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Zehnkampfpunktetabelle-"fair"? - Druckversion

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RE: Zehnkampfpunktetablle-"fair"? - dominikk85 - 29.08.2014

(29.08.2014, 09:07)lor-olli schrieb: Nachtrag: den 10-Kampf für Frauen gibt es durchaus, aktuelle Weltrekordlerin ist eine "alte Bekannte", Austra Skujyte stellte ihn am 14./15. April 2005 mit 8358 Punkten auf. Hier ergibt sich ein Vorteil für die besseren Werferinnen / Stoßerinnen - klar das die guten Siebenkämpferinnen nicht begeistert sind.
war das von skujyte nicht eher ein spaß versuch? ich glaube sie hat vor allem den Weltrekord weil es sonst keiner macht, sie wollte einfach mal nen WR haben und hat deshalb eine obskure Disziplin die keiner macht gewählt.

das ist so ähnlich wie wenn jemand einen 150m oder 600m WR versuchtSmile.

wenn man sich ihre werte anschaut wirkt es auch so als hätte sie sich nicht wirklich darauf vorbereitet (um die 3m im stabhoch und über 5:30 über 1500-auch wenn ihre Diskus BL bei erstaunlichen 53m liegt).

Ich denke mal sie hat das einfach mal zum jux gemacht.

Frauen Zehnkampf ist natürlich möglich, allerdings würde das die derzeitige Generation schon benachteiligen, da die ja z.b alle ohne stabhoch aufgewachsen sind.

da müsste man dann auf die nächste Generation warten.


RE: Zehnkampfpunktetablle-"fair"? - Walker - 29.08.2014

Ich schaue manchmal immer noch ungläubig auf die Ergebnistabellen und suche vergeblich nach dem 100-Meter-Lauf im Siebenkampf.
Wer mich gerade auf die 200m oder gar den 100-Meter-Hürdenlauf verweisen wollte, dem sei gesagt, dass ich im Kurzzsprint die 100m als ursprünglicher, originärer erachte.
Auf die 100m wurde man ja -selbstverständlich auch die Mädels- nicht zuletzt bereits in der Jugend konditioniert.  Teufel


RE: Zehnkampfpunktetablle-"fair"? - longbottom - 29.08.2014

Die 200m sollen wohl eine Art Kompromiss zwischen den 100 und 400m darstellen.


RE: Zehnkampfpunktetablle-"fair"? - dvorakfan - 29.08.2014

(29.08.2014, 10:14)dominikk85 schrieb:
(29.08.2014, 09:07)lor-olli schrieb: Nachtrag: den 10-Kampf für Frauen gibt es durchaus, aktuelle Weltrekordlerin ist eine "alte Bekannte", Austra Skujyte stellte ihn am 14./15. April 2005 mit 8358 Punkten auf.
war das von skujyte nicht eher ein spaß versuch? ich glaube sie hat vor allem den Weltrekord weil es sonst keiner macht, sie wollte einfach mal nen WR haben und hat deshalb eine obskure Disziplin die keiner macht gewählt.

Soweit ich mich erinnere war Skujyte nicht die Einzige, die mal einen Zehnkampf bestritten hat. Es gibt zwar keine Meisterschaften und wohl auch keine offiziellen (brauchbaren) Bestenlisten, aber im Jahre 2000 gab es schon mal einen internationalen Zehnkampf:

http://www.rp-online.de/sport/frauen-greifen-die-bastion-zehnkampf-an-aid-1.1545289


RE: Zehnkampfpunktetablle-"fair"? - dvorakfan - 29.08.2014

Erst einmal kurz zu den 400m

50,00 = 815 Punkte
47,00 = 958 Punkte
Diff = 143

Das ist schon ein bisschen mehr als 3/10 über 100m.

Aber es ist schon so: man kann über 400m mal einbrechen und 2-3 Sekunden langsamer laufen als normal, passiert nicht so oft, aber ich habe schon Zeiten von über 51 gesehen, von Leuten die auch deutlich unter 50 laufen können.
Passiert so ein "Einbruch" z.B. im Weitsprung "genauso leicht"?


RE: Zehnkampfpunktetablle-"fair"? - dvorakfan - 29.08.2014

Was ist gerecht?
Ich habe den Artikel von gera noch nicht gelesen.

Man sollte natürlich Weltrekorde, durchschnittliche Leistungen, "normale" Leistungen von Mehrkämpfern im Vergleich zu Spezialisten usw. heranziehen.

Wie hier schon erwähnt, ist es für die Frage der Gerechtigkeit eigentlich egal, ob in allen Diszilplinen die Weltrekordleistung (absolut) gleich viele Punkte gibt bzw. auch ob der Weltrekord 1200, 1000 oder 900 Punkte gibt.
Die Frage ist: Ergebenen Unterschiede in den Leistungen punktemäßig gerechte Differenzen.

Gefühlt sind ca. 24 Punkte für 10cm im Weitsprung viel (IMHO).
Eine Höhe im Hochsprung (3cm) = ca. 28 Punkte
Stab 10cm ca. 30 Punkte
5 Sekunden über 1500m ca. 33 Punkte (15 Sekunden 100 Punkte)
Diskus 5m ca. 100 Punkte

Eine Höhe im Hochsprung ist ungefähr so viel wert wie eine Höhe mit dem Stab. Ist das gerecht?
Oder eine Höhe ist ungefähr soviel wert wie 12cm im Weitsprung. Ist das gerecht?
5m Diskus ~ 15 Sekunden 1500m. Ist das gerecht?

ICH WEISS ES NICHT!

Weiß jemand wie groß die Unterschiede zur vorigen Tabelle (bis 1984) sind?
Ich weiß, dass sich die Gesamtpunktzahlen ein bisschen unterscheiden.
Beispiel Thompson/Hingsen. Thompson hat in LA den WR eingestellt (8798), nach den neuen Tabelle war's dann 8847:8832.

War das gerecht?
Wo hat sich die Gewichtung wie verändert? In Richtung Gerechtigkeit?

Wahrscheinlich haben sogar zehn ehemalige Zehnkämpfer zehn Meinungen, weil jeder in einer anderen Disziplin größere Unterschiede pro cm bzw. sek. haben möchte.


Übrigens ist dem Posting von lor-olli nichts hinzuzufügen, besonders in Sachen Gundersen/gleiche Bedingungen/lernunwilliges Publikum.
Außer vielleicht "lernunwillige Reporter" Big Grin

Ich bin auch der Meinung, dass ein 1500m-Lauf ein 1500m-Lauf bleiben sollte (d.h. in dem Fall gemeinsamer Start)
Es sollte möglich sein, vor dem 1500er die Punktedifferenzen zwischen den Medaillenkandidaten in Sekunden umzurechnen und dies dann im Blick zu behalten. Aber oftmals verwirren sie erst sich selbst und dadurch die Zuschauer. Was mir vorschwebt, ist ein Transponder am Athleten, mit dem man nach dem Zieldurchlauf sofort eine inoffizielle Zeit und damit eine inoffizielle Punktzahl hat.


RE: Zehnkampfpunktetablle-"fair"? - Hellmuth K l i m m e r - 29.08.2014

(29.08.2014, 20:12)dvorakfan schrieb: Weiß jemand wie groß die Unterschiede zur vorigen Tabelle (bis 1984) sind?
Zum Beispiel :

                 Weitsprung:   7.00m   =   820 P. (Tabelle vor 1984)
                                    7.oom   =   814 P. (T. ab 1.4. '85)

                 400 m:          50.0s    =   805 P. 
                                    50.0s    =   815 P.

                 Diskus:          46.04m =   801 P. 
                                    46.02   =    788 P.

Die Unterschiede sind also marginal; TRKAL hatte eigentlich nur die sog. Progression (die ansteigend höhere Bepunktung) bei den sehr guten Leistungen (fast) beseitigt. 

H. Klimmer / sen.


RE: Zehnkampfpunktetablle-"fair"? - gera - 01.09.2014

Antwort an dvorakfan .

Leistungsdifferenzen in gerechte Punktdifferenzen abzubilden, heisst , als erstes einmal, in allen Leistungsbereichen eine gerechte Leistungs-Punktabbildung zu haben.
Deshalb ist es nicht unwichtig, auch die bisher menschlichen Grenzleistungen = WR mit der gleichen Punktzahl zu bewerten.
Wenn man dies nicht tut, kommen solch unsinnige Gleichsetzungen nach IAAF,1985 wie :
12,88 sec. über 110 m H. ( WR,Stand 2007 ) sind nicht besser als 20,39 m im Kugelstoßen. Beides = 1124 Punkte.
Diese Fehlbewertungen ziehen sich natürlich in die weiteren Leistungsbereiche hinein.
Zum Vorteil einiger Athleten, zum Nachteil andere, wie mein Beispiel Zehnkampf EM Zuerich , Abele im neuen Thread zeigt.
Man sollte natürlich meine Vorstellung der NBL-Methode gelesen haben, wenn auch nur in der vor
ebenfalls vorliegenden Kurzfassung.
Sonst ist keine ordentliche Diskussion möglich.
gruß gera


RE: Zehnkampfpunktetablle-"fair"? - Sebastian - 01.09.2014

Das Problem dabei ist aber, dass es stellenweise "absurde" Weltrekorde gibt, wie im Kugel und Diskus, wo wir uns glaube ich auch alle einig sind, dass die nicht so ganz astrein zustande gekommen sind, oder eben extreme Weltrekorde wie im Speer.
Da scheinen einfach die Spezialisten so viel besser zu sein als die Mehrkämpfer, dass das nur schwer transponierbar ist.

Wäre denn eine "dynamische" Punktetabelle machbar? Man nimmt immer die jemals in einem (beendeten natürlich!) Zehnkampf erzielten Bestleistungen und vergibt dafür 1000 Punkte, mit einer entsprechend absteigenden Punkteskala.
Das hätte auch den Vorteil, dass sich eine Verbesserung in einem Bereich richtig lohnt, denn mein Konkurrent bekäme für seine gleich gebliebene Leistung nun weniger Punkte...
Fänd ich so beim locker Durchdenken ganz sympathisch, aber mir fehlt natürlich auch die Athletenperspektive...


RE: Zehnkampfpunktetablle-"fair"? - Piroschka - 01.09.2014

Ich glaube nicht, dass es Sinn macht alle Weltrekorde gleich zu bepunkten, da gar nicht klar ist, wie nah sich ein jeder WR an der menschlichen Leistungsfähigkeit befindet. D.h. die Erzielung des einen WR kann viel schwieriger sein als die eines anderen.

Vlt. sollte man eher als Ausgangswert für eine Bepunktung die durchschnittliche Weltjahresbestleistung in jeder Disziplin der letzten 20-25 Jahre nehmen und für diese bspw. einen Wert von 1200 Punkten ansetzen.

Das wird zwar nicht grds. das Problem lösen, dass es Disziplinen gibt, in denen Zehnkämpfer vergleichsweise viele oder wenige Punkte bekommen. Dies dürfte eher daran liegen, dass bestimmte Disziplingruppen der ausgewogenen Konstitution eines Zehnkämpfers eher nahe kommen als es bestimmte anderen Disziplinen tun.
Beispiel: Weitsprung gut - 1500m schlecht