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Gertrud Schäfers Trainingsphilosophie - Druckversion

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+--- Thema: Gertrud Schäfers Trainingsphilosophie (/showthread.php?tid=667)

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RE: Gertrud Schäfers Trainingsphilosophie - Gertrud - 17.11.2014

Meine Trainingsphilosophie sieht so aus:

1.       Ich versuche, auf dem allerneuesten Stand der Wissenschaft als Zubringer zur Praxis zu sein. Ich habe momentan ein großes Zeitfenster zur Verfügung und bin in der glücklichen Lage, sehr intensiv recherchieren zu können. Ich setze die gewonnenen Erkenntnisse in Querverbindungen zur Praxis als Übungsgut um.  Dazu dienen mir Wissenschaftler/innen und Personen aus dem medizinischen Bereich aus dem In- und Ausland und eine hervorragende Gruppe von Trainern, die in ähnlicher Weise wie ich denken.
 
2.       Mein angestrebtes Ziel war und ist der Athlet, der den Leistungssport gesund betreibt und auch übersteht und das Potential für die absolute Spitze hat.
 
3.       Ich mache mir Gedanken darüber, ob man Athleten in einer Disziplin wie z. B. Dreisprung bei einer 23fachen Belastung des Körpergewichtes auf das Kniegelenk überhaupt gesund erhalten kann bzw., wie man prophylaktisch die Belastungen „verträglich“ machen kann und wie oft ein Athlet diese Belastungen verträgt. Es gibt fast bei jeder leichtathletischen Disziplin Klippen, die es zu „umschiffen“ gilt. Dieses Wissen um Maßnahmen ist der sehr große Teil meiner autodidaktischen Arbeit.
 
4.       Sicherlich halte ich es für den besten Weg, potentielle Topathleten und -athletinnen sehr frühzeitig in Richtung solcher Trainer/innen zu kanalisieren, die über das entsprechende Rüstzeug verfügen. Ich halte es auch für richtig, potentielle Topathleten zu kanalisieren, die fachlich bei den aktuellen Trainern keine ausreichende Förderung mehr erhalten, weil die Trainer schlichtweg überfordert sind und nicht das Wissen und Können für den absoluten Spitzensport haben und auch nicht den Willen und die Zeit zur Weiterbildung investieren wollen, den Athleten voranzubringen.
 
5.       Mein Wissen verpufft nicht, sondern wird detailliert an befreundete Kollegen und Kolleginnen weitergegeben. Diese Verbindungen sind keine Einbahnstraße, sondern wirkliche Kooperationspartner/innen. Es wird sehr rege und fundiert diskutiert. „Nur-Profiteure“ gibt es in unseren Reihen nicht.
 
6.       Ich frage mich seit Jahren, warum meine Adresse z. B. hinsichtlich Mehrkampf oder Wurfbereich keine Rolle spielt, wenn sich der DLV zwecks Kanalisierung von Athletinnen und Athleten  z. B. mit zwei Großvereinen aus dem westdeutschen Raum zusammensetzt und alle anderen Trainer/innen außerhalb dieses Vereinsbereiches unberücksichtigt bleiben, obwohl augenscheinlich die besseren Qualitäten außerhalb dieser Vereine in einigen Disziplinen liegen.  Entscheidend ist für die Leistungsentwicklung nicht, ob Trainer/innen scheinbar unbequem oder nicht teamfähig sind, sondern ob sie die besten Trainer für Bereiche sind und die Verletztenquote möglichst niedrig halten können. Ich halte es auch für einen Witz, dass Athletinnen zu Trainern kanalisiert werden, deren Schützlinge einige Operationen aufweisen. Der oder die Beste sollte gerade gut genug sein.

7. Ich bevorzuge ein Training, das sehr individuell auf die Athletin, den Athleten zugeschnitten ist, wobei die Trainingsübungen die individuellen körperlichen Besonderheiten stark berücksichtigen. Außerdem vertrete ich die duale Form von Training und Ausbildung/ Studium im Athletenbereich und würde die Hilfen der Verbände dazu nutzen wollen.   

Gertrud


RE: Gertrud Schäfers Trainingsphilosophie - Gertrud - 17.11.2014

(16.11.2014, 22:25)MZPTLK schrieb: Aber Gertrud, es nimmt schon Wunder, dass Du - was Athleten auf Kaderniveau angeht - schon viele Jahre mehr oder weniger 'auf dem Trockenen' dümpelst.
Dabei wohnen im ÖPNV-Umkreis von Marl über 5 Mio Einwohner.
Gute oder herausragende TrainerInnen haben eine Sogwirkung.
Wo hakt's?

Das kann ich gut erklären. Ich bin damals in Wattenscheid regelrecht durch eine Person in beabsichtigter Weise platt gemacht worden. Dieses Mobbing bezüglich meiner Person ging quer durch Deutschland. Man hat ganze Arbeit geleistet. Ich habe auf einer Fortbildung einen Trainer aus Mecklenburg-Vorpommern getroffen, der mir berichtete, was ich laut Aussagen dieser Person alles in Wattenscheid angestellt haben sollte – unglaublich! Er hat sich gewundert, als ich das zurecht gerückt habe. Können Sie sich erinnern, wie ein älterer Trainer aus Hessen im alten Forum gegen mich gewütet hat, wie man in Wattenscheid angeblich über mich spricht, mit dem ich noch nie eine Diskussion geführt habe? Es ging bis in den DLV hinein. Ein Spanier, der wollte, dass ich seine angehende Stieftochter trainieren sollte (16 Jahre, Kubanerin, 100m Hürden um die 13,05), hat in Wattenscheid vorgesprochen, dass ich dieses Mädchen trainieren sollte. Ich wusste von seiner Aktion gar nichts. Der Leiter in Wattenscheid, mit dem ich nie einen Disput hatte, hat gesagt: „Die wollen wir nicht einmal auf dem Platz sehen!“ Wenn man eine Person so bis in die kleinsten Einheiten diskreditiert, dann hat das Sogwirkung. Ziel war insgesamt, dass ich keinen Athleten mehr aus dieser Region bekommen sollte, was ihnen auch geglückt ist. Wenn in Wattenscheid heute am Tag die Sponsoren ausblieben, dann wären einige Trainer sicherlich ohne Athleten, und das gesamte Konstrukt würde bis auf eine abgespeckte Form wie ein Kartenhaus zuammenfallen. Sie erinnern sich an das öffentliche Weinen, als die Stadtwerke erheblich reduzieren wollten. In Köln krempelt ein Prof. Dr. Walter Bungard die Ärmel hoch und besorgt neue Sponsoren, weil er einfach die Fähigkeiten dazu hat und aus dem Metier kommt und über mehr als Basiswissen verfügt. Ein Mann, der mit Firmen wie SAP, Deere, ABB oder Adidas verhandelt hat, kennt das Gebiet wie seine Westentasche. 

Vielfach verdeckt bei Athleten das $-Zeichen im Auge die genaue Recherche nach gravierender Verletzungsstatistik in vielen Großvereinen. Ich kann mich auch gut an zwei Sprinter erinnern, die ihre Leistungen aus ihren Heimatvereinen nicht mehr toppen konnten. Es war sogar ein Rückschritt. Mein Vorteil war, dass ich schulisch fest im Sattel saß und meine gemeinsame Arbeit mit Kollegen unseres Gymnasiums ein tolles LA-Gelände, einen Umbau der Hallen auch mit Einbindung meiner Vorstellungen und jetzt auch die Weiterführung eines Kraftraumes verdanken, so dass guter Unterricht möglich ist. Ich arbeite noch heute besonders mit zwei Kollegen an einem Strang für die Optimierung vor allem der LA-Bedingungen des Gymnasiums - so viel zum Thema vernünftige Teamarbeit mit vernünftigen Leuten, wogegen ich mich nie gesträubt habe!!!

Wenn das Schema eine Zeit lang gefruchtet hat, hat man keine Chance mehr, Athleten für das gehobene Segment zu bekommen. Wenn man sich das Procedere im DLV ansieht, dann werden viele Athleten ab einer gewissen Leistung zu Trainern kanalisiert, die schon Athleten herausgebracht haben. In seltenen Fällen geht´s sogar ohne dieses Verfahren. 

Mit der Zeit verblasst natürlich die geleistete Arbeit, obwohl z. B. die Punktzahl von Sabine und die körperliche Verfassung noch heute zur absoluten Spitze reichen würden. Ich bin heute im Wissen und in der Anwendung wesentlich besser als vor 15-20 Jahren. Das ist noch einmal ein Quantensprung. Ich könnte allerdings heute noch sofort bei zwei Großvereinen, die leider zu weit von Marl entfernt sind, als Trainerin einsteigen. Da kennt man meinen realen Wert als Trainerin.

Ich selbst bin aber nicht so verblendet, dass ich z. B. bei Mittel- und Langstrecklern unseres Gymnasiums den Weg nach Wattenscheid unterbinden würde. Tono Kirschbaum und Markus Kubillus leisten dort gute Arbeit. Ich selbst habe auch die Zusammenarbeit mit Herrn Steilmann sehr geschätzt. Ich hätte eigentlich alle kostenintensiven Zwischenstationen nicht gebraucht. 

Wenn Trainer, die selbst nie eine/n Topsportler/in herausgebracht haben, meine Art und Weise der Trainingsvorstellungen nicht teilen, kann ich sehr gut damit leben.

Gertrud 


RE: Gertrud Schäfers Trainingsphilosophie - Halloo - 17.11.2014

Frau Schäfer, die Umstände ihres Ausscheidens in Wattenscheid (und die Abkehr der S.B.) macht ihnen offensichtlich immer noch zu schaffen, da Sie das bereits mehrfach im Forum erwähnten und sich ungerecht behandelt fühlen.  Ich kann verstehen, dass man in/nach solchen Situationen entäuscht und verbittert ist, obwohl mir die genauen Umstände nur durch Hörensagen bekannt sind. Da gibt es verschiedene Versionen.  Es wäre gut,  das netativ gewesene zu vergessen, weil Verbitterung krank macht und an der Lage nichts ändert.
Sie schreiben, dass Sie heute in Wissen UND ANWENDUNG wesentlich besser sind als vor 15-20 Jahren und bezeichnen das als einen Quantensprung (sprunghafte Veränderung). Kann es wirklich sein, dass Sie als aktive Trainerin soviel weniger drauf hatten als heute? Leider merkt man das in der LA ihrer Gegend nicht, die mehr oder weniger vor sich  hindümpelt. Ist eigentlich sehr schade, denn qualifizierte Trainer/innen werden dringend vor Ort  gebraucht, was nicht (nur) auf den Hochleistungssport bezogen ist. In der Schule boten/bieten Sie doch auch keinen Hochleistungssport an. Wenn man aktiv im Verein Basisarbeit leistet, kann man - und können andere -  feststellen, ob man für den harten Job einer Hochleistungstrainerin körperlich überhaupt noch geeignet ist. Wir werden alle älter und lassen nach..... ob wir es wahr haben wollen oder nicht.


RE: Gertrud Schäfers Trainingsphilosophie - Gertrud - 17.11.2014

(17.11.2014, 10:00)Halloo schrieb: Es wäre gut,  das netativ gewesene zu vergessen, weil Verbitterung krank macht und an der Lage nichts ändert

Es macht mir nicht zu schaffen. Ich habe nur den Zustand danach erklärt. Mit Sabine bin ich voll im Reinen. Wir wissen heute beide, was wir aneinander hatten. 
Zitat:Sie schreiben, dass Sie heute in Wissen UND ANWENDUNG wesentlich besser sind als vor 15-20 Jahren und bezeichnen das als einen Quantensprung (sprunghafte Veränderung). Kann es wirklich sein, dass Sie als aktive Trainerin soviel weniger drauf hatten als heute? 
Es wäre doch dumm zu sagen, dass man vor 15 Jahren wissenschaftlich auf dem Stand von heute war. Es gibt ganze Wissenschaftszweige, die sich neu etabliert haben und ich für würdig erachte, integriert zu werden. Sicherlich würde ich auch heute einige Übungen bei Sabine verändern, obwohl wir schon sehr schonend trainiert haben und der damaligen Zeit viel voraus waren. Es gibt auf neuromuskulärem und muskulärem Gebiet enorme Fortschritte, denen man sich nicht verschließen sollte. Ich habe mich letztens mit einer ehemaligen Olympiasiegerin unterhalten, die meinte: "Gertrud, du darfst diese Sachen nicht alle für dich behalten!" Auch Hanne Keydel ist immer wieder der Meinung. Ich verteile mein Wissen nicht flächendeckend, weil ich diese trüben Erfahrungen gemacht habe. Ich bin heute so hart, locker zuzuschauen, wenn diese Mobber Verletzte produzieren. Ich verzeihe, aber ich vergesse nicht! 
Zitat:Leider merkt man das in der LA ihrer Gegend nicht, die mehr oder weniger vor sich  hindümpelt. Ist eigentlich sehr schade, denn qualifizierte Trainer/innen werden dringend vor Ort  gebraucht, was nicht (nur) auf den Hochleistungssport bezogen ist. In der Schule boten/bieten Sie doch auch keinen Hochleistungssport an. Wenn man aktiv im Verein Basisarbeit leistet, kann man - und können andere -  feststellen, ob man für den harten Job einer Hochleistungstrainerin körperlich überhaupt noch geeignet ist. Wir werden alle älter und lassen nach..... ob wir es wahr haben wollen oder nicht.

Es macht mir immer wieder Freude, wenn junge Trainer mit ihren Schützlingen zu mir kommen und an geeigneten Übungen partizipieren wollen. Dann ist meine Arbeit absolut nicht umsonst. Wir stehen in ständigem Dialog. Sollte mir ein überragendes Talent an unserer Schule auffallen, werde ich sicherlich rückfällig; aber ich stelle mich nicht für eine Gruppe zur Verfügung, weil ich das in meinem Alter auch nicht mehr will. Ich halte aber den Kontakt zu den Trainern beim VfL Hüls und auch zu einem anderen Verein. Wenn ich parallel mit Schülern in der Halle trainiere, können sie sich einiges abgucken, was auch meine Absicht ist, um deren Wissensstand zu erhöhen. Wenn der Kraftraum mal Formen annimmt, werde ich sicherlich eine Einführung für Lehrer und Trainer geben. Ich suche mir schon meine Nischen. Warum der Raum vor sich hindümpelt, hat natürlich auch damit zu tun, dass umliegende Großvereine die Regionen "abgrasen". Wenn die Athleten dann besser untergebracht sind, halte ich das sogar für sinnvoll. 

Meine Trainingsvorstellung ist auf absolute individuelle Korrektur ausgelegt. Da ist ein Gruppentraining in großer Stärke kontraproduktiv. In meiner Freizeit will ich kein verschultes Training mit 20 Athleten und auch nicht mit unbegabten Athleten.

Gertrud


RE: Gertrud Schäfers Trainingsphilosophie - Javeling - 17.11.2014

Zitat:5.       Mein Wissen verpufft nicht, sondern wird detailliert an befreundete Kollegen und Kolleginnen weitergegeben. Diese Verbindungen sind keine Einbahnstraße, sondern wirkliche Kooperationspartner/innen. Es wird sehr rege und fundiert diskutiert. „Nur-Profiteure“ gibt es in unseren Reihen nicht.
 
6.       Ich frage mich seit Jahren, warum meine Adresse z. B. hinsichtlich Mehrkampf oder Wurfbereich keine Rolle spielt, wenn sich der DLV zwecks Kanalisierung von Athletinnen und Athleten  z. B. mit zwei Großvereinen aus dem westdeutschen Raum zusammensetzt und alle anderen Trainer/innen außerhalb dieses Vereinsbereiches unberücksichtigt bleiben, obwohl augenscheinlich die besseren Qualitäten außerhalb dieser Vereine in einigen Disziplinen liegen.  Entscheidend ist für die Leistungsentwicklung nicht, ob Trainer/innen scheinbar unbequem oder nicht teamfähig sind, sondern ob sie die besten Trainer für Bereiche sind und die Verletztenquote möglichst niedrig halten können. Ich halte es auch für einen Witz, dass Athletinnen zu Trainern kanalisiert werden, deren Schützlinge einige Operationen aufweisen. Der oder die Beste sollte gerade gut genug sein.
....
Gertrud
Frau Schäfer, zu 5. : Das ist sehr gut, wenn Sie Ihr Wissen weitergeben. Aber nur an 'befreundete' K&K ? Geben dann diese Leute dieses Wissen auch nur an Freunde weiter, oder wie funktioniert das im Kollegenkreis ? Das wäre dann ein riesiger Freundeskreis, fast wie bei Facebook.

Zu 7. : Das frage ich mich auch. Bei all' den Freunden muss Ihre Adresse doch irgendwann auch mal beim DLV ankommen.
Übrigens, auch unter Freunden sollte nicht nur rege und fundiert diskutiert werden, es sollten auch mal die Ärmel hochgekrempelt werden. Big Grin


RE: Gertrud Schäfers Trainingsphilosophie - runny - 17.11.2014

...Zeit ein Buch zu schreiben. 

Aber bitte nicht über irgendwelche Geschichten aus der Vergangenheit und darüber wie doof doch der DLV ist, sondern über Leichtathletik.

Ich würds kaufen.


RE: Gertrud Schäfers Trainingsphilosophie - Gertrud - 18.11.2014

(17.11.2014, 21:49)runny schrieb: ...Zeit ein Buch zu schreiben. 

Aber bitte nicht über irgendwelche Geschichten aus der Vergangenheit und darüber wie doof doch der DLV ist, sondern über Leichtathletik.

Ich würds kaufen.

Ich glaube kaum, dass ich den DLV in einem Buch angreifen würde. Ich wiederhole mich noch einmal: Es gibt durchaus hervorragende und fähige Leute im DLV. Oft schlägt halt nur die Kritik durch, was ich aber nicht beabsichtige. Ich würde auch den DLV hinsichtlich Service sicherlich nicht außen vorlassen wollen. Er hat durchaus Funktionscharakter. Es ist halt oft wie in der Schule. Man nennt vielleicht zu wenig die positiven Seiten, die zweifelsohne vorhanden sind.

Ich habe mal an einer Fortbildung an der DSHS Köln teilgenommen, als ein Teilnehmer mich hinterher auf dem Parkplatz ansprach: "Du diskutierst mit denen auf Augenhöhe. Darf ich per Mail demnächst fragen?" Er kam aus dem Radrennsport. Wir haben gegenseitig sehr viel ausgetauscht. Er hat viel gelernt und ich ebenfalls. Ich werde sicherlich demnächst auf LA-Fortbildungen in einer kleinen Gruppe einen Crashkurs machen, weil dann sehr viel ankommt und ich unbegrenzt antworte. Solche Dinge machen mir auch Spaß. Ich war bei einer Sprintfortbildung, als ein Referent ausfiel, drauf und dran, meine Version am nächsten Tag anzubieten. Mich hat nur die vorherige beabsichtigte Ausladung abgehalten. 

Der Körper wird immer mehr erforscht. Ich könnte in dieser Faszinationsphase unentwegt lesen und umsetzen, weil ich jetzt auch über die Zeit dafür verfüge. Das ist für mich der absolut wichtigste Schritt. Ich habe letztens ein Bild eines deutschen Topsprinters katalogisiert und gedacht, warum sieht der Trainer dieses körperliche Manko nicht und lässt kontraproduktive Übungen durchführen? Nur wenn ich derartige Einwände bei DLV-Fortbildungen in Mainz bringe, empfindet man das als persönliche Attacke, was überhaupt nicht meine Absicht ist. Also werde ich nur noch meine Ansicht in kleinem Kreis bringen. 

Gertrud

 


RE: Gertrud Schäfers Trainingsphilosophie - LA2020 - 18.11.2014

Ein Buch zu schreiben wäre in ihrem Fall sicherlich nicht schlecht. Sie haben ein enormes Wissen, schreiben allerdings häufig auch sehr sehr viel und kommen ins Erzählen (und ein wenig ins selbstverliebte Schwärmen Wink ) Ihre Informationen im Forum gehören zu den Wichtigsten von allen, manchmal ist es jedoch mühsam, sich durch Erzählungen durch "zu kämpfen". Ihre Erzählungen bereichern in manchen Punkten die Thesen, im Forum wünscht man sich jedoch manchmal etwas mehr Punktgenauigkeit. Da wäre ein Buch in der Hand sinnvoller. Das würde sicherlich sehr viel Spaß machen und interessant sein. Wissensvermittlung und Erzählungen in einem sind modern. Ein Buch Ihrerseits wäre absolut begrüßenswert.

Ohne Sie kritisieren zu wollen, manchmal verstehe ich nicht ganz so, was ihre Zielsetzungen sind. Ein größeres Publikum und Anerkennung sowie eine größere Reichweite oder Referentin für verschiedene Themen, oder tatsächlich ein Wirken in einem kleineren Kreis oder gar mit nur einem Athleten?

Schade, dass sie so weit weg wohnen, Letzteres würde ich gerne vor Ort mit meiner Tochter ausprobieren Wink


RE: Gertrud Schäfers Trainingsphilosophie - Halloo - 18.11.2014

(18.11.2014, 12:56)LA2020 schrieb: Ohne Sie kritisieren zu wollen, manchmal verstehe ich nicht ganz so, was ihre Zielsetzungen sind. Ein größeres Publikum und Anerkennung sowie eine größere Reichweite oder Referentin für verschiedene Themen, oder tatsächlich ein Wirken in einem kleineren Kreis oder gar mit nur einem Athleten?

Schade, dass sie so weit weg wohnen, Letzteres würde ich gerne vor Ort mit meiner Tochter ausprobieren Wink

Hm, das könnte schwierig sein. Frau Schäfer hat nämlich publik gemacht, dass sie nicht fünfmal in der Woche bereit wäre auf dem Trainingsgelände zu stehen - es sein denn, der Schützling/die Schützlinge wären in der Lage, ABSOLUTE Spitzenleistungen zu erreichen, sprich wenigstens absolute Deutsche Spitzenklasse. Sie nennt diese Personen Perlen. Regionale Spitze nach jahrelangem, planmäßigen  und umfangreichen Training reicht dafür nicht aus - leider Undecided Somit würde Chiara , zwar nicht "ausgegrenzt", fiele aber durch den Rost.  Huh


RE: Gertrud Schäfers Trainingsphilosophie - Gertrud - 18.11.2014

(18.11.2014, 14:10)Halloo schrieb: Hm, das könnte schwierig sein. Frau Schäfer hat nämlich publik gemacht, dass sie nicht fünfmal in der Woche bereit wäre auf dem Trainingsgelände zu stehen - es sein denn, der Schützling/die Schützlinge wären in der Lage, ABSOLUTE Spitzenleistungen zu erreichen, sprich wenigstens absolute Deutsche Spitzenklasse. Sie nennt diese Personen Perlen. Regionale Spitze nach jahrelangem, planmäßigen  und umfangreichen Training reicht dafür nicht aus - leider Undecided Somit würde Chiara , zwar nicht "ausgegrenzt", fiele aber durch den Rost.  Huh
Sie und ich können durchaus total unterschiedlicher Ansicht sein. Wir sind eben auf andere Art und Weise glücklich, was man ganz einfach hinnehmen sollte. Deshalb werte ich Ihre Einstellung nicht als schlecht, sondern einfach als unterschiedlich. Ich habe letztens noch mit einer Trainerin gesprochen, die mir sagte, dass sie sich nicht um einen einzelnen Athleten über Gebühr kümmern könne, weil sie noch 20 andere habe. Ich habe geantwortet, dass sie diesen sehr talentierten Athleten zugunsten 20 weniger talentierter Athleten vernachlässige. Sie müsse sich nicht wundern, wenn er irgendwann den Verein wechsele. Man kann nicht gut in beiden Töpfen rühren. Ich mache heute nur das, was mir Spaß macht. 

Entscheidend ist aus meiner Sicht das Talent. Die Sichtweise, ob eine Athletin ein Talent ist,  entscheide ich für meinen Geschmack noch immer selbst. Beate Peters fiel bei Wilfried Hurst damals durch den Rost. Ich war von ihr auf Grund der physischen, aber vor allem der psychischen Fähigkeiten total überzeugt. 

Ich würde z. B. Chiara und ihrem Vater sicherlich reinen Wein einschenken. Ich halte das für ehrlich. Daher halte ich die Aussage von W. Heinig auch für ehrlich, wenn er sich nicht mit Mittelmaß beschäftigen möchte. Man muss es nicht „Ballast“ nennen.

Gertrud