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wann ist eine Weitsprunglandung gut ? - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Training im Spiegel der Sportwissenschaft (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=21) +--- Thema: wann ist eine Weitsprunglandung gut ? (/showthread.php?tid=1592) |
RE: wann ist eine Weitsprunglandung gut ? - icheinfachma - 26.01.2016 Du sollst ja auch nicht mit gestreckten Beinen nach vorn-unten einstechen und dann wie ein Besen rückwärts umfallen, sondern so, wie es z.B. in dem letzten Videolink von mir zu sehen ist. In der Weltklasse bringen nahezu alle das Gesäß in den Sand, natürlich geben die Knie nach und darum landet das Gesäß sehr dicht an den Füßen. Ich habe mir vor einigen Tagen das Finale der Frauen der WM 2015 angesehen, auch dort ist es so. Um dann nicht vom Gesäß zurück auf den Rücken zu fallen, streckt man die Beine als Gegengewicht nach vorn aus, wirft sich zusätzlich zur Seite. RE: wann ist eine Weitsprunglandung gut ? - lor-olli - 27.01.2016 Bei einem guten Sprung landet man zwangsläufig auf dem Gesäß (lassen wir Schräglagen mal außen vor, hier fehlt oft die Kontrolle beim Sprung, die Landung ist nicht genau vorhersehbar, in der Regel ist es die Hüfte die den letzten Abdruck erzeugt)! Gut heißt: möglichst weit! Die Weite wird vom Körperschwerpunkt mitbestimmt, ein "Hebeln" ist im Sand nur gering möglich. (Kann man gut sehen wenn man mal auf unterschiedlich harten Matten landet!) Bei einem guten und weiten Sprung ist die Flugkurve zum Ende hin entsprechend flach. Um den KSP nach vorn zu verlagern beugt man den Oberkörper vor und um den Boden bei flacher Kurve möglichst spät zu berühren streckt man die Beine nach vorn, aber nicht starr - sie müssen "einklappen" um den KSP "nachwandern" zu lassen. Optimal (ergonomisch + ökonomisch) ist es, wenn die Füße bei der Landung den Boden berühren und das Gesäß fast diesen Landepunkt erreicht aber noch soviel kinetische Energie besitzt (der KSP nicht das Gesäß ![]() Die Landung erfolgt zwangsläufig aus Absprung und Sprung- (oder Flug-)verhalten, sie ist eher passiv zu sehen, gestalterisch sind hier doch ziemlich enge Grenzen gestreckt. Eine Möglichkeit Weite zu gewinnen ist es den KSP möglichst hoch zu bringen aber ohne zu sehr an Geschwindigkeit zu verlieren, weswegen, im Verhältnis zur Größe lange Beine (Mike Powell!), den Vorteil eines hohen KSP schon beim Absprung bringen. (wenn Salti etc. nach den Regeln untersagt sind) Bei den "Langbeinern" ist das Einklappen bei der Landung besonders gut zu sehen, die "Füße schon im Sand" bedeutet ein "geringeres Körpergewicht" (in Bezug auf den KSP), er kann also ein paar Zentimeter weiter "fliegen" als wenn die Beine noch in der Luft wären. Bleiben die Füße der letzte Abdruck (Gesäß "wandert" über die Füße hinweg), hat man Weite verschenkt! (wieviel kann man an seitlichen Slow-Motion-Aufnahmen bei der Landung sogar recht genau bestimmen) RE: wann ist eine Weitsprunglandung gut ? - gera - 27.01.2016 lor-olli , meist kann ich Deinen Erklärungen folgen ,diesmal nicht. Ausgangspunkt sind die physikalischen Gegebenheiten des asymmetrischen schiefen Wurfes. Daher ist die Flugkuve des KSP durch Abfluggeschwindigkeit und Abflugwinkel fest vorgegeben. Die Extremitäten kann ich frei bewegen, da sich die Lage des KSP aber nicht verändert, muss zwagsläufig immer eine Gegenbewegung folgen. So verändert ein Absenken des Oberkörpers nicht die Lage des KSP, es wird nur erreicht, dass die Beine höher gehoben werden können. Zum Ausgleich für den KSP wandert dabei das Gesäß nach hinten, über die bisherige KSP-Linie hinaus. Wenn Du schreibst, dass die Flugkurve zum Ende hin immer flacher wird, meinst Du wohl den Winkel zwischen Beinen und Horizontale. Der Winkel der KSP-Linie wird zum Ende hin immer größer! Wie weit ich die Beine nach vorn bringen kann, ohne auf dem Hintern zu landen, hängt davon ab, wie groß die kin.Energie durch die horz.V noch ist , um durch ein begrenztes Hebeln den Oberkörper noch aufrichten zu können. Natürlich sind lange Beine- und dadurch schon eine hoher KSP beim Absprung - gut, ändern aber am Problem wann eine Landung gut ist , nichts. Eine Landung auf dem Gesäß ist nie gut, das angeführte Video zeigt die besten Springer ( Idowu/Beamon ) auch nicht mit Gesäßlandung. Da das letzte Körperteil bei weitem Vorbeugen hinter die KSP-Linie wandert, ist die Landung mit diesem immer weniger weit von dieser entfert, also Weitenverlust. Vielleicht ist die beste Landung einfach Knie über die Vertikale hoch, Unterschenkel leicht nach vorn kicken und im Knie bei erster Berührung mit Grube sofort nachgeben, also Kniewinkel verkleinern. RE: wann ist eine Weitsprunglandung gut ? - gera - 27.01.2016 (27.01.2016, 13:27)gera schrieb:es m uss natürlich heißen(27.01.2016, 10:23)lor-olli schrieb: ...... Knie über die Horizontale hoch .... RE: wann ist eine Weitsprunglandung gut ? - gera - 29.01.2016 am objektivsten sind immer noch Zahlen. Deshalb ein Beispiel durchgerechnet , für den Fall, das versucht wird, durch ein weites vorbeugen des Oberkörpers + weites vorbringen der Beine einen Weitengewinn zu erzielen, selbst, wenn der Sprung auf dem Gesäß endet. Bei einer sehr guten Landung hat beim 1.Kontakt des Springers mit der Grube der Körperschwerpunkt eine Höhe von etwa 30 cm. Ein weiteres vorbringen der Beine, das unausweichlich mit einer Gesäßlandung endet, verringert die KSP-Höhe sagen wir auf 20 cm. weitere Anfangsdaten: V,Abflug = 10,00 m/ s unter 20 grad Abflugwinkel, was einen Sprungweite von theoretisch 8,37 m ausmacht. Die ausführliche Berechnng will ich Euch hier ersparen. Für 30 cm KSp,Höhe.Landung ist die Flugdauer des Sprunges = 0,89 sec. , bei KSp,Höhe,Landung = 20 cm beträgt die Sprungdauer = 0,91 sec. Die um 0,02 sec. längere Sprungdauer bringt den KSP in x - Achse ( waagerechte, für Weite ) um = 9,4 V,x * 0,02 = 0,188 m vorwärts. Die Landung würde bei dieser geringen KSP,Höhe bei Landung = 20 cm immer auf dem Gesäß sein,. Der Abstand Beine zu Gesäß ist aber auf jeden Fall größer als 0,188 m , also ist eine Gesäßlandung stets ein Weitenverlust. Die biomechanischen und physikaliuschen Zusammenhänge sind uralt . Seht Euch die Videoaufnahmen der erfolgreichen Athleten und weitesten Sprünge an , keiner landet auf dem Gesäß ! RE: wann ist eine Weitsprunglandung gut ? - gera - 30.01.2016 Nun hat eine Diskussion mal einen sehr praktischen Hintergrund und kaum einer beteiligt sich dran. ![]() Kein namentlich bekannter/ oder versteckter Trainer hat dazu was zu sagen , oder ist kaum einer in der Lage dazu? Nur unser " Auch-Philosoph " MZPTLK schrieb am 26.1. die ganz gute Einschätzung : " die Landungsvarianten sind piepegal,wenn die Extremitäten möglichst nah am KSP sortiert sind " Das sind sie bei Gesäßlandung aber nicht - trotzdem verschenken Athleten auf Trainerrat nicht wenig Weite. RE: wann ist eine Weitsprunglandung gut ? - MZPTLK - 30.01.2016 (30.01.2016, 09:38)gera schrieb: Nur unser " Auch-Philosoph " MZPTLK schrieb am 26.1. die ganz gute Einschätzung :Hobby-Philosoph, aber danke. Bei guter Vorgeschichte, also getroffenem, ausbalanciertem Sprung, besteht eine gute Sand-)Landung in paralleler Fusstellung, gefolgt von einem diese Fusslinie exakt treffenden Hintern, knapp das Zurückfallen vermeidend. RE: Wann ist eine Weitsprunglandung gut ? - Hellmuth K l i m m e r - 30.01.2016 (30.01.2016, 09:38)gera schrieb: Nun hat eine Diskussion mal einen sehr praktischen Hintergrund und kaum einer beteiligt sich dran. @ gera Zu den "namentlichen" Trainern gehöre ich zwar nicht aber zu den viele Jahre aktiven Weitspringern. Meine Meinung dazu: Eine W.landung ist dann gut gewesen, wenn es dem Springer gelingt, g e r a d e n o c h den Hintern v o r den letzten (Bein-)Abdruck zu bringen. Das setzt voraus, dass das beim Absprung (!) erhaltene Drehmoment (nach vorn) im Moment der Landung (durch die Arm- und Beinbewegung) geradezu "kompensiert", aufgehoben ist. (Im Falle eines Weiterdrehen nach vorn fallen unweigerlich die Beine nach unten.) Es gelingt nicht immer, das optimal zu dosieren; mit Zunahme der Erfahrung wird der Absprung jedoch immer besser gelingen, das Drehmoment präziser werden. Und mir gelang es auch anfangs selten, später gelegentlich, ... a b e r nie immer. ![]() H. Klimmer / sen. RE: Wann ist eine Weitsprunglandung gut ? - gera - 30.01.2016 (30.01.2016, 11:20)Hellmuth K l i m m e r schrieb:(30.01.2016, 09:38)gera schrieb: Nun hat eine Diskussion mal einen sehr praktischen Hintergrund und kaum einer beteiligt sich dran. das hört sich schon praxiserprobt und theoretisch belegt an. Auch ok was MZPTLK schreibt.( ich schrieb übrigend Auch-Philosoph , nicht Hobby ) Zu vermeiden ist auf jeden Fall eine Gesäßlandung,oder sogar noch weiter oben, weil sie durch zu weites vorbringen von Oberkörper+Beinen aus Ausgleich für den Erhalt der Lage des KSP-Punktes den Hintern erst mal weit zurück schiebt. <<< Weitenverlust trotz kleinerer KSP,Höhe bei der landung. RE: wann ist eine Weitsprunglandung gut ? - lor-olli - 31.01.2016 Sorry hatte doch "etwas" zu tun… ich wollte mich auch nicht um eine Erwiderung drücken. "Wir" betrachten den menschlichen Körper bei der theoretischen Überlegung als ballistischen Flugkörper, welcher er aber nicht ist, ansonsten wären die Sprünge wohl alle im exakt gleichen Weitenbereich. Beim ballistischen Flugkörper kommt der Impuls von außen, der Springer muss seinen eigenen Impuls erzeugen. Die Landung soll den "krönenden" Abschluss eines optimalen Anlaufs (Geschwindigkeit + Präzision), eines perfekten Absprungs (Ort, timing, Geschwindigkeit) und eines Fluges im richtigen Winkel bilden. Da er also in direkter Folge der vorhergehenden Abschnitte von so vielen anderen Determinanten abhängt, hat der Springer nicht so sehr viele Optionen - ideal wäre damit die "ballistisch optimale Form" zu bilden (in diesem Fall eine Kugel, Luftwiderstand kann hier vernachlässigt werden), so dass der Körperschwerpunkt gerade so über den Landepunkt gehebelt wird oder "hinausrutscht". Genau dies gelingt in guten Sprüngen, die Füße landen in exakter Linie der Flugbahn, die Knie knicken ein, damit der Körperschwerpunkt dieser Bahn folgen kann, der nach vorn gebeugte Oberkörper hat gerade noch so viel Impuls, dass der Hintern genau in die Senke, die die Füße in den Sand gedrückt haben, folgen kann und der Körperschwerpunkt gerade so den Landpunkt überwindet. Der Hintern bildet insofern den zu messenden Abdruck, in seitlichen Videoaufnahmen kann man gut erkennen, dass die Markierung durch die Füße schon genau an der selben Stelle entstand - an der Weite ändert sich somit nichts. Bei weniger guter Landung reicht der Impuls des Körperschwerpunktes nicht - der Springer fällt zurück. Oder der Schwung ist so groß, dass der Körper regelrecht über den Landpunkt hinausschießt (Impuls verschenkt). Andere Makel wären eine "wilde Armführung" so das sichtbare Abdrücke vor dem "eigentlichen Landepunkt" entstehen. Habe ibei einer jungen Springerin sogar schon mal einen Abdruck durch eine sehr lange Mähne gesehen, die sie zu einem dicken Zopf gebunden hatte, dessen Spange am Ende einen Abdruck im Sand hinterließ… |