![]() |
|
Kritik von Yemisi Mabry an ARD-Interview - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: EM 2026 in Birmingham (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=54) +--- Thema: Kritik von Yemisi Mabry an ARD-Interview (/showthread.php?tid=6641) |
RE: EM 2026 - Dies und das - TranceNation 2k14 - 13.08.2026 (13.08.2026, 06:19)Roy Schmidt schrieb: Lufen ist aber auch einfach kein guter Journalist. Ihm fehlt völlig die Gabe zu lesen wie man mit seinem Gegenüber gerade umgehen muss. Wie betrachtest du das Interview mit Flo Bremm? PS: Haben nicht vorgestern einige die eher kritische Art der ARD ggü des ZDF gelobt und letzteres "weichgewasche" o.ä. genannt? RE: EM 2026 - Dies und das - Roy Schmidt - 13.08.2026 (13.08.2026, 06:55)TranceNation 2k14 schrieb:(13.08.2026, 06:19)Roy Schmidt schrieb: Lufen ist aber auch einfach kein guter Journalist. Ihm fehlt völlig die Gabe zu lesen wie man mit seinem Gegenüber gerade umgehen muss. Das Interview hab ich nicht gesehen, da ich direkt nach dem Lauf ins Bett gegangen bin. Bisher konnte ich mich nur für das 100m Männer Finale überwinden auf Schlaf zu verzichten. Ich will auch nicht alles schlechtreden was Lufen und Busemann machen aber ich mag sie persönlich nicht. Ja ZDF redet vielleicht auch manchmal alles zu schön aber für mich als Ex Athlet ist Maral oder auch Personen wie Christiane Schwalm (Klopsch) einfach angenehmer zu verfolgen, da eine gewisse Expertise und ein besseres Verständnis für die Situation des Sportlers vorliegt. Das liegt zwar bei Busemann auch vor aber da drifted es leider sehr oft in Selbstbeweihräucherung ab. RE: Kritik von Yemisi Mabry an ARD-Interview - Läufer 800m - 13.08.2026 Ich kann die Kritik der Sportler durchaus verstehen, denn auch ich zucke oftmals zusammen was dort bei den Reportern so kommt. Die Reporter: Routine vs. Echte Empathie Claus Lufen (ARD): Er ist die personifizierte Routine. Jahrelange Erfahrung bedeutet zwar, dass ihm nie die Spucke wegbleibt, aber genau da liegt die Falle: Die Sätze kommen so routiniert und glatt, dass sie oft distanziert oder eben – wie beim Interview mit Florian Bremm – leicht bevormundend wirken. Wenn einem jungen Athleten die Worte fehlen, braucht es feinfühliges Zuhören und nicht das routinierte Überbügeln mit vorgefertigten Phrasen. Das wirkt dann schnell von oben herab, selbst wenn keine böse Absicht dahintersteckt. Frank Busemann: Bei ihm spürt man die Leidenschaft für die Leichtathletik ohne Zweifel. Aber auch Fachwissen und Begeisterung nutzen sich ab, wenn die Rolle über Jahre hinweg identisch bleibt. Die Grenze zwischen „sympathisch-hemdsärmelig“ und „phrasenreich/abgenutzt“ ist schmal, wenn man bei jedem Großevent die gleichen Mechanismen bedient. Maral Bazargani (ZDF): Wenn weder "fachliche Tiefe" noch eine spürbare emotionale Bindung zum Sport rüberkommen, wird das Zuschauen anstrengend. Das wirkt dann oft wie das reine abspulen von Phrasen, ohne auf das einzugehen, was der Athlet gerade erlebt hat. Dabei hat sie es doch als ehemalige Leichtathletin, nur kommt es bei mir nicht an. Die Athleten & die Medienfalle Dass zwischen den Medienschaffenden und den Sportlern eine eklatante Lücke klafft, ist unübersehbar. Sportler wie Gina Lückenkemper sind die absolute Ausnahme – sie weiß genau, wie Medien funktionieren, wie man Akzente setzt und sich verkauft. Bei vielen anderen zeigt sich ein strukturelles Problem: Schlechte/Stereotype Fragen: „Wie enttäuscht sind Sie?“ oder „Woran hat es gelegen?“ direkt nach einem Rennen zwingen den Athleten fast schon in abgedroschene Phrasen oder hilfloses Stammeln. Wenn die Frage keinen Nährboden für eine inhaltliche Antwort bietet, kann die Antwort kaum gut werden. Fehlende Medienschulung beim DLV ? Viele Athleten verbringen verständlicherweise 99 % ihrer Zeit mit Training und Physiotherapie. Aber im modernen Profisport ist die Eigenvermarktung die halbe Miete. Wenn der Verband hier nicht flächendeckend ansetzt, lassen die Sportler bares Geld liegen. Ein souveräner, nahbarer und authentischer Medienauftritt ist heute oft wertvoller für Sponsoren als zwei Zehntelsekunden mehr oder weniger auf der Laufbahn. Was bietet der DLV hier ? Es bleibt das Bild zweier Welten, die oft aneinander vorbeireden: Auf der einen Seite durchgestylte, routinierte Fernsehprofis, auf der anderen Seite völlig verausgabte, unvorbereitete Athleten. Für mich oftmals reine Ausbeuterei von den Medienanstalten. Und viele Zuschauer sind doch soweit weg von dem Leichtathletiktraining und das was die Sportler umtreibt und kritisieren ohne zu handeln, so das war es mit der Gesellschaftskritik. Ich ziehe mir jetzt meine Laufschuhe an und laufe eine Runde bevor die Übertragungen wieder losgehen.... RE: Kritik von Yemisi Mabry an ARD-Interview - Reichtathletik - 13.08.2026 Auch ich denke, dass die Athleten besser im Umgang mit Medien geschult werden sollten. Das beinhaltet für mich sowohl das Auftreten vor der Kamera (und in den eigenen sozialen Medien) als auch ich nenn es jetzt mal "Bildung" über Mediensystem und Aufgabe und Rolle der Medien. Mittlerweile würde ich sogar sagen, ein gewisses Gefühl dafür was auf der anderen Seite des Filters die Lebensrealität ist, würde auch helfen. Mein Musterbeispiel dafür ist die Selbstdarstellung von Trainingslagern, die häufig ankommt wie "die machen Urlaub und beschweren sich dann darüber, wie schwer sie es haben". Ich sehe da aber nicht zwingend den DLV in der Pflicht. Das ist eine Aufgabe, die auch andere Akteure auch Sportartübergreifend angehen könnten. Letztlich ist es ab einem gewissen Niveau für mich auch Aufgabe der Athleten sich selbstständig um sowas zu kümmern, genauso wie man sich ab einem gewissen Niveau Leistungsdiagnostiker, Ernährungsberater etc. dazu holt. Allerdings würde es schon helfen, wenn es im Verband nicht verschlimmbessert wird. Zumindest in der Vergangenheit war die Erwartungshaltung deutscher Sportverbände gegenüber zumindest den öffentlich-rechtlichen auch "ihr müsst unseren Sport unterstützen und sollt nicht kritisch nachfragen", allen voran seitens des DFB, aber auch aus der Leichtathletik war sowas schon zu vernehmen, ich erinnere an die Zwischentöne im Bezug auf die Frontal-Doku im Vorjahr wo es hieß, diese würde Sportler in der Vorbereitung auf ihren Höhepunkt stören. RE: Kritik von Yemisi Mabry an ARD-Interview - Notalp - 13.08.2026 Es ist tatsächlich so: Lufen legt Frau Mabry den Teppich aus für ein paar treffende Antworten (von der ganzen Reihe humoristischer Alternativen, die man bei der pfälzischen Herkunft der Athletin erwarten dürfte, ganz zu schweigen) Bin ebenfalls etwas enttäuscht, dass Frau Mabry den Opferstatus beansprucht. RE: Kritik von Yemisi Mabry an ARD-Interview - Roy Schmidt - 13.08.2026 Die Sporthilfe bietet Lehrgänge zum Medientraining an. Selbst schon zu meiner (Jugend-) Zeit. Hat mir sehr geholfen, kann ich nur empfehlen. Manche Athleten sind halt rhetorisch begabter als andere und das ist auch völlig in Ordnung. Aber ein guter Journalist muss das Gegenüber erkennen und sich auf denjenigen in einem gewissen Rahmen einstellen. Gerade Leute die schon so lange in der Leichtathletik sind wie Lufen z.b. Ich merke aber auch das Lufen und Busemann bei Event Zuschauern sehr beliebt sind. Also vielleicht basiert meine Kritik auch nur auf der subjektiven Wahrnehmung eines Ex Athleten. Wenn es geht guck ich auch englische Streams. Die beiden die das bei Eurovision machen finde ich in Sachen Moderation z.b. sehr gut und allen im deutschen Raum überlegen. Sehr gut informiert über alle Athleten, zusätzlich Fachwissen über die Leichtathletik an sich, eloquent und neutral. RE: Kritik von Yemisi Mabry an ARD-Interview - Reichtathletik - 13.08.2026 (13.08.2026, 08:46)Roy Schmidt schrieb: Die Sporthilfe bietet Lehrgänge zum Medientraining an. Selbst schon zu meiner (Jugend-) Zeit. Vielleicht haben wir ja Glück und ARD oder ZDF engagieren für die Zukunft Max Thorwirth als Experten. Im Übrigen fände ich es durchaus relevanter und angebrachter statt die Journalisten zu kritisieren mal wieder leider zu betonen welch unfassbarer Rassismus gegenüber Yemisi, Owen und anderen Athleten im Web abgelassen wird von Leuten die meinen, Hautfarbe und/oder Name seien ausschlaggebend, ob jemand "deutsch" sei. RE: Kritik von Yemisi Mabry an ARD-Interview - Oliver - 13.08.2026 Max ist der breiten Masse unbekannt. Daher wird er hier kein Engagement bekommen. RE: Kritik von Yemisi Mabry an ARD-Interview - trackANDfield - 13.08.2026 Dieses Interview und die gestammelte Frage fand ich ganz ganz unglücklich und ich kann Yemis Aussage nachvollziehen. Da machst ne Quali, willst danach regenerieren und dich auf das Finale fokussieren und dann kommt so ein Gehirnfurz. Ich bin mir sehr sicher, dass Yemi und ihr Team auch Bestenlisten lesen kann ... aber im Finale gibt es andere Gesetze, was sie bei den Olympischen Spielen gezeigt hat. Wenn sowas gesagt wird wie "die Statistik spricht für xy, aber wir wissen, das Finale [der Pokal] hat eigene Gesetze und darauf fokussieren wir uns", dann hat er seinen Punkt gemacht, bringt aber selbst die positive Energie mit. RE: Kritik von Yemisi Mabry an ARD-Interview - mark1967 - 13.08.2026 Ich kann auf diese ganzen Pseudointerviews gerne verzichten, aber ich verstehe, dass immer noch (ältere) Menschen analog fernsehen und sich nicht ständig mit Leichtathletik beschäftigen. Denen muss man die Akteurinnen und Akteure ja irgendwie nahebringen. Empathie, Lob und Kritik lassen sich da durchaus miteinander verbinden, dafür müssten allerdings nicht nur die Sportler, sondern auch die Journalisten geschult werden. Und nein, früher war es auch nicht besser. Und nur weil jemand mal Profileichtathlet war, ist er danach nicht automatisch ein guter Reporter. Man denke an Poschmann, seligen Angedenkens. |