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Vereinsidentifikation im Profisport - Druckversion

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RE: Netzfundstücke - Citius - 06.01.2026

(06.01.2026, 14:01)muffman schrieb: Bei den erfolgreichsten Vereinen, z.B. Fußball, spielt eine Identifikation mit dem Verein überhaupt keine Rolle. Im Spitzensport hat so etwas überhaupt nichts verloren. Es geht um Leistungsmaximierung. Was sollen "Söldner" sein? Es geht um Erfolg. Sonst nichts. Diese komische Fußballromantik gibt es maximal noch in der Kreisliga und verhindert auch maximalen Erfolg. Wenn AthletInnen maximalen Erfolg wollen, müssen sie in erster Linie auf sich selbst schauen. Wie, wo und mit wem kann ich maximale Leistung bringen, maximalen Erfolg haben? Das sind die einzig relevanten Fragen.

Das würde ich persönlich so nicht teilen. Klar muss der Leistungssportler schauen, dass sein (finanzieller) Rahmen passt, um seine Leistung auch entwickeln zu können. 
Wenn Sportler sich wirklich mit dem Verein identifizieren, können sie für die nächste Generation eine Vorbildfunktion übernehmen und vielleicht dazu beitragen, dass später einmal sein Platz (aus der eigenen Jugend) eingenommen werden kann.
Dafür bedarf es allerdings auch Athleten, welche grundsätzlich vor Ort und greifbar sind.


RE: Netzfundstücke - muffman - 06.01.2026

(06.01.2026, 16:23)Citius schrieb: Wenn Sportler sich wirklich mit dem Verein identifizieren, können sie für die nächste Generation eine Vorbildfunktion übernehmen und vielleicht dazu beitragen, dass später einmal sein Platz (aus der eigenen Jugend) eingenommen werden kann.

Das ist ein Nebenprodukt. HochleistungssportlerInnen gehen dorthin, wo sie den maximalen Erfolg haben können.


RE: Netzfundstücke - Reichtathletik - 06.01.2026

(06.01.2026, 16:36)muffman schrieb:
(06.01.2026, 16:23)Citius schrieb: Wenn Sportler sich wirklich mit dem Verein identifizieren, können sie für die nächste Generation eine Vorbildfunktion übernehmen und vielleicht dazu beitragen, dass später einmal sein Platz (aus der eigenen Jugend) eingenommen werden kann.

Das ist ein Nebenprodukt. HochleistungssportlerInnen gehen dorthin, wo sie den maximalen Erfolg haben können.

Und dir kommt nicht in den Sinn, dass dies dort sein kann, wo sie auch außerhalb des Bankkontos und der Ausstattung des Kraftraums noch Sinn, Heimat und Bedeutung finden?
Du versuchst hier immer krampfhaft alles, was nicht "professionell" im sinne von auf Erfolg, Professionalisierung und Kontstand getrimmt ist als überholt, schlecht oder "romantisch-verklärt" abzustempen. (Ich hoffe inständig, dass du das nicht auch auf andere Bereiche des Lebens überträgst).

Ein Beispiel: Max Thorwirth ist nach Tübingen gegangen (und bis zu dieser Saison bei seinem Heimatverein geblieben). Er hätte sicher bei einem anderen Verein mehr Geld bekommen können. Er hätte an anderen Standorten bessere Bedingungen bekommen können. Aber: Ihm gab die Vereinszugehörigkeit Sinnhaftigkeit in seinem Tun und Tübingen mit der familiären Atmosphäre beim Training (inkl. vielen die weit weg von Spitzensport sind) gab ihm das nötige Drumherum, um Spitzenleistungen zu erbringen. Und er ist jetzt nach Tübingen gewechselt, nicht mit der Begründung Geld, sondern weil er mit seinen Freunden(!) zusammen im Team laufen will.


RE: Netzfundstücke - TranceNation 2k14 - 06.01.2026

(06.01.2026, 16:44)Reichtathletik schrieb: Und dir kommt nicht in den Sinn, dass dies dort sein kann, wo sie auch außerhalb des Bankkontos und der Ausstattung des Kraftraums noch Sinn, Heimat und Bedeutung finden?

Also wir können die Diskussion mal an der Stelle zwischenspeichern und nach LA 2028 rauskramen und wenn dann unsere einzigen Medaillen Merlin Hummel, Malaika Mihambo, Leo Neugebauer und Smilla Kolbe geholt haben, können wir natürlich froh sein, dass es nicht weniger Medaillen als 2024 waren, aber wir können uns ja auch überlegen, ob wir die deutsche Leichtathletik mit fachlicher Exzellenz (Training, Expertise, Fokussierung auf Training) weiterbringen wollen oder mit Heimat und Bedeutung.


RE: Netzfundstücke - Reichtathletik - 06.01.2026

(06.01.2026, 17:27)TranceNation 2k14 schrieb:
(06.01.2026, 16:44)Reichtathletik schrieb: Und dir kommt nicht in den Sinn, dass dies dort sein kann, wo sie auch außerhalb des Bankkontos und der Ausstattung des Kraftraums noch Sinn, Heimat und Bedeutung finden?

Also wir können die Diskussion mal an der Stelle zwischenspeichern und nach LA 2028 rauskramen und wenn dann unsere einzigen Medaillen Merlin Hummel, Malaika Mihambo, Leo Neugebauer und Smilla Kolbe geholt haben, können wir natürlich froh sein, dass es nicht weniger Medaillen als 2024 waren, aber wir können uns ja auch überlegen, ob wir die deutsche Leichtathletik mit fachlicher Exzellenz (Training, Expertise, Fokussierung auf Training) weiterbringen wollen oder mit Heimat und Bedeutung.

vielleicht nicht oder sondern und  Big Grin 
Fachliche Exzellenz kann auch in einem familiären Umfeld mit Sinnstiftung stattfinden. Auch hier ist Tübingen ja wohl ein herausragendes Beispiel.

Das Wort "Heimat" finde ich übrigens schlimm in dem Kontext. Das riecht so nach AfD. Das will ich nicht.  Cool


RE: Netzfundstücke - mariusfast - 06.01.2026

Mir ist das auch zu lokalpatriotisch. Als ob es beim Fußball irgendeinen Unterschied in den "Werten" gibt ob Werder Bremen oder Karslruher SC etc..


Bei der LA sehe ich keinen Unterschied. Wir können ja das aktuelle Beispiel nehmen. "Heimat" war letztlich von den Athleten von Udo Metzler dort wo er mit dem Team war. Als er dann Beef mit der Vereinsführung oder mit wem auch immer aus dem Verein hatte, wechselte sein ganzes Team einfach mit. Und das Heimatgefühl blieb..Man kann ähnliches Beispiel im Laufbereich finden, bspw.beim ehem. Trainer von Fehr und H. Klein. Das waren mehrere Vereine wie Limes Rems oder Schondorf etc.. Das Team wechselte immer mit dem Trainer. Keiner hatte da eine Identifikation mit einem Verein oder Ort.


RE: Netzfundstücke - muffman - 06.01.2026

(06.01.2026, 16:44)Reichtathletik schrieb:
(06.01.2026, 16:36)muffman schrieb:
(06.01.2026, 16:23)Citius schrieb: Wenn Sportler sich wirklich mit dem Verein identifizieren, können sie für die nächste Generation eine Vorbildfunktion übernehmen und vielleicht dazu beitragen, dass später einmal sein Platz (aus der eigenen Jugend) eingenommen werden kann.

Das ist ein Nebenprodukt. HochleistungssportlerInnen gehen dorthin, wo sie den maximalen Erfolg haben können.

Und dir kommt nicht in den Sinn, dass dies dort sein kann, wo sie auch außerhalb des Bankkontos und der Ausstattung des Kraftraums noch Sinn, Heimat und Bedeutung finden?
Du versuchst hier immer krampfhaft alles, was nicht "professionell" im sinne von auf Erfolg, Professionalisierung und Kontstand getrimmt ist als überholt, schlecht oder "romantisch-verklärt" abzustempen. (Ich hoffe inständig, dass du das nicht auch auf andere Bereiche des Lebens überträgst).

Das stimmt erstens nicht und zweitens habe ich dich sogar noch darauf hingewiesen, dass mir das alles durchaus klar ist. Die Reihenfolge ist normalerweise: Lesen, verstehen, nachdenken, antworten. Du führst Schritt 1 vermutlich nur teilweise durch und überspringst die Schritte 2 und 3 komplett um dann irgendeinen Rage abzulassen, in dem du mir auch noch angebliche Meinungen/Aussagen zuschreibst, die ich so nie geäußert habe.

Nur aus Interesse: Wie bewertest du Vereinswechsel im Fußball? Söldner? Manche verlassen einen Verein für ein paar Jahre und kehren dann zurück. Verurteilst du das auch so?


RE: Netzfundstücke - Reichtathletik - 06.01.2026

Fußball auf der Ebene die du beschreibst ist kein klassischer Leistungssport sondern Unterhaltungsbranche. Es geht auch nicht zwingend darum besser zu werden, sondern in ein System zu passen. Das kann sich auch nach Trainern etc. ändern. Das ist ja nicht vergleichbar mit z.B. Weitsprung.
Wenn du aber noch im Schüleralter, wenn es darum geht überhaupt Profi zu werden, in Fußball jedes Jahr den Dorfverein wechselst würde ich auch sagen, dass das nichts mit nachhaltiger Entwicklung zu tun hat.


RE: Netzfundstücke - muffman - 06.01.2026

Achso. Profi-Fußball ist also kein Leistungssport. Ok. Man kann sich natürlich alles zurechtbiegen, wenn man möchte. Mach dich doch nicht lächerlich. Wie kommst du jetzt auf Schüler-LA und Jugendfußball?


RE: Netzfundstücke - Atanvarno - 07.01.2026

(06.01.2026, 22:55)Reichtathletik schrieb: Wenn du aber noch im Schüleralter, wenn es darum geht überhaupt Profi zu werden, in Fußball jedes Jahr den Dorfverein wechselst würde ich auch sagen, dass das nichts mit nachhaltiger Entwicklung zu tun hat.

ist meinem Eindruck nach aber faktisch so gegeben. Ich habe in meiner (eventuell nicht repräsentativen) Bekanntschaft einige Leute, deren Kinder talentierte Fußballer sind und die haben (bis zur U14) alle schon mindestens ein Mal den Verein gewechselt (ja, von Dorfverein zu Dorfverein, weil eben im Nachbardorf die Mannschaft stärker war)