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Hallen-WM Tag 1, Birmingham 01.-04.03.2018 (Przybylko Bronze 2,29m) - Druckversion

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RE: Hallen-WM, Birmingham 01.-04.03.2018 (Przybylko Bronze 2,29m) - DerC - 02.03.2018

(02.03.2018, 10:44)Atanvarno schrieb:
(02.03.2018, 08:40)DerC schrieb: Muir und Hassan sind beide zu zögerlich gelaufen.

In der letsrun-Analyse wird vor allem Hassan für taktische Fehler kritisiert. Sie ist vier der letzten fünf Runden schneller als Dibaba gelaufen, hatte es da aber schon "vergeigt", weil sie anfangs viel zu weit hinten gelaufen ist und dadurch nicht rechtzeitig auf den Antritt Dibabas reagieren konnte.
Ja ich habe das auf Letsrun auch gelesen. Muir war vorsichtig nachdem sie bei der WM die Medaillen verpasst hatte und auch daher mit Platz 3 zufrieden, aber wäre das Rennen 10m länger gewesen hätte sie Silber gehabt, also etwas zu vorsichtig.


RE: Hallen-WM, Birmingham 01.-04.03.2018 (Przybylko Bronze 2,29m) - beity - 02.03.2018

Klosterhalfen hätte nach 400 Meter oder den 2. Kilometer viel schneller oder oder oder ....
Das Mädchen ist kein Roboter. Sie macht mir auch nicht den Eindruck das taktische Repertoir einer Endzwanzigerern zu haben. Sie ist gerade 21 und erscheint mir auch nicht wirklich frühreif.
Sie hat angegeben, das sie im Callroom schon ein wenig beeindruckt war hinsichtlich der wirklich vielen starken Gegnerinnen.
Sie hat nicht nur einen Körper, sondern auch eine Psyche. Und die muss und wird eben durch Erfahrung stabiler und belastbarer werden um eben dann immer die richtigen Entscheidung im Rennen zu treffen. 
Finde, meine persönliche Meinung, die Diskussion bei einigen mit dem immanenten Vorwurf, was sie (wieder) falsch gemacht hat, wirklich überzogen. Ich wünsche mir, das sie noch einige Jahre in jeder Hinsicht reifen kann (das darf man ihr auch zutrauen) und dafür war das gestern eine wertvolle Etappe.


RE: Hallen-WM, Birmingham 01.-04.03.2018 (Przybylko Bronze 2,29m) - vedo - 02.03.2018

(02.03.2018, 10:30)Jo498 schrieb: Mit den Rekorden ist es schon etwas seltsam. Beim Rennen in Karlsruhe wusste sie angeblich gar nicht, wo der Rekord lag. Im Interview nach der DM erzählt sie etwas von einem knapp verpassten Rekord, was sich gar nicht auf 3000m (denn da hat sie den Hallenrekord weder versucht nocht knapp verpasst), sondern wohl auf den 1500m-Rekord beziehen muss.
Wie gesagt halte ich einen ernsthaften Test pro Strecke schon für sinnvoll. Ich sehe es ebenfalls so wie du, dass, wenn man eh weiß, dass man noch keine sub 4 Form hat, es nicht viel gebracht hätte, bei der DM 6:00 + 2:45 zu laufen. 2:44/45 ist sie gestern eh gelaufen. Man konnte m.E. auch nicht genau wissen, wie gut die anderen drauf sind. Hassan hatte nur einen einzigen Auftritt, Muir nur "kalkulierte", nicht so schnelle Rennen, Obiri sah für mich in Torun nicht stark aus usw. Aber weit eher konnte man den generellen Rennverlauf erwarten.

Sie ist ja sowieso die Läuferin, die sich keine Startlisten anschaut und auch bei der DL in Birmingham ihre Zeit erst nicht einzuschätzen wusste. Also wenig überraschend, das zumindest sie keine Ahnung hatte, wo der DR liegt, ihr Trainer aber bestimmt schon. Und mit dem Rennen von Madrid nach Karlsruhe hat man dann ja scheinbar das erste Mal einen Rekordversuch explizit geplant, dann wusste sie natürlich auch Bescheid.

Sonst sehe ich das so wie du, ein schneller Schlusskilometer in Dortmund hätte jetzt auch nicht viel gebracht und so hat sie jetzt auch immerhin das eine sehr gut verlaufene Rennen stehen, nachdem sie im Cross und über 1500m zwar immer gut, aber nicht auf Sommerniveau war.
Hassan und Muir waren dann eben doch extrem gut in Form und Obiri, die sich auch im Cross schlagen lassen musste, hat als 4. eigentlich ihre Winterform bestätigt (gut, aber nicht überragend).
(02.03.2018, 10:44)Atanvarno schrieb: In der letsrun-Analyse wird vor allem Hassan für taktische Fehler kritisiert. Sie ist vier der letzten fünf Runden schneller als Dibaba gelaufen, hatte es da aber schon "vergeigt", weil sie anfangs viel zu weit hinten gelaufen ist und dadurch nicht rechtzeitig auf den Antritt Dibabas reagieren konnte.

Das ist aber auch so typisch Hassan. Mir ist irgendwie vor allem diesbezüglich Dibabas Weltrekordrennen in Erinnerung. Da war es allen klar, dass Dibaba ein sehr hohes Tempo angehen wird, außer eben anscheinend Hassan, die sich nach dem Start erst einmal ans Ende des Feldes zurückfallen lässt und dann völlig überrascht das komplette Feld überlaufen muss, als sie merkt, dass ihre Konkurrentin vorne weg zieht.
Ich finde es wirklich erstaunlich, dass sie auch in ihrem zweiten Jahr bei einem Salazar, der auf Taktik eigentlich großen Wert legt, immer noch solche Fehler wie gestern macht. Die zunächst hinterherlaufende Dibaba ist gleich nach vorne, als das Tempo schneller wurde, Hassan hat das hingegen verschlafen.
(02.03.2018, 10:48)dominikk85 schrieb: Ist das  denn so? Kokos bestleistung über 800m ist unter 2m.

genzebe's bestleistung ist nur wenige zehntel besser. Hassan ist weitaus schneller, aber auch Muir ist nur etwa ne sekunde schneller, in nem optimal gepacten rennen in top form würde ich koko auch ne 1:58.8 zutrauen. Obiri und die amerikanerin sind sogar deutlich langsamer als koko (über 2m). Ich sehe nicht wo koko da nen nachteil in den unterdistanzen haben soll. Oder sehe ich da was falsch?

Naja, Dibaba ist die 800m nur mal in der Phase gelaufen, als sie für ihre Verhältnisse schlecht in Form war, ist aber auch schon die letzten 800m eines 1500m-Rennens in 1:57 gerannt. Obiri kommt ja auch von den 1500m und hat da eine 3:57 immerhin stehen und Houlihan ist ja anscheinend stark verbessert (auf letsrun wird aber auch immer ihr Kick hervorgehoben), aber von der Truppe gestern waren das ja auch die Läuferinnen, denen Klosterhalfen näher war.


RE: Hallen-WM, Birmingham 01.-04.03.2018 - Jo498 - 02.03.2018

(01.03.2018, 21:06)Robb schrieb: Pro Sprung nur noch 30 Sekunden, dazu wie bei der IAAF üblich schwachsinnige Höhensteigerung. Dann kommt irgendwann sowas bei raus.
Sowohl bei den Männern wie bei den Frauen nach zwei Höhen mehr als die Hälfte draußen und dann ruckzuck nur noch 4 übrig, das war wirklich etwas zu schnell, woran auch immer es genau liegen mag. Bei den Frauen ist allerdings außer Lasitskene das Niveau momentan echt dürftig.


RE: Hallen-WM, Birmingham 01.-04.03.2018 (Przybylko Bronze 2,29m) - DerC - 02.03.2018

(02.03.2018, 10:48)dominikk85 schrieb: Ist das  denn so? Kokos bestleistung über 800m ist unter 2m.

genzebe's bestleistung ist nur wenige zehntel besser. Hassan ist weitaus schneller, aber auch Muir ist nur etwa ne sekunde schneller, in nem optimal gepacten rennen in top form würde ich koko auch ne 1:58.8 zutrauen. Obiri und die amerikanerin sind sogar deutlich langsamer als koko (über 2m). Ich sehe nicht wo koko da nen nachteil in den unterdistanzen haben soll. Oder sehe ich da was falsch?
Ja, vieles, Jo hat ja schon einiges dazu geschrieben. PBs sind ganz häufig irreführend, die sind für solche Überlegungen meist nur relevant, wenn in guter Form mehrmals bestätigt. Dibaba war vermutlich die schnellste 800m Läuferin im Feld gestern, in 1500m WR form ist sie etwa 1:55 wert. Obiri und Houlihan sind auch nicht langsamer als Koko, das sind irrelevante Zeiten, 800m von 2011 bei Obiri, Houlihans 800m PB ist vom Finale der US Meisterschaften, also Meistersschaftsrennen nach Vorrunden.

Wenn Houlihan gesund bleibt läuft und es oft genug probiert sie dieses Jahr Sub2 und Sub4, aber das ist gar nicht so relevant, weil sie eher der Typ zu sein scheint, der aus hohem Tempo kicken kann, sie lief die letzten 200 bei ihrer 8'36 in 28s. (BTW klar dass 2'01 über 800 bei dieser Kombi aus Schnelligkeit und Ausdauer nicht das Ende der Fahnenstange sind.)


RE: Hallen-WM, Birmingham 01.-04.03.2018 (Przybylko Bronze 2,29m) - Robb - 02.03.2018

Ich hab für den zweiten Tag einen neuen Thread eröffnet, sonst wirds hier arg unübersichtlich.


RE: Hallen-WM, Birmingham 01.-04.03.2018 (Przybylko Bronze 2,29m) - Jo498 - 02.03.2018

(02.03.2018, 11:14)beity schrieb: Klosterhalfen hätte nach 400 Meter oder den 2. Kilometer viel schneller oder oder oder ....
Das Mädchen ist kein Roboter. Sie macht mir auch nicht den Eindruck das taktische Repertoir einer Endzwanzigerern zu haben. Sie ist gerade 21 und erscheint mir auch nicht wirklich frühreif.
Sie hat angegeben, das sie im Callroom schon ein wenig beeindruckt war hinsichtlich der wirklich vielen starken Gegnerinnen.
Sie hat nicht nur einen Körper, sondern auch eine Psyche. Und die muss und wird eben durch Erfahrung stabiler und belastbarer werden um eben dann immer die richtigen Entscheidung im Rennen zu treffen. 
Finde, meine persönliche Meinung, die Diskussion bei einigen mit dem immanenten Vorwurf, was sie (wieder) falsch gemacht hat, wirklich überzogen. Ich wünsche mir, das sie noch einige Jahre in jeder Hinsicht reifen kann (das darf man ihr auch zutrauen) und dafür war das gestern eine wertvolle Etappe.
Die Vorwürfe gehen/gingen hauptsächlich an das Trainerteam. Sie hat sich in einer schwierigen Situation achtbar geschlagen, aber meinem Eindruck nach war sie eben auch nicht oder falsch "gebrieft" worden. Wenn 2/3 oder mehr der vergleichbaren WM-Rennen der letzten Jahre langsam bis sehr langsam angegangen werden und man vorher weiß, dass man nicht bei den schnellsten auf den letzten 600-1000m ist, aber sehr schnell von vorne laufen kann, muss man dafür eine oder zwei halbwegs erfolgversprechende Taktiken besprechen oder sogar üben. Gerade weil die Athletin sehr jung ist und natürlich stark unter Anspannung steht in einem so stark besetzten Rennen und sich nicht schnell was eigenes ausdenken kann. Anders als viele andere meine ich ja, dass sie es in London "richtig" gemacht hat, es halt nur nicht ganz aufgegangen ist. Diesmal hatte sie aber anscheinend kein Rezept.
Wenn sie sich lt. Interview mental besser gefühlt hat als in London, ist das sicher auch einiges wert.


RE: Hallen-WM, Birmingham 01.-04.03.2018 (Przybylko Bronze 2,29m) - Drizzt - 02.03.2018

(02.03.2018, 11:14)beity schrieb: Klosterhalfen hätte nach 400 Meter oder den 2. Kilometer viel schneller oder oder oder ....
Das Mädchen ist kein Roboter. Sie macht mir auch nicht den Eindruck das taktische Repertoir einer Endzwanzigerern zu haben. Sie ist gerade 21 und erscheint mir auch nicht wirklich frühreif.
Sie hat angegeben, das sie im Callroom schon ein wenig beeindruckt war hinsichtlich der wirklich vielen starken Gegnerinnen.
Sie hat nicht nur einen Körper, sondern auch eine Psyche. Und die muss und wird eben durch Erfahrung stabiler und belastbarer werden um eben dann immer die richtigen Entscheidung im Rennen zu treffen. 
Finde, meine persönliche Meinung, die Diskussion bei einigen mit dem immanenten Vorwurf, was sie (wieder) falsch gemacht hat, wirklich überzogen. Ich wünsche mir, das sie noch einige Jahre in jeder Hinsicht reifen kann (das darf man ihr auch zutrauen) und dafür war das gestern eine wertvolle Etappe.


Thumb_up ich schließ mich da mal ohne wenn und aber an,weil ich's nicht besser hätte ausdrücken können!


RE: Hallen-WM, Birmingham 01.-04.03.2018 (Przybylko Bronze 2,29m) - frontrunner800 - 02.03.2018

Der für mich beste weiße Mittelstreckenläufer aller Zeiten Sebastian Coe gibt in folgendem Video https://www.youtube.com/watch?v=HcB6bSTSOhg sehr unaufgeregt ganz wesentliche Tipps, was das siegreiche Bestreiten von Mittelstreckenläufen ausmacht: Die Fähigkeit aus einem hohen Temop zum Ziel hin nocheinmal beschleunigen zu können.

Alle verantwortlichen Trainer sollten sich dieses Video einmal ansehen, insbesondere ab 14:05:

Ich zitiere einige Aussagen Coes:

... is your ability as distance runners to change pace at the end of a race ...
... distances from 800m are being decided often by runners that can finish faster and kick away from the oponents ...
... sprinting to you is very important but for one simple reason and that is that you got to be able to change pace at the end of a race ... in other words: you got to change pace of a very hard pace
... to be able to sprint of a good race pace
... in practise you have to work at that


RE: Hallen-WM, Birmingham 01.-04.03.2018 (Przybylko Bronze 2,29m) - Küstenkrebs - 02.03.2018

Dass der langsame erste Kilometer nicht gut für sie war, sieht auch Konstanze Klosterhalfen so:

https://www.youtube.com/watch?v=XubnRJvahBs

und wirkt nicht wirklich zufrieden. Trotzdem lächeln macht sie immer.

Ich denke, zu den Rekordrennen wie in Dortmund muss sie nicht durch ihren Trainer gebracht werden. Vermutlich mag sie einfach gerne eine Show abliefern und sich dafür feiern lassen. Bei der letzten Freiluft-DM war, wie sie hinterher zugab, durchaus Taktik geplant und trotzdem hatte sie dann im Rennen Tempo gemacht.

Auch Houlihan hatte ich vor dem Rennen klar stärker als Koko eingeschätzt. Die hatte bei ihrer 3000m-Zeit eine 28-Schlussrunde (Wahnsinn!) und Koko war in Dortmund mit 33sec deutlich am Limit.

Auf 1500m scheint Koko ungefähr aktuell das Niveau vom letzten Jahr zu haben und ich bin gespannt ob sie sich bei den aktuellen Umfängen im Sommer noch steigern kann. Im letzten Jahr hatte sie nur oberhalb 5000m noch deutlich Luft nach oben.