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Olympianominierung nur mit Endkampfchance? - Druckversion

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RE: Olympianominierung nur mit Endkampfchance? - Sprunggott - 06.02.2021

(06.02.2021, 18:14)Nanobot schrieb: Ich habe vor kurzem gelesen, dass man beim DLV mit bis zu 100 Athleten bei Olympia rechnet? Für wie wahrscheinlich haltet ihr das? Ich persönlich würde mir ja wünschen, dass man nur Athleten nominiert, die auch das Finale/die Top 8 erreichen können, aber dann würde man wohl maximal auf 50 Sportler kommen.
Die Frage ist: 
Entspricht DAS den "Olympischen Gedanken"?


RE: Olympianominierung nur mit Endkampfchance? - Delta - 06.02.2021

Mit nur Top 8 dann würden weniger als 40 Athleten dabei sein.


RE: Olympianominierung nur mit Endkampfchance? - runner5000 - 06.02.2021

(06.02.2021, 22:25)Delta schrieb: Mit nur Top 8 dann würden weniger als 40 Athleten dabei sein.

Deutlich weniger. Bei Olympia 2016 gab es 7 Herren und 13 Damen in den TOP 8 der Leichtathletik Wettbewerbe, davon war eine Damen Staffel dabei.


RE: Olympianominierung nur mit Endkampfchance? - alex72 - 06.02.2021

" ....Platz 8 erreichen können " heisst Endkampf-Chance .

Offiziell ist das ja sowieso die Massgabe des DOSB.

Fragt sich halt nur wie gering die Chance sein darf.


RE: Olympianominierung nur mit Endkampfchance? - laulau - 07.02.2021

Ich denke dabei sein und alles geben ist doch das Größte für einen Athleten. 
Ich finde das auch als Zuschauer schön weil es doch etwas besonderes ist. 
Überraschungen können ja auch immer passieren.


RE: Olympianominierung nur mit Endkampfchance? - Delta - 07.02.2021

Die Schweiz schickt tendenziell alle wovon man überzeugt ist. Jemand mit Norm aber nicht Olympiatauglich / WM geht an EM oder Universiade. Üblicherweise dann auch in den Einzeldisziplinen. Ziel Aufbau von Erfolgserlebnissen. Ajla del Ponte


RE: Olympianominierung nur mit Endkampfchance? - krebsan - 07.02.2021

(07.02.2021, 01:50)Delta schrieb: Die Schweiz schickt tendenziell alle wovon man überzeugt ist. Jemand mit Norm aber nicht Olympiatauglich / WM geht an EM oder Universiade. Üblicherweise dann auch in den Einzeldisziplinen. Ziel Aufbau von Erfolgserlebnissen. Ajla del Ponte

Jemand mit Norm, aber nicht tauglich? Wie soll man das verstehen? Wer die Norm hat, ist tauglich.


RE: Olympianominierung nur mit Endkampfchance? - longbottom - 07.02.2021

(06.02.2021, 21:27)Nanobot schrieb:
(06.02.2021, 21:20)TranceNation 2k14 schrieb: Genau. Wenn man jetzt 9.80 als 100 m Norm macht, haben wir in 15 Jahren 4 Leute mit 9.70. Super Idee

Das wäre natürlich eine absurde Norm. Aktuell kommt man mit ca. 10.00 bei Windstille in ein Finale. Die Norm im Sprint ist sowieso ein Thema für sich. 10.00 bei 2 m/s Rückenwind in Weinheim sind weniger Wert als 10.10 bei einem Topmeeting. Es bringt niemandem etwas wenn die deutschen Sprinter immer wieder unter Ausnahmebedingungen die Norm schaffen nur um dann bei Großereignissen komplett unterzugehen.
Dafür gibt es ja jetzt die Weltrangliste, um das etwas auszugleichen.

Die Kriterien des internationalen Verbandes sind inzwischen so hoch, dass diejenigen, die sie erfüllen, sich eine Teilnahme auch verdient haben. Man muss aber akzeptieren, dass es auch welche geben muss, die in Runde eins ausscheiden. Und das können eben auch Deutsche sein.

Die Alternative wäre, nur noch acht bis zwölf Starter generell bei Olympia zuzulassen, was gegen den Olympischen Gedanken ist und ich sehr schade fände.

Oder man misst mit zweierlei Maß: "Klar, es dürfen viele Athleten aus allen Nationen bei Olympia starten, die auch keine Finalchance haben. Aber bloß keine Deutschen, die diese Kriterien erfüllen."


RE: Olympianominierung nur mit Endkampfchance? - krebsan - 07.02.2021

(07.02.2021, 09:33)longbottom schrieb:
(06.02.2021, 21:27)Nanobot schrieb:
(06.02.2021, 21:20)TranceNation 2k14 schrieb: Genau. Wenn man jetzt 9.80 als 100 m Norm macht, haben wir in 15 Jahren 4 Leute mit 9.70. Super Idee

Das wäre natürlich eine absurde Norm. Aktuell kommt man mit ca. 10.00 bei Windstille in ein Finale. Die Norm im Sprint ist sowieso ein Thema für sich. 10.00 bei 2 m/s Rückenwind in Weinheim sind weniger Wert als 10.10 bei einem Topmeeting. Es bringt niemandem etwas wenn die deutschen Sprinter immer wieder unter Ausnahmebedingungen die Norm schaffen nur um dann bei Großereignissen komplett unterzugehen.
Dafür gibt es ja jetzt die Weltrangliste, um das etwas auszugleichen.

Die Kriterien des internationalen Verbandes sind inzwischen so hoch, dass diejenigen, die sie erfüllen, sich eine Teilnahme auch verdient haben. Man muss aber akzeptieren, dass es auch welche geben muss, die in Runde eins ausscheiden. Und das können eben auch Deutsche sein.

Die Alternative wäre, nur noch acht bis zwölf Starter generell bei Olympia zuzulassen, was gegen den Olympischen Gedanken ist und ich sehr schade fände.

Oder man misst mit zweierlei Maß: "Klar, es dürfen viele Athleten aus allen Nationen bei Olympia starten, die auch keine Finalchance haben. Aber bloß keine Deutschen, die diese Kriterien erfüllen."

Wobei man einmal mehr darauf hinweisen darf, dass die Limiten im Sprint tiefer sind als in den technischen Disziplinen, und die Chancen, international zu starten, sehr viel grösser. Nur schon wegen der Staffeln, aber auch wegen der viel grössern Teilnehmerfeldern.
Und irgendwie sind die Limiten jetzt für die Hallen-EM noch einmal weicher, wenn selbst in der Schweiz mehr Limiten geschafft werden, als Startplätze zur Verfügung stehen. Bei aller Freude über die neue Dichte im Sprint und Hürdenlauf, aber das ist schon erstaunlich.


RE: Olympianominierung nur mit Endkampfchance? - Jo498 - 07.02.2021

(06.02.2021, 21:40)TranceNation 2k14 schrieb: Das ist doch ein ganz anderes Problem. Klosterhalfen ist in London so gesehen auch "untergegangen". Klein, die bwi dir als "eventuell" läuft, war im Finale.

Ich formuliere es mal anders: deine Aussage, es würde dich als Zuschauer "frustrieren", impliziert, dass du deutschen Erfolg sehen willst, nicht deutsche Leichtathleten. Lass mich raten, du bist Bayern-Fan und fandest 2007 Handball plötzlich ganz toll?

Es ist noch in anderer Hinsicht zu kurz gedacht, nicht nur bzgl. des Überraschungseffekts. (Interessant wäre zu überlegen, ob der Bewerb spannender wird oder eher umgekehrt. Bei einem kleineren Feld in London hätte Koko vielleicht nichts riskieren müssen, da irgendjemand anderes ein schnelles HF forciert hätte usw. Zwar ist Favoritenscheitern in der LA in den Vorläufen/-kämpfen relativ selten, aber bei 1500m F London sind außer Koko noch zwei oder drei weitere mit sub 4 BL (Tsegay, Chebet) rausgeflogen und Dibaba wäre es um ein Haar.)
Kleinere Felder machen die Sportart insgesamt kleiner. Natürlich könnte man maximal zwei Runden bei den Läufen und nur Endkämpfe bei den technischen Disziplinen machen und damit die Gesamtfelder ca. halbieren. Das bedeutet aber eben auch deutlich weniger Zeit in den Medien bzw. ein kleineres Großereignis, gesunkenes Interesse, weil viele Fans eben die Athleten aus ihrem Land (oder solche, die sie halt gut finden) sehen wollen und von denen würden dann welche fehlen.
Solange eine Sportart insgesamt noch ziemlich groß ist, verlegt man dann im Grunde einfach einen Teil des Bewerbs in die "Qualifikation", wenn man die Felder beim Hauptereignis verkleinert. Nur ist die bei der LA eben dezentral, anders als beim Fußball, wo das Qualiturnier schon eine relativ große Sache ist, die übertragen wird. (Und auch beim Fußball hat man die Felder der Haupturniere in den letzen 50 Jahren immer vergrößert; ich kann mich noch an Fußball-EM mit 8 Mannschaften in den 80ern erinnern.)
Total beknackt wäre natürlich, wenn nur wenige Länder (also etwa DLV) so verfahren, denn das änderte gar nichts am Ganzen, macht es nur für deutsche Athleten schwerer und dt. Zuschauer weniger attraktiv.