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Pechstein - Deutsches Sportrechtssystem bröckelt. - Druckversion

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RE: Pechstein - Deutsches Sportrechtssystem bröckelt. - Robb - 15.01.2015

Und gleich noch ein Artikel in der SZ zu dem Thema, damit sinds heute schon drei. Von soviel medialer Präsenz können Leichtathleten nur träumen.


RE: Pechstein - Deutsches Sportrechtssystem bröckelt. - unruh - 15.01.2015

Sollte sich Pechstein letztlich durchsetzen, wäre das ein großer Rückschritt im Kampf gegen Doping, wegen Verkomplizierung durch Anwälte / Verfahrensdauer ...

Für mich unklar , wie kann  man als Angestellte der Polizei in 2 Jahren 4,4 Mio. dazuverdienen ? ( mit Krankschreibungen für die Arbeit + gleichzeitigen Wettkämpfen ! ) Wieso ist bei solchen Athleten überhaupt eine solche Unterstüzung nötig ?, gibt es da nicht andere Athleten die Untersützungen nötig hätten ? Soll bei solchen Athleten dann auch noch die Sportlotterie greifen ?


RE: Pechstein - Deutsches Sportrechtssystem bröckelt. - Robb - 15.01.2015

(15.01.2015, 19:15)unruh schrieb: Sollte sich Pechstein letztlich durchsetzen, wäre das ein großer Rückschritt im Kampf gegen Doping, wegen Verkomplizierung durch Anwälte / Verfahrensdauer ...

Für mich unklar , wie kann  man als Angestellte der Polizei in 2 Jahren 4,4 Mio. dazuverdienen ? ( mit Krankschreibungen für die Arbeit + gleichzeitigen Wettkämpfen ! ) Wieso ist bei solchen Athleten überhaupt eine solche Unterstüzung nötig ?, gibt es da nicht andere Athleten die Untersützungen nötig hätten ? Soll bei solchen Athleten dann auch noch die Sportlotterie greifen ?
Wieso Krankschreibungen? Mehr als vier Wochen im Jahr schieben Sportler bei Polizei/Bundeswehr/Zoll doch eh nicht Dienst, die restliche Zeit sind sie für den Sport freigestellt.
Ich glaube nicht, dass Pechstein 4,4 Mio verdienen kann, vielleicht ist die Summe bewußt hoch angesetzt, um bei einem Vergleich eine höhere Verhandlungsbasis zu haben.
Die Sportlotterie soll Athleten unterstützen, die die finanzielle Hilfe brauchen, Harting wird z.B. sicher kein Geld von der Sportlotterie bekommen.


RE: Pechstein - Deutsches Sportrechtssystem bröckelt. - UliH. - 15.01.2015

(15.01.2015, 19:15)unruh schrieb: Sollte sich Pechstein letztlich durchsetzen, wäre das ein großer Rückschritt im Kampf gegen Doping, wegen Verkomplizierung durch Anwälte / Verfahrensdauer ...

Für mich unklar , wie kann  man als Angestellte der Polizei in 2 Jahren 4,4 Mio. dazuverdienen ? ( mit Krankschreibungen für die Arbeit + gleichzeitigen Wettkämpfen ! ) Wieso ist bei solchen Athleten überhaupt eine solche Unterstüzung nötig ?, gibt es da nicht andere Athleten die Untersützungen nötig hätten ? Soll bei solchen Athleten dann auch noch die Sportlotterie greifen ?

Da sie seit unglaublichen 6 Jahren mit juristischen Mitteln für ihre Recht kämpft, gehe ich davon aus, das der Großteil der Schadensersatzsumme sich aus den verauslagten Verfahrenskosten inkl. Anwälte, Gutachten etc. zusammensetzt.


RE: Pechstein - Deutsches Sportrechtssystem bröckelt. - gera - 16.01.2015

(15.01.2015, 19:15)unruh schrieb: Sollte sich Pechstein letztlich durchsetzen, wäre das ein großer Rückschritt im Kampf gegen Doping, wegen Verkomplizierung durch Anwälte / Verfahrensdauer ...
Die Befürchtung von " unruh " habe ich auch. Mit Spitzfindigkeitenund Gutachten (Sexsucht, Aufmerksamkeitssyndrom, Nahrungsergänzungsmittel, Schwiegermutter , das nächste erwähne ich nicht , ... ) wird es den Anwälten, die immer daran verdienen, oft gelingen, die Sache niederzuschlagen oder zu verzögern.
Solange dürfte höchstwahrscheinlich der Athlet weiter starten, womit eine evtl. Strafe dann ohne Wirkung wäre.

Sollen sich Verbände in Zukunft nur noch mit solchen Fällen beschäftigen?

Auch wenn in den  4,4 Mio. viele Kosten für Pechstein drin sind, sollte ein Athlet, dem es erst mit vorangegangener Förderung möglich ist, durch Sponsoren/Werbung/Startgelder usw. zum Großverdiener  zu werden auf jede weitere Förderung verzichten.
Das hat m.M. nichts mit Neid zu tun ( ich habe wahrlich genug ), sondern mit Rechtschaffenheit.
So stelle ich mir jedenfalls eine Unterstützung der Leistungssportler nicht vor.

Man kann natürlich, falls mal das Geld bei den Verbänden nicht reicht, z.B. auch die Startgebühr von Hellmuth auf 20,- Euro setzen, egal ob das für ihn angemessen ist oder nicht.
( hier hätte ich gern einen Ironie-smilie gesetzt)


RE: Pechstein - Deutsches Sportrechtssystem bröckelt. - runner24 - 27.03.2015

Fast ein Vierteljahr später gibt es eine Stellungnahme vom CAS.

Auszüge:

Der CAS nimmt allerdings auch zur Kenntnis, dass das Oberlandesgericht nicht die Ansicht der Vorinstanz teilt, dass die Tatsache, dass Athletinnen und Athleten einer Schiedsvereinbarung als Voraussetzung zur Teilnahme an Wettkämpfen zustimmen müssen, als Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung zu werten sei.

Die Erwägungen des Oberlandesgerichts München beziehen sich richtigerweise auf die zum Zeitpunkt der Einlegung der Berufung im Jahr 2009 gültige Verfahrensordnung und Organisation des CAS. Der CAS weist an dieser Stelle jedoch darauf hin, dass die Verfahrensordnung und Organisation des CAS seitdem Reformen unterlagen, insbesondere die Ernennung von Schiedsrichtern und der Bereitstellung von Prozesskostenhilfe, sowie der Ernennung von neuen ICAS-Mitgliedern

Man könnte meinen, der Sportgerichtshof hat ein anderes Urteil gelesen als die Journalisten von Süddeutsche & Co. Vermutlich muss man Jurist sein, um entscheiden zu können, wer näher an der Wahrheit liegt Smile


RE: Pechstein - Deutsches Sportrechtssystem bröckelt. - Atanvarno - 08.06.2016

Ein neues Kapitel in der langen Prozessgeschichte

Claudia Pechstein scheitert am Bundesgerichtshof

Schiedsvereinbarungen sind also vorläufig weiter zulässig.

Pechstein wird aber jetzt vors BVG und nötigenfalls den Europäischen Gerichtshof ziehen.


RE: Pechstein - Deutsches Sportrechtssystem bröckelt. - Astra - 08.06.2016

Wie würde man aber reagieren, wenn ein eindeutig gedopter Athlet in seinem eigenen Land freigesprochen wird und er dann jederzeit wieder starten kann (und vermutlich auch weiter dopen).


RE: Pechstein - Deutsches Sportrechtssystem bröckelt. - Atanvarno - 12.07.2022

(08.06.2016, 12:30)Atanvarno schrieb: Ein neues Kapitel in der langen Prozessgeschichte

Claudia Pechstein scheitert am Bundesgerichtshof

Schiedsvereinbarungen sind also vorläufig weiter zulässig.

Pechstein wird aber jetzt vors BVG und nötigenfalls den Europäischen Gerichtshof ziehen.

Das Bundesverfassungsgericht hat das 2016 ergangene Urteil des BGH aufgehoben. Pechstein kann damit ihren Schadenersatzprozess vor dem OLG München fortsetzen

https://www.tagesschau.de/sport/sportschau/pechstein-klage-verfassungsgericht-101.html