![]() |
|
Wunderkinder - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Wunderkinder (/showthread.php?tid=2672) |
[geteilt] Internationale Resultate 2017 - Astra - 14.11.2017 (12.11.2017, 16:23)Robb schrieb: Die 12jährige Australierin Imogen Stewart lief in Sydney 9:19.42 über 3000m. Mit der Zeit wäre sie bei uns dieses Jahr in der U20 die schnellste und bei den Frauen die Nummer vier.Warten wir mal ab, wenn sie in die Pubertät kommt. Daran sind schon ganz viele Mädchen gescheitert. RE: Wunderkinder - beity - 15.11.2017 Mir fällt da als Kinderstar noch Jule Assmann ein. Was haben sich selbst Hochschulprofessoren vor Millionen Punlikum entblödet, auf eine Weltklasselkarriere zu folgern. Weckt mich wenn das Mädchen 8:45 läuft. Egal ob dann 14,16 oder 18 Jahre alt ist. RE: Wunderkinder - Gertrud - 15.11.2017 So würde ich das mit dem Entblöden nicht stehen lassen. Erst einmal finde ich es gut, wenn von Anfang an wissenschaftlich begleitet wird. Die Leistung kann durch folgende Parameter knicken: Motivationsschwund, körperliche Entwicklung in eine andere Richtung. Das Breiten- und Muskelwachstum kann einen Strich durch die Rechnung machen. Außerdem ist die Beachtung der "Knackzonen" nicht einfach. Natürlich geht auch eine Menge an Zeit für ein derartiges Training weg. Viel Zeit zum Spielen haben solche Kinder nicht. Es gilt auch, den Kindern Zeit für ihre emotionale Entwicklung zu lassen. Ich halte das für sehr wesentlich, in der Hinsicht den Trainer- und Elternehrgeiz nicht zu übertreiben. Allerdings stehe ich für konsequente Arbeit in Koordination und Technik. Wenn man sehr gute, frühe Resultate durch ein vorgezogenes Erwachsenentraining erzielt, halte ich das für sehr bedenklich. Ich sehe das so bei J. Gill. Ich habe den Eindruck, dass er seine teilweise "Materialprobe-Übungen" mit orthopädischen Schmerzen irgendwann bezahlen wird. So sollte es beileibe nicht sein!!! Hier wurde sehr oft das komplette System überfordert und belastet. Ich lehne ein solches Training ab. Einige koordinative und Schnelligkeitsübungen aus seinem Programm kann man getrost übernehmen. Ich würde eine andere Entwicklungspyramide bevorzugen. Ich halte im Jugendbereich sehr viel davon, das Übungspotential breit, aber schon speziell angelegt anzulegen. Das heißt natürlich, dass die Trainer in der Hinsicht geschult werden. Die Disziplinen sollten koordiativ untermauert werden. Ich bin immer wieder verblüfft, welche koordinativen Lücken sich in meiner Leichtathletik-AG bei den Schülern auftun. Ich arbeite unentwegt an diesen Defiziten. Ich halte eine Sache für sehr überdenkenswert. Wenn man Kinder beim Spielen beobachtet (Ich habe das letztens in der Marler City auf einem Spielplatz sehr lange getan und natürlich auch mit Übungen eingegriffen), dann merkt man, dass sie Niedersprünge aus relativ hohen Stellen bevorzugen und lieben und ununterbrochen durchführen. Sie können gar nicht genug bekommen. Sie wagen das schier Unmögliche. Ich stelle mir dann die Fragen: Wie viel Druck braucht Knorpel, um sich gut zu entwickeln und welche Belastung ist zu viel? Braucht der Knorpel in der Entwicklungsphase diese Abfangbewegungen zum Wachstum und wenn ja, in welchem Ausmaß? Ist unsere Kinder-LA adäquat? Gertrud RE: Wunderkinder - Jo498 - 15.11.2017 (15.11.2017, 00:00)beity schrieb: Mir fällt da als Kinderstar noch Jule Assmann ein. Bei Assmann hätten die Sportwissenschaftler eigentlich wissen müssen, dass aus guten Gründen 10jährige normalerweise nicht bei den 15jährigen mitlaufen. Dass man bei sehr leichten vorpubertären Kindern nicht so viel aufgrund gegenwärtiger Ausdauerleistungen auf die Zukunft schließen kann. Dass aus guten Gründen erst einmal Schnelligkeit, Koordination usw. aufgebaut werden, bevor man systematisches Langstreckentraining macht usw. Es wurde aber sogar in der Presse teils so dargestellt, als ob der DLV den Eltern das wissenschaftlich bestätigte Wunderkind nicht gönnen würde usw. Und mit 16 oder so war dann Schluss, d.h. die Skeptiker haben leider recht behalten. RE: Wunderkinder - Gertrud - 15.11.2017 <br /><br /><br /> Der Knackpunkt lag hier wohl eher nicht in der Trainingsweise, sondern weil Jule Assmann vom Genpotential her mehr zum Breitenwachstum, also zur Gewichtszunahme, neigte. Was ein erhöhtes Ausdauertraining z. B. mit den Sehnen macht, ist ein zweite Sache?! Darüber gibt es auch Studien.<br /> <br /> Nach allem, was ich so bei Schülern an eklatanten orthopädischen Schwächen und Schäden sehe, halte ich eine gute Betreuung bei unseren kleinen Talenten für dringend erforderlich. Allerdings sehe ich mit Skepsis ein zu früh ausgerichtetes, einseitiges Training.<br /> <br /> Insgesamt bin ich für die vertikale Ausrichtung des Trainings von einem bestimmten Punkt an. Ich möchte z.B. möglichst frühzeitig die Entwicklung beeinflussen.<br /> <br /> Gertrud<br /> RE: Wunderkinder - Atanvarno - 15.11.2017 Julia Aßmann Klappe 234 und hoffentlich die letzte Parallele zu Imogen Stewart - auch da ist der Vater der Trainer ATHLETICS talent runs in the family with mother and daughter Belinda Martin and Imogen Stewart setting records. RE: Wunderkinder - vedo - 15.11.2017 (15.11.2017, 11:35)Atanvarno schrieb: Julia Aßmann Klappe 234 und hoffentlich die letzte Und bei Grace Ping, die ebenfalls mehrfach in der Liste der Altersklassenrekorde aufgeführt ist, stehen doch auch die Eltern bzw ebenfalls vor allem der Vater voll dahinter, sodass sie bereits - natürlich mit dem Ziel Profi zu werden - einen Privatcoach hat und bis zu 45 mpw (jedenfalls letztes Jahr, als sie 12 war) rennt. Ihr Vater begründet das damit, dass es doch wohl keinen Sinn mache, solches Talent "zurückzuhalten".. RE: Wunderkinder - Jo498 - 15.11.2017 Der Punkt, den Ring in dem verlinkten Kommentar zu Assmann zu Recht macht, ist doch hauptsächlich, dass der Umfang und Rang des Talents gerade bei Langstrecken vor der Pubertät (und selbst in der Pubertät) nicht zuverlässig zu erkennen ist. Es sagt ja niemand, dass diese Kinder nicht trainieren sollen. Nur halt nicht mit 11 Marathon laufen oder mit hohen Umfängen mit 12 auf einen Alters-WR getrimmt werden. Letztlich ist es doch weit eher eine Vergeudung von Talent, wenn irgendein Rekord im jungen Teenageralter erzielt wird, dann aber keine Steigerung, sondern Verletzungen oder Karriereende aus Frust folgen. Altersrekorde interessieren nachher niemanden mehr. Das Talent, mit 12 9:19 zu rennen, ist erstaunlich, aber uninteressant gegenüber dem Talent, mit 18 oder 22 8:30 zu laufen. RE: Wunderkinder - krebsan - 15.11.2017 In der Schweiz verfolgen wir mit viel Freude und Interesse den Werdegang von Delia Sclabas. Mal schauen, was daraus wird. Und wir erinnern uns an Anita Weyermann, die bereits als Jugendliche sehr erfolgreich war, danach aber (wohl unter anderem) mit ihrem weibilchen Körper Schwierigkeiten bekam. Aber: Hätte man etwas anders machen können? RE: Wunderkinder - Jo498 - 15.11.2017 Bei Sclabas wäre ich optimistisch, da sie sich bis nunmehr 17 kontinuierlich steigern konnte und auch nicht extrem dürr oder unweiblich aussieht, so dass die aktuelle Leistung jedenfalls nicht hauptsächlich auf (vor)pubertär extrem günstiges Gewicht/Lungenvolumen oder was weiß ich für Relationen zurückzuführen ist. Es ist aber natürlich nie auszuschließen, dass manche ihren Peak einfach schon ziemlich früh erreichen und sich dann nur noch langsam, aber nicht mehr entscheidend verbessern. (Wobei auf der Mittel/Langstrecke der Peak eigentlich später (also eher Mitte 20) kommen muss, weil auch die "Lebenskilometer" relevant sind.) So bedauerlich internationale U18/U20-Erfolge, denen dann nichts mehr folgt, sein mögen, sind sie immerhin greifbare internationale Erfolge. Damit immer noch besser als U14-Altersklassenrekorde, die lokale Kuriositäten bleiben und denen dann nichts mehr folgt. |