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RE: Neues Fördersystem der Sporthilfe - Gertrud - 28.09.2024 (28.09.2024, 12:22)Reichtathletik schrieb:(28.09.2024, 09:20)trackwatchnds schrieb: Was soll konkret getan werden? Keine Schlagworte, bitte! Das ist eines unserer Hauptprobleme, dass Karrieren oft nicht langfristig angelegt werden. Ich präferiere immer wieder die vertikale Struktur. Entscheidend ist nicht der Junioren-WR aufgrund eines sehr forcierten Trainings und einer Vorwegnahme von Trainingsmitteln aus dem Erwachsenenbereich. Man sollte einfach auch nicht diese harten Verletzungen in jungen Jahren durch inadäquates Training produzieren, sondern Schwachstellen frühzeitig beseitigen. Es gibt ja doch Gemeinsamkeiten zwischen uns. Gertrud RE: Neues Fördersystem der Sporthilfe - Reichtathletik - 28.09.2024 Klar gibt es die... Ich sehe das aber sogar einige Etagen niedriger schon. Es muss nicht erst der Junioren Weltrekord sein, sondern die DM-Teilnahne in der jeweiligen Altersklasse. Oft wird dafür schon so viel Spezifik vorweggenommen und von Lokalpresse bis Vereinsführung überall gibt "der Erfolg Recht." Gehör finden erfahrene Trainer oder sagen wir höher qualifizierte erst, wenn Misserfolg da ist. Gleichzeitig hören dir die meisten. Jugendlichen auf, wenn die anderen ja "mehr" machen und Erfolg haben. Selbst die Eltern steigen dir auf das Dach. Sprich es braucht Vorbilder und Gratifikation für sinnvolles Training - für alle: Trainer und Athleten, damit sie bei der Stange bleiben. Deshalb habe ich ja auch schonmal radikale Forderungen erhoben wie zB DM-Teilnahne gekoppelt an Norm und gültiger Lizenz des Trainers RE: Neues Fördersystem der Sporthilfe - dominikk85 - 28.09.2024 Das problem ist halt das andere Dinge als aktuelle Performance im junioren bereich nur schwer zu Quantifizieren sind und wenn dann oft erst Jahre später. Irgendeine Art von Leistungsmessung braucht es halt. Klar, man kann natürlich Stagnation im jungen Erwachsenenalter und Verletzungen negativ einfließen lassen, aber das ist auch nur schwer messebar RE: Neues Fördersystem der Sporthilfe - Reichtathletik - 28.09.2024 (28.09.2024, 16:35)dominikk85 schrieb: Das problem ist halt das andere Dinge als aktuelle Performance im junioren bereich nur schwer zu Quantifizieren sind und wenn dann oft erst Jahre später. Vielleicht muss Förderung als Kredit fließen der zurück zu zahlen ist wenn später kein Erfolg kommt (Dies ist natürlich nicht ernst gemeint!) Aber was du ansprichst mit Jahre später kann ja durchaus ein Baustein sein - nämlich der der nicht die Athleten selbst direkt fördert, sondern die Strukturen, die ja auch der nächsten und nächsten Athletengeneration zugute kommen sollen. Daran könnte sich zB die Förderung von Nachwuchsleistungsstützpunkten oder Landesverbänden messen - an der erfolgen in U23 aufwärts der Leute die in U16 bis U18 dort aktiv waren... Stattdessen bewerten wir Landesverbände am Erfolg in U16 und U18. RE: Neues Fördersystem der Sporthilfe - dominikk85 - 28.09.2024 Man könnte natürlich ein punktesystem haben was sowohl juniorenleistungen als auch spätere progression und verletzungsgeschichte der Athleten berücksichtigt. Allerdings braucht man halt mindestens 4-5 Jahre Daten von einem Trainer bevor man hier ein Urteil Fällen kann. Außerdem weiß man wenn ein Athlet den Trainer nach dem junioren Alter wechselt auch nicht ob spätere progression daran liegt das der junioren Trainer nur zu lasch oder schlecht hat trainieren lassen und der neue Trainer endlich das Potential rauskitzelt, oder ob der alte Trainer einfach Koordinativ und trainingsmäßig eine super Grundlage gelegt hat und der neue Trainer nur noch "ernten" musste. Insgesamt wäre ist das Ziel aber natürlich schon anhaltender (sagen wir mindestens 4-5 jahre) erfolg im erwachsenenbereich, aber der Anteil des Jugend und juniorentrainers daran ist nur schwer zu Quantifizieren RE: Neues Fördersystem der Sporthilfe - S_J - 28.09.2024 (28.09.2024, 09:20)trackwatchnds schrieb: Was soll konkret getan werden? Keine Schlagworte, bitte! Im Punkt Trainerförderung fehlt es mir ein wenig an Differenzierung in Bezug auf die Zielgruppe. Ich würde grob unterscheiden zwischen Jungtrainern (gerne bis 26 wie vom DLV gehandhabt), Trainern im frühen Erwachsenenalter bzw Karriere- und Familienstadium, Trainern im mittleren Erwachsenenalter, sowie den Trainern, die in ihrem Hauptberuf schon im Ruhestand sind. Diese vier Gruppen (man könnte sicherlich auch anders unterteilen) haben verschiedene Bedürfnisse in Punkt auf Förderung, auf die man auch differenziert eingehen sollte. Im Vordergrund sollte die Frage stehen: Welche Möglichkeiten kann ein Verband bieten und organisieren, um gute Trainer zu fördern und Dropout zu minimieren. Für Jungtrainer gibt es ja schon Fördermaßnahmen; Trainerinnen und Trainer in dieser Gruppe sind für mich meist Leute, die zB studieren und oftmals neben dem Ehrenamt einen Nebenjob, oft auf Honorarbasis, ausüben. Hier ergibt pekuniäre Förderung sicherlich Sinn, da durch Wettkampfbetreuung ein Verdienstausfall entsteht. Vielleicht kann hier auch einfach Informationsarbeit helfen, wie man hier attraktive Modelle schaffen kann, da Wettkämpfe ja nicht unter die Übungsleiterpauschale fallen. Ansonsten steht hier für mich auch die Vereinbarkeit von Studium / Schule und Traineramt im Vordergrund. Im frühen Karrierestadium trennt sich dann ja meist der Weg zwischen haupt- und ehrenamtlichen Trainern. Ich würde gern vor allem auf letztere eingehen, da ich hier eine hohe Dropoutquote beobachte, wenn Leute in ihr Berufsleben einsteigen oder Nachwuchs bekommen. Pekuniäre Anreize werden hier eher weniger bedeutsam sein. Es geht mehr darum, Konzepte zu entwickeln, wie man diese Zielgruppe und Ressourcen im System behält. Fort- und Weiterbildungsformate sollten mit den Anforderungen im Berufs- und Privatleben kompatibel gestaltet werden können; gute Trainer, die temporär keine ambitionierte Trainingsgruppe übernehmen können, könnten über Teamformate in Stützpunkten gebunden und gefördert werden. Auch aus dieser Perspektive sind mehr und flächendeckende Stützpunkte zu befürworten, die von hauptamtlichen Trainern koordiniert und weitergebildet werden. Durch mehr dezentral gebundene Expertise, können dann ja auch im Gegenzug mehr Talente entdeckt und gefördert werden. Für Trainer, deren Leben "geregelt" ist, sind sicherlich dann die bereits angesprochenen Dienstfreistellungen, Teilabordnungen, etc interessant. Aus dieser Gruppe gibt es ja aber auch oft Quereinsteiger zB durch aktive Kinder, die man auf eine andere Art fördern und binden muss als Gleichaltrige, die bereits 30+ Jahre Trainererfahrung haben. Senioren bringen sicherlich viel Zeit und Erfahrung mit. Allerdings "verbauen" diese auch oft die Möglichkeiten für jüngere Trainer, was bei diesen zu Frustration und Drop Out führt. Hier muss also überlegt werden, wie man Trainer mit viel Erfahrung und Zeit sinnvoll einsetzt, ohne Stellen und Möglichkeiten für den Nachwuchs zu verbauen. Andere Fragen: Warum ist der Frauen-Anteil bei B-Trainern so gering? Warum müssen Weiterbildung / höhere Lizenzen zwingend auf ältere AK ausgelegt sein? Was wären Formate / interessante Perspektiven für Trainer, die gerne und gut Grundlagenarbeit machen, sich gerne weiterentwickeln möchten, aber kein Interesse an Anschluss- oder Hochleistungstraining haben? (Dass Kenntnisse über Aufbautraining auch für Grundlagentraining wichtig und sinnvoll sind, um die Übungsauswahl entsprechend treffen zu können, erkenne ich voll an. ) Trainer die mehr als das vorgeschriebene Mimimum an Fortbildungen zur Lizenzverlängerung besuchen und dabei tatsächlich etwas Neues lernen wollen, geraten bei dem Angebot der meisten Verbände nach 5-10 Jahren an ihre Grenzen, da man das meiste schon gehört hat... RE: Neues Fördersystem der Sporthilfe - Kyascaily95 - 01.10.2024 An sich ist der Gedanke der Sporthilfe nicht verkehrt, dass man auch dem Nachwuchs finanziell unter die Arme greifen möchte, damit mehr Möglichkeiten für eine zukunftsorientierte Entwicklung ergriffen werden können. Man darf auch nicht vergessen, dass die Sporthilfe das nicht nur auf die LA, sondern auch alle anderen Sportarten ausrichtet. In der LA sehe ich das aber als äußerst kritisch an, da der NK1 nicht mit dem letzten U20-Jahr endet, sondern noch zwei Jahre der U23-Klasse beinhalten. Mit 20/21 Jahren ist man im internationalen Vergleich schon erwachsen. Dennoch hat der DLV NK1-Normen UND zusätzlich noch jahrgangsabhängige PK-Normen „kreiert“. Nicht alle sind nachvollziehbar, nicht alle orientieren sich an einem internationalen Maßstab. Die Kluft zwischen PK-Norm und NK1-Norm ist in manchen Disziplinen so riesig, dass man den Sinn hinter den beiden Kaderstufen hinterfragen kann. Ich fände es sinnvoller, man würde für junge Erwachsene (U23) die PK-Norm humanisieren und die NK1-Norm abschaffen. Kenne mich in vielen Disziplinen nicht aus, aber beispielsweise im Gehen sieht es wie folgt aus: Jahrgang 2004 / 20km Gehen Männer: 1:28:30 (NK1), 1:25:00 (PK) Frauen: 1:40:00 (NK1), 1:35:30 (PK) Fragt mich nicht, wie es zu diesen unterschiedlichen Differenzen zwischen Männlein und Weiblein kommt. Das wissen nur die Bundestrainer. Fakt ist, dass du mit der PK-Norm in jedem Jahr (ohne Beteiligung russischer Athlet(innen)) bei der U23-EM in die Top-6 gegangen bist, während du mit der NK1-Norm die Qualifikationszeit für selbiges Event deutlich verfehlt hast. Da stellt sich für mich schon die Frage, warum man den Sportler(innen) im Monat finanzielle Mittel zur Verfügung stellen sollte und diese beim PK streicht, der (besonders in den höheren Altersklassen) utopisch hohe Normen mit Orientierung am Weltmaßstab erreichen muss. Versteht mich bitte nicht falsch: Ich hinterfrage nicht die Förderung der 17-19Jährigen, bei denen Entwicklungspotenzial für die Zukunft erkennbar ist, sondern eher die der 20-21Jährigen, welche laut DLV immer noch dem Nachwuchs angehören und zum Erhalt des NK1-Status z.T. viel zu schwache Normen bringen müssen. So erschwert man ihnen in den Folgejahren auch den Sprung in den PK, anstatt sie sukzessive an die immer höher werdenden Anforderungen heranzuführen. Das wäre halt interessant, zu wissen, ob die Nachwuchsförderung laut Sporthilfe tatsächlich analog zum NK1 geführt oder ob eben doch nach Leistungen differenziert wird. |