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EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - Druckversion

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RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - ExSpringer - 09.07.2016

Gertrud, für mich als Laie sieht es bei Julian Reus immer so aus, als würde er in der Phase des - ich glaube man nennt es - des freien Laufens ins "Leere treten". Das fiel mir in der Halle auch schon ab 50m auf. Als würde kein "Drive" nach vorne generiert. Bei Jakubczyk hab ich den optischen Eindruck, dass genau dieses freie Laufen besser funktioniert und er bis zum Ende mehr "Druck" nach vorne erzeugt. Dafür ist seine Beschleunigung schwächer.

Wie sehen das die Sprintexperten hier im Forum?


RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - Gertrud - 09.07.2016

Das ist vornehmlich eine Frage des Beckenstandes, des phasenbetonten durch Zubringerübungen eintrainierten Hamstringeinsatzes und des push-offs durch angemessene Strukturübungen!!!

Gertrud


RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - ExSpringer - 09.07.2016

Genau, ich kann es nur über das Gefühl erklären. Wenn ich die Bewegung "nachempfinde" scheint es, als würde der Hamstringeinsatz nicht zur Hüftposition passen. Als wäre das Timing / die Sequenzierung "off". Ich hatte früher häufig Träume, in denen ich einen Berg hinauflaufen wollte und einfach kaum von der Stelle kam, weil der push-off immer zu weit vor dem Körperschwerpunkt erfolgte. (Bitte keine tiefenpsychologische Deutung des Traums Big Grin )


RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - Gertrud - 09.07.2016

Man darf nicht den Fehler der Überbetonung des push-offs begehen, weil dann die Beschleunigungsphase dominiert. Wir haben das jetzt wieder gesehen, dass unsere Sprinter auf den ersten Metern durchaus mithalten können, aber dann "durchgereicht" werden. Wenn der Körper einmal in Fahrt ist, dann braucht er das Anschieben nicht mehr überdimensional, dann reichen die Umlenkimpulse nach dem Feder-Masse-Modell aus.

Wenn ich hier nach Gründen für die schwachen Leistungen der Sprinter bei der EM in Amsterdam suche, ist das keineswegs als Attacke gemeint, sondern wirklich als Ursachenforschung. Ich erlebe es immer wieder, dass man bei Kritik "schief angesehen" wird. Ich bin der festen Überzeugung, dass man nur zu Verbesserungen kommt, wenn man nicht nur in den Teams "herumgluckt", sondern Kritik von außen beachtet. Man sollte nie "im eigenen Saft schmoren". Hier bringen nur ganz offene Diskussionen viel.

Die zentrale Frage wird sein: Wie bekomme ich den Sprinter zum Saisonhöhepunkt schnell, ausgeruht und angriffslustig hin?!!! Ich hatte den Eindruck von platt, verkrampft und deprimiert.

Gertrud