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Marathon: Carbon-Schuh-Effekt bestimmen - Druckversion

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RE: Marathon: Carbon-Schuh-Effekt bestimmen - Sprunggott - 03.08.2026

(30.04.2026, 13:41)lor-olli schrieb:
(30.04.2026, 12:00)JoelH schrieb: Da der Schaum eine essentielle Rolle in diesem System spielt ist, diese Annahme eher unwahrscheinlich.

Die Schuhe wiegen tatsächlich nur noch 97 Gramm, noch viel mehr weglassen wird man wohl nicht können  Smile

Was ich auch sehr bedenklich finde, dass die Schuhe bei einem Preis von 650 € nur noch wenig mehr als einen Marathon überstehen, bei einem Gewicht des Läufers von maximal 65 kg. (Bei deutlich schwereren Läufern, z.B. sehr großen, dürfte der Schuh noch kürzer halten)
Frauen also klar im Vorteil, aber bei dem Preis werden sich nur wohlhabende oder sehr ambitionierte mehr als solch ein Paar leisten - trainieren sollte man nämlich schon ein paar Einheiten damit, damit der Körper überhaupt mit der neuen Dynamik zurechtkommt. Kaderhilfe aufstocken?  Teufel
Wir testen grade bei uns einen Adidas Prototyp mit einer Aktiv Schaum Sohle mit Innenskelett (technisch kann ich nicht weiter drauf eingehen) der hält ca. 150-200km durch, also für einen Ultra Run, oder 2-3 Marathons (wofür der auch gebaut ist). Preislich wird der aber auch nicht Preiswerter sein als ein Adizero Prime X EVO.


RE: Marathon: Carbon-Schuh-Effekt bestimmen - Notalp - 03.08.2026

Der Versuch, den Carbonschuh-Effekt zu bestimmen, muss immer auch die Erinnerung einschließen, dass da mal einer bei Olympia barfuß den Marathon gewann. (Und auf der Bahn noch länger Welche mit blanken Fußsohlen unterwegs waren) 

Der Schuh konnte (noch lange Jahre) als bequemer und weniger belastend gelten, aber nicht als wesentlich schneller. Bei der gegenwärtigen Veraltungsgeschwindigkeit des technischen Schuhequipments verändert sich das essentiell. Bei dieser Entwicklung droht am Ende sogar die Feier einer Rekordmerke zur infantilen Veranstaltung zu werden. 

Aber machen wir uns nichts vor. Selbst ambitionierte Hobbyläufer werden auf das Versprechen der Carbonisten zurückgreifen - und auch jeden Preis mittragen. 1300 Eurönchen für zwei Paar Marathonschuhe im Jahr sind immer noch weit entfernt von einem Wettkampf-tauglichen MTB für 8000 Eurönchen. Wer will sich da noch beim Golfen zur wohlhabenderen Gesellschaft zählen…


RE: Marathon: Carbon-Schuh-Effekt bestimmen - lor-olli - 03.08.2026

Das Laufen ein billiger Sport ist, ist längst anekdotische Historie … Ich bin Marathon gelaufen und habe ca. 60.000 Kilometer (Training, Marathons andere Wettkämpfe) absolviert. 

Wie viel paar Schuhe? Nicht gezählt, aber inklusive der "Ausfälle" (unbequem, Druckstellen, schlecht platzierte Nähte) sicher 100 Paar über 30 Jahre, dazu Startgelder, Übernachtungen, Anreise, sonstige Sportkleidung. 600 € Treter würden da allerdings noch ein Sahnehäubchen draufsetzen.

Wenn ich mich bei einigen Laufkollegen umgesehen habe, bin ich mir sicher einige Kandidaten für die Luxustreter auszumachen - wohlgemerkt alles auf einem Level mit dem man niemals einen Euro verdient. Bei Berufsläufern hätte ich sogar ein gewisses Verständnis, wenn das Geld wieder hereinkommt, oder der Sponsor zahlt. Hobby scheint sich den Gesetzen der Sinnhaftigkeit aber eh schon lange zu entziehen. Ich habe ein Rennrad, welches mal 7000€ gekostet hat gebraucht gekauft für unter 2000 € (ein Freundschaftspreis), weil der Besitzer ein neues "brauchte" welches 700 gr. weniger wog - den Preis dafür wollte er mir aber partout nicht nennen …


RE: Marathon: Carbon-Schuh-Effekt bestimmen - JoelH - 04.08.2026

(03.08.2026, 18:31)lor-olli schrieb: Das Laufen ein billiger Sport ist, ist längst anekdotische Historie …

Das versuchen dir die Marketingmenschen zu erzählen. Für den durchschnittlichen Läufer ist dies aber nicht der Fall.

Bei den Schuhen würde ich nie sparen, aber solide Allrounder (Brooks Ghost und Konsorten) für den Hobby-Läufer bekommst du für ~150€ und die halten 1000 km. Da man zum zwei Schuh-System tendieren sollte sind das also 2000 km  für 300 Euronen. Das sind für viele schon mehrere Jahre laufen gehen. 

Klamotten halten "ewig", da kann man sogar Qualität noch mit reinnehmen, dann zahlt man für 2 Outfits ~300€ und daran 10 Jahre, wenn man mag. Socken und Mütze sind Kleinkram, die lass mal nicht zählen. Laufuhr brauchst du nicht zwingend, aber ab 300€ für sagen wir 2-4 Jahre Betriebsdauer kannst du gute Einsteigermodelle bekommen. 

Das sind also, auf 10 Jahre hochgerechnet 
300€ Klamotten
900€ Uhren
1500€ Schuhe
=========
2700€ / 10 sind 270 € Kosten pro Jahr, dafür gehst du 1000 km laufen, bei einer Pace von 6 Minuten. Dann verbringst du 6000 Minuten in der Natur im Jahr. Oder umgerechnet auf 2 Std. Läufe 50 Tage. Und das ist schon ziemlich viel Laufen gehen. 

Wenn du also die 270€ pro Jahr durch die 6000 Minuten teilst, dann kostet dich eine Minute 4,5 Cent. 

Zum Vergleich ein Getränk für 6€, dass du in 20 Minuten trinkst, kostet dich 30 Cent die Minuten. Da geh ich doch lieber laufen.