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Soll Yulia Stepanova in Rio starten dürfen? - Druckversion

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RE: Russland bleibt gesperrt (Aktuell: IOC-Entscheidung - keine Kollektivstrafe) - Atanvarno - 25.07.2016

(25.07.2016, 15:18)Adonis1 schrieb: Ich glaube, solch berechtigte Nachfragen zur Olympiatauglichkeit/-befähigung Stepanovas sind hier im Forum unerwünscht.

Huh

Das ist ein Diskussionforum. Du und Javeling sind der Meinung, Stepanova gehört nicht nach Rio, ich habe mir erlaubt dem zu widersprechen. Fühlst du dich bzw. deine Meinung nur erwünscht, wenn sie unwidersprochen bleibt? Seltsame Vorstellung von Diskussionskultur.


RE: Russland bleibt gesperrt (Aktuell: IOC-Entscheidung - keine Kollektivstrafe) - Josch84 - 25.07.2016

(25.07.2016, 15:18)Adonis1 schrieb:
(25.07.2016, 14:39)Javeling schrieb:
(25.07.2016, 12:46)gera schrieb: .......Noch schlimmer finde ich die Entscheidung, J.Stepanova nicht strten zu lassen.
Sie hat die int. Norm erfüllt, wird aber nicht nominiert.
Begründung des IOC : sie ierfüllt nach eigener Dopingvergangenheit nicht die ethischen Anforderungen.

Fragen und Antworten :
1. War die Athletin startberechtigt - als DLV-Mitglied - ?
2. Wenn JA, dann unterlag sie auch den IWR-Antidoping-Bestimmungen.
3. Wurde sie nach diesen A.-D.-Bestimmungen regelmäßig kontrolliert (Trainingskontrollen) - da ja hier auf die Erfüllung der OS-Norm hingewiesen wurde - ?
4. Gibt es dazu schriftliche Aufzeichnungen ?
5. Wurde sie nach dem Regensburg-Wettkampf kontrolliert ?
6. Wird die OS-Normerfüllung anerkannt ?
7. Da sie nicht dem DLV-Kader angehörte, war sie auch kein Mitglied des NADA-RTP/NTP - Pools.

Heinz Engels, Mainz

Ich glaube, solch berechtigte Nachfragen zur Olympiatauglichkeit/-befähigung Stepanovas sind hier im Forum unerwünscht. Die meisten sind so sehr auf ihrem Anti-Doping-Kreuzzug unterwegs, dass sie auch Hajo Seppelt die Starterlaubnis in Rio geben würden.

Im Übrigen wird hier völlig verdrängt, dass fast alle ach so heroisierten Whistleblower (u.a. Snowden, Steuer-CD-Verkäufer, jüngst MAN im Kartellverfahren,…) irgendwie doch Kriminelle sind, die sich von ihrem Outing etwas erhoffen – Knete, Publicity, Straffreihet, teuer bezahlte Interviews, Selbstbefriedigung der eigenen moralischen Überlegenheit,…
Das ist in meinen Augen aber ebenfalls schwarz-weiß denken. Was ist denn eure Idee wie es besser gelöst werden könnte? Natürlich sind auch Whistleblower nicht unbedingt Heilige. Und es wird sicherlich manchmal auch eigenes Interesse dahinter stehen um sich selbst zu schützen oder wie ihr sagt profit daraus zu ziehen. Das mag gut sein.
Allerdins nimmt man damit sehr viel auf sich. Wer möchte denn das Leben eines Snowden und Co fühen wollen? Gibt sicherlich schöneres.

Bei Stepanowa treffen eure Punkte wie ich finde auch nicht zu. Natürlich hat sie zum Dopingsystem gehört. Was jedoch hat sie persönlich gewonnen? Nach einer Sperre hätte sie wieder kommen können und was man so hört wäre sie auch nicht fallen gelassen worden. Stattdessen hat sie einen anderen Weg gewählt. Und das gerade in einem Land wie Russland, wo schon viel zu hören war das mit Personen die etwas dem Land vermeintlich schadendes gesagt/getan haben auf mysteriöse Art und Weise etc. dann nicht mehr so da waren wie vorher. Stepanowa musste mit einem kleinen Kind und Mann das Land verlassen. Ständig in den USA aus Angst den Wohnsitz wechseln. Keine Arbeit haben und hoffen über die Runden zu kommen. Das wird sich auch so schnell nicht ändern. 
Wo hat sich Stepanowa also selbst bereichert? Ein Sportlerleben wird sie auch nicht mehr haben da die einen sie Verachten und andere sie meiden, da viele nicht wissen wie sie damit umgehen sollen. Ich bin dafür sie zu belohnen. Wenn man sie nun sogar sperrt obwohl sie geholfen hat (andere bekommen straffreiheit oder kürzere Sperren), was ist das denn für ein Signal? Warum soll denn einer solche Risiken auf sich nehmen wenn man dafür dann quasi noch mal bestraft wird? Und ohne Insider wird kaum etwas aufgedeckt werden können. Es muss also einen Anreiz geben - oder wenigstens nicht noch zusätzliche Knüppel in die Beine.


RE: Russland bleibt gesperrt (Aktuell: IOC-Entscheidung - keine Kollektivstrafe) - Atanvarno - 25.07.2016

Yulia Stepanova hat eine Mitteilung  veröffentlicht, in der sie der Ethikkommission des IOC einen sehr freien Umgang mit den Fakten bei der Entscheidung über ihren Rio-Start vorwirft


[Bild: CoOdfNhWgAAjhNH.jpg:large]


Dass die Kommission Falschbehauptungen aufgestellt hat, kann sie u.a. durch Tonbandmitschnitte belegen.
https://twitter.com/Scienceofsport/status/757612182993592320


RE: Russland bleibt gesperrt (Aktuell: IOC-Entscheidung - keine Kollektivstrafe) - Javeling - 25.07.2016

Zitat:Das ist in meinen Augen aber ebenfalls schwarz-weiß denken. Was ist denn eure Idee wie es besser gelöst werden könnte? Natürlich sind auch Whistleblower nicht unbedingt Heilige. .......
Bei Stepanowa treffen eure Punkte wie ich finde auch nicht zu. Natürlich hat sie zum Dopingsystem gehört. Was jedoch hat sie persönlich gewonnen? Nach einer Sperre hätte sie wieder kommen können und was man so hört wäre sie auch nicht fallen gelassen worden. ....... 

Hmm, hatte ich über die Whistleblowerin Y. Stepanova geschrieben, oder waren es Beiträge über die Leichtathletin Y. Stepanova und unsere IWR-Bestimmungen mit den Antidoping-Regeln ? Bitte noch einmal nachsehen. 
Mir ist es völlig egal, wie und mit was Frau Stepanova geehrt wird. Von mir aus auch mit dem Friedensnobelpreis.
Erstaunt bin ich allerdings, dass hier nicht alle diese IWR-Regeln 'verteidigen'.

Ich wiederhole (Kurzform): Eine OS-Startgenehmigung erhält nur derjenige (Ausnahme: 'kleinere' Nationen), der eine geforderte sportliche Leistung in einer Leichtathletik-Disziplin erbringt. Auf keinen Fall als Belohnung für eine außergewöhnliche Tat im sportlichen Bereich. Dann könnte man in der Tat auch den Herrn Seppelt (@Adonis1) in irgendeiner Disziplin starten lassen. Wenn man Frau Stepanova unbedingt bei den OS in Rio sehen will, dann gibt es viele Möglichkeiten, aber nicht als Belohnung in einem Wettkampf !

Heinz Engels, Mainz


RE: Russland bleibt gesperrt (Aktuell: IOC-Entscheidung - keine Kollektivstrafe) - longbottom - 25.07.2016

@Javeling: Stepanova hat 2015 die Norm erfüllt und damit die sportlichen Voraussetzungen für einen Start erfüllt.


RE: Russland bleibt gesperrt (Aktuell: IOC-Entscheidung - keine Kollektivstrafe) - Robb - 26.07.2016

(25.07.2016, 14:39)Javeling schrieb: Fragen und Antworten :
1. War die Athletin startberechtigt - als DLV-Mitglied - ?
2. Wenn JA, dann unterlag sie auch den IWR-Antidoping-Bestimmungen.
3. Wurde sie nach diesen A.-D.-Bestimmungen regelmäßig kontrolliert (Trainingskontrollen) - da ja hier auf die Erfüllung der OS-Norm hingewiesen wurde - ?
4. Gibt es dazu schriftliche Aufzeichnungen ?
5. Wurde sie nach dem Regensburg-Wettkampf kontrolliert ?
6. Wird die OS-Normerfüllung anerkannt ?
7. Da sie nicht dem DLV-Kader angehörte, war sie auch kein Mitglied des NADA-RTP/NTP - Pools.

Heinz Engels, Mainz

Sehr seltsame Fragen für jemanden, der sich auf die IWR bezieht. In welcher Regel steht, wie oft ein Athlet getestet werden muß?
In welcher Regel steht, dass Normerfüllungen nur mit Dopingprobe anerkannt werden? Ob sie in Regensburg oder irgendwo anders getestet wurde, ist irrelevant, die einzige Frage wäre, ob sie für Dopingproben zur Verfügung stand.


RE: Russland bleibt gesperrt (Aktuell: IOC-Entscheidung - keine Kollektivstrafe) - beity - 26.07.2016

(25.07.2016, 23:29)longbottom schrieb: @Javeling: Stepanova hat 2015 die Norm erfüllt und damit die sportlichen Voraussetzungen für einen Start erfüllt.

rein sportlich hätte aber ein Verband, sei er russisch oder deutsch, 2016 einen adäquaten Leistungsbeweis erfordert.
Das was man in Amsterdam von Stepanova gesehen hat, war nicht......gut. Sad
Ich beanspruche jetzt dieses Jahr auch keinen Platz in meinem Golfteam, den ich 2015 noch hatte, weil ich dieses Jahr schlichtweg besch.....spiele. Auch die Tatsache, das ich vielleicht erfolgreich Schummeleien aufgedeckt und damit mich um mehr Fairness verdient gemacht habe, verführt nun keinen, mich dieses Jahr ins Team zu berufen.


RE: Russland bleibt gesperrt (Aktuell: IOC-Entscheidung - keine Kollektivstrafe) - Atanvarno - 26.07.2016

Stepanova hat nicht einfach "ein paar Schummeleien" aufgedeckt, sie hat ein staatliches Dopingsystem von historischer Dimension aufgedeckt.

Warum wehrt ihr euch so dagegen, sie in Rio zu sehen? Wem wird damit geschadet?
Ein riesiger, womöglich irreparabler Schaden entsteht nur durch ihren Nicht-Start bzw. das dadurch gesendet Signal: Wir wollen keine Whistleblower, wir belohnen sie nicht, wir bestrafen sie. Eine bessere Maßnahme zum Erhalt des dopenden Status Quo kann es eigentlich nicht geben Sad


RE: Russland bleibt gesperrt (Aktuell: IOC-Entscheidung - keine Kollektivstrafe) - beity - 26.07.2016

(26.07.2016, 06:19)Atanvarno schrieb: Stepanov hat nicht einfach "ein paar Schummeleien" aufgedeckt, sie hat ein staatliches Dopingsystem von historischer Dimension aufgedeckt.

Warum wehrt ihr euch so dagegen, sie in Rio zu sehen? Wem wird damit geschadet?
Ein riesiger, womöglich irreparabler Schaden entsteht nur durch ihren Nicht-Start bzw. das dadurch gesendet Signal: Wir wollen keine Whistleblower, wir belohnen sie nicht, wir bestrafen sie. Eine bessere Maßnahme zum Erhalt des dopenden Status Quo kann es eigentlich nicht geben Sad
Der Schaden ist vielmehr schon entstanden, das die Olympische Mannschaft nicht komplett ausgeschlossen worden ist.
Zum Start von Stepanov. Wenn Ihr Start nicht aus sportlichen Gründen gewünscht wird, sondern um eine Symbolik auszudrücken... dann bräuchte sie auch keine Spikes anziehen. Vielleicht mit einem Fähnchen in der Hand laufen mit der Aufschrift "no dope" ?


RE: Russland bleibt gesperrt (Aktuell: IOC-Entscheidung - keine Kollektivstrafe) - Peter II - 26.07.2016

Es war vorab klar, dass das IOC mit der Entscheidung pro oder contra Stepanova so oder so zunächst ein Zeichen setzt, wo es selbst im Antidopingkampf steht. Bei einem "pro" wäre dann die Frage einer sportlichen Qualifikation zu klären gewesen. Und das IOC hat ein Zeichen gesetzt, wo es steht, insbesondere mit dem Satz, dass Stepanova die ethischen Kriterien nicht erfüllt. Da man davon ausgehen kann, dass die sich ihre Wortwahl genau überlegt und in alle Richtungen abgestimmt haben, bedeutet dies ganz klar:
- Leute, die Doping-Praktiken aufdecken, sind ethisch nicht geeignet, zu "unserer" Olympia-Familie zu gehören.

Und nicht mal so versehentlich im Nebensatz, sondern vorsätzlich! Noch deutlicher geht's nicht mehr. Und darüber muss man sich wirklich aufregen.