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Darf der DLV von seinen Athleten bestimmte Wettkampfteilnahmen verlangen? - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Darf der DLV von seinen Athleten bestimmte Wettkampfteilnahmen verlangen? (/showthread.php?tid=248) |
RE: Darf der DLV von seinen Athleten bestimmte Wettkampfteilnahmen verlangen? - Atanvarno - 09.06.2014 (09.06.2014, 09:38)longbottom schrieb: Und was die DM angeht: Ich bin ja kein Befürworter des Trials-System für Deutschland. Aber in den USA stellt sich die Frage nicht. Da ist es (sofern drei Athleten die Norm geknackt haben) nicht nur verpflichtend, bei der nationalen Meisterschaft zu starten, sondern man muss auch noch unter die Top drei kommen, wenn man zum Großereignis will. Im Verhältnis dazu kann der DLV durchaus verlangen, dass seine Sportler beim nationalen Höhepunkt zumindest in Erscheinung treten. Doch. Eben nicht. Wenn mir (im Gegensatz zu den Trials) noch nichtmal der Sieg bei der DM eine Nominierungsgarantie bringt, ist auch die Startverpflichtung nicht gerechtfertigt. Es steht doch auch außer Frage, dass die überwiegende Mehrheit der DLV Athleten gerne bei der Team-EM und generell im Nationaltrikot startet. Es macht aber einen entscheidenden Unterschied, ob ich mündige Athleten darüber selbst entscheiden lasse, oder ob ich meine unmündige Kinder mit Verpflichtungserklärungen gängeln zu müssen (Zitat robb: "der DLV hält seine Sportler scheinbar für geldgeile, stinkfaule und strohdumme Subjekte, denen man alles vorschreiben muß und auf gar keinen Fall vertrauen darf.") RE: Darf der DLV von seinen Athleten bestimmte Wettkampfteilnahmen verlangen? - longbottom - 09.06.2014 Das gilt vielleicht für die DM und für die Team EM dieses Jahr. Die Team EM findet aber nicht jedes Jahr in Deutschland statt, und leider muss man befürchten, dass dann auch die TV-Übertragung nächstes Jahr hierzulande wieder entsprechend spärlich ausfallen wird. (Wenn die diesjährige Ausgabe quotentechnisch und sportlich ein Erfolg wird, vielleicht nicht.) Dann fällt der von Dir genannte Anreiz schon wieder weg. Den Vergleich mit der Teambildungs-Maßnahme in Kienbaum finde ich nicht wirklich passend. Diese Verpflichtung war wirklich überflüssig und im Grunde sogar der gewünschten Sache eher hinderlich. Wie soll die erhoffte positive Stimmung aufkommen, wenn man Sportler um olympische Erfahrungen wie die Eröffnungsfeier bringt, die einmalig im Leben sein können? Aber irgendeine Teambildungsmaßnahme, die gerne freiwillig für die Sportler stattfinden kann, ist nicht das gleiche wie eine internationale Meisterschaft, was die Team EM nun einmal ist. RE: Darf der DLV von seinen Athleten bestimmte Wettkampfteilnahmen verlangen? - runny - 09.06.2014 (09.06.2014, 09:44)Robb schrieb: Warum muß man die Zusammenarbeit auf Zwang und Druck basieren? Der DLV bietet Wissen und Finanzen, der Athlet Leistung, das ist ein Geschäft wie viele und normalerweise basieren Geschäfte auf Kooperation, nicht Druck (wenn man nicht gerade Zulieferer von Apple ist). Genau das ist doch der springende Punkt an der ganzen Diskussion. Gerade im Sport ist Zwang und Druck vollkommen fehl am Platz, da dadurch in meinen Augen letztendlich auch die Leistung leidet - und nur um diese sollte es auch dem Verband gehen. RE: Darf der DLV von seinen Athleten bestimmte Wettkampfteilnahmen verlangen? - Oliver - 09.06.2014 Ich finde es gut, wenn alle Stars bei der DM antreten. In den letzten Jahren war es eine der wenigen Möglichkeiten sich der breiten deutschen Masse vorzustellen. Weiter ist der deutsche Meister qualifiziert, wenn er die Norm erfüllt hat. Dies ist dieses Jahr vor allem bei den 100m der Männer und den Weitsprung der Damen von Bedeutung: Zitat:Die Deutschen Meister der Deutschen Meisterschaften von Ulm (26./27.07.2014) werden bei einmaliger Erfüllung der 1. DLV-EM-A-Norm und der 2. DLV-EM-A-Norm (Stabilitätsleistung) bis einschließ-lich zum Zeitpunkt der Deutschen Meisterschaften vorrangig nominiert. RE: Darf der DLV von seinen Athleten bestimmte Wettkampfteilnahmen verlangen? - lor-olli - 09.06.2014 Ein Vertrag besteht immer zwischen mindestens zwei Parteien, die Vertragsbedingngen sind in der Regeln ein Kompromis. Der Verband unterstützt Athleten und kann als Gegenleistung gewisse Bedingungen erwarten (welche ist festzulegen) Die Athleten akzeptieren für die Unterstützung das Erbringen von Gegenleistungen (bestimmte Teilnahmen, bestimmte Leistungen) Grundüberlegung sollte doch sein: Wofür beteibt ein Sportler seinen Sport? Um ihn auszuüben? Lediglich um damit Geld zu verdienen? Einen reinen Amateur kann man nicht zwangsverplichten, "Halb-" oder Vollprofis schon. Das Problem entsteht, wenn die Regularien nicht von vornherein feststehen, sondern immer wieder "interpretiert" oder "angepasst" werden, oder wenn der Verband von Athleten die er nicht unterstützt, die gleiche Gegenleistung erwartet. (Einer der Gründe warum es z.B. im Marathon immer wieder Probleme gab, denn dort macht man nur relativ wenige Wettkämpfe) Nebenbei, es gibt größere "Zumutungen" als von einem Sportler die Teilnahme an einem großen Event zu erwarten .
RE: Darf der DLV von seinen Athleten bestimmte Wettkampfteilnahmen verlangen? - DerC - 09.06.2014 (09.06.2014, 10:06)Oliver schrieb: Weiter ist der deutsche Meister qualifiziert, wenn er die Norm erfüllt hat. Dies ist dieses Jahr vor allem bei den 100m der Männer und den Weitsprung der Damen von Bedeutung: Meiner Meinung nach müsste der Meistertitel durch andere Kriterien noch attraktiver werden, und nicht nur bei der Meisterschaft in Ulm,sondern auch bei anderen, vom DLV eher stiefmütterlich behandelten Meisterschaften. Z. B. in etwa so: Die deutschen Meister vonUlm 2014 werden garantiert nominiert, insofern sie im Nominierungszeitraum der EAA die EAA-Norm erfüllt haben. Die deutschen Crossmeister der Langstrecke werden garantiert über 10000m nominiert, insofern sie im Nominierungszeitraum der EAA die EAA-Norm erfüllt haben. Die deutschen Meister über 10000m werden garantiert über 10000m für die EM nominiert, insofern sie im Nominierungszeitraum der EAA die EAA-Norm erfüllt haben. Im Marathon würde ich 1 Startplatz für Marathonmeister 2013 und einen für HM-Meister 2014 vergeben, wieder insofern EAA-Norm erfüllt ist. Die MarathonläuferInnen sollten vor den Frühjahrsmarathons nominiert werden, damit sie keinen laufen müssen um nominiert zu werden, sondern sich auf die internationalen Meisterschaften konzentrieren können. Fitnessnachweis am besten auch bei einer DM zu erbringen. Die HM DM muss natürlich auf einen besseren Termin und immer in einer attraktiven Stadt mit einer schnellen Strecke stattfinden. Von der DM in Ulm könnte man sogar die ersten 2 garantiert nominieren, insofern sie die EAA Norm haben. Was bringen denn die verschärften Normen, wenn sie wie so häufig dann unter Druck nicht gebracht werden? Es sollen doch Sportler starten, die auch unter Druck mit Topleistungen um den Sieg kämpfen können. Mit dieser Regelung würde es kaum jemand geben, der die DM auslässt. Dann noch die finanzielle Attraktivität erhöhen, und es braucht keinen Zwang. Gruß C RE: Darf der DLV von seinen Athleten bestimmte Wettkampfteilnahmen verlangen? - Pretender - 09.06.2014 Immerhin zahlt doch auch der Verband die Anreise und den Aufenthalt bei diesem Event (also Team-EM)?!? RE: Darf der DLV von seinen Athleten bestimmte Wettkampfteilnahmen verlangen? - Atanvarno - 09.06.2014 (09.06.2014, 10:06)Oliver schrieb: Weiter ist der deutsche Meister qualifiziert, wenn er die Norm erfüllt hat. Danke für den Hinweis, den Passus hatte ich überlesen. Dann sind wir aber wieder bei dem Punkt, dass das doch als Anreiz ausreichen müsste. Ein intelligenter Mensch, der dann trotzdem nicht bei der DM startet wird Gründe dafür haben (bspw. ein gut bezahltes Diamond League Meeting am Abend davor). Warum also Zwang/Verpflichtung statt Anreiz/freiwillige Kooperation? Bei den USATF-Meisterschaften starte man übrigens nicht nur für Ruhm und Ehre, sondern auch für Preisgelder (2013 waren es 7000$ für den Sieger), die der Attraktivität der Meisterschaft gegenüber einem Meeting sicherlich zuträglich sind. RE: Darf der DLV von seinen Athleten bestimmte Wettkampfteilnahmen verlangen? - dominikk85 - 10.06.2014 (09.06.2014, 08:30)runny schrieb: Meine Meinung zum Thema:das sehe ich nicht so. die athleten wurden für ihre NM einsätze doch schon bezahlt, durch jugendförderung, kader, trainingslager, vom verband bezahlte trainer etc. fußballer werden auch nicht vom DFB für NM Auftritte bezahlt, dass ist einfach das was man an den verband zurückgibt für die ganze förderung die man als kicker von seinem 10. lebensjahr an erhalten hat (landesauswahltraining, U nationalmannschaften...). außerdem profitieren auch athleten von NM auftritten, weil diese viel publicity bringen und so athleten interessant für sponsoren macht. 99% der zuschauer schauen doch LA nur bei WM und OS, ein diamond league auftritt interessiert keinen. und das wiederum interessiert die sponsoren. IMO kann man schon erwarten, dass ein athlet 1-2 mal im jahr für die NM startet, es ist ja nicht so, dass das jede woche ist. RE: Darf der DLV von seinen Athleten bestimmte Wettkampfteilnahmen verlangen? - Robb - 10.06.2014 Der Teilnahme-Zwang ist ja nur ein Aspekt des autoritären Führungsstils. Wer bei U18-WM startet, darf bei U20-EM nicht starten, wer als Mehrkämpfer an Olympia teilnehmen will, darf bei der EM nicht starten, wer bei den Youth Olympics starten will, darf bei der U20-WM nicht starten, usw... Das sind für mich alles Dinge, aus denen sich der DLV komplett raushalten sollte, das sollten die Athleten mit ihren Trainern entscheiden. Zum einen werden mit solchen Regelungen alle Athleten über einen Kamm geschert, was totaler Unsinn ist, zum anderen sollte man den Trainern vertrauen, die ihre Athleten so in Form gebracht haben, dass sie sich für internationale Meisterschaften qualifizieren konnten. Es gibt Athleten wie Ariane Friedrich, die in ein Koma fällt, wenn sie mehr als einmal pro Woche starten muß und dann gibts Blanka Vlasics, die dreimal in der Woche starten können und trotzdem jedesmal 2m springen. Diese Individualität wird einfach ignoriert. Außerdem sind solche Verbote völlig sinnlos, der DLV verbietet seinen Athleten ja keine Starts bei Meetings, was soll es also bringen, einem Athleten den Start bei einer internationalen Meisterschaft zu verbieten, wenn er dann aber jeden zweiten Tag bei Meetings starten darf? |