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(Über)Kommerzialisierung der Leichtathletik? - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: (Über)Kommerzialisierung der Leichtathletik? (/showthread.php?tid=6399) |
RE: Germany Athletics - Diskusmann - 30.12.2025 (30.12.2025, 09:45)TranceNation 2k14 schrieb: Ich verstehe den Satz so: Gibt es nur noch Anerkennung als Entlohnung und keine Zuschüsse/Gehalt, dann können nur noch Athlet/innen finanzstarker Elternhäuser bis in die mittleren 20er mitwirken, und zwar in noch größérem Umfang als dies ohnehin schon der Fall ist (haben wir an anderer Stelle auch bereits diskutiert: Leichtathletik als "teurer/privilegierter" Sport). Dem würde ich inhaltlich so nicht widersprechen, und auch sprachlich gibt es da doch schlimmere Beiträge - Nicht-Privelligertierten... (Buchstabenwürfeln auf gut Glück) - Nicht-Privilegierte, die aus einem finanzstarken Haushalt kommen... (Widerspruch in sich) Verstanden habe ich nach Ordnung des Ganzen die Aussage auch, aber eigentlich ginge es weniger umständlich und vor allem fehlerloser, anderen die eigene Meinung mitzuteilen. Siehe meinen vorherigen Post. RE: Germany Athletics - Sandmann - 30.12.2025 (30.12.2025, 09:59)TranceNation 2k14 schrieb: Naja, aber waren Musik und Schauspiel nicht auch ursprünglich Unterhaltung? Klar, und da gilt ja auch das Gleiche: Mache ich "Kunst", egal ob es jemand sehen oder hören will? Richte ich mich nach dem Publikumsgeschmack? Mache ich nebenher Werbung, oder korrumpiert das meine künstlerische Integrität? Usw. RE: Germany Athletics - S_J - 30.12.2025 Wenn wir schon dabei sind: "fehlerlos" kann keinen Komparativ haben.
RE: Germany Athletics - S_J - 30.12.2025 (30.12.2025, 10:05)Sandmann schrieb:(30.12.2025, 09:59)TranceNation 2k14 schrieb: Naja, aber waren Musik und Schauspiel nicht auch ursprünglich Unterhaltung? Da lassen sich sicherlich auch andere interessante Vergleiche zur Leichtathletik finden: Eine Laiengruppe, sei es musikalisch oder dramatisch, wird meistens auf Kostendeckung hin arbeiten, um ihre Gemeinnützigkeit zu wahren. Dirigenten, Chorleiter, etc. werden aber tatsächlich meistens nebenamtlich beschäftigt und nicht ehrenamtlich, wie das im Sport üblich ist. Insbesondere im musikalischen Bereich gibt es aber durchaus ein gehobenes Amateursegment, bei dem sich die Frage nach Gagen stellt. In der Leichtathletik wäre das Äquivalent wohl ein Antrittsgeld, um bei Meetings zu starten. Aus struktureller Sicht ist auch interessant, dass es deutlich mehr Theater-AGs, Schulchöre, Schulorchester etc. als Sport-AGs gibt. Natürlich sind viele, die musikalisch in Schul-AGs oder Universtitätsäquivalenten unterwegs sind, auch gleichzeitig in Vereinen oder an Musikschulen sein oder waren es einmal. Leichtathletik im Hochschulsport, wenn es sie denn gibt, ist aber auch höchstens breitensportlich. RE: Germany Athletics - mariusfast - 30.12.2025 (30.12.2025, 09:45)TranceNation 2k14 schrieb: Ich verstehe den Satz so: Gibt es nur noch Anerkennung als Entlohnung und keine Zuschüsse/Gehalt, dann können nur noch Athlet/innen finanzstarker Elternhäuser bis in die mittleren 20er mitwirken, und zwar in noch größérem Umfang als dies ohnehin schon der Fall ist (haben wir an anderer Stelle auch bereits diskutiert: Leichtathletik als "teurer/privilegierter" Sport). Dem würde ich inhaltlich so nicht widersprechen, und auch sprachlich gibt es da doch schlimmere Beiträge So war es inhaltlich gemeint. Ich entschulde mich dennoch für die komplizierte Schreibweise. RE: Germany Athletics - Reichtathletik - 30.12.2025 Was wieder mal übersehen wird, ist dass GA eben nicht zwangsläufig mehr Geld ins System bringt (insgesamt sicherlich schon), sondern es im wesentlichen anders verteilt. Es ist eher das Model Ryanair: Ich biete den Sport möglichst "günstig" (in diesem Fall im Sinne von mit möglichst einem Plus) für Sportler an, weil ich an möglichst allen anderen Services spare bzw dafür extra verlange. Bei GA kann sich zT den Sport zwar leisten, wer weniger Geld im Elternhaus hat, aber am besten hat man stattdessen halt einen Trainer als Vater. Das ist in mehreren Fällen ja der Fall. Eine Alina Ammann kann es sich "leisten" zu Athletics zu wechseln, weil ihr Vater sie halt trainiert. Bräuchte sie einen Trainer stünde sie blöd da. Andere Athleten sind schon so gut, dass sie umsonst von Bubdestrainern betreut werden oder in Gruppen im Ausland unterkommen. GA hat zwar - teils gute - Trainer. In der Masse sind die Athleten aber un- oder fremdbetreut. Sprich man muss als Athlet seinen Trainer mitbringen. Und sehr viele von denen machen dass umsonst aus Liebe zum Sport oder Verbundenheit zu den Athleten. RE: Germany Athletics - S_J - 30.12.2025 Ich kenne aber auch Beispiele von Athletinnen, die sich z.B bei Cologne Athletics deutlich besser betreut und gefördert fühlen, als sie es bei 'traditionellen' Vereinen haben, was sich auch in deren Leistungsanstieg (sowohl individuell als auch natürlich mit den entsprechenden Staffeln) durchaus bemerkbar gemacht hat. Wer mit seinem Trainer oder seiner Trainerin glücklich ist, wechselt nicht die Gruppe. Und wenn die Trainerinnen und Trainer glücklich sind, werden sie auch nicht einfach so den Verein wechseln. Klar, wenn Vereine die Fahrtkosten etc. finanziell nicht decken können und nicht die notwendigen Ressourcen in Sponsorenakquise stecken können / wollen, wird es schwer, gute Leute zu halten. Aber oft sind es auch andere Gründe. Ich würde ja gerne einen Fragebogen an alle Wechsler schicken, um das auszuwerten, damit es nicht ganz so anekdotenhaft ist
RE: Germany Athletics - Reichtathletik - 30.12.2025 (30.12.2025, 11:00)S_J schrieb: Ich kenne aber auch Beispiele von Athletinnen, die sich z.B bei Cologne Athletics deutlich besser betreut und gefördert fühlen, als sie es bei 'traditionellen' Vereinen haben, was sich auch in deren Leistungsanstieg (sowohl individuell als auch natürlich mit den entsprechenden Staffeln) durchaus bemerkbar gemacht hat. Ich würde Köln im ganzen Athletics Zirkus auch eine Sonderrolle zuteilen, weil es der eigentliche Verein war und ursprünglich nie die Expansion so sehr gedacht war. Es gibt das ganze Spektrum in GA und auch wenn mir nachgesagt wird hier alles schlecht zu sehen habe ich bereits betont dass es Athleten gibt, für die GA genau das richtige ist. Aber die Pauschalisierung dass GA perse gut sei ist halt Lüge. Es gibt genau das andere Spektrum auch. Und ob ein Athlet mit einem Trainer oder einer Gruppe zufrieden ist oder nicht ist nicht immer objektiv. Es gibt nunmal auch die Fälle wo Athleten das eigentlich sind (bzw sein sollten) aber plötzlich unzufrieden werden weil wo anders mit Geld gewunken wird und es dann heißt, wenn ihr das nicht zahlt, dann wertschätzt ihr mich als Athlet nicht oder wollt mich nicht etc. Da wird dann bewusst auch Unzufriedenheit geschaffen. RE: Germany Athletics - muffman - 30.12.2025 Und die Pauschalisierung, dass GA per se schlecht sei (siehe deine Posts zu GA), genauso : ) RE: Germany Athletics - muffman - 30.12.2025 (30.12.2025, 09:54)Sandmann schrieb: Es gibt viele verschiedene Arbeitsbegriffe, aber eines lässt sich doch kaum bestreiten: Als die Menschen den Sport erfanden, war er tatsächlich das Gegenteil von Arbeit. Ich finde es schon nützlich, das immer wieder mal zu reflektieren, gerade wenn man die Professionalisierung des (Leistungs-)Sports vorantreiben möchte. Was nun gut oder schlecht ist, und ob irgendjemand in die Steinzeit zurück möchte - darüber ist damit noch gar nichts ausgesagt. In der Antike waren die Olympioniken fast immer Berufssportler und meistens aus Wohlhabenden Familien. Leistungssport konnte man sich sonst nicht leisten. Auch damals schon. |