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Race - Running Academy Erfurt - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Race - Running Academy Erfurt (/showthread.php?tid=6458) Seiten:
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RE: Race - Running Academy Erfurt - Jakob94 - 09.06.2026 Es ist einfach die Frage, wo die Verbände ihre Ressourcen investieren: Entweder eben lokal sehr begrenzt in “Leuchtturmprojekte” oder in die Breite. Hat sicherlich beides was für sich und ich glaube, auch in den Verbänden ist durchaus der Wunsch beides zu machen - aber die Ressourcen sind eben begrenzt. Und wenn dann, wie jetzt in Erfurt, investiert wird und dann zusätzliche Sponsoren dazukommen, ist das doch erstmal gut die Leichtathletik als Ganzes positiver als wenn in die Breite investiert wird und keine zusätzlichen Sponsoren dazukommen. RE: Race - Running Academy Erfurt - Diak - 09.06.2026 (09.06.2026, 08:34)Jakob94 schrieb: Es ist einfach die Frage, wo die Verbände ihre Ressourcen investieren: Entweder eben lokal sehr begrenzt in “Leuchtturmprojekte” oder in die Breite. Hat sicherlich beides was für sich und ich glaube, auch in den Verbänden ist durchaus der Wunsch beides zu machen - aber die Ressourcen sind eben begrenzt. Und wenn dann, wie jetzt in Erfurt, investiert wird und dann zusätzliche Sponsoren dazukommen, ist das doch erstmal gut die Leichtathletik als Ganzes positiver als wenn in die Breite investiert wird und keine zusätzlichen Sponsoren dazukommen. das ist zwar auch eine Frage, aber nicht die, die reichtathletik aufwirft. Die ist vielmehr, wie die extreme Kluft zwischen den Bedingungen für den Leistungssport in unterschiedlichen Bundesländern etwas verringert werden könnte. Die für die leistungsorientierte Leichtathletik in Schleswig-Holstein verfügbaren Ressourcen betragen einen winzigen Bruchteil dessen, was aus unterschiedlichsten Quellen in fast allen anderen Bundesländern zur Verfügung steht. Dass wir zu diesen im Wettbewerb stehen sollen, wäre auch absurd, wenn die neuen Kriterien zur Bewertung der Landesverbände nicht so hanebüchen wären. In Hamburg sieht es einen Hauch besser aus... RE: Race - Running Academy Erfurt - Reichtathletik - 09.06.2026 (09.06.2026, 12:12)Diak schrieb:(09.06.2026, 08:34)Jakob94 schrieb: Es ist einfach die Frage, wo die Verbände ihre Ressourcen investieren: Entweder eben lokal sehr begrenzt in “Leuchtturmprojekte” oder in die Breite. Hat sicherlich beides was für sich und ich glaube, auch in den Verbänden ist durchaus der Wunsch beides zu machen - aber die Ressourcen sind eben begrenzt. Und wenn dann, wie jetzt in Erfurt, investiert wird und dann zusätzliche Sponsoren dazukommen, ist das doch erstmal gut die Leichtathletik als Ganzes positiver als wenn in die Breite investiert wird und keine zusätzlichen Sponsoren dazukommen. Korrekt: In ganz SH, HH und MV sind soweit ich weiß alle Landestrainer im Lauf ehrenamtlich (max. Übungsleiter-Pauschalen) tätig. Und das liegt nicht daran, dass die Landesverbände oder Vereine keinen Bock hätten, Geld zu investieren. HH ist durchaus ein gutes Beispiel: Es gibt mittlerweile drei ehrenamtliche Landestrainer Lauf, wobei zwei sich zeitlich auf reine Beratung der Vereinstrainer beschränken müssen und erst seit diesem Jahr überhaupt auch Kadertraining stattfinden kann. Seit dem Wegfall des Bundesstützpunktes Lauf und dem damit verbundenen Wegzug der hauptamtlichen Trainerin gab es lange gar keine Lauf-Trainer mit höherer Lizenz dort. Nun gibt es die besagten drei, die sich entweder in A-Ausbildung befinden oder die Lizenz seit ein paar Jahren haben. Alle drei wurden von einem einzelnen Verein in die Trainertätigkeit geführt bzw. nach Hamburg geholt – und dieser darf sich ansehen wie an anderen Orten Trainer bezahlt und gestellt werden und als zukunftsweisend gelobt werden. Sowas sorgt verständlicherweise für Frust bei den Vereinen in den Regionen, wo man alles selbst machen muss – und bei den Trainern, die täglich nach Feierabend "mit dem Messer zur Schießerei fahren" wie es ein Kollege mit Blick auf die Chancenungleichheit mal ausgedrückt hat. RE: Race - Running Academy Erfurt - Jakob94 - 09.06.2026 Verstehe ich alles zu 100% - aber wie könnte eine Lösung denn aussehen? Denn die Ressourcen anderswo abzuziehen ist ja nicht zielführend. Denn dort, wo verbandsseitig investiert wird, sind ja auch Ergebnisse sichtbar und es zieht eine ganze Region mit (so nehme ich es wenigstens in Hessen wahr - wie das anderswo aussieht, kann ich nicht einschätzen). RE: Race - Running Academy Erfurt - Diak - 09.06.2026 (09.06.2026, 13:04)Jakob94 schrieb: Verstehe ich alles zu 100% - aber wie könnte eine Lösung denn aussehen? Denn die Ressourcen anderswo abzuziehen ist ja nicht zielführend. Denn dort, wo verbandsseitig investiert wird, sind ja auch Ergebnisse sichtbar und es zieht eine ganze Region mit (so nehme ich es wenigstens in Hessen wahr - wie das anderswo aussieht, kann ich nicht einschätzen). ha, steile These =) ich hätte sehr sehr gern mal eine Aufstellung gesehen, wie viele (staatliche finanzierte!) Stellen (Trainer, Leher-Trainer, Stützpunktleiter, Leute die andere Leute gegen Geld mit Papierquatsch beschäftigen, aber Trainer heißen) pro Bundesland existieren und wie erfolgreich dieser Landesverband in Relation ist. Gibt es aber nicht. Aus sehr gut nachvollziehbaren Gründen will das niemand wissen. Ich bin sogar bereit, das zu kaufen, wenn dann aber die Brosamen verteilt werden, möchte ich nicht mehr so gern hören, dass wir eben in Vorleistung gehen möchten, wenn wir ein gern bisschen Pillepalle Unterstützung hätten und Reichtathletik möchte sich nicht mehr so oft anhören, dass er halt Strukturen schaffen soll. Ich bin sogar total gern bereit, den status quo zu akzeptieren und für immer ungefähr nichts vom DLV/DOSB/BMI zu bekommen, wenn sie mich dafür in Ruhe lassen. Stattdessen müssen wir den ganzen Potas-Quatsch und schwachsinnige Tests machen, statt unsere Leute mit unseren Mitteln durchzubringen (vielleicht hab ich so was schon mal gesagt, sry für Redundanz...) RE: Race - Running Academy Erfurt - Reichtathletik - 09.06.2026 (09.06.2026, 13:04)Jakob94 schrieb: Verstehe ich alles zu 100% - aber wie könnte eine Lösung denn aussehen? Denn die Ressourcen anderswo abzuziehen ist ja nicht zielführend. Denn dort, wo verbandsseitig investiert wird, sind ja auch Ergebnisse sichtbar und es zieht eine ganze Region mit (so nehme ich es wenigstens in Hessen wahr - wie das anderswo aussieht, kann ich nicht einschätzen). Zunächst einmal muss man festhalten, dass dies kein DLV-Bashing ist. Wir befinden uns gerade im Werden einer Sportagentur und einer Leistungssportreform. Die hier erkennbaren Ungleichgewichte muss eine solche Agentur angehen, denn ansonsten verlieren wir zahlreiche Talente (Athleten wie Trainer) nur weil sie das Pech haben, am falschen Ort zu leben. Dass man für Skisport umziehen muss in die Berge – geschenkt. In der Leichtathletik ist es nicht nachvollziehbar. Und nochmal: Ich rede nicht davon, dass man in die nächsten Ballungsgebiete muss, sondern dass wir massive Unterschiede unter den Bundesländern haben, die so groß sind, dass sie in den abgehängten Landstrichen für massiven Frust sorgen (können). Es ist doch beispielsweise absurd, dass man Sprinter samt Trainer aus Hamburg (1,9 Mio Einwohner) nach Mannheim (300.000 Einwohner) abzieht und dann sagt: Dort ist ein Stützpunkt. Zur Wahrheit gehört auch: Aktuell sind den Spitzenverbänden oft noch in Teilen die Hände gebunden, abseits der bislang definierten Stützpunkte Ressourcen einzusetzen (und an diesen geht es oft auch darum, den Status zu erhalten). Gleichsam glaube ich, man könnte einiges noch mehr ausreizen. Womit wir zum eigentlichen Thema des Beitrags zurückkommen. Ich glaube, da stimme ich Diak zu, Standorte sollten nicht allein am aktuellen Erfolg gemessen werden, sondern dieser muss in Relation zu den Ressourcen gesetzt werden. Und um öffentliche Ressourcen sollte man sich bewerben können in einem möglichst transparenten Verfahren. Landesverband, Stadt, Verein geben gemeinsam eine Bedarfsbewerbung ab, die Sportagentur bewilligt diese und evaluiert sie danach, inwiefern sie Impact erzeugt. Sprich, wenn in einem Ort sich z.B. ein Verein aufmacht, etwas aufzubauen, muss es eine Chance geben, dass dies belohnt wird durch entsprechende Zuschüsse und nicht wie bisher, dass man an gläserne Decken stößt. Auch für die Entwicklung von Trainern wäre ein Konzept sinnvoll. Vergleichbar zur Sportföderung für Athleten sollte es sowas für Coaches geben. Hier darf nicht allein zählen, welchen Erfolg du zunächst hast, weil das ist Anfangs oft viel mehr davon abhängig ob du durch Glück gute Athleten hast oder der Verein dir welche "einkauft", sondern welche Entwicklung die Athleten haben, die du betreust. Also quasi ein "Trainernachwuchskader" nach Potentialanalyse (bitte nicht im Sinne von POTAS). Sprich: Nicht der Trainer, der zufällig am richtigen Ort lebt bekommt einen finanziellen Zuschuss, sondern derjenige, der durch Engagement und Talent auffällt und dem man zutraut, an dem ort, an dem er ist, durch diese Unterstützung etwas zu verändern. |