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Vorschlag zu den Segelwiesen - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Vorschlag zu den Segelwiesen (/showthread.php?tid=5795) |
RE: Vorschlag zu den Segelwiesen - krebsan - 25.06.2024 (24.06.2024, 15:19)Delta schrieb: Naja so schwierig ist das auch nicht. Leistungen für die Qualifikation müssen in einem Stadion erbracht werden. Das würde schon mal 90% der Segelwiesen ausschliessen. Ich bin grundsätzlich dafür. Dann gäbe es auch keinen Stabhochsprung auf dem Marktplatz, Toulon mit dem federnden Steg etc. Der Wettkampf findet statt aber ohne in die Qualifikationsergebnisse einzufliessen.Das würde allerdings viele Wettkämpfe ausschliessen, und viele tolle Events verunmöglichen. Ist denn Götzis z.B. ein Stadium, wenn es nur auf einer Seite eine Tribüne hat? Und den federnden Steg konnten wir doch auch in Rom im Stadion beobachten - hier gäbe es sicher Bedarf für bessere Regelungen. Und gab es nicht in Doha sogar Gebläse, die die Luft im Kreis herum bewegt hatten? Sicherlich gäbe es auch Stadien, die aufgrund der Ausrichtung/Öffnungen gute Windverhältnisse für die Würfe bieten. Fair wären Windmessungen. Aber das müsste dann ja nicht am Boden stattfinden, sondern in der Höhe. Also eher ausgeschlossen. RE: Vorschlag zu den Segelwiesen - said88 - 25.06.2024 Hundertprozentige Gerechtigkeit (was ist das überhaupt?) kann es nicht geben. Selbstverständlich sind die Bedingungen an zwei verschiedenen Orten niemals gleich. Wenn auf einer "Segelwiese" ein Diskus weiter fliegt als in einem Stadion - dann ist es halt so. Wenn die Unterschiede so groß sind, dass Rekorde im Diskus fast nur auf offenen Plätzen möglich sind - dann muss man halt da hin um Rekord zu werfen. Sind die Weiten zulässig für Normen u.Ä.? Natürlich, man kann doch nicht alles mit "Gewalt" gleichpressen. Ein Bestwert sollte ja auch nie das alleinige Kriterium sein, sondern der direkte Wettkampf (und evtl. noch weitere Kriterien). Ich finde von der Norm abweichende Wettkämpfe (wie jetzt Weit in Piraeus mit Tentoglou) ne super Ergänzung zum Üblichen. Schon die 2.0m/s Rückenwind sind ja rein willkürlich (wobei ich nicht sage dass man das deswegen streichen sollte, aber ganz logisch ist es nicht). Aber Höhenlage hat keinen Einfluss auf Rekordanerkennung usw. So wie's ist ist's gut - finde ich. RE: Vorschlag zu den Segelwiesen - OldSchoolRunner - 25.06.2024 (25.06.2024, 11:44)said88 schrieb: Hundertprozentige Gerechtigkeit (was ist das überhaupt?) kann es nicht geben. Selbstverständlich sind die Bedingungen an zwei verschiedenen Orten niemals gleich.+1 RE: Vorschlag zu den Segelwiesen - Freaky - 25.06.2024 (24.06.2024, 22:23)Delta schrieb:halte ich insgesamt auch in keinster weise für umsetzbarund wie schon ein paar Mal erwähnt wurde:Bei den Sprinter gibt es auch Bahnen die deutlich schneller sind, die Springer haben teilweise die federnden Böden, die Läufer entsprechend gepacte Rennen etc...(24.06.2024, 20:19)Reichtathletik schrieb:Das überlasse ich gern der WA. Stadion bedeutet 400 m Bahn mit mindestens 2 Tribünen aus meiner Sicht. Ich würde das Fassungsvermögen mal mit 3000 ansetzen. Nochmals die andern können immer noch Wettkämpfe veranstalten aber ohne WA Einträge. Ich bin sicher irgendwo in St Moritz würde ich eine windige Stelle finden für den Speer.(24.06.2024, 17:21)Gertrud schrieb:Das beraubt die Leichtathlet aber vielen Optionen, den Sport attraktiv zu den Menschen zu bringen. Und es schließt viele Orte für Spitzensport aus. Und wo willst du die Grenze ziehen? Muss eine Laufbahn da sein? Oder eine Tribüne? Wie viele Sitzplätze mindestens?!(24.06.2024, 15:19)Delta schrieb: Naja so schwierig ist das auch nicht. Leistungen für die Qualifikation müssen in einem Stadion erbracht werden. Das würde schon mal 90% der Segelwiesen ausschliessen. Ich bin grundsätzlich dafür. Dann gäbe es auch keinen Stabhochsprung auf dem Marktplatz, Toulon mit dem federnden Steg etc. Der Wettkampf findet statt aber ohne in die Qualifikationsergebnisse einzufliessen. @Delta: Was ist die Definition von einem Stadion?Du schreibst von Tribüne auf 2 Seiten, aber da macht es schon wieder einen extremen Unterschied, in welche Richtung wird geworfen, was ist überhaupt eine Tribüne. Wenn ich ringsherum nur eine Art höhere Treppe baue, mit 3-4 Ebenen kann ich da auch 3000 Leute unterbringen. Ist dann halt eine Stehtribüne, auf 4 Seiten aber das hat gewiss keinerlei Einfluss auf die Windbedingungen in den Flughöhen von einem Speer oder Diskus Habe mal Wikipedia nach Stadion befragt und spontan mal das hier gefunden: Wenn ich da nur die unteren 5 Reihen oder so nehme, gehen da vermutlich locker 3000 Leute rein https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3c/Rosenaustadion_2006.JPG RE: Vorschlag zu den Segelwiesen - Delta - 25.06.2024 Wenn Du rundherum 5-10 Reihen hast, dann ist es ein Stadion. Dach ist nicht erforderlich. Diese Art von Stadion ist in südlichen Ländern häufig von Kirgisistan - Senegal Wenn die Tribüne z.b aus West und Ost Tribüne besteht ist die Gefahr für Windwürfe deutlich geringer als wenn nur 1 Tribünenseite besteht. Der Vorteil mit dem Stadion bedeutet, dass die LA wieder mehr und bessere Stadien kriegt. Im Fussball hat das vor rund 15 Jahren eingesetzt. RE: Vorschlag zu den Segelwiesen - Freaky - 25.06.2024 ich glaube das ist Wunschdenken, das Stadien gebaut werden, nur weil sonst keine Wettkämpfe mehr stattfinden. Da finden dann einfach keine Wettkämpfe mehr statt. Beim Fußball funktioniert das, aber da stehen auch völlig andere Geldbeträge dahinter. Du schreibst aber von z.B. Kapazität 3000 Personen, frage ist, wie viele Reihen braucht man dafür. Und wie gesagt, wenn die Tribüne sehr niedrig ist, dürfte der Effekt als Windfang verschwindend sein. Außerdem, wer sagt das die Tribüne in West-Ost Ausrichtung stehen. Wenn dadurch weniger Wind herrscht, baut man sie natürlich in Nord-Süd und dann hat man wieder die gleiche Diskussion, oder willst du vorgeben in welcher Himmelsrichtung die Tribüne zu stehen hat? RE: Vorschlag zu den Segelwiesen - gocgn - 26.06.2024 (25.06.2024, 20:06)Delta schrieb: Der Vorteil mit dem Stadion bedeutet, dass die LA wieder mehr und bessere Stadien kriegt. Im Fussball hat das vor rund 15 Jahren eingesetzt. Das würde eher bedeuten, dass es zukünftig noch weniger Wettkämpfe gibt. Wo soll denn das Geld für die Stadien herkommen, wenn man die Stadien mit nur einer Tribüne jetzt schon nicht mit Leichtathletik Fans füllen kann. RE: Vorschlag zu den Segelwiesen - Atanvarno - 26.06.2024 Negativ würde ich auch sehen, dass es die Vermittlung des Qualifikationsprozesses an den Durchschnittsfan weiter verkompliziert. Schon die Weltranglistenqualifikation hat der Leichtathletik da geschadet, wenn man jetzt noch erklären muss, dass große Weiten, weil sie am falschen Ort erzielt wurden, gar nicht zählen, schüttelt der doch nur noch mit dem Kopf. RE: Vorschlag zu den Segelwiesen - Gertrud - 26.06.2024 (26.06.2024, 06:50)Atanvarno schrieb: Negativ würde ich auch sehen, dass es die Vermittlung des Qualifikationsprozesses an den Durschnittsfan weiter verkompliziert. Schon die Weltranglistenqualifikation hat der Leichtathletik da geschadet, wenn man jetzt noch erklären muss, dass große Weiten, weil sie am falschen Ort erzielt wurden, gar nicht zählen, schüttelt der doch nur noch mit dem Kopf. Es ist eine Ansage an die Techniker und Ingenieure, ein Gerät zu konstruieren, womit man diese ungleiche Situation wie im Sprint in den Griff bekommt oder von vorneherein für die Qualifikation diese Segelwiesen auszuschließen und nur bestimmte Wettkämpfe vorweg auszuloten. Wenn ein Mika Sosna extra in die USA fliegt, um dort unter Segelwiesenbedingungen die sofortige Norm zu schaffen und hinterher dieses Ergebnis nicht annähernd erreicht, ist das einfach ungerecht gegenüber seinen Mitkonkurrenten. Es hatte aus meiner Sicht den Anschein, dass sie bisher dem Druck bei internationalen Meisterschaften unter normalen Bedingungen noch nicht gewachsen sind. Es waren bei dem Wettkampf in Halle auch keine direkten Konkurrenten von Max Dehning anwesend. Der zweitplatzierte Werfer lag weit hinter Dehning, also von Konkurrenz keine Spur! Sie müssen beide lernen, solche Weiten unter harter internationaler Konkurrenz bei Großereignissen zu bringen und vor allem orthopädisch gesund zu bleiben. Das ist noch einmal eine ganz andere Nummer! Es ist ihnen zu gönnen. Bei beiden Werfern sehe ich im orthopädischen Bereich Problemzonen. Daher sollte man als vorbelasteter Werfer im Ellbogenbereich solche Wettkämpfe wie in Rom möglichst technisch besser präparieren. Zu Mika Sosna hat "Chirurg", eine unheimlich kompetente Person auf struktureller Ebene, hier schon geschrieben. Im Endeffekt zählt bei den Talenten, ob sie unverletzt und leistungsmäßig stark im Seniorenbereich sein werden und da Medaillen abräumen, welche Bereiche man schon sehr früh in den Fokus als Trainer rückt. Die Bilanz sieht bei unseren Speerwerfern nicht gut aus. Gertrud RE: Vorschlag zu den Segelwiesen - longbottom - 26.06.2024 Sowohl Sosna als auch Dehning haben immerhin bei der EM das Finale erreicht. Es gab schon schlechtere Debüts auf internationaler Ebene. Und gerade im Diskuswerfen ist das EM-Finale von der Besetzung und Qualität her fast schon mit einem WM/Olympiafinale gleichzusetzen. Nicht ganz, aber es ist schon sehr dicht dran. Ich habe auch nicht wirklich den Eindruck, dass sie glauben, derartige Weiten in Serie werfen zu können. Wäre das so, hätte z.B. Sosna gar nicht den Weg in die USA in Angriff genommen, der nicht nur weit sondern für ihn auch sehr teuer war, wie er im Interview gesagt hat. Es wurde vermutlich auch keiner der nationalen Konkurrenten Sosnas davon abgehalten, ebenfalls in die USA zu einem der Wettkämpfe in Ramona zu fliegen und dort gegebenenfalls die Norm zu werfen. Und auch wenn es stimmt, dass er anschließend kaum gestartet ist, und seine Verletzungsgeschichte durchaus Sorgen bereitet, gehört zur Wahrheit auch, dass Sosna beim einzigen Aufeinandertreffen mit der kompletten nationalen Konkurrenz dieses Jahr diese außer Janssen und Prüfer geschlagen hat (plus internationale Cracks wie Denny, Petterson und Isene): Hallesche Werfertage | Results | World Athletics Das Ergebnis spricht dafür, dass die drei Richtigen zur EM gefahren sind, zumal der Abstand zu den anderen Deutschen auch nicht so klein war. Über Alekna muss man gar nicht erst reden. Er ist 21, hat jetzt schon zwei WM-Medaillen gewonnen und wurde in München Europameister (was leistungsmäßig wie gesagt mit einem WM-Titel quasi gleichzusetzen ist). Dass er zur Weltspitze gehört, ist ganz klar. Die Idee, Wettbewerbe auf "Segelwiesen" nicht zu werten, ist meiner Meinung nach auf gar nicht mal so lange Sicht schädlich für die Leichtathletik. Es würde den Sportlern den Reiz nehmen, dort zu starten und zu einem weiteren "Meetingsterben" führen. Und zu glauben, dass es dafür dann wieder mehr Diskus- oder Speerwettbewerbe in Stadien gibt, halte ich, vorsichtig ausgedrückt, für sehr optimistisch. Windmessgeräte ähnlich wie im Weitsprung oder Sprint aufzustellen ist hingegen zu befürworten, aber leider halt (noch?) kaum umsetzbar. |