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Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - Druckversion

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RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - mariusfast - 13.03.2025

(13.03.2025, 19:17)h3inz_h4rtm4nn schrieb:
(13.03.2025, 19:06)mariusfast schrieb:
(13.03.2025, 18:58)h3inz_h4rtm4nn schrieb:
(13.03.2025, 15:27)S_J schrieb:
(13.03.2025, 15:02)runner5000 schrieb: Du verkennst bei deinen Überlegungen, dass einzig und allein Ingebrigtsen darüber entscheidet, wie ein solches Rennen verläuft. Er bestimmt, ob schnell oder langsam gelaufen wird. Wenn schnell, dann müssen sowieso alle mit und wenn er langsam laufen will, wird niemand anderes seinen Kopf für ein schnelles Rennen hinhalten, da derjenige, der sich dafür opfert, am Ende keine Chance auf eine Medaille haben wird.

Farken hat ja selbst gesagt, was für eine Angst und Panik in so einem Feld umhergeht, wenn Ingebrigtsen das Heft des Handelns in die Hand nimmt.

Wenn ich Angst vor Ingebrigtsen habe, dann muss ich eben mit einem Mentalcoach arbeiten.

Genauso ist es. Diese Aussage fand ich auch kritisch. Man sollte gegenüber jedem Konkurrenten und jeder Konkurrentin Respekt haben. Alle, die es zu einer EM und dann sogar ins Finale geschafft haben, sind stark. Alle haben die Chance, an dem Tag X über sich hinauszuwachsen und mit einem entsprechenden Ergebnis belohnt zu werden. Angst ist jedoch im Leistungssport der falsche Begleiter. Besonders in einem Meisterschaftsrennen kann einem dieses Gefühl zum Verhängnis werden.
Angst ist sicherlich nicht passend, würde mich aber nicht an dieser Begrifflichkeit aufhängen..

Letzlich ist klar, dass es abgeht, wenn Ingebrigtsen losgeht (und er ist nunmal mit Abstand stärkste Läufer, weshalb es auch nichts bringt, wenn andere davor die Initiative ergreifen) und die anderen wollen dann natürlich sofort hinterher. Deshalb geht es ja nicht nur darum, dass man den Sieg verpassen kann, sondern auch hinter anderen landen kann, die in diesem einen Moment aufmerksamer sind.

Wenn ich dann diesen Moment verpasse, kann es, insbesondere in der Halle zu spät sein.


Sehe ich anders. Die Formulierung, dass man Angst/Panik vor Ingebrigtsen hat, hat schon eine Schwachstelle mMn offenbart. Denn in erster Linie sollte man bei sich die Fehler suchen und nicht bei anderen Athlet:innen. Natürlich ist Ingebrigtsen gerade der stärkste Läufer und alle wissen das, aber er tut doch in dem Moment nichts Verbotenes, wenn er nach vorne geht. Im Gegenteil: Manchmal wich er sogar auf Bahn 3 aus und überholte dort, damit es eben wegen seines Antritts nicht zur Rangelei kommt. Selbstkritisch wäre es gewesen, zu sagen, dass man das Momentum verpasst hat, in dem der erste richtige Move im Rennen gemacht wurde. Dass man verkrampft hat, als man merkte, die Lücke wird immer größer. Oder oder oder... Diese Selbstreflexion kam z.Bsp. von Majtie Kolberg nach ihrem Vorlauf-Aus. Sie hatte es auch nicht so leicht, direkt gegen ihre Trainingspartnerin um das große Q zu rennen, hat das aber nie zum Thema gemacht, sondern die Ursache bei sich gesucht.

Das mit der Selbstkritik und dem verpassten Momentum hat er doch genauso gemacht. Und das mit der Angst/Panik: er meinte man sieht, dass eine Panik durch das Feld geht, wenn Jakob losgeht. Also die Panik ist nicht davor vor Jakob da, sondern Farken beschreibt lediglich wie sich das Feld bewegt, wenn Jakob attackiert (weil eben jeder seine Position bekommen will, weil es in der Halle schwer ist von hinten bei der Geschwindigkeit, die Jakob anschlägt, wieder nach vorne zu kommen. Und mit gleichen Gedanken wie mit dem Franzosen meinte er somit lediglich genau dass halt dann beide nach vorne wollten.

Man sollte wirklich aufpassen nicht aufgrund einzelner Begriffe in Küchenpsychologie zu verfallen.
 Panik würde ich in diesem Kontext, wie Farken es wiedergegeben hat, eher mit Hektik anstatt mit Angst übersetzen.

Außerdem zeigt es ja, dass Farken viel Selbstvertrauen hat und sich mindestens Platz 4 zugetraut hat. Ich denke Farken hätte jedoch Tempo machen können. Er muss sich nicht auf so einen Sprint einlassen. Er hat eine starke Zeit stehen, da sollen ihn erstmal 4 Leute überholen..


https://www.leichtathletik.de/aktuelles/news/news-detail/80407-jakob-ingebrigtsen-sammelt-naechstes-gold-ein-robert-farken-stuerzt

Zitat:"Ich war einen Ticken zu weit hinten, als Jakob kam. Ich wollte eigentlich auf Position vier sein. Als er kam, hätte ich einfach aggressiver mitgehen müssen. Ich habe gerade kurz mit dem Franzosen gesprochen: Wir hatten den gleichen Gedanken. Man sieht einfach, was für eine Panik durch das Feld geht, wenn Jakob sich bewegt. Es ist einfach scheiße. Mir tut mein Schienbein weh, das sollte jetzt noch nicht wehtun, weil Adrenalin da ist. Es ist einfach ein Fitnessrennen gewesen. Ich glaube, ich wäre fit genug gewesen, mindestens Vierter zu werden und meine Meldeleistung zu bestätigen." 



RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - h3inz_h4rtm4nn - 13.03.2025

Küchenpsychologie? Du weißt doch überhaupt nicht, wer sich hinter welchem User verbirgt und ob da nicht wirklich jemand Psychologie studiert hat.


RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - h3inz_h4rtm4nn - 13.03.2025

(13.03.2025, 15:27)S_J schrieb:
(13.03.2025, 15:02)runner5000 schrieb: Du verkennst bei deinen Überlegungen, dass einzig und allein Ingebrigtsen darüber entscheidet, wie ein solches Rennen verläuft. Er bestimmt, ob schnell oder langsam gelaufen wird. Wenn schnell, dann müssen sowieso alle mit und wenn er langsam laufen will, wird niemand anderes seinen Kopf für ein schnelles Rennen hinhalten, da derjenige, der sich dafür opfert, am Ende keine Chance auf eine Medaille haben wird.

Farken hat ja selbst gesagt, was für eine Angst und Panik in so einem Feld umhergeht, wenn Ingebrigtsen das Heft des Handelns in die Hand nimmt.

Wenn ich Angst vor Ingebrigtsen habe, dann muss ich eben mit einem Mentalcoach arbeiten.

Letztendlich ist Ingebrigtsen ja aber nur für diejenigen relevant, die auch um die Medaillen laufen. Das Feld bestand ja quasi zur Hälfte aus Läufern mit einer SB von ca. 7:30 und zur anderen Hälfte von Läufern mit einer SB von 7:36-7:41. Dazu kam eben Ingebrigtsen ohne SB. Diese beiden Gruppen entsprachen auch, mit Ausnahme von Laros, dann den beiden Gruppen die sich durch den Rennverlauf ergeben haben.

Wie gesagt möchte ich auch die Taktik und den Rennverlauf der beiden Deutschen im Finale nicht kritisieren. Sie haben sich ja auch gut verkauft. Thumb_up

Was man als das beste Saisonrennen ansieht ist vermutlich Interpretationssache: SB oder höchste Rankingpunkte sind sehr objektive Kriterien, die wir ja auch gerne bei den technischen Disziplinen und kürzeren Strecken anlegen. Eine Platzierung in den Top-8 einer EM ist natürlich auch ein starkes Argument und sicherlich nichts, mit dem man unzufrieden sein muss. Aber ich persönlich fand Bremms Leistung in Luxemburg eindrucksvoller Angel

Ich habe mich lediglich auf diesen Beitrag bezogen und teile die Meinung von S_J. Ich finde die Ansicht nicht dämlich, sondern nachvollziehbar. Es ging primär um ein Ranking der Saisonleistungen und nicht darum, die Performance bei der EM schlecht zu reden.


RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - mariusfast - 13.03.2025

(13.03.2025, 20:15)h3inz_h4rtm4nn schrieb: Küchenpsychologie? Du weißt doch überhaupt nicht, wer sich hinter welchem User verbirgt und ob da nicht wirklich jemand Psychologie studiert hat.

Hast du natürlich recht.


Ich denke dennoch nicht, dass es zielführend ist, aufgrund einzelner Begriffe eines Interviews nach dem Rennen, in dem der Athlet das Rennverhalten eines Finalfeldes einer Leichtathletik-EM analysiert, psychologische oder küchenpsychologische Schlussfolgerungen zu ziehen und allen Athleten mentale Schwäche zuzuschreiben.
Ich hoffe, dass auch Verhaltenspsychologen dies in der Praxis erst nach intensiven Gesprächen mit der betroffenen Person tun. Denn letzlich hat der Athlet das mentale Problem.

Und wie gesagt man wird da nicht viel ändern können. Wenn Ingebrigtsen losrennt, wird es halt Positionskämpfe geben und es wird hektisch, weil nicht jeder die Fähigkeiten von Jakob hat.


Angenommen die Mentalität stimmt wieder, zurück zum Sport:

Hast du auch einen Lösungsvorschlag? Was sollte denn ein Teilnehmer mit starker Mentalität tun. Nicht jeder kann von Beginn an Tempo machen?


RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - mariusfast - 16.03.2025

(13.03.2025, 17:17)vedo schrieb: Nach SB und Rankingpunkten zu gehen ist bei Läufern aber noch mal ungleich dämlicher als in technischen Disziplinen oder Sprints, und selbst in den letzteren Bereichen lassen sich viele Beispiele finden, bei denen man das kaum aufrechterhalten kann. Matthew Centrowitz würde von sich wahrscheinlich behaupten, dass sein mit Abstand bestes Karriererennen der Olympiasieg in Rio war, nach deiner Logik dürfte der dann aber wahrscheinlich nicht mal in den Top 10 sein weil Siegerzeit nur 3:50. Bei Bremm kann man sicherlich diskutieren, aber doch eher ausgehend von Rennverläuen und Splits und nicht anhand der Tatsache, dass er in Luxemburg deutlich schneller war als bei der EM. Das wäre er dort selbst mit einem schlechten Auftritt gewesen.

Ich bewerte bei der EM 2 Läufe. Niklas Buchholz trifft es im neuen Video sehr gut, in dem er den Vorlauf als taktisch bestes Rennen einstufte. Und auch von der Leistung wahnsinnig. Und dann noch im Anschluss ein Tag später dieser 7. Platz, wo ja wie gesagt 5 einfach derzeit in einer anderen Liga sind. Dann hätte das auch in Luxemburg anders ausgesehen.