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Sonderstartrecht - Druckversion

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RE: Sonderstartrecht - matthias.prenzlau - 14.02.2024

Ja, das ist locker drin. 2m Straddle. Das hat Zacharias seinerzeit in Straßenklamotten gemacht, wenn er an einer Hochsprunganlage vorbei kam. Und er bezeichnet sich selbst als "fliegenden Bettvorleger".

Da liegt es doch klar auf der Hand, dass ein austrainierter Tennisspieler, der sich unter anderem mit Seilspringen und Ausdauerlauf neben seinem Tennistraining fit hält, dass locker schafft.

Die Technik ist auch äußerst simpel und liegt vielen einfach im Blut. Dafür braucht es keine weitere Vorbereitung. Hauptsache Sprungkraft.


RE: Sonderstartrecht - TranceNation 2k14 - 14.02.2024

Zverev ist Olympiasieger im Tennis, warum sollte er bei norddeutschen Meisterschaften 800 m laufen wollen? Es ist ja naheliegend, dass ein Weltklasseathlet herausragende Zubringerwerte in Fitnessanforderungen hat und vll auch ein passabler Diskuswerfer sein könnte. Aber gilt das auch für den Tennislandesmeister?


RE: Sonderstartrecht - krebsan - 15.02.2024

Solche Talente gibt es immer wieder. Ich erinnere an Donald Thomas. Aber noch viel häufiger klappt es eben dann nicht. Ich hatte schon manche Turner/innen im Training, die auf Anhieb tolle Resultate erzielten. Fortschritte waren dann aber eher schwierig, häufig gingen die Leistungen erst mal zurück. Die Lockerheit ging verloren, Technische Elemente mussten erst sorgfältig erworben werden. Und dann ist auch noch die Gesundheit, bzw. Gesundheitsvorsorge zu beachten bei Quereinsteigern. Zu beachten ist auch, mit welchem Training die tollen Resultate erzielt wurden. Dass Weltklasseathleten aus passenden Sportarten auch Limiten für Leichtathletikanlässe schaffen können, ist eher zu erwarten.
Aber natürlich sollte die Leichtathletik offen sein für alle Arten von Quereinsteigern, Talent hin oder her. Aber dann ist es nicht zu viel verlangt, sich mit einem Verein zu arrangieren, und eine Lizenz zu lösen. Startgeld kostet es dann ja auch noch. Und alles zusammen ist immer noch viel billiger, als Tennis...


RE: Sonderstartrecht - matthias.prenzlau - 15.02.2024

Im College-Bereich gibt es immer wieder Basketballer, die nebenbei auch Hochsprung betreiben. Die Spitzenleute erreichen beachtliche Werte um 2,20m.

So hat es übrigens auch Donald Thomas gemacht.
Bei seinem ersten (!) Hochsprungwettkampf sprang er 2,22m in Turnschuhen. Ein Jahr später war er Weltmeister mit 2,35m. Einer von einer Million...

https://m.youtube.com/watch?v=qrK6E5pZr6E&pp=ygUNRG9uYWxkIHRob21hcw%3D%3D


RE: Sonderstartrecht - Gatsby - 15.02.2024

Vielen Dank für Eure zahlreichen Rückmeldungen, die meine auf einzelnen Fällen basierende Annahme bestätigt haben, dass es in anderen Sportarten viele talentierte Sportler gibt, die ggfs. zur Leichtathletik wechseln könnten, wenn sie sich darauf einlassen würden.

Insofern der Gedanke, die Zutrittshürden zur Teilnahme an Sportfesten abzubauen. Wer aus einer anderen Sportart kommend nach Teilnahme realisiert, dass er ganz vorne dabei sein kann, wechselt vielleicht zur Leichtathletik.

Ich habe ausdrücklich nicht Leute wie Zwerev oder Außenverteidiger aus Fußball-Bundesliagmannschaften vor Augen, sondern die Reihe dahinter.

Hintergrund des Posts sind auch die teilweise sehr niedrigen Teilnehmerzahlen in der Leichathletik bei Landesmeisterschaften (ab einem bestimmten Alter). 

Ich denke, man muss sich öffnen und innovative Wege gehen, um die Sportart voran zu bringen.


RE: Sonderstartrecht - matthias.prenzlau - 15.02.2024

Die Anforderungen, selbst bei Landesmeisterschaften sind eine nicht zu unterschätzende Hürde.
Klar bleiben da die Starterfelder klein.

Bleiben wir beim Hochsprung:
In der Jugend B (Berlin-Brandenburg) beträgt die Anfangshöhe um 1,70m. In der Jugend A/Aktive
um 1,80m. Ich habe bei den Aktiven auch schon 1,85m als Starthöhe erlebt.

Wer bei den Männern starten will, sollte Minimum 10-15cm mehr drauf haben, um im Wettkampf nicht sofort baden zu gehen.

Man muss sich nur einmal die jährliche Top 100 Bestenliste angucken, wieviele Athleten in Deutschland über 2,00m springen. Viele sind es nicht.

Quereinsteiger die auf Anhieb Landesmeisterschafts-Niveau erreichen sind die absolute Ausnahme.


RE: Sonderstartrecht - trackwatchnds - 15.02.2024

Ich denke auch, dass die athletisch talentiertesten Athleten nicht zwangsläufig in der Leichtathletik landen. Warum auch, wenn es (v. a. im US-Sport) das große Geld zu verdienen gibt? Ein vergleichsweise geringes Zeitinvest ließe einige "Freaks" ganz sicher auch in der erweiterten Weltklasse der leichtathletischen Disziplinen landen. Hat irgendjemand ernsthafte Zweifel daran, dass z.B. in der NBA/NFL nicht einige potenzielle Top-Weitspringer oder Sprinter "verloren gegangen" sind?

Der bereits mehrfach genannte Donald Thomas ist doch ein gutes Beispiel.
Oder DK Metcalf (1,93m, 107kg), der vor wenigen Jahren im Anschluss an die NFL Saison eine mehr als achtbare 10,36s 100m-Zeit hingelegt hat (https://www.youtube.com/watch?v=_svYW95oMjo , man beachte die 50/60m-Marke).
Tyreek Hill berichtet aus High School Zeiten von einer (windunterstützten) sub 10er Zeit.

Byron Jones hält den Weltrekord für den Standing Broad Jump mit 3,73m. Dazu gab es in den letzten Wochen eine interessante Online-Challenge auf dem Instagram Kanal von jumpersworld. Dabei haben einige sehr namhafte Athleten (u.a. Tentoglou, JuVaughn Harrisson, Wayne Pinnock) teilgenommen, die alle im Bereich 3,40 - 3,50m abgeschnitten haben
(Jones: https://www.youtube.com/watch?v=n0UeHxglMJ4).

Die im Anschluss an Budapest von Noah Lyles losgetretene Debatte ("world champion of what?!") - wenn auch sicherlich anders intendiert - hatte schon auch etwas von Sozialneid in diese Richtung.