Leichtathletikforum.com
Läufer sollen laufen können - wettkampfmäßig! - Druckversion

+- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com)
+-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1)
+--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2)
+--- Thema: Läufer sollen laufen können - wettkampfmäßig! (/showthread.php?tid=3722)

Seiten: 1 2 3


RE: Läufer sollen laufen können - wettkampfmäßig! - OldSchoolRunner - 02.06.2020

(02.06.2020, 14:57)RalfM schrieb:
(01.06.2020, 22:07)neuhier schrieb: Und wem das zu ungewöhnlich und aufwändig erscheint: Auf jeder "normalen Laufstrecke" der zahlreichen Volks- und Straßenläufe müsste bei Verwendung einer professionellen Chip-Zeitnahme der versetzte Start in definierten Zeitabständen gut möglich sein. Die Skilangläufer haben das früher immer so gemacht: Alle 30 sek. geht ein Athlet auf die Strecke..., kombiniert man zwei bis x-Athleten mit unterschiedlichen Bestzeiten, zieht sich die gleichzeitig gestartete Kleingruppe sofort auseinander und hält auch dadurch den Abstand ein. Überholvorgänge werden wie beim Triathlon gehandhabt: Windschatten ist nicht erlaubt, 10m (oder ähnlicher) Mindestabstand, dann seitlich raus und vorbei!
Wäre ja schön, aber als (Mit-)Veranstalter von Volksläufen sehe ich da Probleme. Ein Organisieren "auf die Schnelle" ist deutlich schwieriger als bei einer Stadionveranstaltung. In Berlin sind ab jetzt 12 Personen pro Trainingsgruppe incl. Trainer zugelassen. Das Entzerren wäre langwierig, theoretisch denkbar, aber vorher und nachher wären doch alle eng an einem Platz zusammen, plus unvermeidliche Begleitpersonen und eine große Zahl von Helfern der Veranstaltung. Bei einem kleinen Lauf mit 200 Teilnehmern vielleicht zeitlich noch denkbar, aber dann muss es auch bezahlt werden. Zeitnahme mit Netto-Zeit kann sich ohne drastisch erhöhtes Startgeld kein kleiner Veranstalter leisten.
....

Wir haben aber genau so eine Anfrage beim Landesverband für eine Straßenlaufveranstaltung laufen. Wir haben sowieso schon Anfang des Jahres eine Zeitmessfirma beauftragt für unseren traditionsgemäß im September stattfindenden Lauf. Die Zeitmessfirma kann uns vermutlich ohne Mehrkosten einen gestaffelten Start ordentlich auswerten. Teilnehmerzahl so zwischen 500 und 700, verteilt auf verschiedene Wettbewerbe über den halben Tag.

Einschränkend möchte ich noch sagen, dass wir uns nur dann mit einem solchen Konzept des gestaffelten Startes wohlfühlen würden, wenn die Infektionszahlen weiterhin auf dem derzeitigen Niveau (oder darunter) blieben - natürlich auch wegen der vielen Helfer, die benötigt werden.

Mal sehen, ob und wann wir Rückmeldung vom Verband bekommen. Ich befürchte, dass wird eher später als früher sein (sind ja nicht in Sachsen). Und auch, ob erzielte Leistungen in den Bestenliste aufgenommen würden und ob das ganze auch landesmeisterschaftswürdig ist.
Aus meiner Sicht: ja, denn besondere Umstände sollten auch besondere (Ausnahme-)Regelungen erlauben.


RE: Läufer sollen laufen können - wettkampfmäßig! - OldSchoolRunner - 02.06.2020

(02.06.2020, 15:39)HZZ schrieb:
(02.06.2020, 14:22)Robb schrieb: Das Ansteckungsrisiko ist in der Leichtathletik sehr viel geringer, also kann man auch die Maßnahmen im Vergleich zum Fußball reduzieren.
Richtig, deswegen ist Leichtathletiktraining auch wieder möglich, Fußballtraining jedoch nicht. Du wirfst aber Profi- und Amateursport durcheinander. Das Hygienekonzept der Bundesliga kostet jeden Verein für je 50 Personen über 100.000€. Wie willst du das in der Leichtathletik aufbringen?

Natürlich kann der DLV diese Summen nicht aufbringen. das ist m.E. aber gar nicht nötig. Wenn es z.B. darum geht, die DM Männer/Frauen zu ermöglichen, dann sollten m.E. auch alle längeren Laufwettbewerbe stattfinden können. Dazu sollte es für die Läufer verpflichtend sein, z.B. in den letzten 4-6 Tagen vor dem Wettkampf einen Corona-Test durchzuführen. So ein Test kostet wohl um die 160 Euro, vielleicht wird er bis dahin auch noch billiger. Der DLV sollte sich zur Hälfte an den Kosten beteiligen. Bei grob überschlagen 200 Mittel/Langstreckenläufern reden wir dann von 16.000 EUR Anteil des DLV. Dafür wären interessantere Meisterschaften möglich als wenn das ganze bei 400m endet - auch für Fernseh/Internetübertragungen.
Andere Athleten würde ich nicht auf Corona testen lassen.
Voraussetzung dafür wäre, dass die Infektionszahlen auf dem derzeitigen Niveau blieben oder sinken.
Nur mal so als Diskussionsgrundlage.


RE: Läufer sollen laufen können - wettkampfmäßig! - diwa - 02.06.2020

(02.06.2020, 16:35)OldSchoolRunner schrieb: Dazu sollte es für die Läufer verpflichtend sein, z.B. in den letzten 4-6 Tagen vor dem Wettkampf einen Corona-Test durchzuführen.

Und das vor jedem Wettkampf??? Das ist illusorisch!
Zumal der Test nur aussagt, das der Getestete zum Testzeitpunkt nicht infiziert war.
Theoretisch könnte er sich also auf der Heimfahrt vom Test in der Straßenbahn
 anstecken - hätte aber ein negatives Testergebnis.


RE: Läufer sollen laufen können - wettkampfmäßig! - OldSchoolRunner - 02.06.2020

(02.06.2020, 17:33)diwa schrieb:
(02.06.2020, 16:35)OldSchoolRunner schrieb: Dazu sollte es für die Läufer verpflichtend sein, z.B. in den letzten 4-6 Tagen vor dem Wettkampf einen Corona-Test durchzuführen.

Und das vor jedem Wettkampf??? Das ist illusorisch!
Zumal der Test nur aussagt, das der Getestete zum Testzeitpunkt nicht infiziert war.
Theoretisch könnte er sich also auf der Heimfahrt vom Test in der Straßenbahn
 anstecken - hätte aber ein negatives Testergebnis.

wie weiter oben im Text geschrieben meinte ich die DM Männer/Frauen als Höhepunkt der Saison für die Aktiven.
Also als einmaliger Aufwand.


RE: Läufer sollen laufen können - wettkampfmäßig! - diwa - 02.06.2020

(02.06.2020, 13:48)alex72 schrieb: Nach deiner Logik wäre es auch sinnlos Krankenhaus Personal ständig zu testen weil sie sich ja dazwischen trotzdem anstecken können.

Die werden - aus Kostengründen - nur getestet, wenn sie nachweislich Kontakt zu einem positiv Getesteten haben. Und so lange sie symptomfrei sind, müssen sie arbeiten.
DAS ist eindeutig die falsche Gruppe, um sie für einen Vergleich heranzuziehen...


RE: Läufer sollen laufen können - wettkampfmäßig! - diwa - 02.06.2020

(01.06.2020, 22:07)neuhier schrieb: Und wem das zu ungewöhnlich und aufwändig erscheint: Auf jeder "normalen Laufstrecke" der zahlreichen Volks- und Straßenläufe müsste bei Verwendung einer professionellen Chip-Zeitnahme der versetzte Start in definierten Zeitabständen gut möglich sein.

Nur ob die (Volks-)Läufer an so einem Wettkampf teilnehmen wollen?
10km im Pulk mag ja ganz schön sein - aber als "Einzelzeitfahren". Das hat ein ganz andere Qualität und ist für die allermeisten wahrscheinlich eine Herausforderung.

(01.06.2020, 22:07)neuhier schrieb: Überholvorgänge werden wie beim Triathlon gehandhabt: Windschatten ist nicht erlaubt, 10m (oder ähnlicher) Mindestabstand, dann seitlich raus und vorbei! 

Nur kontrollieren kann das in der Leichtathletik niemand, da die Menge an Kampfrichtern endlich ist...


RE: Läufer sollen laufen können - wettkampfmäßig! - diwa - 02.06.2020

(02.06.2020, 17:36)OldSchoolRunner schrieb: 
wie weiter oben im Text geschrieben meinte ich die DM Männer/Frauen als Höhepunkt der Saison für die Aktiven.
Also als einmaliger Aufwand.

Und vor und nach der DM gibt es für diese Athleten keine Wettkämpfe?
Wie sollen sie sich qualifizieren?

Ich denke, ohne dass es vorher für jeden die Möglichkeit gab, auf den entsprechenden Strecken Wettkämpfe durchzuführen, braucht es auch keine DM.


RE: Läufer sollen laufen können - wettkampfmäßig! - OldSchoolRunner - 02.06.2020

(02.06.2020, 17:40)diwa schrieb:
(01.06.2020, 22:07)neuhier schrieb: Und wem das zu ungewöhnlich und aufwändig erscheint: Auf jeder "normalen Laufstrecke" der zahlreichen Volks- und Straßenläufe müsste bei Verwendung einer professionellen Chip-Zeitnahme der versetzte Start in definierten Zeitabständen gut möglich sein.

Nur ob die (Volks-)Läufer an so einem Wettkampf teilnehmen wollen?
10km im Pulk mag ja ganz schön sein - aber als "Einzelzeitfahren". Das hat ein ganz andere Qualität und ist für die allermeisten wahrscheinlich eine Herausforderung.
(01.06.2020, 22:07)neuhier schrieb: Überholvorgänge werden wie beim Triathlon gehandhabt: Windschatten ist nicht erlaubt, 10m (oder ähnlicher) Mindestabstand, dann seitlich raus und vorbei! 

Nur kontrollieren kann das in der Leichtathletik niemand, da die Menge an Kampfrichtern endlich ist...

Dirk, die Frage ist doch aber: wie lange soll auf Laufwettkämpfe verzichtet werden? Bis Ende 2021, oder wann auch immer ausreichend viele Menschen geimpft sind?
Das kann nicht unser Ziel sein!
Wenn wir das Risiko einigermaßen gering halten können, müssen wir über Alternativen nachdenken. Und zeitversetzte Starts wären eine Alternative.


RE: Läufer sollen laufen können - wettkampfmäßig! - OldSchoolRunner - 02.06.2020

(02.06.2020, 17:41)diwa schrieb:
(02.06.2020, 17:36)OldSchoolRunner schrieb: 
wie weiter oben im Text geschrieben meinte ich die DM Männer/Frauen als Höhepunkt der Saison für die Aktiven.
Also als einmaliger Aufwand.

Und vor und nach der DM gibt es für diese Athleten keine Wettkämpfe?
Wie sollen sie sich qualifizieren?

Ich denke, ohne dass es vorher für jeden die Möglichkeit gab, auf den entsprechenden Strecken Wettkämpfe durchzuführen, braucht es auch keine DM.

Athleten, die bei einer DM der Aktiven starten wollen, nehmen sowieso in Kauf, dass sie für Wettkämpfe einige hundert km fahren müssen. Und ich hätte die Meldungen z.B. aus Sachsen so interpretiert, dass es dort schon bald auch wieder Mittel/Langstreckenrennen geben wird, oder habe ich das falsch verstanden?


Deine Argumente würde ich eher für die anderen Altersklassen gelten lassen wie z.B. Jugend oder Senioren. Aber selbst da nur begrenzt.


RE: Läufer sollen laufen können - wettkampfmäßig! - Robb - 02.06.2020

(02.06.2020, 15:39)HZZ schrieb: Richtig, deswegen ist Leichtathletiktraining auch wieder möglich, Fußballtraining jedoch nicht. Du wirfst aber Profi- und Amateursport durcheinander. Das Hygienekonzept der Bundesliga kostet jeden Verein für je 50 Personen über 100.000€. Wie willst du das in der Leichtathletik aufbringen?
Versteh ich nicht. Wir können keine Leichtathletik-Meetings durchführen, weil die Tests beim Fußball teuer sind? Wir brauchen die Tests doch in der Leichtathletik nicht. Die Tests beim Fußball gibts aus zwei Gründen: Es ist eine Kontaktsportart und man will kritische Geister beruhigen. In der Leichtathletik gibts bei Coronamaßnahmen keinen Unterschied zwischen Profis und Amateuren. Profis sprinten/werfen auch nicht anders als Amateure. Abstand halten, nur jede zweite Sprintbahn belegen, Wurfgerät nach jedem Versuch desinfizieren, das sind alles Maßnahmen, die für Amateure und Profis gelten müssten.