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RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Reichtathletik - 29.10.2025 (29.10.2025, 10:07)frbcrane2 schrieb: Du hast behauptet, man braucht die Spiele, um die Wahrnehmung des Olympischen Sports zu ändern. Ich sage, Erfolg würde die Wahrnehmung ändern, ohne Spiele. Wir sind uns einig, daß es einen Kulturwandel geben muß, aber nicht beim Weg dahin. Erfolg ist das eine, Charaktere das andere. Letzters sehe ich in der aktuellen LA schwierig, aber es gibt sehr gute Ausnahmen. Letztlich bleibt es jedoch ein Trugschluss: Hamburg z.B. hat vier Leichtathleten bei Olympia und der WM, den ersten Sprinter unter 10 Sekunden... und interessiert sich nicht dafür (stand jetzt) Infrastruktur für Deutsche Meisterschaften zu schaffen (wie Wattenscheid oder Dresden). Olympia: Ja bitte. Laufbahn danach? Neeeee RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Astra - 29.10.2025 (29.10.2025, 08:54)Diak schrieb:(29.10.2025, 00:23)frbcrane2 schrieb: Man könnte die Sportförderung verdoppeln, würde nichts bringen, solange die grundlegenden Probleme nicht beseitigt werden. Träum weiter! Ich bin sicher, dass weder Erfurt, Kassel, Bielefeld oder Posemuckel etwas davon haben, wenn es in Berlin, München Hamburg oder im Ruhrgebiet Olympische Spiele gibt, eher weniger, denn dann muss das Geld gebündelt werden und an der Peripherie kommt nichts mehr an. RE: Olympische Spiele in Deutschland? - longbottom - 29.10.2025 (29.10.2025, 09:23)frbcrane2 schrieb: Das ist der falsche Ansatz. Der "einfache" Weg für Anerkennung wäre Erfolg. Als die Bogenschützin Lisa Unruh 2016 das Finale in Rio erreichte, schauten fast acht Millionen Deutsche Bogenschießen. Acht Millionen schauten einen Sport, der außerhalb von Olympischen Spielen niemanden interessiert. Der Wettbewerb war allerdings auch in der deutschen Primetime. Bei Olympia schalten die Leute automatisch ein, und wenn die Uhrzeit passt, gehen die Zuschauerzahlen schnell hoch. Siehe auch hier, Bericht zu den Einschaltquoten von Paris vergangenes Jahr: Leichtathletik knackt die 8-Millionen-Marke Oder auch das hier, ebenfalls von Paris und ebenfalls über Leichtathletik: Olympia legt am Donnerstag noch eine Schippe drauf - DWDL.de Und Leichtathletik zieht auch bei Großereignissen abseits von Olympia bei den Zuschauern: Leichtathletik-EM endet mit herausragenden Zuschauerzahlen Natürlich müssen für diese Zuschauerzahlen die Großereignisse auch in der passenden Zeitzone stattfinden, sprich Übertragungen zur deutschen Zeit abends, aber grundlegend betrachtet sind Leichtathletik-Großereignisse durchaus weiterhin ein Zuschauerrenner. Sobald Olympische Spiele laufen, ist die Wahrnehmung für den Olympischen Sport sehr gegeben. In der Leichtathletik gilt das auch abseits von Olympia bei anderen Großereignissen. Das Problem ist die Zeit dazwischen. RE: Olympische Spiele in Deutschland? - frbcrane2 - 29.10.2025 (29.10.2025, 11:03)longbottom schrieb: Sobald Olympische Spiele laufen, ist die Wahrnehmung für den Olympischen Sport sehr gegeben. In der Leichtathletik gilt das auch abseits von Olympia bei anderen Großereignissen. Das Problem ist die Zeit dazwischen.An diesem Problem ist die Leichtathletik aber selbst Schuld. Wenn man Leichtathletik hinter Paywalls und Registrierungen versteckt, schaut eben niemand. Biathlon ist aus zwei Gründen so erfolgreich in Deutschland, zum einen sind die Athleten seit Jahrzehnten erfolgreich, zum anderen wird alles in den ÖR übertragen, ohne Paywall oder Registrierung. RE: Olympische Spiele in Deutschland? - runner5000 - 29.10.2025 (29.10.2025, 11:20)frbcrane2 schrieb:(29.10.2025, 11:03)longbottom schrieb: Sobald Olympische Spiele laufen, ist die Wahrnehmung für den Olympischen Sport sehr gegeben. In der Leichtathletik gilt das auch abseits von Olympia bei anderen Großereignissen. Das Problem ist die Zeit dazwischen.An diesem Problem ist die Leichtathletik aber selbst Schuld. Wenn man Leichtathletik hinter Paywalls und Registrierungen versteckt, schaut eben niemand. Biathlon ist aus zwei Gründen so erfolgreich in Deutschland, zum einen sind die Athleten seit Jahrzehnten erfolgreich, zum anderen wird alles in den ÖR übertragen, ohne Paywall oder Registrierung. Wieso ist die Leichtathletik selbst schuld? Glaubst du die verzichten freiwillig auf eine Übertragung im ÖR? Und manch andere (Rehlingen) würden am liebsten darauf verzichten, wenn das Produkt des ÖR so dermaßen bodenlos ist. Den ÖR mit im Boot zu haben, hat aber nicht nur Vorteile, wie man regelmäßig auch bei DMs sieht. Du hast dann da auf einmal eine Instanz im Stadion, die auf alle Details der Veranstaltung Einfluss nehmen will, gleichzeitig aber komplett ihr eigenes Ding macht und sich überhaupt nichts sagen lassen will. RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Reichtathletik - 29.10.2025 (29.10.2025, 11:23)runner5000 schrieb:(29.10.2025, 11:20)frbcrane2 schrieb:(29.10.2025, 11:03)longbottom schrieb: Sobald Olympische Spiele laufen, ist die Wahrnehmung für den Olympischen Sport sehr gegeben. In der Leichtathletik gilt das auch abseits von Olympia bei anderen Großereignissen. Das Problem ist die Zeit dazwischen.An diesem Problem ist die Leichtathletik aber selbst Schuld. Wenn man Leichtathletik hinter Paywalls und Registrierungen versteckt, schaut eben niemand. Biathlon ist aus zwei Gründen so erfolgreich in Deutschland, zum einen sind die Athleten seit Jahrzehnten erfolgreich, zum anderen wird alles in den ÖR übertragen, ohne Paywall oder Registrierung. Ich hab seit Jahren die These, es würde mehr bringen, die ÖR zu verlassen und lieber auf einen Spartensender zu setzen, der die LA regelmäßig ins Programm setzt inklusive Fan-Naher Vor-/Nachberichterstattung und ggf. Talks etc. Ich vergleiche das mit American Football oder Darts im Privat-TV. Kleinere produktion, dafür regelmäßig, mit einem LA-"Doppelpass" bestehend aus unseren Podcast-Leuten und dann dem ganzen zwei Jahre Zeit geben... Aber es geht dem DLV oft gar nicht um die ÖR der ÖR willen, sondern weil die Sponsoren mehr Geld geben, wenn die DM 10 minuten im ZDF zusammengefasst wird als wenn sie 4 Stunden auf Sport1 läuft RE: Olympische Spiele in Deutschland? - trackwatchnds - 29.10.2025 (29.10.2025, 10:07)frbcrane2 schrieb: Du hast behauptet, man braucht die Spiele, um die Wahrnehmung des Olympischen Sports zu ändern. Ich sage, Erfolg würde die Wahrnehmung ändern, ohne Spiele. Wir sind uns einig, daß es einen Kulturwandel geben muß, aber nicht beim Weg dahin. Ich denke, für nachhaltigen Ertrag müssen die beiden Faktoren zusammen auftreten. Es sei denn, es handelt sich um die potenziellen Zuschauermagneten und hervorragend vermarktbaren Basketball (inkl. 3x3), Handball (zumindest in Europa) oder mit Abstrichen Straßenrad, Beachvolleyball. Selbst wenn beides der Fall ist, bleiben einige notorisch erfolgreiche Sportarten in der Nische wie etwa Kanu-Rennsport, Bahnrad. Wenn Erfolg allerdings ohne die olympische Bühne "passiert", wie etwa jüngst beim Schwimmen oder Rudern, dann interessiert es die breite Masse auch aufgrund mangelnder Sichtbarkeit wirklich überhaupt nicht. Wer hat hier - in einem sicherlich überdurchschnittlich sportinteressierten Nutzerkreis - von Sven Schwarz' Europarekord über 800m Freistil gehört, mit dem er auch Olympia-Gold (inkl. OR) geholt hätte? RE: Olympische Spiele in Deutschland? - longbottom - 29.10.2025 (29.10.2025, 11:20)frbcrane2 schrieb: Biathlon ist aus zwei Gründen so erfolgreich in Deutschland, zum einen sind die Athleten seit Jahrzehnten erfolgreich, zum anderen wird alles in den ÖR übertragen, ohne Paywall oder Registrierung. Die Diskussion gab es hier schon öfters, aber meiner Meinung nach hast Du einen dritten, sehr wichtigen, Grund vergessen. Bei einem Biathlon-Weltcuprennen (oder generell einem Wintersportweltcup) sind in der Regel alle Spitzenathleten dabei. Es kommt ab und an mal vor, dass welche auslassen, aber generell weiß man als Zuschauer, dass wer bei einem Weltcup vorne mitläuft, auch Weltspitze ist. Das ist in der Leichtathletik nicht so, weil die Teilnehmerfelder beschränkt sind. Ist ja auch anders fast gar nicht durchführbar. Aber man hat in der Leichtathletik abseits der Großereignisse keine Veranstaltung, wo 30+ Sportler der gleichen Disziplin starten, einschließlich oder plus aller bekannten Deutschen und der kompletten Weltspitze. Das ist ein logistisches Problem. Man kann vielleicht sagen, dass die Leichtathletik selbst daran Schuld ist, aber es ist auch sehr schwer zu ändern, schon gar nicht vom DLV, da müsste man wenn überhaupt international ran gehen. RE: Olympische Spiele in Deutschland? - mark1967 - 29.10.2025 nur mal so am Rande. München zehrt heute noch von 1972. Man sollte nur nicht auf die Idee kommen, Berlin als Bewerberort auszuwählen. RE: Olympische Spiele in Deutschland? - frbcrane2 - 29.10.2025 (29.10.2025, 11:23)runner5000 schrieb: Wieso ist die Leichtathletik selbst schuld? Glaubst du die verzichten freiwillig auf eine Übertragung im ÖR? Und manch andere (Rehlingen) würden am liebsten darauf verzichten, wenn das Produkt des ÖR so dermaßen bodenlos ist.Die Leichtathletik ist deshalb Schuld, weil der DLV sie seit vielen Jahren schlechter und damit unattraktiv macht. Hätte Deutschland Weltklasse-Läufer, die in der DL vorne mitlaufen könnten, wären die Übertragungen auch für die ÖR interessant. Niemand in D will zwei Stunden Kenianer, Äthiopier, Amerikaner und Jamaikaner laufen sehen und dazwischen mit Glück mal einen aufgezeichneten Versuch von Julian Weber. Wäre die Leichtathletik ein attraktiveres Produkt, hätte der DLV wohl auch bei Übertragungen mehr zu melden. Wenn du nichts anzubieten hast, kannst du nicht wählerisch sein. |