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Nächtliche Dopingtests - Zumutung oder Notwendigkeit? - Druckversion

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RE: Doping und Anti Doping-News - Atanvarno - 20.07.2026

(19.07.2026, 22:54)TranceNation 2k14 schrieb: Es waren aber eben beide und wo sollte man die Regeneration tunen wenn nicht dort..

Aber es waren eben nicht beide zur gleichen Zeit und auch nicht das komplette Feld. Es macht einen deutlichen Unterschied, ob du um 2 Uhr aus dem Bett geworfen wirst und nicht mehr einschlafen kannst, oder um 5 (Pogacar sagte im Interview, dass er sich vorstellen kann, dass der fehlende Schlaf Vingegaards Konzentration beeinträchtigt haben könnte und er deswegen gestürzt ist)


Hier ein längerer X-Thread von Ross Tucker (scienceofsport) zum Thema mit dem genauen Text der UCI-Regel, die die nächtlichen Tests erlaubt.

Er stellt die gleiche Frage, die ich weiter oben auch schon gestellt habe

Zitat:Anti-doping authorities have intelligence & context we don't, and they chose to do it, inviting this huge criticism. Why? That's the more interesting question, now.



RE: Doping und Anti Doping-News - Reichtathletik - 20.07.2026

Dürfen wir bei potenziellen Menschen- oder Drogenhändlern künftig auch keine nächtlichen Hausdurchsuchungen mehr machen, weil wir ihren Schlaf stören könnten?
Also gerade bei der Tour ist ja wohl allen bekannt, wie systematisch da gedopt (wurde?). Demnach muss auch mit krimilanpolizeilichen Mitteln oder gar geheimdienstlichen gearbeitet werden, um den Betrug zu bekämpfen und nicht mit: Wir kommen wenn es ihnen gerade passt.


RE: Doping und Anti Doping-News - Atanvarno - 20.07.2026

Findest du nicht, dass du dich in der Kategorie vergreifst, wenn du Sportler mit Menschen- und Drogenhändlern vergleichst? Für eine Hausdurchsuchung braucht man übrigens einen Richterbeschluss!

Diese nächtlichen Kontrollen waren Gegenstand eines Gerichtsverfahrens vor dem EuGH und es wurden starke Voraussetzungen an die Zulässigkeit der nächtlichen Kontrollen geknüpft, weil man es schon so gesehen hat, dass das eine Frage der Menschwürde ist und man das nicht einfach mal so ohne Anlass bei jedem tun kann.


RE: Doping und Anti Doping-News - Reichtathletik - 20.07.2026

(20.07.2026, 08:51)Atanvarno schrieb: Findest du nicht, dass du dich in der Kategorie vergreifst, wenn du Sportler mit Menschen- und Drogenhändlern vergleichst?
Diese nächtlichen Kontrollen waren Gegenstand eines Gerichtsverfahrens vor dem EuGH und es wurden starke Voraussetzungen an die Zulässigkeit der nächtlichen Kontrollen geknüpft, weil man es schon so gesehen hat, dass das eine Frage der Menschwürde ist und man das nicht einfach mal so ohne Anlass bei jedem tun kann.

Ich störe mich einfach daran, dass angeblich alle sauberen Sport wollen, aber dafür keinerlei Einschränkungen bereit sind in Kauf zu nehmen. Und jede:r wer ertappt wird, hatte immer eine kranke Oma oder sonstige Gründe. Das ist alles hochgradig lächerlich.

Mich erinnert das an die Leute, die billigen und grünen Strom wollen, aber kein Windrad bei sich. 

Ich warte darauf, dass mal Sportler und Fans sagen: Ja geil, da wird endlich mal richtig krass getestet und auch "risikiert" jemanden zu finden. Eigentlich muss eine möglichst hohe Abschreckung im Sinne aller sein. Aber offenbar ist uns wichtiger dass unsere Stars einen ungestörten Schlaf haben, als dass wir sicher sind, dass sie nicht betrügen.


RE: Doping und Anti Doping-News - Atanvarno - 20.07.2026

(20.07.2026, 08:57)Reichtathletik schrieb: Ich störe mich einfach daran, dass angeblich alle sauberen Sport wollen, aber dafür keinerlei Einschränkungen bereit sind in Kauf zu nehmen.

Keinerlei Einschränkungen?

Ich finde Sportler nehmen im Anti-Doping-System massive Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit in Kauf und es ist eine ziemliche Frechheit mangelnden Einsatz für einen sauberen Sport zu unterstellen, wenn man einen Rest dieser persönlichen Freiheit (eine ungestörte Nachtruhe) nicht ohne besonderen Grund auch noch opfern möchte.


RE: Doping und Anti Doping-News - CoachnEngineer - 20.07.2026

(20.07.2026, 09:11)Atanvarno schrieb:
(20.07.2026, 08:57)Reichtathletik schrieb: Ich störe mich einfach daran, dass angeblich alle sauberen Sport wollen, aber dafür keinerlei Einschränkungen bereit sind in Kauf zu nehmen.

Keinerlei Einschränkungen?

Ich finde Sportler nehmen im Anti-Doping-System massive Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit in Kauf und es ist eine ziemliche Frechheit mangelnden Einsatz für einen sauberen Sport zu unterstellen, wenn man einen Rest dieser persönlichen Freiheit (eine ungestörte Nachtruhe) nicht ohne besonderen Grund auch noch opfern möchte.

Vor allem kommen hier ja noch Aspekte der Wettbewerbsverzerrung und ggf. der Gefährdung der Sportler (siehe Sturz von Vingegaard nach dieser Aktion) hinzu. Da kann man denke ich schon berechtigterweise die Frage stellen, ob das noch angemessen ist. So weit ich hier die Regularien richtig verstanden habe, sind diese nächtlichen Kontrollen auch eigentlich nur bei begründeten Verdachtsmomenten (gut, die gibt es im Radsport immer) zulässig. 
Wenn es Betrugspraktiken nachzuweisen gilt, die vornehmlich nachts vorgenommen werden (Bluttransfusion etc), dann kann ich verstehen, dass man dies mit allen Mitteln versuchen möchte. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, ob tatsächlich alle anderen Möglichkeiten, die den Sportlern die Nachtruhe nicht völlig nehmen, schon ausgeschöpft wurden. Vll wären die Fahrer eher einverstanden Überwachungskameras zu installieren, wenn sie denn dann ruhig schlafen könnten? Oder andere "kriminalistische" Ansätze?

Frage an die Experten (Biochemiker, Ärzte, Pharmazeuten) unter uns: Gibt es denn aktuell möglicherweise leistungssteigerne Substanzen oder Praktiken, die man innerhalb von wenigen Stunden nicht mehr nachweisen kann? Kann es sein, dass dann eine Probenentnahme, sagen wir, zwischen 5 und 6 Uhr morgens nicht mehr ausreichend ist?


RE: Doping und Anti Doping-News - Reichtathletik - 20.07.2026

Die "Einschränkungen" von Profi-Sportlern sind im Vergleich zu denen einer Pflegekraft ein Witz. Manchmal vergessen Sportler offenbar, dass sie eine sehr priviligierte Art haben, zu leben. Und nein, ich sage nicht, dass Profisport nicht auch Arbeit ist.
Wenn so Kontrollen nur bei begründeten Verdachtsmomenten stattfinden dürfen, sollte dann nicht eher ein Aufschrei umgehen, dass es offenbar begründete Verdachtsmomente gegen die Top-Sportler gibt als dass diesen nachgegangen wird?


RE: Doping und Anti Doping-News - mark1967 - 20.07.2026

Die Vorstellung, umfassendere Dopingkontrollen würden die Gesamtproblematikl nachhaltig verändern, ist ziemlich naiv. Abgesehen davon, dass sie nur mit enormem Aufwand global umzusetzen wären. Leider glaube ich nicht an das Gute im Menschen.


RE: Doping und Anti Doping-News - Notalp - 20.07.2026

(20.07.2026, 09:28)CoachnEngineer schrieb:
(20.07.2026, 09:11)Atanvarno schrieb:
(20.07.2026, 08:57)Reichtathletik schrieb: Ich störe mich einfach daran, dass angeblich alle sauberen Sport wollen, aber dafür keinerlei Einschränkungen bereit sind in Kauf zu nehmen.

Keinerlei Einschränkungen?

Ich finde Sportler nehmen im Anti-Doping-System massive Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit in Kauf und es ist eine ziemliche Frechheit mangelnden Einsatz für einen sauberen Sport zu unterstellen, wenn man einen Rest dieser persönlichen Freiheit (eine ungestörte Nachtruhe) nicht ohne besonderen Grund auch noch opfern möchte.

Vor allem kommen hier ja noch Aspekte der Wettbewerbsverzerrung und ggf. der Gefährdung der Sportler (siehe Sturz von Vingegaard nach dieser Aktion) hinzu. Da kann man denke ich schon berechtigterweise die Frage stellen, ob das noch angemessen ist. So weit ich hier die Regularien richtig verstanden habe, sind diese nächtlichen Kontrollen auch eigentlich nur bei begründeten Verdachtsmomenten (gut, die gibt es im Radsport immer) zulässig. 
Wenn es Betrugspraktiken nachzuweisen gilt, die vornehmlich nachts vorgenommen werden (Bluttransfusion etc), dann kann ich verstehen, dass man dies mit allen Mitteln versuchen möchte. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, ob tatsächlich alle anderen Möglichkeiten, die den Sportlern die Nachtruhe nicht völlig nehmen, schon ausgeschöpft wurden. Vll wären die Fahrer eher einverstanden Überwachungskameras zu installieren, wenn sie denn dann ruhig schlafen könnten? Oder andere "kriminalistische" Ansätze?

Frage an die Experten (Biochemiker, Ärzte, Pharmazeuten) unter uns: Gibt es denn aktuell möglicherweise leistungssteigerne Substanzen oder Praktiken, die man innerhalb von wenigen Stunden nicht mehr nachweisen kann? Kann es sein, dass dann eine Probenentnahme, sagen wir, zwischen 5 und 6 Uhr morgens nicht mehr ausreichend ist?


Nach einer Anfrage bei Prof. KI….

Zur Freiheitseinschränkung: 

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sieht zum Schutz der Privatsphäre und Regeneration der Athleten eine nächtliche Ruhezeit vor. Nur bei begründetem Verdacht darf diese durchbrochen werden. Doper nutzen diese festgelegte Testpause gezielt aus, um Substanzen mit extrem kurzen Halbwertszeiten einzunehmen. Antidoping-Agenturen wie die NADA fordern deshalb immer wieder die Ausweitung von unangekündigten nächtlichen Kontrollen, um diese Praktik zu unterbinden

Zu den Halbwertszeiten in Sachen Nachweisbarkeit 

EPO (Erythropoetin) & Mikrodosierungen: Im modernen Radsport und Ausdauersport wurde EPO nachts in minimalen Dosen direkt in die Vene injiziert. Durch diese „Mikrodosierung“ reicht das Zeitfenster bis zur erlaubten Morgenkontrolle um 6 Uhr völlig aus, damit der Körper die Substanz abbaut, während der leistungssteigernde Effekt auf die roten Blutkörperchen erhalten bleibt.Wachstumshormone (HGH) & Peptide: Substanzen wie HGH oder Wachstumshormon-Releasing-Peptide besitzen extrem kurze Nachweiszeiten. Sie regen die Regeneration im Schlaf an und sind nach wenigen Stunden im Urin oder Blut nicht mehr direkt nachweisbar.Testosteron / Androgene: Auch hier wird mit schnelllebigen Gelen, Pflastern oder Mikro-Injektionen gearbeitet, die nachts aufgetragen oder gespritzt werden, um den natürlichen Testosteronspiegel am Morgen künstlich, aber im scheinbar „normalen“ Bereich, anzuheben.

Abgesehen davon: 

Es sind nicht die Kontrolleure, die den Sport ruinieren. Bei der Tour waren es allesamt unausgeschlafene Doper!!! Später wurden häufige Stürze übrigens auch bei exzessiver Schmerzmittelverwendung konstatiert.


RE: Doping und Anti Doping-News - CoachnEngineer - 20.07.2026

(20.07.2026, 10:23)Notalp schrieb:
(20.07.2026, 09:28)CoachnEngineer schrieb:
(20.07.2026, 09:11)Atanvarno schrieb:
(20.07.2026, 08:57)Reichtathletik schrieb: Ich störe mich einfach daran, dass angeblich alle sauberen Sport wollen, aber dafür keinerlei Einschränkungen bereit sind in Kauf zu nehmen.

Keinerlei Einschränkungen?

Ich finde Sportler nehmen im Anti-Doping-System massive Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit in Kauf und es ist eine ziemliche Frechheit mangelnden Einsatz für einen sauberen Sport zu unterstellen, wenn man einen Rest dieser persönlichen Freiheit (eine ungestörte Nachtruhe) nicht ohne besonderen Grund auch noch opfern möchte.

Vor allem kommen hier ja noch Aspekte der Wettbewerbsverzerrung und ggf. der Gefährdung der Sportler (siehe Sturz von Vingegaard nach dieser Aktion) hinzu. Da kann man denke ich schon berechtigterweise die Frage stellen, ob das noch angemessen ist. So weit ich hier die Regularien richtig verstanden habe, sind diese nächtlichen Kontrollen auch eigentlich nur bei begründeten Verdachtsmomenten (gut, die gibt es im Radsport immer) zulässig. 
Wenn es Betrugspraktiken nachzuweisen gilt, die vornehmlich nachts vorgenommen werden (Bluttransfusion etc), dann kann ich verstehen, dass man dies mit allen Mitteln versuchen möchte. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, ob tatsächlich alle anderen Möglichkeiten, die den Sportlern die Nachtruhe nicht völlig nehmen, schon ausgeschöpft wurden. Vll wären die Fahrer eher einverstanden Überwachungskameras zu installieren, wenn sie denn dann ruhig schlafen könnten? Oder andere "kriminalistische" Ansätze?

Frage an die Experten (Biochemiker, Ärzte, Pharmazeuten) unter uns: Gibt es denn aktuell möglicherweise leistungssteigerne Substanzen oder Praktiken, die man innerhalb von wenigen Stunden nicht mehr nachweisen kann? Kann es sein, dass dann eine Probenentnahme, sagen wir, zwischen 5 und 6 Uhr morgens nicht mehr ausreichend ist?


Nach einer Anfrage bei Prof. KI….

Zur Freiheitseinschränkung: 

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sieht zum Schutz der Privatsphäre und Regeneration der Athleten eine nächtliche Ruhezeit vor. Nur bei begründetem Verdacht darf diese durchbrochen werden. Doper nutzen diese festgelegte Testpause gezielt aus, um Substanzen mit extrem kurzen Halbwertszeiten einzunehmen. Antidoping-Agenturen wie die NADA fordern deshalb immer wieder die Ausweitung von unangekündigten nächtlichen Kontrollen, um diese Praktik zu unterbinden

Zu den Halbwertszeiten in Sachen Nachweisbarkeit 

EPO (Erythropoetin) & Mikrodosierungen: Im modernen Radsport und Ausdauersport wurde EPO nachts in minimalen Dosen direkt in die Vene injiziert. Durch diese „Mikrodosierung“ reicht das Zeitfenster bis zur erlaubten Morgenkontrolle um 6 Uhr völlig aus, damit der Körper die Substanz abbaut, während der leistungssteigernde Effekt auf die roten Blutkörperchen erhalten bleibt.Wachstumshormone (HGH) & Peptide: Substanzen wie HGH oder Wachstumshormon-Releasing-Peptide besitzen extrem kurze Nachweiszeiten. Sie regen die Regeneration im Schlaf an und sind nach wenigen Stunden im Urin oder Blut nicht mehr direkt nachweisbar.Testosteron / Androgene: Auch hier wird mit schnelllebigen Gelen, Pflastern oder Mikro-Injektionen gearbeitet, die nachts aufgetragen oder gespritzt werden, um den natürlichen Testosteronspiegel am Morgen künstlich, aber im scheinbar „normalen“ Bereich, anzuheben.

Abgesehen davon: 

Es sind nicht die Kontrolleure, die den Sport ruinieren. Bei der Tour waren es allesamt unausgeschlafene Doper!!! Später wurden häufige Stürze übrigens auch bei exzessiver Schmerzmittelverwendung konstatiert.

Dass der Radsport sich dieses Problem selbst geschaffen hat, sehe ich absolut auch so, keine Frage. Insofern kann ich verstehen, wenn man die Meinung vertritt "Selbst schuld, dass man so testen muss"
Jetzt wenden die Kontrolleure nun diese Praxis mit Tests auch mitten in der Nacht an. Dann muss sich ja auch zeitnah zeigen, ob etwas in auffälligem Maße gefunden wurde, was sich ohne diese Tests nicht gezeigt hätte (Thema Mikrodosing etc). Wenn dies der Fall sein sollte, findet die Aktion im Nachhinein mein vollstes Verständnis. 
Bislang habe ich das aber nicht vernommen, auch wenn es durchaus in der letzten Zeit immer mal wieder Meldungen über solche extremen Kontrollen gegeben hat. 
Und wie ich sagte, vll. gibt es aber auch andere Massnahmen eine betrügerische Anwendung festzustellen, als die rein "biologische".
Erlaubt man z.B. Testungen bis 24 Uhr und wieder ab 5 Uhr und überwacht den Zeitraum dazwischen irgendwie anderweitig "kriminalistisch" (Kameras, Versiegelung etc.) könnte man auch recht sicher sein, dass in der Nacht nicht unbemerkt betrogen wurde. Und die Sportler hätten wenigstens 5 geschützte Stunden
Ach, zwei Herzen schlagen in meiner Brust  Confused