehnen, dann könnte man einfach das Problem lösen: aber es gibt halt noch mehr Gewebe dort. Es ist bewiesen, dass im beidbeinigen Stand nach vorne mit dem Körper gehend die Achillessehne gedehnt wird, aber die Muskulatur kontrahiert und auch umgekehrt im umgekehrten Falle. Jetzt überlegen Sie messerscharf, was eventuell übersehen worden ist! Never give up! Was ich/wir übersehen habe/n? K.P., trotz messerscharfen Überlegungen. Verraten Sie es mir.:danke: Ist nicht, wenn es so ist wie Sie ausführen, jegliche bisherige Dehnungspraxis für den Müll? ![]() Sie meinen, dass die gesamte Kette gedehnt werden muss, damit keine Muskelgegenwehr entsteht? Oder gilt das nur für die Ischios, oder wie soll man das verstehen? Benennen Sie doch mal entsprechendes Übungsgut, würde viele interessieren. Ich möchte aber nicht dafür zahlen müssen
RE: Verantwortungsvoller Umgang mit orthopädischen Problemfällen - Halloo - 29.11.2014 (29.11.2014, 09:31) Halloo schrieb:(27.11.2014, 16:38)Gertrud schrieb: Man macht oft den Fehler, nur die betroffene Region zu sehen und übersieht oft umliegende Strukturen. Könnten Sie nur die Sehne in die Hand nehmen und dehnen, dann könnte man einfach das Problem lösen: aber es gibt halt noch mehr Gewebe dort. Es ist bewiesen, dass im beidbeinigen Stand nach vorne mit dem Körper gehend die Achillessehne gedehnt wird, aber die Muskulatur kontrahiert und auch umgekehrt im umgekehrten Falle. Jetzt überlegen Sie messerscharf, was eventuell übersehen worden ist! Never give up! ...oder wollen Sie nur andeuten, das die Dehnung der Sehne aus dem Stand mit gebeugten Knien wirkungsvoller ist, weil der Effekt dann mehr im unteren Bereich erfolgt? RE: Verantwortungsvoller Umgang mit orthopädischen Problemfällen - Gertrud - 29.11.2014 Zitat:Was ich/wir übersehen habe/n?Im Prinzip trifft das auf die üblichen vermeintlichen Dehnungsübungen der Unterschenkelmuskulatur für die Muskulatur zu!!! Zitat:Sie meinen, dass die gesamte Kette gedehnt werden muss, damit keine Muskelgegenwehr entsteht? Oder gilt das nur für die Ischios,Ohne zu zahlen, geht gar nicht!!! Ich gebe Ihnen meine Kontonummer an. Im Prinzip kann das nur eine Physiotherapeutin mit entsprechenden lokalen Griffen an der Muskulatur entspannen und diese Gesamtmobilisation und –manipulation leisten. Sie können das auch lernen, wenn sie sich auf diese Schiene begeben?!Zitat:...oder wollen Sie nur andeuten, das die Dehnung der Sehne aus dem Stand mit gebeugten Knien wirkungsvoller ist, weil der Effekt dann mehr im unteren Bereich erfolgt?Da müssen Sie differenzieren. Es geht nicht um wirkungsvoller oder nicht! Mit gestrecktem oder gebeugtem Kniegelenk treffen Sie nur unterschiedliche Muskeln, die bei Dehnung der Sehne kontrahieren. Das Problem bei der Achillessehnen-Verletzungsträchtigkeit besteht darin, dass bei "falscher" Benutzung ein Sehnengewebeumbau stattfindet. Das Kollagen ! (das wahre Kollagen) wird in retikuläre Fasern mit dünneren Fibrillen (Kollagen III) umgebaut. Das Kollagen I ist sehr zugfest in Längsrichtung, während das Kollagen III Gitter bildet. Die Zugfestigkeit leidet enorm. Irgendwann knallt´s dann! Um diese Dinge in den Griff zu bekommen, muss man ein sehr fundiertes Wissen haben, um individuell anwenden zu können. Da gibt es keine Pauschalierungen, die auf jede/n zutreffen. Man muss bei der Sehne immer wieder unterscheiden zwischen Verletzungsmöglichkeit und individuellem Training. In den meisten Fällen geht das im Hochleistungsbereich auch nicht ohne Arzt. Gertrud RE: Verantwortungsvoller Umgang mit orthopädischen Problemfällen - Gertrud - 29.11.2014 Es ist einfach so, das Wissen nicht angeflogen kommt. Ich habe jetzt in dieser Woche acht Bücher bestellt, die hier sukzessive eintrudeln oder die ich hier kaufe. Eine derartige "Verrücktheit" kann man nicht von jedem verlangen. Mich interessieren einfach Zusammenhänge. Ich lerne buchstäblich fast jeden Tag dazu und bin mittlerweile in der Lage, Übungen sehr punktgenau zu analysieren. Da ich aus der Praxis komme, kann ich gut wissenschaftliche Vorgaben einstufen und umsetzen. Mittlerweile rufen hier einige an, um entsprechend zu profitieren. Wenn ein Trainer im Spitzenbereich tätig ist, ist eigene, sehr intensive Fortbildung ein absolutes Muss!!! Man muss auch in der Lage sein, Übungen als falsch zu erkennen. Ich habe den Eindruck, dass die Diskussionen hier fachlich mittlerweile immer besser werden und es doch einige gibt, die an sehr guter Forschung interessiert sind. Diese Wissbegierde sollte der DLV bei den Fortbildungen stillen und mehr ankurbeln, um die Verletztenanzahl im Topbereich drastisch zu senken. Gertrud RE: Verantwortungsvoller Umgang mit orthopädischen Problemfällen - Halloo - 29.11.2014 (29.11.2014, 11:09)Gertrud schrieb:Zitat:Was ich/wir übersehen habe/n?Im Prinzip trifft das auf die üblichen vermeintlichen Dehnungsübungen der Unterschenkelmuskulatur für die Muskulatur zu!!! Ich muss noch einmal nachhaken: Also durch Manipulation (Hand anlegen) kann die Muskulatur gelockert werden. Das ist schon klar. Doch wie schaffe ich es, eine sehr stark verkürzte Waden/Achillessehnenpartie nach und nach auf Dauer so zu verlängern, dass ein "normaler" und nicht gesundheitsschädlicher Lauf/Absprung erfolgen kann? Erst lockern und dann die Partie (besser) dehnen? Oder die AUGENBLCKLICH bessere Dehnungsfähigkeit für den Moment hinnehmen? Oder überhaupt nicht dehnen und nur manipulieren? . Durch die bessere Gesamtmobilisation trifft wohl die (bessere) Dehnung nach Manipulation zu ?In gewissem Maß schafft man es, eine Verkürzung in den Griff zu kriegen, eine extreme und durch Natur gegebene nicht, kann man nur zum Teil verbessern. Noch nie gesehen, wenn Vater/Mutter und Kind gleiche Bewegungsmuster aufweisen, extremen Hohlrücken haben oder - wie auf unseren Fall bezogen "stoppelhopsen" ? RE: Verantwortungsvoller Umgang mit orthopädischen Problemfällen - Gertrud - 29.11.2014 (29.11.2014, 16:32)Halloo schrieb: Ich muss noch einmal nachhaken: Also durch Manipulation (Hand anlegen) kann die Muskulatur gelockert werden. Das ist schon klar. Doch wie schaffe ich es, eine sehr stark verkürzte Waden/Achillessehnenpartie nach und nach auf Dauer so zu verlängern, dass ein "normaler" und nicht gesundheitsschädlicher Lauf/Absprung erfolgen kann? Erst lockern und dann die Partie (besser) dehnen? Oder die AUGENBLCKLICH bessere Dehnungsfähigkeit für den Moment hinnehmen? Oder überhaupt nicht dehnen und nur manipulieren? Das sollte beides Hand in Hand gehen. Man sollte ja aus der Sehne und aus dem Muskel alles herausholen, wobei die Sehne dann auch noch stiff in der Belastung sein soll. Das ist schon ein hartes Programm. Man kann aber enorm viel machen. Ich habe einen Schützling, der - wie schon beschrieben - starker Außenrotierer ist. Bei der Innenrotation ist er beweglich wie eine Eisenbahnschiene. Wir arbeiten daran. Sein Fußaufsatz hat sich unglaublich verbessert und damit die drohende Verletzgsanfälligkeit der Achillessehne. Gertrud RE: Verantwortungsvoller Umgang mit orthopädischen Problemfällen - T-Willy - 29.11.2014 @Halloo schau z.B. mal nach A.R.T., auch mit einem Kompressionsband kann man einiges "anstellen"...waren jetzt nur mal 2 Beispiele.. Eine Fersenstütze zur Nacht wäre (je nach Befund)noch eine Idee.. exzentrisches Training aber,wie Fr.Schäfer immer richtig sagt, individuell auf die betreffende Person abgestimmt.. RE: Verantwortungsvoller Umgang mit orthopädischen Problemfällen - Halloo - 29.11.2014 (29.11.2014, 21:21)T-Willy schrieb: @Halloo T-Willy, es ging um einen ehemaligen hervorragenden jugendlichen Weitspringer von mir. Wegen der Beschwerden im Sprungelenk - bedingt durch seine Vorderfußsprünge - haben wir uns dann zu Gunsten seiner Gesundheit entschieden, leistungssportlich nicht mehr zu belasten. Wir hatten es nicht hinbekommen, seine außergewöhnlich verkürzte Wadenmuskulatur so hinzubekommen, dass er technisch anders (mit weniger Belastung) springen konnte. Im Nachhinein ist es immer leicht zu sagen, wichtige Dinge versäumt zu haben. Manchmal ist der Körper zu Höchstleistungen eben nicht geeignet. Ich denke an einen deutschen Medaillengewinnen bei Olympischen Spielen im Zehnkampf, wo Ärzte wahrscheinlich den Kopf geschüttelt hätten, weil körperbedingt Schäden vorprogrammiert waren. Frau Schäfer wird beim besagtem Medaillengewinn dabei gewesen sein, weil sie dort S.B. betreute. ![]() Trotzdem danke... RE: Verantwortungsvoller Umgang mit orthopädischen Problemfällen - Gertrud - 30.11.2014 (29.11.2014, 23:11)Halloo schrieb:(29.11.2014, 21:21)T-Willy schrieb: @Halloo Es ist sehr wichtig, dass man Korrekturen in seiner Trainerarbeit nicht persönlich nimmt. Fehler machen wir alle mal. Der Körper ist so vielgestaltig, dass man immer wieder zu neuen Erkenntnissen kommt. Es ist richtig, dass vieles bekannt ist. Alles zu wissen, übersteigt das menschliche Gehirn und die Zeitressourcen; aber man sollte immer auf der Suche nach mehr Hintergrundwissen und Querverbindungen sein. Ich entdecke bei meinen Recherchen immer wieder Wissenslücken, die ich aber zu schließen gewillt bin. Je mehr ich an die Wurzeln der Übel komme, je akribischer werde ich. Glaubt mir, die vielen Knie-, Schulter-, WS- und Fußgelenksverletzungen sind sehr oft hausgemacht! Da reichen eben mal nicht die handelsüblichen Fortbildungen. Man muss sich selbst auf die Suche nach den Wurzeln machen. Natürlich wäre es besser, wenn nicht nur grobe Kenntnisse schon von unten an erworben werden. Es gibt allerdings auch Athleten, die aufgrund anomaler Anatomie nicht oder nur bedingt für den Leistungssport zu gebrauchen sind. Ich hatte einen Athleten, der bestimmte Schulterbewegungen nicht ohne Schmerzen machen konnte. Ich konnte aufgrund meiner autodidaktischen Recherchen sofort orten. Diese Probleme kann man in dem einen oder anderen Fall umschiffen oder man lässt es wirklich. Es ist auch oft ein Irrglaube, dass man z. B. beim Diskuswerfen unbedingt das Reißen benötigt. Ich kann mich an Lars Riedel erinnern, der starke Rückenbeschwerden hatte und das Reißen durch andere Übungen ersetzt hat und genau die Leistungen brachte wie vorher. Warum also nicht gleich Übungen auslassen, die irgendwann mal Beschwerden machen werden? Ich kann mich an einen Kugelstoßer erinnern, der eine Knie-OP hatte und beidbeinige Kniebeugen durchgeführt hat, aber sicherlich diese Übungen nicht eliminiert hat. Das ist für mich Dummheit oder Unwissen. In der Hinsicht ist man bei einem Gewichthebertrainer auch beim völlig falschen Ansprechpartner. Gertrud RE: Verantwortungsvoller Umgang mit orthopädischen Problemfällen - Halloo - 30.11.2014 (30.11.2014, 08:50)Gertrud schrieb: Es ist sehr wichtig, dass man Korrekturen in seiner Trainerarbeit nicht persönlich nimmt. Fehler machen wir alle mal. Der Körper ist so vielgestaltig, dass man immer wieder zu neuen Erkenntnissen kommt. Es ist richtig, dass vieles bekannt ist. Alles zu wissen, übersteigt das menschliche Gehirn und die Zeitressourcen; aber man sollte immer auf der Suche nach mehr Hintergrundwissen und Querverbindungen sein. Ich entdecke bei meinen Recherchen immer wieder Wissenslücken, die ich aber zu schließen gewillt bin. Je mehr ich an die Wurzeln der Übel komme, je akribischer werde ich. Glaubt mir, die vielen Knie-, Schulter-, WS- und Fußgelenksverletzungen sind sehr oft hausgemacht! Da reichen eben mal nicht die handelsüblichen Fortbildungen. Man muss sich selbst auf die Suche nach den Wurzeln machen. Natürlich wäre es besser, wenn nicht nur grobe Kenntnisse schon von unten an erworben werden. Stimmt, Fehler machen wir alle. Ich würde auch nie Korrekturen meiner Trainingsinhalte persönlich nehmen, wenn sie begründet sind. Also hört man sich die Argumente an, denkt nach und kommt dann zu einem Ergebnis. Um Fehler anderer korrigieren zu können, müsste man jedoch die kompletten Trainingsinhalte und sonstigen Maßnahmen der "Korrigierten" (auch die Inanspruchnahme von hochqualifizierten Ärzten und Physios) genau kennen. Immer ist die Gesundheit das oberste Gebot, nicht der Hochleistungssport pur. Im Zweifelsfall muss man kappen. |